Die südkoreanische Börse verzeichnete einen massiven Einbruch: Der Leitindex Kospi fiel im frühen Handel um neun Prozent und rutschte erstmals seit Februar unter 5.000 Punkte. Zum Handelsschluss stand ein Minus von sechs Prozent bei 5.060 Punkten. Seit dem Rekordhoch im Juni bei fast 9.400 Punkten hat sich der Indexwert nahezu halbiert, obwohl der Kospi im Jahresverlauf noch rund 20 Prozent im Plus liegt.
Speicherchip-Hersteller unter Druck
Die südkoreanischen Halbleiterkonzerne SK Hynix und Samsung erlitten erhebliche Kursverluste. SK Hynix verzeichnete am Freitag einen Rückgang um elf Prozent. Die Aktie, die im Juni noch über drei Millionen Won notierte, liegt nun bei etwa 1,1 Millionen Won – ein Verlust von fast zwei Dritteln des Höchstwerts. Gegenüber Ende 2025 beträgt das Plus dennoch mehr als 70 Prozent.
KI-Investitionszweifel und Ölpreisanstieg
Auslöser der Verkaufswelle waren Verluste an der Wall Street, wo Zweifel an der Rentabilität von KI-Investitionen die Tech-Werte belasten. Zusätzlich verschärfen geopolitische Spannungen die Lage: Beschädigungen mehrerer Tanker in der Straße von Hormus treiben die Ölpreise nach oben. Südkorea ist als Importeur fossiler Brennstoffe von steigenden Energiekosten besonders betroffen. Das hohe Gewicht des Halbleitersektors macht die Börse anfällig für branchenspezifische Schwankungen.
Notfallmaßnahmen und regionale Auswirkungen
Die Börsenaufsicht in Seoul aktivierte einen Circuit Breaker und setzte den Handel für 20 Minuten aus, um Panikverkäufe einzudämmen. Die Regierung berief eine Notfallsitzung mit Vertretern der Finanzaufsicht und Zentralbank ein. Auch andere asiatische Märkte gerieten unter Druck: Der japanische Nikkei-225-Index fiel im Frühhandel um rund 6,5 Prozent, während Hongkongs Hang-Seng-Index und Chinas CSI-300-Indizes ebenfalls Abschläge verzeichneten.
