Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist im Oktober auf 100,1 Punkte gestiegen und hat damit erstmals seit längerem die Schwelle von 100 Punkten überschritten. Ein Wert über 100 signalisiert eine günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungskomponente legte um 0,6 Punkte auf 100,1 Punkte zu, die Arbeitslosigkeitskomponente stieg um 0,1 Punkte.
Beschäftigungskomponente: Stärkster Anstieg seit Corona-Aufschwung
Der Zuwachs von 0,6 Punkten bei der Beschäftigungskomponente markiert das größte Plus seit dem Aufschwung nach der Corona-Krise. Die Arbeitslosigkeitskomponente macht mit ihrem Anstieg um 0,1 Punkte den Rückschlag vom Jahresbeginn wett. IAB-Forscher Enzo Weber betont, dass sich die Perspektiven durch eine stabilere Konjunktur verbessert haben, ein umfassender Aufschwung jedoch noch aussteht. Industriekrise und demografisch bedingter Fachkräftemangel belasten den Arbeitsmarkt weiterhin.
Branchenentwicklung: Industrie plant Personalabbau
Nach Einschätzung des Ifo-Instituts hat sich die Lage in der Industrie im Vergleich zum September verschlechtert. Unternehmen planen Personalabbau, besonders in der Autoindustrie sollen Stellen gestrichen werden. Die Entwicklung in einzelnen Branchen:
- Datenverarbeitungsgeräte: Mehr Neueinstellungen geplant
- Baugewerbe: Leichter Stellenabbau erwartet
- Dienstleister: Positive Einstellungstendenzen
- Handel: Zurückhaltung bei Personalressourcen
Geschäftsklima und Wachstumsprognosen
Das Vertrauen in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich laut Ifo-Institut zum sechsten Mal in Folge verbessert. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Dienstleistungsunternehmen zeigen angesichts verbesserter Konjunkturaussichten größeres Interesse an Neueinstellungen.
