Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Fed-Chef Kevin Warsh kündigte gleichzeitig grundlegende Änderungen in der Kommunikationsstrategie und Sitzungsplanung an. Für Dezember erwarten Marktteilnehmer eine mögliche Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
Zinsentscheidung und Abstimmungsverhalten
Der Zentralbankrat der Federal Reserve beschloss, die Zinsspanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent zu halten. Die Abstimmung fiel nicht einstimmig aus: Zehn stimmberechtigte Mitglieder votierten für die Zinspause, zwei Mitglieder befürworteten eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Fed-Chef Warsh begründete die Notwendigkeit weiterer geldpolitischer Straffung mit der anhaltend hohen Inflation, die seit sechs Jahren über dem Zielwert der Notenbank liegt.
Neuausrichtung der Fed-Kommunikation
Warsh kündigte eine grundlegende Überarbeitung der Kommunikationsweise an. Künftig soll es Sitzungen geben, bei denen keine Leitzinsentscheidungen getroffen werden. Der Zentralbankausschuss hält acht Treffen pro Jahr für ausreichend. Ab 2027 wird eine Sitzung ausschließlich der allgemeinen geldpolitischen Strategie gewidmet sein, ohne Abstimmung über den Leitzins oder Veröffentlichung einer geldpolitischen Erklärung. Warsh vertritt die Auffassung, dass weniger Signale ein klareres Bild der wirtschaftlichen Lage vermitteln.
Ausblick auf Dezember und 2027
Für die Dezembersitzung rechnen viele Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung. Von 18 befragten Fed-Mitgliedern erwarten mindestens 16 für das Jahr 2027 mindestens einen Zinsschritt nach oben. Einige Mitglieder prognostizieren eine mögliche Zinsspanne zwischen 4,25 und 4,50 Prozent. Die aktualisierten Projektionen werden bei der Dezembersitzung veröffentlicht.
