Die italienische Großbank Unicredit will die Bedenken deutscher Mittelständler zur geplanten Commerzbank-Übernahme ausräumen. Konzernchef Andrea Orcel versichert, die Unterstützung für Firmenkunden werde ausgebaut und auf den bestehenden Netzwerken von Hypovereinsbank und Commerzbank aufbauen. Unicredit hat sich inzwischen Zugriff auf knapp 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert, die Europäische Zentralbank genehmigte die Kontrollübernahme.
Strategie: Bündelung statt Rückzug
Orcel plant, das internationale Netzwerk der Commerzbank zu straffen und auf strategisch wichtige Märkte zu konzentrieren. Gleichzeitig betont er, das Ziel sei nicht weniger Leistung für deutsche Unternehmen, sondern durch gebündelte Kräfte mehr zu erreichen. Die Kombination der Kompetenzen von Hypovereinsbank und Commerzbank mit Unicredits Präsenz in 14 europäischen Märkten soll deutschen Firmen neue Geschäftsmöglichkeiten und besseren Zugang zu internationalen Märkten eröffnen.
Bundesbeteiligung und Mittelstandsfinanzierung
Der Bund hält derzeit gut 13 Prozent an der Commerzbank und bleibt damit wesentlicher Anteilseigner. Die Bundesregierung legt Wert darauf, dass die Bank ihre zentrale Rolle bei der Finanzierung deutscher Unternehmen und des Mittelstands beibehält. Die geplante Übernahme birgt laut Unicredit erhebliches Einsparpotenzial in Milliardenhöhe, was mit deutlichem Stellenabbau einhergehen könnte.
Persönliches Bekenntnis des Unicredit-Chefs
Orcel treibt den Übernahmeprozess seit zwei Jahren voran und steht persönlich für die Einhaltung der gegebenen Zusagen ein. Er unterstreicht sein uneingeschränktes Bekenntnis zum wirtschaftlichen Wohlergehen Deutschlands und dessen unternehmerischem Fortschritt. Aus Worten sollen konkrete Taten werden, insbesondere beim langfristigen Engagement gegenüber der deutschen Wirtschaft.
