Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal 2026 um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte damit trotz Niedrigwasser im Sommer und geopolitischer Spannungen zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. Ökonomen hatten mit einer Stagnation gerechnet. Der private Konsum erwies sich als treibende Kraft des Wachstums.
Privater Konsum stützt Konjunktur
Die Konsumausgaben der privaten Haushalte erhöhten sich im dritten Quartal leicht. Trotz höherer Energiepreise blieb die Kauflaune der Verbraucher stabil. Investitionen verzeichneten hingegen einen Rückgang. Auch die Exporte von Waren zeigten zu Beginn der zweiten Jahreshälfte Schwächen. Die zuvor dynamische Entwicklung der Ausfuhren schwächte sich ab dem dritten Quartal merklich ab.
Wachstumskurs seit Jahresbeginn
In den ersten beiden Quartalen 2026 war die deutsche Wirtschaft um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gewachsen. Das Niedrigwasser am Rhein beeinträchtigte temporär Branchen wie Chemie und Stahl, konnte die Erholung aber nicht stoppen. Nach vier aufeinanderfolgenden Wachstumsquartalen rechnen Ökonomen auch für das vierte Quartal 2026 mit einem deutlichen Plus. Die Bundesregierung erwartet für das Gesamtjahr ein Wachstum von 1,3 Prozent. Im Vorjahr hatte das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,2 Prozent zugelegt.
Arbeitsmarkt zeigt gemischtes Bild
Die Zahl der Arbeitslosen sank im Oktober saisonbedingt um 40.000 auf 2,955 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 44.000 Personen. Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich laut Ifo-Institut sechs Monate in Folge verbessert. Die Erwartungen bezüglich des Exportgeschäfts sind so optimistisch wie seit Februar 2022 nicht mehr.
