Bundesschatzbrief: Das musst du wissen

11.07.395 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Bundesschatzbriefe waren jahrzehntelang eine der beliebtesten sicheren Geldanlagen in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2013 gibt der Bund sie nicht mehr aus, die letzten liefen 2019 aus. Wir erklären dir, was der Bundesschatzbrief war, wie Typ A und Typ B funktionierten und welche sicheren Alternativen heute für dich infrage kommen.

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Was der Bundesschatzbrief war und warum es ihn nicht mehr gibt

Gleich vorweg, damit du dir die Suche sparst: Bundesschatzbriefe kannst du heute nicht mehr kaufen. Der Bund gibt seit dem 1. Januar 2013 keine neuen Bundesschatzbriefe mehr an Privatanleger aus. Die letzten noch laufenden Papiere wurden bis 2019 fällig und getilgt. Damit ging eine jahrzehntelange Ära zu Ende, in der der Bundesschatzbrief für viele Sparerinnen und Sparer der Inbegriff einer sicheren Geldanlage war.

Der Bundesschatzbrief wurde 1969 als Instrument der Staatsfinanzierung eingeführt. Die Idee dahinter war so einfach wie wirksam: Eine breite Bevölkerungsschicht sollte die Möglichkeit bekommen, Vermögen aufzubauen und dem Staat gleichzeitig Geld zu leihen. Durch den Kauf dieser Schuldtitel investierten Bürgerinnen und Bürger direkt in Papiere der Bundesrepublik, und der Bund konnte mit diesem Kapital öffentliche Ausgaben finanzieren.

Das Prinzip war ein klassisches Darlehen an den Staat. Du legtest einen Betrag an, den sogenannten Nennwert, und der Bund zahlte dir diesen Betrag zu einem späteren Zeitpunkt zurück, ergänzt um Zinsen und je nach Variante auch Zinseszinsen. Gerade weil hinter dem Papier die Bundesrepublik als Schuldner stand, galt der Bundesschatzbrief als besonders ausfallsicher. Diese Kombination aus Einfachheit und staatlicher Bonität machte ihn über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil vieler privater Depots.

Warum ihn der Bund schließlich einstellte, hatte handfeste Gründe. Der Verwaltungsaufwand für die Bundesfinanzagentur war hoch, und das über Jahre gesunkene Zinsniveau machte die Ausgabe dieser festverzinslichen Papiere zunehmend unwirtschaftlich. Als die Marktzinsen zeitweise sogar in den negativen Bereich rutschten, war die Emission neuer Briefe nicht mehr sinnvoll. Wer 2013 noch einen Bundesschatzbrief besaß, durfte ihn bis zum vereinbarten Fälligkeitstermin behalten. Wer sich intensiver mit diesem Thema befasst, sollte die genannten Punkte stets im Zusammenhang mit der eigenen finanziellen Situation und dem aktuellen Marktumfeld bewerten und bei Unsicherheiten fachkundigen Rat einholen. Das Zinsumfeld beeinflusste nicht nur Sparprodukte, sondern auch die Konditionen für Kredite, was ein Immobilienkredit-Vergleich zeigt.

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Konditionen und Anlagemöglichkeiten im Rückblick

Bundesschatzbriefe wurden ausschließlich von der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben und kannten zwei Laufzeitoptionen, die wir dir gleich im nächsten Abschnitt genauer erklären. Ein wichtiges Merkmal war die eingebaute Flexibilität: Anlegerinnen und Anleger konnten bereits nach einem Jahr einen Teil ihres investierten Kapitals vorzeitig zurückfordern. Das nahm dem Produkt einen guten Teil der Bindungssorge, die andere langfristige Anlagen mit sich bringen.

Der Zinssatz wurde zum Zeitpunkt der Anlage marktgerecht festgelegt und stieg mit jedem weiteren Anlagejahr an. Diese Staffelung war typisch für den Bundesschatzbrief: Wer länger investiert blieb, wurde mit höheren Zinsen belohnt. Für sicherheitsorientierte Sparer war das ein nachvollziehbares und planbares Modell, weil sie von Anfang an wussten, wie sich ihre Verzinsung über die Jahre entwickeln würde. Ein ähnliches Prinzip mit steigenden Boni findet sich auch bei der Prämienstaffel beim Prämiensparen.

Verwahrung ohne unnötige Gebühren

Bei der Verwahrung hattest du die Wahl. Du konntest deine Bundesschatzbriefe entweder direkt bei der zuständigen Finanzagentur des Bundes oder bei deiner Bank beziehungsweise Filialbank hinterlegen. Der entscheidende Unterschied lag bei den Kosten: Bei der Finanzagentur fielen weder für die Verwahrung noch für eine vorzeitige Rückgabe Gebühren an. Bei einer Bank oder Filialbank konnten hingegen Depotgebühren entstehen, die die Rendite schmälerten. Heutige Neo-Broker haben diese Kostenstrukturen stark verändert, wie der Vergleich von eToro vs. Scalable Capital beispielhaft zeigt. Auch bei Gold-Wertpapieren sind die Kosten für Verwahrung und Auslieferung ein entscheidender Faktor, wie der Vergleich von Xetra-Gold und EUWAX Gold 2 zeigt.

Damit war der Bundesschatzbrief in seiner reinen Form ein bemerkenswert kostengünstiges Produkt. Es gab keine Ausgabeaufschläge, keine laufenden Verwaltungspauschalen und keine Provisionen. Der Ertrag, den du am Ende erhieltst, entsprach also weitgehend dem, was auf dem Papier stand. Diese Transparenz war einer der Gründe, warum das Papier gerade bei Menschen so beliebt war, die sich nicht intensiv mit den Finanzmärkten beschäftigen wollten. Das Prinzip eines kostengünstigen Zugangs zum Kapitalmarkt wird heute von Neo-Brokern weitergeführt, wie der Test von Finanzen.net Zero zeigt.

Die zwei Varianten: Typ A und Typ B

Es gab zwei Ausführungen des Bundesschatzbriefs, die sich in Laufzeit und Zinsauszahlung unterschieden. Beide starteten mit demselben Grundgedanken, gingen aber bei der Frage, was mit den Zinsen passiert, unterschiedliche Wege. Welche Variante besser passte, hing davon ab, ob du regelmäßige Auszahlungen brauchtest oder lieber vom Zinseszinseffekt profitieren wolltest.

Typ A: jährliche Zinsausschüttung

Der Typ A hatte eine Laufzeit von sechs Jahren und zahlte die Zinsen jährlich zum Jahresende direkt aus. Es entstanden also keine Zinseszinsen, dafür bekamst du jedes Jahr eine planbare Ausschüttung auf dein Konto. Diese Variante eignete sich vor allem für Menschen, die aus ihrer Anlage einen laufenden Ertrag ziehen wollten, etwa als Ergänzung zum Einkommen. Für einen noch regelmäßigeren Zahlungsstrom setzen Anleger heute auf Aktien mit monatlicher Dividende.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wurden 10.000 Euro angelegt, der Zinssatz startete bei einem Prozent und stieg jährlich um 0,5 Prozentpunkte, ergab sich über die sechs Jahre die folgende Verteilung. Da die Zinsen ausgeschüttet und nicht wieder angelegt wurden, summierten sich die Erträge in diesem Beispiel auf 1.350 Euro.

Anlagejahr Zinsen (Beispiel Typ A)
Jahr 1 1,0 Prozent von 10.000 Euro = 100 Euro
Jahr 2 1,5 Prozent von 10.000 Euro = 150 Euro
Jahr 3 2,0 Prozent von 10.000 Euro = 200 Euro
Jahr 4 2,5 Prozent von 10.000 Euro = 250 Euro
Jahr 5 3,0 Prozent von 10.000 Euro = 300 Euro
Jahr 6 3,5 Prozent von 10.000 Euro = 350 Euro

Typ B: Ansammlung von Zinsen

Der Typ B lief sieben Jahre und funktionierte anders. Die jährlichen Zinszahlungen wurden nicht ausgezahlt, sondern automatisch zum festgelegten Zinssatz wieder angelegt. Dadurch wuchs dein Kapital Jahr für Jahr, und du profitiertest zusätzlich vom Zinseszinseffekt. Hieltst du das Papier bis zur Endfälligkeit, wusstest du von Anfang an, welche rechnerische Rendite dich am Ende erwartete. Die genaue Berechnung des Zinseszinses zeigt, wie stark das Kapital dadurch über die Jahre anwachsen kann.

Im selben Beispiel mit 10.000 Euro und derselben Zinsstaffel lag die Gesamtrendite über sieben Jahre bei rund 1.882,89 Euro und damit spürbar höher als beim Typ A, weil die Zinsen selbst wieder Zinsen erwirtschafteten. Dafür musstest du auf die laufenden Ausschüttungen verzichten und Geduld bis zum Laufzeitende mitbringen.

📌 Good to know

Neben dem Bundesschatzbrief gab es Papiere mit ähnlichem Namen, die man leicht verwechselt. Der Bundesschatz war eine österreichische Anleihe, die zwischen 2002 und 2019 mit Laufzeiten von einem Monat bis zu zehn Jahren angeboten wurde. Eine Bundesschatzanweisung wiederum ist ein bereits 1866 eingeführtes deutsches Wertpapier, bei dem zwischen verzinslichen und unverzinslichen Schatzanweisungen unterschieden wird.

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Warum Bundesschatzbriefe so beliebt waren

Der wohl wichtigste Grund für die Beliebtheit war die Sicherheit. Bundesschatzbriefe unterlagen keinem Kursrisiko. Anders als bei Aktien oder Fonds schwankte ihr Wert nicht mit den Launen der Finanzmärkte. Du wusstest zu jedem Zeitpunkt, was dein Papier wert war und mit welcher Auszahlung du am Ende rechnen konntest. Diese Berechenbarkeit war für viele Sparerinnen und Sparer der entscheidende Punkt. Diese Stabilität steht im starken Kontrast zu neuen, volatilen Anlageklassen, wie die Bitcoin-Geschichte in Zahlen von 2008 bis heute verdeutlicht.

Hinzu kam der Status als mündelsichere Anlage. Bundesschatzbriefe erfüllten einen besonders hohen Sicherheitsstandard und galten als risikoarm. In Kombination mit der garantierten Rückzahlung des eingesetzten Kapitals plus Zinsen ergab sich daraus eine verlässliche Anlage, die auch ohne Fachwissen verständlich war. Wer sein Geld nicht an der Börse aufs Spiel setzen wollte, fand hier eine solide Heimat. Auch heute bieten klassische Banken sichere Zinsprodukte, wie der Überblick zum Tagesgeld bei Filialbanken zeigt.

Auch die niedrige Einstiegshürde spielte eine Rolle. Der Bundesschatzbrief richtete sich ausdrücklich an breite Bevölkerungsschichten und nicht nur an vermögende Anleger. In Verbindung mit der gebührenfreien Verwahrung bei der Finanzagentur und der Möglichkeit zur vorzeitigen Teilrückgabe entstand ein Produkt, das Sicherheit, Flexibilität und Kostenfreiheit unter einem Dach vereinte. Das erklärt, warum der Brief über Generationen hinweg als klassisches Sparinstrument galt. Heute lässt sich regelmäßiges Sparen unkompliziert umsetzen, wenn man weiß, wie man einen Sparplan einrichten kann.

💡 Tip

Mündelsicher bedeutet, dass ein Wertverlust mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist. Der Begriff stammt vom Mündel, also einer Person unter Vormundschaft. Wenn Vormunde Geld für ihre Mündel anlegen, sind sie laut Bürgerlichem Gesetzbuch verpflichtet, das Vermögen zu schützen und zu erhalten, und dürfen deshalb nur besonders risikoarme, konservative Anlageformen wählen.

Heutige Alternativen zum Bundesschatzbrief

Der Bundesschatzbrief ist Geschichte, das Bedürfnis nach einer sicheren Geldanlage aber nicht. Die gute Nachricht: Es gibt heute mehrere Wege, die eine ähnliche Rolle übernehmen können. Wichtig vorab: Keine dieser Alternativen ist mit dem alten Brief völlig identisch, jede bringt ein eigenes Chancen-Risiko-Profil mit. Prüfe deshalb immer, was zu deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft passt. Eine der gängigsten Optionen für sicherheitsorientierte Sparer ist das Tagesgeld, dessen aktuelle Zinskonditionen ein Tagesgeld-Vergleich transparent macht. Eine klassische Alternative dazu ist das Sparbuch, dessen Eigenschaften ein Vergleich von Tagesgeld und Sparbuch beleuchtet.

Bundesanleihen und andere Bundeswertpapiere

Am nächsten kommt dem Bundesschatzbrief die klassische Bundesanleihe. Auch hier leihst du dem Staat Geld und erhältst dafür Zinsen. Der Unterschied: Der Bund verkauft diese Papiere heute nicht mehr direkt an Privatpersonen, du kaufst sie über die Börse oder einen Online-Broker. Dadurch unterliegen sie während der Laufzeit Kursschwankungen. Hältst du eine Anleihe aber bis zur Endfälligkeit, bekommst du den Nennwert zurück. Über deinen Broker findest du auch kürzer laufende Bundeswertpapiere, die dem alten Sicherheitsgedanken nahekommen. Die Konditionen für ein solches Depot variieren je nach Anbieter, was ein Vergleich von Online-Broker Alternativen verdeutlicht.

Tagesgeld und Festgeld

Für den einfachen und schwankungsfreien Teil deines Vermögens sind Tagesgeld und Festgeld naheliegend. Beim Tagesgeld bleibst du jederzeit flexibel und kommst täglich an dein Geld, der Zinssatz kann sich aber ändern. Beim Festgeld legst du einen Betrag für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins an, ähnlich planbar wie beim früheren Bundesschatzbrief. Guthaben auf solchen Konten sind innerhalb der Europäischen Union über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Für den täglich verfügbaren Teil deines Ersparten lohnt sich ein Blick auf Zinsen und Konditionen bei Barclays Tagesgeld, da sich Angebote hier laufend verändern. Die reale Rendite solcher Anlagen hängt jedoch stark von der Teuerungsrate ab, die ein Inflationsrechner verdeutlicht. Eine Alternative mit höheren Chancen und Risiken stellt der Handel über Broker dar, wie die Erfahrungen mit Libertex zeigen.

Geldmarkt-ETF als moderne Ergänzung

Wer eine marktnahe, breit gestreute Parkmöglichkeit sucht, schaut sich Geldmarkt-ETF an. Sie bilden sehr kurzfristige Zinssätze ab und schwanken üblicherweise nur gering. Anders als bei Tagesgeld greift hier keine Einlagensicherung, dafür bist du nicht auf die Bonität einer einzelnen Bank angewiesen. Als Baustein für den kurzfristig verfügbaren Teil deines Portfolios können sie eine sinnvolle, kostengünstige Option sein. Für den Kauf solcher ETFs ist ein Wertpapierdepot erforderlich, wobei sich die Anbieter unterscheiden, wie der Vergleich von eToro und XTB zeigt.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Zinsen, Kurse und Konditionen ändern sich laufend, und jede Geldanlage ist mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Informiere dich vor einer Entscheidung gründlich und ziehe im Zweifel unabhängige Beratung hinzu. Weitere Beiträge rund um sicheres Sparen findest du in unserer Rubrik Geldanlagen.

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Diese Beiträge behandeln angrenzende Themen und gehören nicht unmittelbar zum Text oben:

Häufig gestellte Fragen

Q

Kann ich Bundesschatzbriefe heute noch kaufen?

Nein. Der Bund gibt seit dem 1. Januar 2013 keine neuen Bundesschatzbriefe mehr an Privatanleger aus. Die letzten laufenden Papiere wurden bis 2019 fällig, seitdem existiert diese Anlageform nicht mehr.

Q

Welche Arten von Bundesschatzbriefen gab es?

Es gab zwei Varianten. Typ A lief sechs Jahre und schüttete die Zinsen jährlich aus. Typ B lief sieben Jahre, legte die Zinsen automatisch wieder an und zahlte den Ertrag inklusive Zinseszins erst am Ende der Laufzeit aus.

Q

Warum wurde der Bundesschatzbrief abgeschafft?

Ausschlaggebend waren der hohe Verwaltungsaufwand für die Bundesfinanzagentur und das über Jahre gesunkene Zinsniveau, das zeitweise sogar negativ war. Unter diesen Bedingungen war die Ausgabe der festverzinslichen Papiere nicht mehr wirtschaftlich.

Q

Was ist heute die beste Alternative zum Bundesschatzbrief?

Eine pauschal beste Alternative gibt es nicht. Dem alten Prinzip am nächsten kommen Bundesanleihen über einen Broker sowie Tagesgeld und Festgeld für schwankungsfreies Sparen. Als moderne Ergänzung für kurzfristig verfügbares Kapital kommen Geldmarkt-ETF infrage. Die Konditionen für den Wertpapierhandel unterscheiden sich je nach Anbieter, wie ein Broker-Vergleich von JustTRADE vs. Smartbroker+ zeigt. Ein Depot mit solchen Wertpapieren lässt sich zudem als Sicherheit für einen flexiblen Wertpapierkredit nutzen.

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