Von 0 auf 100.000 Euro: Wie lange du mit einem ETF-Sparplan wirklich brauchst

Das Wichtigste in Kürze:

Von 0 auf 100.000 Euro mit dem ETF-Sparplan: Bei 250 Euro Monatsrate und 7 Prozent Rendite dauert es rund 17,5 Jahre, bei 500 Euro etwa 11 Jahre. Die ersten 25.000 Euro brauchen dabei am längsten, die letzten 25.000 nur noch knapp 3 Jahre. Alle Rechentabellen, historische MSCI-World-Renditen und der Zinseszins-Effekt im Detail.

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Von 0 auf 100.000 Euro: Die Kurzantwort

Mit einer Monatsrate von 250 Euro und einer angenommenen Rendite von 7 Prozent pro Jahr erreichst du die 100.000 Euro nach rund 17,5 Jahren. Wer 500 Euro monatlich investiert, schafft es unter denselben Annahmen in etwa 11 Jahren, mit 1.000 Euro monatlich in rund 6,5 Jahren. Bei kleinen Raten von 100 Euro im Monat dauert der Weg dagegen etwa 28 Jahre.

Diese Zahlen beruhen auf der Zinseszinsformel mit monatlicher Verzinsung und sind Modellrechnungen, keine Garantie. Die 7 Prozent orientieren sich an der langfristigen Historie des Weltaktienmarkts: Der MSCI World brachte seit 1975 im Mittel etwas mehr als 8 Prozent pro Jahr, das Deutsche Aktieninstitut weist für 20-jährige Monatssparpläne im Schnitt 8,6 Prozent aus. Wie stark einzelne Zeiträume davon abwichen, zeigen wir weiter unten.

Bemerkenswert ist die Struktur des Weges: Bei 250 Euro Monatsrate und 7 Prozent zahlst du über die gesamte Laufzeit nur 52.500 Euro selbst ein — 210 Monatsraten. Die übrigen 47.500 Euro steuert der Kapitalmarkt bei. Je länger der Sparplan läuft, desto größer wird der Anteil, den nicht du, sondern dein Depot erarbeitet.

Warum ausgerechnet 100.000 Euro?

Die Marke ist mehr als eine runde Zahl. Ab sechsstelligem Depotwert bewegt allein die Marktrendite dein Vermögen stärker als deine Sparrate: 7 Prozent auf 100.000 Euro sind 7.000 Euro im Jahr — mehr, als viele Sparer überhaupt einzahlen. Der Investor Charlie Munger brachte es in den 1990er-Jahren auf die berühmte Formel, die ersten 100.000 seien der härteste Teil des Vermögensaufbaus, danach beginne der Schneeball von selbst zu rollen. Die Rechentabellen in diesem Artikel belegen das mit Zahlen.

ETF-Sparen ist dabei längst Massenphänomen: In Deutschland und Kontinentaleuropa wurden 2025 monatlich rund 15,1 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr, bei einer Durchschnittsrate von rund 180 Euro. Und laut Deutschem Aktieninstitut waren 2025 14,1 Millionen Menschen in Deutschland am Aktienmarkt investiert — Rekord.

Zum Vergleich lohnt der Blick auf das große Ganze: Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag laut Bundesbank Anfang 2026 bei rund 9.490 Milliarden Euro — gut ein Fünftel davon (rund 1.957 Milliarden Euro) parkt in Bargeld und Sichteinlagen, wo es real an Kaufkraft verliert. Wer die durchschnittliche Sparplanrate von rund 180 Euro konsequent in den Weltaktienmarkt lenkt, spielt statistisch in einer anderen Liga als der typische Kontosparer.

Jahre bis 100.000 Euro nach Monatsrate (7 % Rendite p.a.)

051015202530Jahre100 Euro/Monat100 Euro/Monat: rund 28 Jahrerund 28 Jahre250 Euro/Monat250 Euro/Monat: rund 17,5 Jahrerund 17,5 Jahre500 Euro/Monat500 Euro/Monat: rund 11 Jahrerund 11 Jahre1.000 Euro/Monat1.000 Euro/Monat: rund 6,5 Jahrerund 6,5 Jahre
Modellrechnung: Zinseszinsformel mit monatlicher Verzinsung, 7 % Rendite p.a., ohne Steuern, Kosten und Dynamik — Stand: Juli 2026.

Die Kerntabelle: Sparrate × Rendite = Jahre bis 100.000 Euro

Die folgende Tabelle zeigt die rechnerische Dauer bis zum sechsstelligen Depot für vier Monatsraten und drei Rendite-Annahmen. Gerechnet wurde mit der Zinseszinsformel auf Monatsbasis, ohne Steuern, Kosten und Dynamik — also der reine Marktmechanismus. 5 Prozent steht für ein vorsichtiges Szenario, 7 Prozent für die grobe historische Mitte des Weltaktienmarkts, 9 Prozent für überdurchschnittlich gute Jahrzehnte.

Monatsrate 5 % p.a. 7 % p.a. 9 % p.a.
100 Euro rund 33 Jahre rund 28 Jahre rund 24,5 Jahre
250 Euro rund 20 Jahre rund 17,5 Jahre rund 15,5 Jahre
500 Euro rund 12 Jahre rund 11 Jahre rund 10,5 Jahre
1.000 Euro rund 7 Jahre rund 6,5 Jahre rund 6,5 Jahre

Zwei Muster fallen auf. Erstens: Bei kurzen Laufzeiten spielt die Rendite fast keine Rolle. Ob 5 oder 9 Prozent — mit 1.000 Euro Monatsrate liegen zwischen bestem und schlechtestem Szenario nicht einmal zwölf Monate. In den ersten Jahren dominiert schlicht die Einzahlung. Zweitens: Bei kleinen Raten wird die Rendite zum entscheidenden Faktor. Mit 100 Euro monatlich trennen das 5-Prozent- und das 9-Prozent-Szenario fast 9 Jahre.

Sparrate schlägt Rendite — am Anfang. Wer schneller ans Ziel will, erreicht mit einer Erhöhung der Rate von 250 auf 500 Euro mehr als mit der Jagd nach zwei Prozentpunkten Mehrrendite. Die Rendite kannst du nicht steuern, die Sparrate schon. Welche Depots und Sparpläne dafür in Frage kommen, zeigt unser ETF-Sparplan-Anbieter-Vergleich.

Der Hebel der Ratenerhöhung — konkret gerechnet

Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar: Wer statt 250 Euro nur 50 Euro mehr pro Monat investiert, also 300 Euro, verkürzt den Weg zur 100.000er-Marke bei 7 Prozent von rund 17,5 auf etwa 16 Jahre. Dieselben eineinhalb Jahre Zeitgewinn über die Rendite zu holen, würde dauerhaft fast einen ganzen Prozentpunkt Mehrrendite erfordern — den dir kein seriöser Anbieter versprechen kann.

Viele Sparer nutzen deshalb eine Dynamik: Sie erhöhen die Rate jährlich um einen festen Prozentsatz, etwa parallel zur Gehaltsentwicklung. Eine Dynamik von 3 Prozent pro Jahr wirkt auf lange Sicht ähnlich stark wie eine spürbar höhere Startrate — und fällt im Alltag kaum auf, weil sie mit dem Einkommen mitwächst.

💡 Tip

Die 72er-Regel liefert die Überschlagsrechnung im Kopf: Teile 72 durch die Rendite, und du erhältst die Jahre bis zur Verdopplung. Bei 7 Prozent verdoppelt sich ein Betrag also etwa alle 10 Jahre — aus 100.000 Euro werden ohne weitere Einzahlung rund 200.000 Euro.

Warum die ersten 25.000 Euro am längsten dauern

Die ersten 25.000 Euro kosten bei 250 Euro Monatsrate und 7 Prozent Rendite rund 6,6 Jahre — die letzten 25.000 auf dem Weg zur 100.000er-Marke dagegen nur noch etwa 2,8 Jahre. Dasselbe Viertel des Ziels, aber weniger als die halbe Zeit. Genau das meinte Munger mit seinem berühmten Satz: Die ersten 100.000 sind die schwersten.

Meilenstein Dauer bei 250 Euro/Monat Dauer bei 500 Euro/Monat
0 → 25.000 Euro rund 6,6 Jahre rund 3,7 Jahre
25.000 → 50.000 Euro rund 4,6 Jahre rund 2,9 Jahre
50.000 → 75.000 Euro rund 3,5 Jahre rund 2,5 Jahre
75.000 → 100.000 Euro rund 2,8 Jahre rund 2,1 Jahre

Der Mechanismus dahinter ist simpel: In der ersten Phase besteht dein Depot fast nur aus eigenen Einzahlungen, der Zinseszins hat schlicht noch keine Masse, mit der er arbeiten kann. Bei einem Depotstand von 10.000 Euro bringen 7 Prozent gerade 700 Euro im Jahr. Bei 75.000 Euro sind es bereits 5.250 Euro — mehr, als ein 250-Euro-Sparer selbst einzahlt. Ab diesem Punkt arbeitet dein Depot härter als du.

Und nach den ersten 100.000?

Der Schneeball rollt weiter, und zwar deutlich schneller: Von 100.000 auf 200.000 Euro braucht derselbe 250-Euro-Sparplan bei 7 Prozent rechnerisch nur noch rund 7,8 Jahre — statt 17,5 Jahre für die ersten 100.000. Die zweite 100.000er-Etappe dauert also weniger als halb so lange wie die erste, obwohl sich an Sparrate und Rendite nichts ändert.

📌 Good to know

Bei 250 Euro Monatsrate und 7 Prozent stammen von den ersten 25.000 Euro rund 80 Prozent aus eigenen Einzahlungen. Auf dem Gesamtweg bis 100.000 Euro sinkt der Eigenanteil auf rund 52 Prozent — knapp die Hälfte des Depots hat der Markt beigesteuert.

Die ersten 25.000 Euro dauern am längsten: Dauer je Etappe (250 Euro/Monat, 7 % p.a.)

02468Jahre0 → 25.000 Euro: 6,6 Jahre6,6 Jahre0 → 25.000Euro25.000 → 50.000 Euro: 4,6 Jahre4,6 Jahre25.000 → 50.000Euro50.000 → 75.000 Euro: 3,5 Jahre3,5 Jahre50.000 → 75.000Euro75.000 → 100.000 Euro: 2,8 Jahre2,8 Jahre75.000 → 100.000Euro
Modellrechnung: 250 Euro Monatsrate, 7 % Rendite p.a., Zinseszinsformel mit monatlicher Verzinsung, ohne Steuern und Kosten — Stand: Juli 2026.

Sind 7 Prozent realistisch? Die MSCI-World-Historie

Historisch waren 7 Prozent pro Jahr für den Weltaktienmarkt eher eine vorsichtige als eine mutige Annahme. Der MSCI World mit über 1.300 Aktien aus 23 Industrieländern erzielte seit 1975 auf Eurobasis im Schnitt etwas mehr als 8 Prozent pro Jahr. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) weist für monatliche Sparpläne über 20 Jahre eine Durchschnittsrendite von 8,6 Prozent pro Jahr aus.

Entscheidend ist aber die Spannweite, nicht der Durchschnitt. Dieselbe DAI-Auswertung zeigt für 20-Jahres-Sparpläne im schlechtesten historischen Fall 2,2 Prozent, im besten 15,4 Prozent pro Jahr. Über 15-Jahres-Zeiträume war das Ergebnis für Einmalanlagen im MSCI World seit 1975 nie negativ — die schwächste Periode (rund um die Jahre 2000 bis 2015, mit Dotcom-Crash und Finanzkrise) brachte immerhin noch etwa 3 Prozent pro Jahr.

Was das für deine Planung heißt: Die Kerntabelle oben deckt mit 5, 7 und 9 Prozent den größten Teil des historisch beobachteten Korridors ab. Ein 250-Euro-Sparplan landet damit realistisch irgendwo zwischen 15,5 und 20 Jahren bis zur 100.000er-Marke — mit 17,5 Jahren als Mittelwert-Szenario. Wer auf Nummer sicher planen will, rechnet mit dem 5-Prozent-Pfad und lässt sich positiv überraschen.

Der Blick auf einzelne Dekaden

Wie unterschiedlich Börsen-Jahrzehnte ausfallen, zeigen die Extreme: Die 1980er- und 1990er-Jahre bescherten Weltaktien-Anlegern teils zweistellige Jahresrenditen, die 2010er-Jahre nach der Finanzkrise ebenfalls ein außergewöhnlich starkes Umfeld. Dazwischen lag die Dekade ab 2000, in der zwei historische Crashs die Bilanz für Einmalanleger fast auf null drückten. Wer heute startet, weiß nicht, welche dieser Welten ihn erwartet — genau deshalb rechnet dieser Artikel konsequent mit Szenarien statt mit einer einzigen Zahl.

Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Die Durchschnittsrendite entsteht nicht gleichmäßig. Der MSCI World schwankte in einzelnen Kalenderjahren zwischen deutlich zweistelligen Gewinnen und Verlusten von über 35 Prozent wie im Finanzkrisenjahr 2008. Ein Sparplan glättet diese Ausschläge über die Zeit, aber er eliminiert sie nicht — dein Depotstand wird auf dem Weg zu 100.000 Euro mehrfach spürbar einbrechen. Das ist kein Fehler im Plan, sondern der Preis für die Aktienrendite.

Nominal ist nicht real

Alle genannten Renditen sind nominale Werte vor Inflation. Bei rund 2,3 Prozent Geldentwertung pro Jahr entsprechen 7 Prozent nominal etwa 4,6 Prozent realer Kaufkraftrendite. Deine 100.000 Euro in 17 Jahren kaufen also weniger als 100.000 Euro heute — sie bleiben aber ein Vielfaches dessen, was auf einem kaum verzinsten Konto entstanden wäre. Mehr Grundlagen zu Rendite, Risiko und Anlageklassen findest du in unserer Rubrik Geldanlagen.

📌 Good to know

Das DAI-Renditedreieck rechnet mit der Bruttovariante des MSCI World: Dividenden gelten als reinvestiert, Kosten und Steuern sind nicht enthalten. Reale Sparplan-Ergebnisse liegen deshalb typischerweise etwas unter den ausgewiesenen Werten.

Sequenzrisiko: Wenn die Börse nicht mitspielt

Die Reihenfolge der Börsenjahre entscheidet mit darüber, wann du die 100.000 Euro erreichst — nicht nur die Durchschnittsrendite. Dieses Phänomen heißt Sequenzrisiko: Zwei Sparer mit identischer Rate und identischer Durchschnittsrendite können Jahre auseinanderliegen, je nachdem, ob die schwachen Börsenjahre am Anfang oder am Ende ihrer Sparphase lagen.

Das Extrembeispiel ist die sogenannte verlorene Dekade: Wer Anfang 2000 — direkt vor Dotcom-Crash und Finanzkrise — mit einem MSCI-World-Sparplan startete, kam bis Frühjahr 2013 nur auf rund 2,3 Prozent Rendite pro Jahr. Statt nach 17 bis 18 Jahren hätte ein 250-Euro-Sparer die 100.000 Euro in diesem Szenario erst nach über 20 Jahren erreicht. Das ist der realistische Worst Case, den jeder Sparplan-Rechner verschweigt.

Die gute Nachricht für Sparplan-Anleger: Schwache Jahre am Anfang sind für dich sogar vorteilhaft, solange du durchhältst. In Crash-Phasen kauft deine Monatsrate mehr Anteile zum niedrigen Kurs — die dann in der Erholung überproportional an Wert gewinnen. Gefährlich sind Einbrüche vor allem am Ende der Sparphase, wenn dein Depot bereits groß ist und ein Minus von 30 Prozent eben 30.000 statt 3.000 Euro bedeutet.

Der Durchschnittskosteneffekt in Zahlen

Wie stark der Sparplan das Sequenzrisiko abfedert, zeigt der Vergleich mit der Einmalanlage: Während eine Einmalanlage in den MSCI World zwischen 2000 und 2002 pro Jahr gut ein Viertel an Wert verlor, kaufte ein Sparplan in genau dieser Phase Monat für Monat zu Tiefstkursen ein. Über die gesamte 2000er-Dekade — inklusive Dotcom-Crash und Finanzkrise — kam ein MSCI-World-Sparplan so noch auf rund 3,5 Prozent Rendite pro Jahr, wo Einmalanleger nahe null landeten.

Umgekehrt gilt: Wer 2009, am Tiefpunkt der Finanzkrise, mit demselben Sparplan startete, erreichte die ersten Meilensteine deutlich schneller als jede Durchschnittsrechnung verspricht — die 2010er-Jahre lieferten für Weltaktien weit überdurchschnittliche Ergebnisse. Beide Startzeitpunkte waren vorher nicht erkennbar. Genau deshalb ist der Versuch, den perfekten Einstieg zu timen, für Sparplan-Anleger meist teurer als schlichtes Anfangen.

Drei Konsequenzen für die Praxis

Zeitpuffer einplanen: Wer die 100.000 Euro zu einem festen Datum braucht, sollte zwei bis drei Jahre Reserve einkalkulieren oder gegen Ende schrittweise in schwankungsärmere Anlagen umschichten. Nicht in der Krise verkaufen: Historisch hat der MSCI World nach jedem Einbruch neue Höchststände erreicht — realisierte Verluste dagegen sind endgültig. Grundlage dafür ist eine solide Finanzreserve für Notfälle, deren Umfang ein Notgroschen-Rechner individuell ermittelt. Rate durchziehen oder erhöhen: Ausgerechnet in Abschwüngen pausieren viele Sparer ihren Plan und verpassen damit genau die günstigen Kaufkurse, von denen der Durchschnittskosteneffekt lebt.

Steuern und Kosten: Was wirklich hängen bleibt

Auf dem Weg zu 100.000 Euro knabbern drei Faktoren an der Modellrechnung: Fondskosten, Steuern und Depotgebühren. Zusammen können sie den Zieltermin um ein bis zwei Jahre nach hinten schieben — oder fast neutral bleiben, wenn du sie im Griff hast.

Fondskosten (TER): Breite Welt-ETFs kosten typischerweise zwischen 0,12 und 0,50 Prozent pro Jahr. Der Unterschied klingt winzig, summiert sich aber: Nach einer Beispielrechnung der Stiftung Warentest kostet eine TER von 0,50 statt 0,20 Prozent bei 150 Euro Monatsrate über 30 Jahre rund 11.000 Euro Endvermögen.

Kapitalertragsteuer: Auf realisierte Gewinne fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent. Aktien-ETFs mit mindestens 51 Prozent Aktienquote profitieren von der Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. Solange du nicht verkaufst, bleibt der Zinseszins weitgehend ungestört — nur die Vorabpauschale greift jährlich in kleinem Umfang.

Sparerpauschbetrag nutzen: Bis 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) bleiben mit Freistellungsauftrag komplett steuerfrei. Gerade in den ersten Sparjahren deckt das die Vorabpauschale meist vollständig ab.

Was Steuern am Zieltermin ändern

Für die 100.000er-Frage ist entscheidend, wann Steuern tatsächlich fällig werden. Beim reinen Ansparen mit einem thesaurierenden Welt-ETF bleibt die jährliche Belastung durch die Vorabpauschale überschaubar — sie fällt zudem nur in Jahren mit Wertzuwachs an und wird über den Sparerpauschbetrag oft komplett neutralisiert. Der große Steuerabzug kommt erst beim Verkauf. Wer die 100.000 Euro als Depotwert definiert, erreicht sie also fast so schnell wie in der Bruttorechnung; wer 100.000 Euro netto nach Verkauf anpeilt, muss je nach Gewinnanteil grob ein bis zwei Jahre länger rechnen.

Depot- und Ausführungskosten: Im besten Fall liegen sie dauerhaft bei null — viele Anbieter führen Sparpläne auf Welt-ETFs kostenlos aus. Welche das sind und worauf du achten solltest, steht im Anbieter-Vergleich für ETF-Sparpläne. Bei 17 Jahren Laufzeit ist die Anbieterwahl kein Nebenschauplatz, sondern ein eigener Renditefaktor.

📌 Good to know

Die Vorabpauschale besteuert bei thesaurierenden ETFs jährlich einen fiktiven Mindestertrag. Für 2026 liegt der maßgebliche Basiszins bei 3,20 Prozent. Bereits gezahlte Vorabpauschalen werden beim späteren Verkauf angerechnet — es ist eine Vorauszahlung, keine Zusatzsteuer.

Quellen und Methodik

Die Rechentabellen basieren auf der Sparplan-Endwertformel mit monatlicher Verzinsung (Monatszins als geometrischer Zwölftelwert der Jahresrendite), ohne Steuern, Kosten und Ratendynamik; die Laufzeiten wurden auf halbe Jahre gerundet. Alle Rendite-Annahmen sind Modellwerte, keine Prognosen. Historische Markt- und Statistikdaten stammen aus den folgenden Quellen. Stand: Juli 2026.

Häufig gestellte Fragen

Q

Wie lange dauert es mit 500 Euro im Monat bis 100.000 Euro?

Bei einer angenommenen Rendite von 7 Prozent pro Jahr dauert es mit 500 Euro Monatsrate rechnerisch rund 11 Jahre. Im vorsichtigen 5-Prozent-Szenario sind es etwa 12 Jahre, bei 9 Prozent rund 10,5 Jahre — jeweils vor Steuern und Kosten.

Q

Warum sind die ersten 100.000 Euro die schwersten?

Weil der Zinseszins anfangs kaum Masse hat: Auf 10.000 Euro bringen 7 Prozent nur 700 Euro im Jahr. Bei 250 Euro Monatsrate dauern die ersten 100.000 rund 17,5 Jahre, die zweiten 100.000 nur noch etwa 7,8 Jahre.

Q

Welche Rendite ist beim MSCI World realistisch?

Historisch lieferte der MSCI World seit 1975 im Schnitt gut 8 Prozent nominal pro Jahr, 20-Jahres-Sparpläne laut DAI zwischen 2,2 und 15,4 Prozent. Für die Planung sind 5 bis 7 Prozent eine vorsichtige, gut begründbare Annahme — garantiert ist nichts.

Q

Kann ein ETF-Sparplan über 15 Jahre Verlust machen?

Historisch war das beim MSCI World seit 1975 nie der Fall: Über alle 15-Jahres-Zeiträume lag das Ergebnis im Plus, die schwächste Phase brachte rund 3 Prozent pro Jahr. Die Vergangenheit garantiert allerdings keine künftigen Ergebnisse.

Q

Wie viel muss ich selbst einzahlen, um 100.000 Euro zu erreichen?

Bei 250 Euro Monatsrate und 7 Prozent Rendite zahlst du über rund 17,5 Jahre 52.500 Euro selbst ein (210 Monatsraten) — 47.500 Euro steuert der Markt bei. Bei 100 Euro Monatsrate stammen sogar rund zwei Drittel des Endbetrags aus Kursgewinnen.


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