Themen in diesem Artikel:
- Interaktiver Rechner: Simuliere Sparrate, Rendite und Laufzeit direkt hier.
- Rechenlogik verstehen: So wirkt der Zinseszins in der Simulation.
- Realistische Renditen: Was der MSCI World historisch lieferte.
- Endvermögen-Szenarien: 150 € monatlich bei 5, 7 und 9 Prozent.
- Kostenwirkung der TER: Was 0,1 bis 1,5 Prozent Gebühren kosten.
- Risiken und Steuern: Volatilität, Sequenzrisiko und Vorabpauschale.
ETF-Sparplan-Rechner
Mit dem Rechner simulierst du deine Vermögensentwicklung in Sekunden: Gib deinen Startbetrag, deine monatliche Sparrate, die erwartete Rendite pro Jahr und die Laufzeit in Jahren ein — optional kannst du zusätzlich die TER-Kosten deines ETFs und die Kaufkraft nach Inflation berücksichtigen. Der Rechner rechnet mit monatlicher Verzinsung und zeigt dir, wie sich Einzahlungen und Wertzuwachs über die Jahre aufteilen. Alle Ergebnisse sind Modellrechnungen mit konstanter Rendite, keine Prognose und keine Anlageberatung.
Modellrechnung mit konstanter Rendite: die Jahresrendite wird effektiv auf Monate umgerechnet (7 % p. a. entsprechen rund 0,565 % pro Monat), die Sparrate wird jeweils zum Monatsende angelegt; TER wird als jährlicher Renditeabzug berücksichtigt. Reale Marktrenditen schwanken stark — Kursverluste sind jederzeit möglich. Ohne Steuern (Vorabpauschale/Abgeltungsteuer) und Ordergebühren. Keine Anlageberatung.
So funktioniert die Simulation: Zinseszins mit monatlicher Verzinsung
Ein ETF-Sparplan-Rechner beantwortet eine einzige Frage: Was wird aus regelmäßigen Einzahlungen, wenn sie über Jahre mit einer angenommenen Rendite wachsen? Die Mathematik dahinter ist der Zinseszinseffekt — jede Ausschüttung, jeder Kursgewinn arbeitet ab dem Moment der Wiederanlage selbst weiter. Genau dieser Effekt sorgt dafür, dass die Vermögenskurve nicht linear, sondern zunehmend steiler verläuft.
Der Rechner arbeitet mit monatlicher Verzinsung: Aus der Jahresrendite wird ein äquivalenter Monatszins gebildet, mit dem jede einzelne Sparrate vom Einzahlungsmonat bis zum Laufzeitende aufgezinst wird. Bei 7 Prozent Jahresrendite entspricht das rund 0,565 Prozent pro Monat. Diese Methode ist präziser als eine grobe Jahresrechnung, weil deine Raten ja nicht einmal jährlich, sondern zwölfmal im Jahr fließen.
Der Unterschied ist keine Haarspalterei. Verbucht man dieselben 1.800 € Jahressparleistung nur einmal am Jahresende, kommt die Simulation bei 7 Prozent nach 30 Jahren auf rund 170.000 € statt auf rund 175.400 € — rund 5.400 € Differenz, allein durch den Verzinsungsrhythmus. Rechner, die diesen Punkt nicht offenlegen, sind untereinander schlicht nicht vergleichbar.
Die vier Stellschrauben und ihr Zusammenspiel
In die Rechnung gehen genau vier Größen ein: Startbetrag, Sparrate, Rendite und Laufzeit. Sie wirken unterschiedlich stark. Sparrate und Startbetrag skalieren das Ergebnis linear — doppelte Rate, doppeltes Endvermögen. Rendite und Laufzeit wirken dagegen exponentiell, weil sie im Exponenten der Zinseszinsformel stehen.
Ein Beispiel für den Startbetrag: Wer neben 150 € monatlich einmalig 5.000 € einbringt, landet nach 30 Jahren bei 7 Prozent nicht bei 175.400 €, sondern bei rund 213.500 €. Die einmaligen 5.000 € sind in dieser Zeit auf rund 38.100 € angewachsen — sie hatten die volle Laufzeit zum Arbeiten, während die letzte Sparrate nur einen Monat Zeit hat.
Warum die letzten Jahre die schwersten wiegen
Der Zinseszins entfaltet seine Wucht spät. Ein Beispiel mit 150 € monatlich und 7 Prozent Modellrendite: Nach 10 Jahren stehen rund 25.700 € im Depot, davon 18.000 € eigene Einzahlungen. Nach 20 Jahren sind es rund 76.100 € — und nach 30 Jahren rund 175.400 €, obwohl du selbst nur 54.000 € eingezahlt hast. Das dritte Jahrzehnt bringt also fast 100.000 € Zuwachs, mehr als die ersten beiden Jahrzehnte zusammen.
Diese Asymmetrie ist die wichtigste Lehre aus jeder Simulation: Die Laufzeit ist der stärkste Hebel, noch vor der Sparrate und der Rendite. Wer den Vermögensaufbau um zehn Jahre verschiebt, verzichtet nicht auf das erste, sondern auf das letzte — und ertragreichste — Jahrzehnt. Wie realistisch der Weg zu sechsstelligen Beträgen ist, zeigt unsere separate Analyse zum 100.000-Euro-Sparplan.
Realistische Rendite-Annahmen: Was der MSCI World historisch lieferte
Die Rendite-Annahme ist die kritischste Stellschraube jeder Simulation — und zugleich die unsicherste. Als Referenz dient meist der MSCI World, der rund 1.400 Aktien aus 23 Industrieländern bündelt. Über 15-Jahres-Zeiträume seit 1975 lag seine durchschnittliche Rendite bei rund 7,7 Prozent pro Jahr; über die Gesamtperiode seit 1975 waren es auf Eurobasis im Schnitt sogar rund 9,7 Prozent jährlich.
Entscheidend ist die Spannbreite: In der schlechtesten 15-Jahres-Periode blieben nur rund 1,3 Prozent pro Jahr übrig, in der besten waren es knapp 14 Prozent. Bemerkenswert dabei — wer in den vergangenen Jahrzehnten beliebige 15 Jahre investiert blieb, machte nominal keinen Verlust, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht, aber ein belastbarer historischer Befund.
Die verlorene Dekade als Mahnung
Durchschnitte verdecken lange Durststrecken. Zwischen Ende 1999 und dem Frühjahr 2013 lieferte der MSCI World unterm Strich praktisch keine Rendite — Dotcom-Crash und Finanzkrise fielen in dieselbe Dekade, ein starker Euro dämpfte für hiesige Anleger zusätzlich. Wer im September 2000 einstieg, sah den MSCI World Net Return auf Eurobasis bis März 2003 um mehr als 54 Prozent fallen und lag im März 2009 immer noch rund 56 Prozent unter dem Einstiegsniveau.
Für den Sparplan war diese Phase weniger dramatisch als für Einmalanleger, weil in den schwachen Jahren günstig nachgekauft wurde. Trotzdem gilt: Ein Rechner, der dir 7 Prozent glatt über 30 Jahre ausrollt, blendet die Möglichkeit aus, dass ein volles Jahrzehnt davon seitwärts läuft.
Was hinter der Renditezahl steckt
Die historische Rendite des MSCI World ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis einer bestimmten Indexzusammensetzung. Nach Auswertung der Stiftung Warentest entfielen zum 30. Juni 2026 rund 72 Prozent des Index auf US-Aktien, gefolgt von Japan mit 5,7 und Großbritannien mit 3,5 Prozent; auf den IT-Sektor allein entfielen rund 30 Prozent.
Wer 7 oder 9 Prozent in den Rechner tippt, unterstellt damit implizit, dass US-Technologiewerte weiter so laufen wie zuletzt. Genau deshalb ist das vorsichtige Szenario kein Pessimismus, sondern schlicht die Anerkennung dieser Konzentration.
Welche Annahme du in den Rechner eintragen solltest
Für die Simulation haben sich drei Szenarien etabliert, die du auch im Rechner durchspielen kannst:
- Vorsichtig (5 %): Puffer für schwache Börsenphasen, höhere Kosten und eine mögliche Rückkehr zu niedrigeren Bewertungen.
- Mittel (7 %): Nahe am langjährigen historischen Durchschnitt breit gestreuter Weltindizes — die gängigste Planungsgröße.
- Optimistisch (9 %): Nur plausibel, wenn die außergewöhnlich starken Börsenjahrzehnte sich fortsetzen — als Obergrenze, nicht als Basisplan.
Alle drei Werte sind Modellannahmen vor Inflation. Bei rund 2 Prozent Geldentwertung pro Jahr liegt die reale Kaufkraftrendite entsprechend niedriger — der Rechner kann dir das optional direkt ausweisen.
📌 Good to know
Der Rechner unterstellt eine konstante Rendite — die Börse liefert sie aber in Wellen. Der MSCI World verlor im Dotcom-Crash ab 2000 rund 47 Prozent und in der Finanzkrise 2007 bis 2009 sogar rund 58 Prozent. Die Simulation zeigt den Durchschnittspfad, nicht die Achterbahn dazwischen.
Endvermögen-Szenarien: 150 € monatlich bei 5, 7 und 9 Prozent
Die Beispielrate von 150 € pro Monat ist bewusst gewählt: Sie liegt nahe an der tatsächlichen durchschnittlichen ETF-Sparplanrate in Deutschland, die im März 2026 bei rund 181,50 € lag. Die folgende Tabelle zeigt, was daraus bei monatlicher Verzinsung und konstanter Modellrendite wird — vor Steuern, Kosten und Inflation.
| Laufzeit | Eigene Einzahlungen | 5 % p.a. | 7 % p.a. | 9 % p.a. |
|---|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 18.000 € | rund 23.200 € | rund 25.700 € | rund 28.500 € |
| 20 Jahre | 36.000 € | rund 60.900 € | rund 76.100 € | rund 95.800 € |
| 30 Jahre | 54.000 € | rund 122.300 € | rund 175.400 € | rund 255.300 € |
Die Tabelle zeigt zwei Muster. Erstens: Der Unterschied zwischen den Rendite-Szenarien ist nach 10 Jahren fast vernachlässigbar (rund 5.300 € zwischen 5 und 9 Prozent), nach 30 Jahren aber gewaltig — 133.000 €. Zweitens: Selbst im vorsichtigen 5-Prozent-Szenario verdoppelt sich das eingezahlte Kapital über 30 Jahre mehr als deutlich.
Was die Sparrate ausmacht
Skaliert die Rate, skaliert das Ergebnis linear. Bei 7 Prozent über 20 Jahre werden aus 50 € monatlich rund 25.400 €, aus 250 € rund 126.900 € und aus 500 € rund 253.800 €. Der Einstieg mit kleinen Raten ist also kein Makel — entscheidend ist, überhaupt anzufangen und die Rate mit dem Einkommen wachsen zu lassen. Wie die Deutschen tatsächlich sparen, zeigt unsere Sparverhalten-Statistik: Die Sparquote liegt hierzulande bei über 10 Prozent des Einkommens, ein großer Teil davon fließt aber weiterhin unverzinst auf Girokonten.
Dynamik: wenn die Rate mit dem Gehalt wächst
Eine jährliche Ratenerhöhung ist der unterschätzteste Hebel der ganzen Rechnung — und der einzige, den du selbst kontrollierst. Erhöhst du deine 150 € jedes Jahr um 3 Prozent (grob im Rahmen üblicher Lohnsteigerungen), stehen bei 7 Prozent Modellrendite nach 20 Jahren rund 95.800 € statt 76.100 € im Depot. Die Rate ist dann auf rund 271 € gewachsen, eingezahlt hast du rund 48.400 € statt 36.000 €.
Bemerkenswert daran: Dieses Ergebnis entspricht fast exakt dem, was die starre 150-Euro-Rate erst bei 9 Prozent Rendite liefern würde. Du erkaufst dir also den Ertrag eines optimistischen Börsenszenarios durch etwas, das nicht vom Markt abhängt. Über 30 Jahre wird daraus rund 240.700 €; schon eine Dynamik von 2 Prozent bringt es auf rund 215.500 € statt 175.400 €.
Viele Broker bieten eine automatische Sparplandynamik an. Falls deiner das nicht kann, genügt ein jährlicher Kalendereintrag — der Effekt hängt an der Regelmäßigkeit, nicht an der Technik.
💡 Tip
Rechne im Rechner immer zwei Szenarien: dein Wunschszenario mit 7 Prozent und ein Stress-Szenario mit 5 Prozent. Wenn dein Sparziel auch im Stress-Szenario erreichbar bleibt, ist dein Plan robust — wenn nicht, hilft eine höhere Rate oder mehr Laufzeit zuverlässiger als die Hoffnung auf 9 Prozent.
150 Euro monatlich: Endvermögen bei 5, 7 und 9 Prozent Rendite
Kostenwirkung der TER: Warum 1,4 Prozentpunkte über 41.000 € kosten
Die Gesamtkostenquote (TER) wirkt in der Simulation wie ein direkter Renditeabzug: Ein ETF mit 7 Prozent Marktrendite und 0,5 Prozent TER liefert dir netto rund 6,5 Prozent. Was harmlos klingt, kumuliert sich über Jahrzehnte massiv, weil die Kosten Jahr für Jahr auch auf die bereits aufgelaufenen Gewinne wirken. Die folgende Modellrechnung zeigt den Effekt bei 150 € monatlich und 7 Prozent Bruttorendite.
| Laufende Kosten (TER) | Nettorendite (Modell) | Endvermögen nach 20 Jahren | Kostennachteil vs. 0,1 % |
|---|---|---|---|
| 0,1 % (günstiger Welt-ETF) | 6,9 % | rund 75.300 € | — |
| 0,5 % (teurerer ETF) | 6,5 % | rund 71.900 € | rund −3.300 € |
| 1,5 % (aktiver Fonds) | 5,5 % | rund 64.300 € | rund −11.000 € |
Über 30 Jahre wächst die Lücke weiter: Der 0,1-Prozent-ETF landet bei rund 172.200 €, der 1,5-Prozent-Fonds nur bei rund 133.600 € — ein Unterschied von rund 38.600 € oder mehr als einem Fünftel des Endvermögens, allein durch Gebühren. Das deckt sich mit gängigen Modellrechnungen, wonach 0,8 bis 1,4 Prozentpunkte Mehrkosten über drei Jahrzehnte 20 bis 30 Prozent des Endkapitals kosten können.
Bemerkenswert ist die Größenordnung im Vergleich: Der Kostennachteil von 1,4 Prozentpunkten über 30 Jahre entspricht rund 71 Prozent deiner gesamten Einzahlungen von 54.000 € — die Gebühren fressen also fast so viel, wie du in drei Jahrzehnten überhaupt aufgebracht hast. Kosten sind die einzige Variable der Simulation, die du vorab exakt kennst — Rendite und Laufzeit kannst du nur schätzen.
Ausschüttend oder thesaurierend im Sparplan
Die Ertragsverwendung ist keine Kostenfrage, verändert aber den Pfad der Simulation. Ein thesaurierender ETF legt Dividenden automatisch wieder an — genau das unterstellt der Rechner mit seiner durchgehenden Verzinsung. Bei einem ausschüttenden ETF landet die Dividende auf dem Verrechnungskonto und arbeitet erst weiter, wenn du sie selbst reinvestierst. Vergisst du das, weicht die Realität nach unten von der Kurve ab.
Steuerlich gleichen sich beide Varianten weitgehend an, seit thesaurierende Fonds über die Vorabpauschale jährlich vorbelastet werden. Ein Rest bleibt: Ausschüttungen füllen den Sparerpauschbetrag von 1.000 € planbar aus, während die Vorabpauschale ihn bei einem Aktien-ETF und dem Basiszins von 3,20 Prozent rechnerisch erst ab einem Depotwert von grob 60.000 bis 65.000 € vollständig aufbraucht. In der Ansparphase ist die Entscheidung damit vor allem eine Frage der Bequemlichkeit — thesaurierend erspart dir die manuelle Wiederanlage.
TER ist nicht alles: Tracking Difference und Depotkosten
Zwei Feinheiten gehören in jede Kostenbetrachtung. Erstens die Tracking Difference: Sie misst die tatsächliche Abweichung des ETFs vom Index und ist aussagekräftiger als die TER, weil sie auch Erträge aus Wertpapierleihe und Quellensteuer-Optimierung einrechnet. Zweitens die Ausführungskosten des Sparplans selbst: Laut Stiftung Warentest bieten Anbieter wie Trade Republic, Scalable Capital, ING oder finanzen.net zero Sparpläne auf Weltindizes ab 1 € Rate komplett gebührenfrei an — klassische Filialbanken verlangen dagegen teils 2,50 € plus 0,25 Prozent pro Ausführung. Welcher Broker zu deiner Rate passt, zeigt unser ETF-Sparplan-Anbieter-Vergleich.
Kostenwirkung der TER: Was Gebühren vom Endvermögen abziehen
Risiken, Steuern und die Grenzen jeder Simulation
Jede Simulation glättet die Realität. Vier Faktoren solltest du kennen, bevor du das errechnete Endvermögen für bare Münze nimmst.
Volatilität und Sequenzrisiko
Die Börse liefert Renditen in unregelmäßiger Reihenfolge — und diese Reihenfolge ist nicht egal. Beim Sparplan wiegen schwache Jahre am Ende der Laufzeit am schwersten, weil dann der Kapitalstock am größten ist und ein Einbruch von 30 Prozent absolut den größten Schaden anrichtet. Fachleute nennen das Sequenzrisiko oder Renditereihenfolgerisiko. Praktische Konsequenz: In den letzten fünf bis zehn Jahren vor dem Entnahmezeitpunkt schichten viele Anleger schrittweise in schwankungsärmere Anlagen um, statt bis zum Stichtag voll in Aktien zu bleiben.
Cost-Average-Effekt: nützlich, aber kein Renditeturbo
Der oft beworbene Durchschnittskosteneffekt — bei fallenden Kursen kaufst du automatisch mehr Anteile — ist vor allem ein Disziplin-Werkzeug, kein Renditevorteil. Vanguard-Untersuchungen über die Märkte USA, Großbritannien und Australien zeigen: Eine sofortige Einmalanlage schlug das gestreckte Einzahlen historisch in rund zwei Dritteln der 10-Jahres-Zeiträume, im Schnitt um 1,5 bis 2,4 Prozentpunkte über den Gesamtzeitraum. Der Sparplan gewinnt nicht, weil er mathematisch überlegen ist — sondern weil die meisten Menschen ohnehin monatlich aus dem Einkommen sparen und der Automatismus emotionale Fehlentscheidungen verhindert.
Steuern: Vorabpauschale und Abgeltungsteuer grob eingeordnet
Auf Gewinne zahlst du beim Verkauf Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag (effektiv rund 26,4 Prozent), bei Aktien-ETFs bleiben dank Teilfreistellung 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Bei thesaurierenden ETFs fällt zusätzlich jährlich die Vorabpauschale an: Für 2026 beträgt der Basiszins 3,20 Prozent, besteuert wird davon ein pauschaler Mindestertrag — bei einem Depotwert von 50.000 € typischerweise eine Steuer in der Größenordnung von rund 200 €, die später beim Verkauf angerechnet wird. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung) stellt Erträge bis zu dieser Grenze frei.
📌 Good to know
Die Simulation zeigt Brutto-Endvermögen. Nach Abgeltungsteuer mit Teilfreistellung bleiben von den reinen Kursgewinnen grob 81 bis 82 Prozent übrig — aus rund 121.000 € Wertzuwachs im 30-Jahre-Beispiel (7 %) also immer noch rund 99.000 € netto zuzüglich deiner Einzahlungen.
Der Markt dahinter: ETF-Sparen ist Volkssport geworden
Die Modellrechnungen treffen einen Nerv: Im März 2026 wurden monatlich rund 5,8 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt, Studien erwarten für Deutschland perspektivisch rund 20 Millionen Sparplanverträge. Das Deutsche Aktieninstitut zählte zuletzt 14,1 Millionen Menschen mit Aktien, Fonds oder ETFs — jeder Fünfte ab 14 Jahren. Wer heute mit dem Rechner plant, ist also in guter Gesellschaft. Mehr Analysen, Vergleiche und Strategien findest du laufend in unserer Rubrik Geldanlagen.
💡 Tip
Nutze den Rechner einmal im Jahr als Kontrolltermin: Trage den aktuellen Depotwert als Startbetrag ein und prüfe, ob du mit deiner realen Rate und einer vorsichtigen 5-Prozent-Annahme noch auf Kurs zu deinem Ziel bist. So erkennst du früh, ob eine Ratenerhöhung nötig ist.
Quellen und Methodik
Alle Beispielrechnungen in diesem Artikel wurden mit monatlicher Verzinsung (Monatszins als zwölfte Wurzel der Jahresrendite) selbst berechnet; die TER wurde als direkter Abzug von der Bruttorendite modelliert. Renditeannahmen von 5, 7 und 9 Prozent sind Modellannahmen vor Inflation und Steuern, keine Prognose und keine Anlageberatung. Marktdaten und historische Renditen stammen aus den folgenden Quellen. Stand: Juli 2026.
- Deutsches Aktieninstitut: Aktionärszahlen (2025/2026)
- Stiftung Warentest: MSCI World Index — Länder- und Branchenaufteilung (Stand 30.06.2026)
- Stiftung Warentest: MSCI World Index — Krisen und Risiken (Drawdowns 2000–2003, 2007–2009)
- Stiftung Warentest: ETF-Sparplan-Vergleich — Konditionen von 24 Banken und Brokern
- Stiftung Warentest: Vorabpauschale-Rechner für Fonds und ETF 2026
- Vanguard Research: Cost Averaging — Invest Now or Temporarily Hold Your Cash (2023)
- MSCI: A Historical Look at Market Downturns (Drawdowns Dotcom/Finanzkrise)
Häufig gestellte Fragen
Welche Rendite sollte ich im ETF-Sparplan-Rechner eintragen?
Als Planungsgröße haben sich 7 Prozent pro Jahr etabliert, nahe am historischen Durchschnitt des MSCI World seit 1975. Rechne zusätzlich ein vorsichtiges Szenario mit 5 Prozent — die schlechteste 15-Jahres-Periode brachte historisch nur rund 1,3 Prozent jährlich.
Was werden aus 150 Euro monatlich in 30 Jahren?
Bei 7 Prozent Modellrendite und monatlicher Verzinsung entstehen aus 150 € monatlich in 30 Jahren rund 175.400 € — bei nur 54.000 € eigenen Einzahlungen. Im vorsichtigen 5-Prozent-Szenario sind es rund 122.300 €, bei 9 Prozent rund 255.300 €.
Wie stark wirken sich die TER-Kosten auf mein Endvermögen aus?
Erheblich: Bei 150 € monatlich und 7 Prozent Bruttorendite kostet ein Fonds mit 1,5 Prozent TER gegenüber einem ETF mit 0,1 Prozent nach 20 Jahren rund 11.000 €, nach 30 Jahren rund 38.600 € — über ein Fünftel des möglichen Endvermögens.
Rechnet der Rechner mit jährlicher oder monatlicher Verzinsung?
Mit monatlicher Verzinsung: Aus der Jahresrendite wird der äquivalente Monatszins gebildet, jede Sparrate wird ab ihrem Einzahlungsmonat aufgezinst. Bei 7 Prozent pro Jahr entspricht das rund 0,565 Prozent monatlich — präziser als eine grobe Jahresrechnung.
Berücksichtigt die Simulation Steuern und Inflation?
Die Grundrechnung zeigt Brutto-Werte. Auf Gewinne fallen beim Verkauf rund 26,4 Prozent Abgeltungsteuer an, bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent teilfreigestellt. Inflation kannst du im Rechner optional zuschalten — bei 2 Prozent sinkt die reale Kaufkraft entsprechend.



