Online-Broker-Vergleich 2026: Die zentrale Übersicht

Das Wichtigste in Kürze:

Trade Republic, Scalable Capital, flatex, comdirect oder ING: Der Online-Broker-Vergleich 2026 zeigt, wo eine Order 0,99 Euro kostet und wo 9,90 Euro. Diese Übersicht bündelt alle Konditionen an einer Stelle — Ordergebühren, Depotführung, Sparplan-Angebot, Handelsplätze, Guthabenzinsen und Einlagensicherung. Dazu die Frage, welcher der drei Anbietertypen zu welchem Anlageverhalten passt und was die Preisaushänge systematisch auslassen.

Illustration: Person vergleicht zwei große lilafarbene Broker-Plattformen nebeneinander

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Das Wichtigste im Überblick

Themen in diesem Artikel:

Die wichtigsten Online-Broker 2026 im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die Standardkonditionen der fünf meistgenutzten Depotanbieter in Deutschland. Als Rechenbeispiel dient eine einzelne Order über 1.000 Euro über den jeweils günstigsten Standardweg — also nicht über eine Aktionskondition und nicht über ein Sonderdepot.

AnbieterOrder 1.000 €Depotführung p.a.ETF-SparpläneGuthabenzinsEinlagensicherung
Trade Republic1,00 €0 €über 2.600, alle kostenlos2,25 % p.a.100.000 €
Scalable Capital FREE0,99 €0 €3.129, alle kostenlos2,50 % p.a.100.000 €
flatex2,00 € (Direkthandel)0 €über 4.500, davon 1.449 kostenlos100.000 €
comdirect (klassisch)9,90 €23,40 €576 kostenlos, sonst 1,5 %100.000 €
ING7,40 € zzgl. Handelsplatz0 €alle ohne Ausführungsgebühr100.000 €

Drei Dinge fallen sofort auf. Erstens ist die Depotführung bei vier von fünf Anbietern kostenlos, sie taugt also kaum noch als Unterscheidungsmerkmal. Zweitens klafft bei der Ordergebühr eine Lücke von Faktor zehn zwischen Scalable Capital und der comdirect. Drittens zahlen nur die Neobroker überhaupt nennenswerte Zinsen auf nicht investiertes Guthaben.

Die Zahlen zur comdirect verdienen eine Einordnung. Die 9,90 Euro sind die Mindestgebühr, die aus der Formel 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent des Ordervolumens resultiert. Bei 1.000 Euro käme rechnerisch 7,40 Euro heraus, die Mindestgebühr hebt den Betrag auf 9,90 Euro. Nach oben deckelt die Bank bei 59,90 Euro pro Order. Und die Depotgebühr von 1,95 Euro im Monat entfällt, sobald du zwei Trades oder eine Sparplanausführung pro Quartal machst, ein comdirect-Girokonto führst oder Neukunde in den ersten drei Jahren bist. Das Pure Depot der comdirect handelt außerdem für 1,00 Euro pro Order und führt das Depot dauerhaft kostenlos.

Bei der ING setzen sich die 7,40 Euro aus 4,90 Euro Grundgebühr und 0,25 Prozent vom Kurswert zusammen, gedeckelt bei 69,90 Euro. Dazu kommt ein Handelsplatzentgelt zwischen 1,90 und 14,90 Euro. Eine Ausnahme gibt es aber: ETF-Käufe ab 500 Euro im Direkthandel über Tradegate sind komplett kostenlos. Wer sein Depot mit ETFs bespart und selten Einzelaktien kauft, zahlt bei der ING deshalb in der Praxis oft null.

Die sieben Vergleichskriterien, auf die es wirklich ankommt

Ein Broker-Vergleich funktioniert nur, wenn du weißt, welche Positionen in deinem Depot überhaupt anfallen. Sieben Kriterien decken den Großteil der Kosten und Risiken ab.

Ordergebühren

Der größte Hebel für alle, die aktiv kaufen und verkaufen. Entscheidend ist das Preismodell: Neobroker rechnen pauschal ab, Direktbanken volumenabhängig mit Grund-, Mindest- und Maximalgebühr. Bei kleinen Ordern ist die Pauschale immer günstiger, bei sehr großen Ordern kann der Deckel der Direktbank vorteilhaft sein.

Depotführungsgebühr

2026 kaum noch relevant, aber nicht ganz weg. flatex verlangt für Xetra-Gold sowie für ADRs und GDRs ein Verwahrentgelt, die comdirect knüpft die Befreiung an Bedingungen. Prüfe deshalb nicht nur, ob das Depot kostenlos ist, sondern auch, wovon das abhängt.

Sparplan-Angebot

Wichtig sind vier Werte: Anzahl der besparbaren ETFs, Anzahl der davon kostenlosen, Mindestsparrate und Ausführungsintervalle. Eine Auswahl von 4.500 Sparplänen nützt wenig, wenn dein Wunsch-ETF nicht dabei ist.

Handelsplätze

Neobroker binden dich an wenige Ausführungsplätze, Direktbanken öffnen dir alle deutschen Regionalbörsen, Xetra, mehrere Direkthandelspartner und internationale Börsen. Für Standard-ETFs macht das kaum einen Unterschied, für Nebenwerte und Auslandsaktien sehr wohl.

Zinsen auf Guthaben

Erst durch die Zinswende ein echtes Kriterium geworden. Auf 20.000 Euro Cash-Reserve macht der Unterschied zwischen 0 und 3,55 Prozent 710 Euro im Jahr aus — mehr, als die meisten Anleger überhaupt an Ordergebühren zahlen.

App und Desktop

Neobroker sind App-first konzipiert, die Desktop-Oberfläche ist oft nur eine abgespeckte Zweitlösung. Direktbanken liefern umgekehrt vollwertige Weboberflächen mit Limitorder-Varianten, Watchlists, Kursdaten und Depotanalysen. Wer nur monatlich einen Sparplan laufen lässt, braucht das nicht. Wer Stop-Loss-Marken pflegt, schon.

Einlagensicherung und Regulierung

Hier geht es um zwei getrennte Töpfe. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und gehören dir auch dann, wenn der Broker insolvent wird. Bargeld auf dem Verrechnungskonto fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Institut. Jeder in Deutschland tätige Broker steht unter der Aufsicht der BaFin oder einer gleichwertigen EU-Behörde.

💡 Tip: Gewichte die sieben Kriterien nach deinem tatsächlichen Verhalten der letzten zwölf Monate, nicht nach dem, was du dir vornimmst. Wer im Jahr vier Sparplanausführungen und zwei Käufe hatte, spart mit einer Trading-Flatrate für 4,99 Euro im Monat garantiert nichts.

Ordergebühren im Detail: So viel kostet dich ein Trade

Die Spannweite bei einer Order über 1.000 Euro zeigt das Grundproblem des Vergleichs: Zwei Preismodelle stehen nebeneinander, die sich nicht sauber ineinander umrechnen lassen.

Ordergebühr bei 1.000 Euro Ordervolumen im Anbietervergleich

0 €2 €4 €6 €8 €10 €Euro0,99 €ScalableCapital FREE1,00 €TradeRepublic2,00 €flatex(Direkthandel)7,40 €ING9,90 €comdirect(klassisch)Ordergebühr bei 1.000 Euro Ordervolumen, Stand August 2026
Günstigster Standardweg je Anbieter, ohne Aktionskonditionen. Bei der ING kommt ein Handelsplatzentgelt von 1,90 bis 14,90 Euro hinzu.

Trade Republic verlangt seit Juli 2026 pauschal 1,00 Euro pro manueller Order für Aktien, ETFs und Derivate in der Best-Price-Ausführung. Wählst du den Handelsplatz selbst aus 30 globalen Börsen, kostet die Order 2,00 Euro. Sparplanausführungen bleiben kostenlos, die Einrichtung eines Sparplans schlägt einmalig mit 1 Euro zu Buche.

Scalable Capital arbeitet mit zwei Tarifen. Im FREE Broker kostet ein Trade 0,99 Euro über den Handelsplatz EIX und bis zum 31. August 2026 auch über gettex. Ab dem 1. September 2026 steigt der gettex-Preis auf 1,99 Euro. Über Xetra zahlst du 1,99 Euro, dafür entfällt dort das separate Handelsplatzentgelt. Der PRIME+ Broker kostet 4,99 Euro im Monat und enthält eine Trading-Flatrate für alle Orders ab 250 Euro Volumen. Kleinere Orders kosten weiterhin 0,99 Euro. Wie sich die beiden Marktführer im Detail unterscheiden, zeigt der Vergleich Trade Republic gegen Scalable Capital.

flatex berechnet für den börslichen Handel in Deutschland 5,90 Euro pro Trade. Im Direkthandel über Partner wie Tradegate, Lang & Schwarz, Baader Bank, gettex, Quotrix und Société Générale sind es 2,00 Euro Fremdkostenpauschale. Für 744 Premium-ETFs sind Käufe ab 1.000 Euro Ordervolumen über bestimmte Handelsplätze für 0,00 Euro möglich.

Was das über ein Jahr bedeutet

Ein Anleger mit 24 Orders im Jahr — also zwei pro Monat — zahlt bei Scalable Capital FREE 23,76 Euro. Bei der comdirect im klassischen Depot sind es 237,60 Euro. Die Differenz von 213,84 Euro im Jahr entspricht bei einem Depot von 30.000 Euro rund 0,7 Prozent Rendite, die einfach verschwinden. Über zehn Jahre und mit Zinseszins gerechnet reden wir über einen vierstelligen Betrag.

Umgekehrt kippt die Rechnung bei großen Ordern. Wer einmalig 50.000 Euro anlegt, zahlt bei der comdirect 4,90 Euro plus 0,25 Prozent, also 129,90 Euro — gedeckelt bei 59,90 Euro. Trade Republic verlangt für dieselbe Order 1,00 Euro. Die Pauschale bleibt also auch bei großen Beträgen im Vorteil, was 2026 ein wesentlicher Unterschied zu früheren Jahren ist.

📌 Good to know: Die Ordergebühr ist nicht der einzige Kostenblock. Der Spread — also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs am jeweiligen Handelsplatz — kann bei marktengen Werten und außerhalb der Xetra-Handelszeiten deutlich schwerer wiegen als eine Gebühr von einem Euro.

Sparpläne, Zinsen und Einlagensicherung

Für alle, die nicht traden, sondern besparen, verschiebt sich der Vergleich komplett. Die Ausführungsgebühr für ETF-Sparpläne ist 2026 bei den großen Anbietern faktisch abgeschafft.

Sparplan-Konditionen im Überblick

Trade Republic bietet über 2.600 ETF-Sparpläne an, alle gebührenfrei ausführbar, ab 1 Euro Sparrate und bis maximal 10.000 Euro. Die Intervalle reichen von wöchentlich über zweiwöchentlich und monatlich bis vierteljährlich, ausgeführt wird am 2., 9., 16. und 23. eines Monats. Scalable Capital führt 3.129 ETF-Sparpläne gebührenfrei aus, ebenfalls ab 1 Euro. flatex kommt auf über 4.500 Sparpläne, davon 1.449 dauerhaft kostenlos. Die ING führt alle ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr aus, Mindestrate 1 Euro pro Monat.

Die Ausnahme ist die comdirect. Dort sind 576 ETF-Sparpläne kostenlos, für die übrigen 1.541 fällt eine Ausführungsgebühr von 1,5 Prozent der Sparrate an. Bei 200 Euro Sparrate sind das 3 Euro pro Ausführung und 36 Euro im Jahr — bei einer angenommenen Jahresrendite von 7 Prozent kostet dich das über zwanzig Jahre einen deutlich vierstelligen Endbetrag.

Zinsen auf nicht investiertes Guthaben

Der zweite Block, bei dem sich das Feld klar sortiert. Nicht jeder Anbieter verzinst überhaupt, und die Konstruktion unterscheidet sich.

Zinssätze auf nicht investiertes Guthaben im Anbietervergleich

0 %1 %2 %3 %4 %% p.a.3,55 %eToro3,50 %XTB2,50 %ScalableCapital2,25 %TradeRepublic2,00 %Smartbroker+1,50 %Consorsbank0,00 %finanzen.netzeroZinssatz auf nicht investiertes Guthaben in Prozent pro Jahr, Stand August 2026
Variable Zinssätze, Stand August 2026. Bei Scalable Capital läuft die Verzinsung über ein separates Tagesgeldkonto, nicht über das Verrechnungskonto.

eToro zahlt in Deutschland registrierten Konten 3,55 Prozent pro Jahr, XTB liegt bei 3,50 Prozent. Scalable Capital bietet seit März 2026 ein eigenständiges Tagesgeldkonto mit eigener IBAN und 2,50 Prozent variablem Zins, verfügbar in beiden Tarifen. Auf dem reinen Verrechnungskonto gibt es dort keine Zinsen. Trade Republic verzinst das Verrechnungskonto selbst mit 2,25 Prozent pro Jahr bis zu einem Guthaben von 100.000 Euro, zahlt monatlich aus und verlangt weder ein Abo noch einen Mindestumsatz. Smartbroker+ liegt bei bis zu 2,00 Prozent, das Tagesgeldkonto der Consorsbank bei 1,50 Prozent bis 500.000 Euro. finanzen.net zero verzinst gar nicht.

Alle diese Sätze sind variabel und an das Zinsniveau der Europäischen Zentralbank gekoppelt. Sie können sich also jederzeit ändern und eignen sich schlecht als alleiniges Auswahlkriterium für ein Depot, das du zehn Jahre lang führen willst.

Was im Insolvenzfall wirklich passiert

Die häufigste Fehlannahme im Broker-Vergleich betrifft die Einlagensicherung. Sie schützt nicht dein Depot, sondern dein Bargeld. Deine Aktien, ETFs und Fondsanteile sind Sondervermögen. Geht der Broker pleite, gehören sie weiterhin dir und fallen nicht in die Insolvenzmasse — unabhängig davon, ob dort 5.000 oder 500.000 Euro liegen. Übertragen wird das Depot dann an ein anderes Institut.

Die 100.000 Euro gesetzliche Einlagensicherung greifen für das Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Trade Republic und Scalable Capital haben beide eine Vollbanklizenz; Trade Republic verwaltet nach eigenen Angaben rund 100 Milliarden Euro Kundengelder. Bei Scalable Capital können PRIME+-Kunden über eine Kombination aus Bankeinlagen und Geldmarktfonds bis zu 500.000 Euro absichern. Wer dauerhaft mehr als 100.000 Euro Cash hält, sollte die Summe auf mehrere Institute verteilen.

Neobroker, Direktbank oder CFD-Broker: die drei Anbietertypen

Hinter den Namen stehen drei verschiedene Geschäftsmodelle mit unterschiedlichen Stärken und Risiken.

Neobroker

App-first, sehr günstig, schlank im Funktionsumfang. Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero und Smartbroker+ setzen auf Pauschalgebühren von 0 bis 2 Euro und kostenlose Sparpläne. Der Preis dafür: wenige Handelsplätze, meist kein Telefonsupport, häufig keine Gemeinschafts- oder Minderjährigendepots. Trade Republic hat seit Juli 2026 mit Direct Price 30 globale Handelsplätze für 2 Euro nachgerüstet und damit eine der größten Lücken geschlossen. Welche Anbieter in dieser Kategorie wie abschneiden, zeigt der Neobroker-Vergleich im Test.

Direktbank-Broker

comdirect, ING, Consorsbank und S Broker rechnen volumenabhängig ab und sind bei kleinen Ordern teurer. Dafür bekommst du Zugang zu allen deutschen Börsenplätzen und internationalen Märkten, mehr Ordertypen, Telefonsupport, Gemeinschafts- und Kinderdepots, Fremdwährungskonten und die Kombination mit einem Girokonto aus einer Hand. Für Anleger mit komplexeren Depots ist das kein Luxus, sondern Voraussetzung.

CFD- und Multi-Asset-Broker

eToro, Capital.com, XTB und Libertex bieten neben Aktien und ETFs auch Differenzkontrakte mit Hebel an. Diese Produkte funktionieren völlig anders als ein ETF-Sparplan. Analysen der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA zum CFD-Handel in mehreren EU-Staaten zeigen, dass üblicherweise 74 bis 89 Prozent der Kleinanlegerkonten Verluste verzeichnen, bei durchschnittlichen Verlusten zwischen 1.600 und 29.000 Euro pro Kunde. Deshalb gilt der verpflichtende Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Ein hoher Anteil der Privatanlegerkonten verliert beim CFD-Handel Geld. Wer sich näher damit beschäftigen will, findet die Details im Beitrag CFD-Broker im Vergleich.

Regulatorisch sind CFD-Anbieter in der EU eng geführt. Positionen werden bei einem Verlust von 50 Prozent der Margin automatisch glattgestellt, es gilt ein Negativsaldoschutz, die Hebel sind je nach Basiswert gedeckelt, und jeder Anbieter muss den eigenen aktuellen Verlustkonten-Anteil in der Werbung ausweisen. Für den reinen Vermögensaufbau über ETFs braucht niemand ein CFD-Konto.

Welcher Broker-Typ passt zu welchem Anlegertyp?

Statt einer Rangliste hilft die Frage, welche Position in deinem Depot am häufigsten anfällt.

Der Sparplan-Anleger. Du legst monatlich 100 bis 500 Euro in zwei bis drei ETFs an und kaufst sonst nichts. Für dich sind Ordergebühren fast irrelevant, weil die Ausführung bei fast allen Anbietern kostenlos ist. Entscheidend sind die Auswahl der kostenlosen Sparpläne, die Intervalle und die Ausführungstage. Der Anbieter mit 576 kostenlosen Sparplänen kann genauso passen wie der mit 4.500, sofern dein ETF dabei ist.

Der Vieltrader. Ab etwa 30 Orders im Jahr bei Volumina über 250 Euro rechnet sich eine Flatrate. Die 59,88 Euro Jahresgebühr für PRIME+ sind bei 30 Orders nach dem klassischen Modell der comdirect (297 Euro) klar im Vorteil, gegenüber der Ein-Euro-Pauschale von Trade Republic (30 Euro) aber teurer. Rechne die Flatrate immer gegen deine reale Ordertätigkeit, nicht gegen die geplante.

Der Buy-and-Hold-Anleger mit größeren Einmalanlagen. Du kaufst zwei- bis dreimal im Jahr für fünfstellige Beträge. Hier zählt die Deckelung: Die Pauschale der Neobroker ist unschlagbar, die Maximalgebühr von 59,90 Euro bei der comdirect ist der Preis für Handelsplatzauswahl und Service.

Familien und Anleger mit Sonderkonstellationen. Gemeinschaftsdepot, Depot für Kinder, Wertpapierkredit, Fremdwährungskonto: Diese Funktionen bieten Neobroker meist nicht. Wenn du eine davon brauchst, ist die Direktbank trotz höherer Ordergebühr die richtige Wahl.

Anleger mit hoher Cash-Quote. Wer regelmäßig fünfstellige Beträge unangelegt hält, verdient über den Guthabenzins mehr, als er über die Ordergebühr sparen könnte. Bei 20.000 Euro macht der Unterschied zwischen 0 und 2,50 Prozent 500 Euro im Jahr aus.

Depotwechsel und was der Vergleich nicht abbildet

Ein einmal gewähltes Depot ist keine lebenslange Entscheidung. Der Übertrag von Wertpapieren zwischen deutschen Instituten ist kostenfrei, weil er rechtlich als reine Verwahrungsleistung gilt und dafür kein Entgelt erhoben werden darf. Der abgebende Broker muss die Anschaffungsdaten mitliefern, damit die Steuerberechnung beim neuen Institut korrekt läuft. In der Praxis dauert ein Übertrag zwei bis sechs Wochen, in denen die betroffenen Positionen nicht handelbar sind.

Warum die Gebühren 2026 gestiegen sind

Die Preiserhöhungen bei Trade Republic und Scalable Capital haben eine gemeinsame Ursache. Payment for Order Flow, also die Vergütung eines Brokers durch den Handelsplatz für die Weiterleitung von Kundenorders, ist in der EU seit dem 30. Juni 2026 verboten. Damit ist die wichtigste Einnahmequelle des Nullgebühren-Modells weggefallen. Die Anbieter verdienen jetzt über Spreads, Zinserträge auf Kundeneinlagen und eben Pauschalgebühren. Das Ein-Euro-Modell ist die direkte Folge davon.

Was Tabellen systematisch auslassen

Vier Punkte tauchen in keinem Preisaushang auf und verdienen trotzdem einen Blick. Erstens der Spread, der je nach Handelsplatz und Uhrzeit stark schwankt und bei kleinen Ordern schwerer wiegen kann als die Gebühr. Zweitens die Handelszeiten: Nicht jeder Broker bietet Handel bis 22 Uhr oder am Wochenende. Drittens die verfügbaren Ordertypen — wer mit Stop-Loss, Trailing-Stop oder Limit-Kombinationen arbeitet, findet bei Neobrokern oft nur einen Teil davon. Viertens das Steuerreporting: Anbieter mit deutscher Banklizenz führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab, bei ausländischen Anbietern musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben.

Der Vergleich der Konditionen ist deshalb nur der Ausgangspunkt. Er sagt dir, welche Anbieter überhaupt in die engere Auswahl gehören. Welcher davon zu dir passt, entscheidet dein tatsächliches Anlageverhalten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Anbieter dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Alle Konditionen sind Stand August 2026, variabel und können sich jederzeit ändern; maßgeblich ist stets das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Anbieters.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was kostet ein Online-Depot 2026 wirklich?

Die Depotführung ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Kosten entstehen über Ordergebühren zwischen 0,99 und 9,90 Euro pro Order sowie bei einzelnen Anbietern über Sparplan-Ausführungsgebühren von 1,5 Prozent.

Q

Ist mein Geld beim Neobroker sicher, wenn der Anbieter insolvent wird?

Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und gehören weiterhin dir, unabhängig von der Höhe. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung mit 100.000 Euro pro Kunde und Institut geschützt.

Q

Neobroker oder Direktbank: was passt besser zu mir?

Neobroker sind günstiger und app-orientiert, bieten aber wenige Handelsplätze und keine Gemeinschafts- oder Kinderdepots. Direktbanken kosten mehr pro Order, liefern dafür Börsenauswahl, mehr Ordertypen und Telefonsupport.

Q

Wie viel bringen Zinsen auf dem Verrechnungskonto?

Die Sätze reichen 2026 von 0 bis 3,55 Prozent pro Jahr. Auf 20.000 Euro Guthaben entspricht das einer Spanne von 0 bis 710 Euro jährlich. Alle Sätze sind variabel und an das EZB-Zinsniveau gekoppelt.

Q

Warum sind die Ordergebühren bei Neobrokern 2026 gestiegen?

Payment for Order Flow ist in der EU seit dem 30. Juni 2026 verboten. Damit fiel die wichtigste Einnahmequelle des Nullgebühren-Modells weg. Die Anbieter finanzieren sich seitdem über Spreads, Zinserträge und Pauschalgebühren.

Q

Kann ich mein Depot zu einem anderen Broker übertragen?

Ja, der Übertrag zwischen deutschen Instituten ist kostenfrei. Der abgebende Broker liefert die Anschaffungsdaten mit, damit die Steuerberechnung stimmt. Der Vorgang dauert meist zwei bis sechs Wochen.


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