Das Wichtigste in Kürze
- Markt 2026: Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick.
- Anbieter in Zahlen: Kunden und Vermögen im Vergleich.
- Wachstum seit 2020: Von der Nische zum Massenmarkt.
- ETF-Sparpläne: Was private Haushalte in Fonds anlegen.
- Nutzer-Demografie: Alter, Geschlecht und Erfahrung.
- PFOF-Verbot: Was sich seit Juli 2026 ändert.
- Weitere Inhalte: Beiträge zu angrenzenden Themen.
justTRADE – Wertpapierdepot

justTRADE – Wertpapierdepot
Vorteile
- Depotführung ohne Gebühr
- Aktien/ETFs an LS und Tradegate je 1,00 €
- ETF-Sparpläne ohne Orderprovision
- Über 10.000 Aktien, 1.800 ETFs/ETPs
Nachteile
- Quotrix-Orders 2,90 € je Order
- Zzgl. Spread des Handelsplatzes
- Zertifikate: Mindestorder 500 €
- 0,40 % FX-Marge bei Erträgen in Fremdwährung
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Maßgeblich sind die Bedingungen des Anbieters.
Joe Broker – Wertpapierdepot

Joe Broker – Wertpapierdepot
Vorteile
- 1,00 € je Order über gettex
- Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Derivate
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- Depot und Konto bei der Baader Bank
Nachteile
- Xetra 2,90 € + 0,01 %, mind. 1,50 €
- Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf 4,90 € + Fremdkosten
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- Andere Sparpläne 0,50 € je Ausführung
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Der Neobroker-Markt 2026 im Überblick
Neobroker haben sich in Deutschland vom Nischenphänomen zur dominierenden Kraft im Wertpapiergeschäft entwickelt: Über 10 Millionen Menschen in 18 europäischen Ländern sind nach eigenen Angaben Kunden von Trade Republic, das verwaltete Vermögen beziffert der Berliner Anbieter auf über 150 Milliarden Euro (Pressemitteilung vom 15.09.2025). Dazu kommen Scalable Capital, flatexDEGIRO und kleinere Anbieter, die ihre Zahlen unterschiedlich oder gar nicht veröffentlichen. Zu den kleineren Anbietern mit klassischerem Zuschnitt gehört flatex, und was Nutzer bei flatex berichten liest du in unserem Testbericht.
Die Dimension zeigt die amtliche Statistik. Laut Finanzierungsrechnung der Deutschen Bundesbank hielten private Haushalte in Deutschland Ende 2025 börsennotierte Aktien für 702,6 Mrd. € und Anteile an Investmentfonds für 1.435,5 Mrd. €. Ende 2015 waren es 279,2 und 563,5 Mrd. €, beide Posten sind also auf rund das Zweieinhalbfache gewachsen, zum Teil durch Kursgewinne (EZB-Datenportal, Datensatz QSA). Wie viel davon über Neobroker läuft, weist die Statistik nicht aus. Die Qualität der Benutzeroberfläche ist dabei ein entscheidender Faktor, wie ein Test verschiedener Banking-Apps im Vergleich 2026 zeigt.
Beim Orderaufkommen der Privatanleger haben die neuen Anbieter stark aufgeholt. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman schätzt in ihrer Studie „Online-Wertpapier-Brokerage 2024“ den Anteil der Neobroker an der Zahl der Trades im deutschen Brokerage-Markt für 2023 auf rund 42 bis 44 Prozent und erwartet bis 2028 50 bis 60 Prozent. Das ist eine Schätzung der Berater, keine amtliche Zahl. Viele Anleger nutzen einen Neobroker parallel zum klassischen Bankdepot. Das Hauptkonto für den Zahlungsverkehr verbleibt dabei oft bei einer traditionellen Bank, wie ein Girokonto-Vergleich 2026 der aktuellen Angebote zeigt.
Getragen wird der Boom von einer Rückkehr der Deutschen an die Börse. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI), ein Verband börsennotierter Unternehmen, zählt in seiner Aktionärszahlen-Erhebung 2025 14,1 Millionen Aktiensparer — ein Rekordwert und 2 Millionen mehr als im Vorjahr. Jeder Fünfte ab 14 Jahren ist damit direkt oder indirekt am Aktienmarkt investiert. Ohne die niedrigen Einstiegshürden der Neobroker wäre diese Entwicklung kaum denkbar gewesen. Diese wachsende Beteiligung fiel in eine Phase, in der auch der deutsche Leitindex neue Höchststände erreichte, als der DAX erstmals die 26.000 Punkte knackte.
Bemerkenswert ist dabei die Verschiebung der Geschäftsmodelle. Die erste Neobroker-Generation verdiente vor allem an Rückvergütungen der Handelsplätze und Market Maker. Heute stehen Zinserträge auf Kundeneinlagen, Premium-Modelle, Kartenprodukte und die Verwahrung von Milliardenvermögen im Zentrum — die Anbieter entwickeln sich Schritt für Schritt von reinen Trading-Apps zu vollwertigen digitalen Hausbanken. Genau diese Verbreiterung macht die aktuellen Statistiken so aussagekräftig: Sie messen nicht mehr nur einen Trading-Hype, sondern einen strukturellen Umbau des deutschen Retail-Bankings. Gerade im Kartengeschäft treffen die neuen Anbieter auf einen etablierten Markt, dessen Dimension die Kreditkarten-Statistiken Deutschland verdeutlichen.
📌 Good to know
Neobroker sind keine Banken zweiter Klasse: Trade Republic ist eine Bank (Trade Republic Bank GmbH, Berlin) unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank, Scalable Capital ist ebenfalls eine Bank (Scalable Capital Bank GmbH, München, Erlaubnis nach § 32 KWG). Deine Aktien und ETF-Anteile gehören dir, nicht dem Broker. Geht er insolvent, werden sie ausgesondert und auf ein anderes Depot übertragen. Die Einlagensicherung betrifft nur Bargeld, das als Einlage bei einer Bank liegt, nicht deine Wertpapiere und nicht Anteile an Geldmarktfonds. Welche Rolle die Banklizenz im Alltag der Kunden spielt, beschreibt unser Erfahrungsbericht zu Trade Republic. Die genauen Unterschiede bei der Einlagensicherung beim Broker: Was bei einer Pleite wirklich geschützt ist, hängen von der Verwahrung der Gelder ab.
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Die großen Anbieter in Zahlen: Kunden und Vermögen
Unter den Anbietern in diesem Beitrag meldet Trade Republic mit Abstand die meisten Kunden. Nach eigenen Angaben erreichte der Berliner Broker im September 2025 die Marke von 10 Millionen Kunden in 18 europäischen Ländern (Pressemitteilung vom 15.09.2025), nachdem er im Januar 2025 8 Millionen gemeldet hatte (Pressemitteilung vom 09.01.2025). Das verwaltete Vermögen stieg laut diesen Mitteilungen im selben Zeitraum von 100 auf über 150 Milliarden Euro. Wie viele Kunden davon in Deutschland sind, nennt Trade Republic nicht.
Scalable Capital aus München bietet Broker und digitale Vermögensverwaltung an. Eine aktuelle Mitteilung des Unternehmens mit Kunden- und Vermögenszahlen haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir hier keine. Die Depots führt die Scalable Capital Bank GmbH (Erlaubnis nach § 32 KWG) selbst. Wer sein Kapital lieber konservativ parkt statt in Wertpapiere zu investieren, findet in unserem Testbericht zum Barclays Tagesgeld eine Alternative zum Broker-Depot.
Der börsennotierte Konzern flatexDEGIRO spielt in einer eigenen Kategorie: Laut Geschäftsbericht 2025 zählte er zum 31.12.2025 europaweit rund 3,5 Millionen Kundenaccounts, betreute rund 95 Milliarden Euro Kundenvermögen und führte 2025 75,3 Millionen Transaktionen aus, 19,5 Prozent mehr als die 63,1 Millionen des Vorjahres.
| Anbieter | Kunden | Kundenvermögen | Stand / Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | über 10 Mio. | über 150 Mrd. Euro | September 2025, 18 Länder (Pressemitteilung des Unternehmens) |
| flatexDEGIRO | rund 3,5 Mio. Kundenaccounts (Europa) | rund 95 Mrd. Euro | 31.12.2025; 75,3 Mio. Transaktionen 2025 (Geschäftsbericht) |
| Smartbroker | über 228.000 Depots | 10,0 Mrd. Euro | 31.12.2024; Ø rund 43.700 Euro je Depot (Geschäftsbericht 2024) |
| justTRADE, finanzen.net zero u.a. | jeweils sechsstellig | keine belastbaren Angaben | Anbieter veröffentlichen keine regelmäßigen Zahlen |
Auffällig sind die Unterschiede im Depotvolumen pro Kopf. Bei Trade Republic ergibt sich aus den Unternehmensangaben rechnerisch ein Durchschnitt von rund 15.000 Euro pro Kunde, für Smartbroker nennt der Geschäftsbericht 2024 rund 43.700 Euro je Depot. Die Stichtage unterscheiden sich, die Werte zeigen nur die Größenordnung. Welcher Anbieter zu welchem Anlegertyp passt, zeigt unser Neobroker-Vergleich 2026 im Detail.
Kundenvermögen der großen Neobroker im Vergleich (in Mrd. Euro)
Kundenzahlen und verwaltetes Vermögen sagen nichts darüber, was ein Depot dich im Jahr kostet. Im Neobroker-Vergleich stellen wir die Anbieter mit Ordergebühren, Sparplan-Kosten, Depotführung und Zinsen auf Guthaben nebeneinander, mit Preisen aus den Preisverzeichnissen der Anbieter. Dort steht auch, wie die Broker seit dem PFOF-Verbot abrechnen und wie Depot und Guthaben bei einer Pleite geschützt sind.
Die drei niedrigsten Jahreskosten bei 12 Orders à 1.000 € und 100 € Sparrate im Monat
Risikohinweis: Wertpapiere können an Wert verlieren, ein Verlust des eingesetzten Geldes ist möglich. Die Übersicht vergleicht Kosten und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung.
Neobroker. Order: bis 499,99 €: 1 €; darüber: 0 €.
Neobroker. Order: bis 499,99 €: 1 €; darüber: 0 €.
Neobroker. Order: 0,99 €.
Alle 8 Angebote im Neobroker-Vergleich
Stand: 11.10.2026 · Konditionen von den Websites der Anbieter, geprüft am 11.10.2026.
8 Angebote von 8 geprüften Anbietern. Kein vollständiger Marktüberblick. Auswahlkriterien: Neobroker mit Depot für Privatkunden in Deutschland, deren Preise im Preis- und Leistungsverzeichnis öffentlich stehen.
Werbehinweis: Mit * markierte Links sind Werbelinks. Kommt darüber ein Abschluss zustande, erhält Finalarm eine Provision. Links „Zum Anbieter“ sind keine Werbelinks. So finanzieren wir uns
Infografik: Neobroker 2026: Kunden, Vermögen und Wachstum in Zahlen
Alle Kernzahlen dieses Statistik-Hubs in einer interaktiven Grafik: Kunden und Kundenvermögen der großen Anbieter, das Wachstum von Trade Republic, Sparplänen und Aktiensparern seit 2020 sowie das Profil der Nutzer. Wechsle die Ansicht, wähle das Jahr und tippe auf die Balken für den Detailwert samt Quelle. Über den Knopf am Fuß der Grafik lädst du sie als PDF herunter.
Kundenvermögen der großen Neobroker
Laut Unternehmensangaben verwaltet Trade Republic mehr als flatexDEGIRO und Smartbroker zusammen.
Alle Anbieterzahlen sind Angaben der Unternehmen mit unterschiedlichen Stichtagen. Quellen: Trade Republic (Pressemitteilungen 2025), flatexDEGIRO (Geschäftsbericht 2025), Smartbroker Holding (Geschäftsbericht 2024).
Stand: 11.10.2026
Nutzerwachstum 2020 bis 2026: Von der Nische zum Massenmarkt
Das Wachstumstempo der Neobroker hat in der deutschen Finanzbranche keinen Präzedenzfall. Trade Republic hat die Zahl seiner Kunden nach eigenen Angaben im Jahr 2024 auf 8 Millionen verdoppelt. Zwischen Januar und September 2025 kamen laut den Pressemitteilungen des Unternehmens rund 2 Millionen Kunden hinzu, das verwaltete Vermögen wuchs im selben Zeitraum um rund 50 Milliarden Euro. Neben klassischen Brokern gewinnt auch der Zugang zu Kryptowerten an Bedeutung, und unseren Testbericht zur Bison App kannst du dazu vergleichend heranziehen.
Drei Schübe haben dieses Wachstum getrieben. Corona-Effekt (2020/2021): Lockdowns, Sparüberschüsse und der GameStop-Hype spülten Millionen Erstanleger in die Apps. Zinswende (2022/2023): Als Neobroker begannen, Guthabenzinsen weiterzugeben, die sich am EZB-Einlagesatz orientierten (von September 2023 bis Juni 2024 4,00 Prozent), wurden sie auch für konservative Sparer interessant. Sparplan-Normalisierung (seit 2024): Der monatliche ETF-Sparplan ist inzwischen so alltäglich wie früher der Bausparvertrag — und läuft ganz überwiegend bei digitalen Anbietern.
Die Aktionärszahlen des DAI spiegeln diesen Strukturwandel. 2025 besaßen 12,1 Millionen Menschen in Deutschland Fondsanteile oder ETFs, 4,9 Millionen hielten Einzelaktien. Besonders bemerkenswert: 4,9 Millionen Aktiensparer sind jünger als 40 — allein 2025 kamen in dieser Altersgruppe 1,2 Millionen hinzu, laut DAI über 60 Prozent des gesamten Zuwachses. Auch die Zahl weiblicher Anleger stieg 2025 um rund 1 Million, ein Plus von 24 Prozent.
Für die etablierten Banken bedeutet das eine schleichende Erosion. Neue Depots entstehen zu einem großen Teil bei den digitalen Angreifern, während Filialbanken und klassische Direktbanken Marktanteile am Orderaufkommen verlieren. Oliver Wyman erwartet bis 2028 einen Neobroker-Anteil von 50 bis 60 Prozent an den Trades. Prüfen lässt sich das mit amtlichen Zahlen nicht, weil die Bundesbank nicht nach Anbietertyp unterscheidet.
Die Meilensteine von Trade Republic laut eigenen Pressemitteilungen: im Januar 2025 8 Millionen Kunden mit 100 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen, im September 2025 über 10 Millionen Kunden und über 150 Milliarden Euro. Für 2024 meldete der Broker eine Verdopplung der Kundenzahl auf 8 Millionen, rechnerisch rund 4 Millionen Neukunden.
💡 Tip
Wachstumszahlen sagen nichts über die Qualität eines Brokers für deinen konkreten Bedarf. Entscheidend sind Handelsplätze, Sparplan-Angebot, Zinsen auf Guthaben und Steuer-Handling — genau diese Kriterien vergleichen wir laufend in unserer Rubrik Börse. Wie Anleger einen Anbieter im Detail bewerten, zeigen beispielsweise die XTB Erfahrungen von Bestandskunden.
ETF-Sparpläne als Wachstumsmotor: Was private Haushalte in Fonds anlegen
Der ETF-Sparplan ist das eigentliche Fundament des Neobroker-Booms. Eine amtliche Zählung der ETF-Sparpläne gibt es nicht; Zahlen dazu stammen aus Studien von Marktteilnehmern. Was die Deutsche Bundesbank misst, sind die Käufe der privaten Haushalte: 2024 flossen netto 96,4 Mrd. € in Investmentfondsanteile, 2025 waren es 97,8 Mrd. €. Bei börsennotierten Aktien hielten sich Käufe und Verkäufe von 2023 bis 2025 fast die Waage, mit −2,4, −0,6 und +0,2 Mrd. €. Der Sparplan-Boom ist in diesen Zahlen vor allem ein Fonds-Boom; die Statistik trennt ETFs allerdings nicht von klassischen Investmentfonds.
Der Trend ist dennoch eindeutig: Das regelmäßige, automatisierte Investieren hat das spekulative Einzeltrading als dominierendes Nutzungsmuster abgelöst. Wie viele Ausführungen auf Neobroker entfallen, weist keine amtliche Statistik aus. Die Frage Neobroker oder Filialbank? Der Kostenvergleich 2026 mit belegten Zahlen stellt sich daher für immer mehr Sparer.
Drei Faktoren treiben den Sparplan-Boom besonders:
- Mini-Sparraten: Bei den großen Neobrokern beginnen Sparpläne schon ab 1 Euro pro Ausführung — die Einstiegshürde ist praktisch abgeschafft.
- Kostenfreiheit: ETF-Sparpläne sind bei Trade Republic, Scalable Capital und Co. typischerweise ohne Ausführungsgebühr besparbar, während bei Filialbanken häufig ein Ausgabeaufschlag oder ein Entgelt je Rate anfällt; die Höhe steht im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank.
- Indexfokus: Die beliebtesten Sparplan-Ziele bleiben breite Weltindizes — allen voran MSCI World und S&P 500.
Auch die Gewichte innerhalb des Sparplan-Marktes verschieben sich. Während klassische Fondssparpläne mit aktiv gemanagten Produkten stagnieren, entfällt das Wachstum fast vollständig auf börsengehandelte Indexfonds. Weil Sparpläne schon ab 1 Euro möglich sind, starten viele Anleger mit kleinen Beträgen. Damit lösen ETF-Sparpläne zunehmend klassische Zinsprodukte ab, wie der Vergleich von Tagesgeld vs. Sparbuch verdeutlicht.
Auch die Produktpräferenzen haben sich verschoben. Nach den Zahlen des DAI setzten 2025 9,2 Millionen Menschen ausschließlich auf Aktienfonds oder ETFs, nur 2 Millionen hielten ausschließlich Einzelaktien, weitere 2,9 Millionen kombinierten beides. Der breit gestreute Indexfonds ist damit das mit Abstand wichtigste Einstiegsvehikel — und genau das Produkt, das Neobroker mit gebührenfreien Sparplänen am aggressivsten vermarkten.
Für die Broker sind Sparpläne strategisch wertvoller als Trades: Sie liefern planbare Mittelzuflüsse, binden Kunden über Jahre und füllen das verwahrte Vermögen, an dem die Anbieter über Fondsrückvergütungen, Zinsmargen und Zusatzprodukte verdienen. Das erklärt, warum kostenlose Sparpläne auch nach dem PFOF-Verbot zum Kernangebot gehören dürften.
Aktien und Fondsanteile privater Haushalte: 2015 und 2025 (in Mrd. Euro)
Wer nutzt Neobroker? Alter, Geschlecht, Erfahrung
Der typische Neobroker-Kunde ist jung, männlich und häufig Börsenneuling. In einer Befragung von rund 216.000 Trade-Republic-Kunden aus dem Jahr 2021, die DIW Econ im Auftrag von Trade Republic ausgewertet hat (Studie „Hype or New Normal?“, Februar 2022), waren knapp 70 Prozent jünger als 35 und gut ein Drittel zwischen 18 und 26 Jahre alt. Neuere Zahlen dieser Art hat Trade Republic nicht veröffentlicht.
Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten hatte vor Trade Republic nicht am Kapitalmarkt investiert. Die DIW-Econ-Studie kam zu dem Ergebnis, dass die neue Anlegergeneration überwiegend langfristig investiert, breit gestreute ETFs bevorzugt und aus allen Einkommensschichten stammt.
Beim Geschlechterverhältnis zeigte die Befragung eine deutliche Lücke: 84 Prozent der Befragten waren männlich. Unter den Börsenneulingen lag der Frauenanteil mit 20 Prozent fast doppelt so hoch wie unter den erfahrenen Anlegern, und das DAI meldete für 2025 ein Plus von 1 Million Aktiensparerinnen.
Die Alterskohorten erklären auch, warum die Neobroker-Statistik für die Altersvorsorge-Debatte relevant ist. Wer mit 25 statt mit 45 anfängt, monatlich in einen Welt-ETF einzuzahlen, hat beim Renteneintritt bei gleicher Sparrate ein Vielfaches an Endvermögen. Die Zahlen des DAI — über 60 Prozent des Aktionärszuwachses 2025 kamen von unter 40-Jährigen — deuten darauf hin, dass genau dieser Effekt gerade in großem Stil einsetzt.
Interessant ist auch der Blick auf das Anlageverhalten. Entgegen dem Klischee vom Daytrading-Casino dominieren bei den jungen Kunden Sparplan-Ausführungen und Buy-and-Hold-Positionen in Welt-ETFs. Die DIW-Econ-Studie spricht von einer Anlegergeneration, die langfristig, regelmäßig und diversifiziert investiert — ein deutlicher Unterschied zum Neuer-Markt-Publikum der Jahrtausendwende, das überwiegend konzentriert auf Einzelwerte setzte und nach dem Crash 2000 bis 2003 der Börse in Scharen den Rücken kehrte.
Interessant ist auch der Blick auf das Anlageverhalten selbst. Entgegen dem Klischee handeln Neobroker-Kunden im Schnitt nicht hektischer als klassische Direktbank-Kunden: Der Großteil des Vermögenszuwachses fließt in breit gestreute ETFs und Sparpläne, Einzelaktien und gehebelte Produkte machen nur einen kleineren Teil der Depots aus. Die DIW-Econ-Autoren sprechen deshalb von einem neuen Normal statt von einem Hype — die Anlegergeneration der 2020er nutzt die Börse als Ersatz für das unverzinste Sparbuch ihrer Eltern.
📌 Good to know
Warum Rückvergütungen seit Juli 2026 verboten sind, erklärt die BaFin auf ihrer Verbraucherseite zum PFOF-Verbot: Zahlen Handelsplätze oder Market Maker für die Weiterleitung von Kundenaufträgen, können Banken und Broker in Interessenkonflikte geraten. Eine frühere BaFin-Untersuchung aus dem Jahr 2022 hatte bei kleinen Orders in deutschen Aktien unter Berücksichtigung der Transaktionskosten überwiegend günstige Ergebnisse an diesen Handelsplätzen gefunden, bei größeren Orders nicht; ob das an PFOF lag, ließ sie offen.
PFOF-Verbot und Handelsplätze: Die Zäsur von Juli 2026
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Deutschland das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) uneingeschränkt — das Ende jenes Geschäftsmodells, das den Aufstieg der provisionsfreien Neobroker maßgeblich finanziert hat. Bei PFOF leitete der Broker Kundenorders bevorzugt an bestimmte Market Maker weiter und erhielt dafür Rückvergütungen. Die EU untersagt diese Praxis (Art. 39a MiFIR), um Interessenkonflikte bei der Orderausführung auszuschließen.
Die Handelsplatz-Statistik zeigt, wie eng Neobroker und Market-Maker-Börsen verflochten sind. Laut Pressemitteilung der Bayerischen Börse vom 08.01.2026 steigerte die Münchner Börse gettex — Haupthandelsplatz von Scalable Capital und finanzen.net zero — 2025 die Zahl der Orders über alle Gattungen um 41 Prozent und die Umsätze um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein bei Zertifikaten verzeichnete gettex im vierten Quartal 2025 2,6 Millionen Trades und 5,9 Milliarden Euro Umsatz, bei Trades wie Umsätzen laut Bayerischer Börse jeweils ein Höchstwert seit Bestehen von gettex. Für 2026 erwartet die Bayerische Börse nach fünf Jahren rasanten Wachstums allerdings ein Jahr der Konsolidierung.
Die Broker reagieren unterschiedlich auf den Wegfall der Rückvergütungen:
- Eigener Handelsplatz: Trade Republic erhielt im Januar 2026 von der BaFin die Erlaubnis, ein eigenes multilaterales Handelssystem (MTF) zu betreiben — und kann die Ausführung damit selbst abwickeln, statt sie über die LS Exchange von Lang & Schwarz laufen zu lassen.
- Frühe Umstellung: Scalable Capital gibt an, das PFOF-Verbot in allen aktiven Märkten bereits seit dessen Inkrafttreten im März 2024 zu erfüllen.
- Diversifizierte Erlöse: Zinsüberschüsse, Premium-Abos, Kartenprodukte und Krypto-Handel ersetzen einen wachsenden Teil der früheren PFOF-Einnahmen.
Auch flatexDEGIRO liefert einen Beleg dafür, dass das Geschäft ohne PFOF funktioniert: Der Konzern steigerte seine Umsatzerlöse 2025 laut Geschäftsbericht um 16,6 Prozent auf 559,8 Millionen Euro, getragen von Provisions- und Zinserträgen. Die Erlösbasis der Branche ist damit deutlich breiter als noch 2021, als PFOF bei einzelnen Neobrokern für den Großteil der Einnahmen stand.
Für dich als Anleger blieb der Stichtag bei den Ordergebühren bisher weitgehend folgenlos: Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero und justTRADE haben ihre Grundpreise je Order seit Juli 2026 nicht geändert (Vergleich der Preisverzeichnisse im Neobroker-Vergleich, Stand 11.10.2026). Die Kosten könnten sich allerdings unsichtbarer verlagern — etwa in die Geld-Brief-Spannen. Achte deshalb auch auf die tatsächlichen Ausführungskurse.
💡 Tip
Vergleiche nach dem PFOF-Verbot nicht nur die Ordergebühr, sondern stichprobenartig auch den Spread: Stelle den Ausführungskurs deines Brokers dem Xetra-Referenzkurs zum selben Zeitpunkt gegenüber. Gerade außerhalb der Xetra-Handelszeiten (9:00 bis 17:30 Uhr) weiten sich Spreads spürbar aus. Neben dem Referenzmarkt Xetra gibt es zahlreiche weitere Börsenplätze in Deutschland 2026 mit eigenen Handelszeiten und Kostenstrukturen.
| Kennzahl | Wert | Quelle / Stand |
|---|---|---|
| Aktiensparer Deutschland | 14,1 Mio. (Rekord) | Deutsches Aktieninstitut, Aktionärszahlen 2025 (Verbandserhebung) |
| Nettokäufe Fondsanteile (Haushalte) | 97,8 Mrd. € (2025) | Deutsche Bundesbank, Finanzierungsrechnung |
| Aktien und Fonds der Haushalte | 2.138,1 Mrd. € (Ende 2025) | Deutsche Bundesbank, Finanzierungsrechnung |
| Neobroker-Anteil an den Trades | rund 42–44 % (2023), 50–60 % bis 2028 erwartet | Oliver Wyman, Studie 2024 (Schätzung) |
| gettex Order-Wachstum 2025 | +41 % Orders, +57 % Umsatz | Bayerische Börse, Pressemitteilung 08.01.2026 |
| Kunden unter 35 (Trade Republic) | knapp 70 % (Befragung 2021) | DIW Econ im Auftrag von Trade Republic, 2022 |
Quellen und Methodik
Amtliche Zahlen stammen von der Deutschen Bundesbank, der EZB und der BaFin. Kunden- und Vermögenszahlen der Broker sind Angaben der Unternehmen; wir nennen sie nur, wenn die Originalmitteilung verlinkbar ist, und kennzeichnen sie als Unternehmensangabe. Studien von Verbänden und Beratern (DAI, Oliver Wyman, DIW Econ) geben die Sicht ihrer Herausgeber wieder. Zahlen ohne nachprüfbare Originalquelle haben wir am 11.10.2026 entfernt.
- Deutsche Bundesbank / EZB-Datenportal: Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung, Datensatz QSA (Stand 1. Quartal 2026)
- Europäische Zentralbank: Leitzinsen der EZB
- BaFin: Was das PFOF-Verbot für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet
- ESMA: Art. 39a MiFIR, Verbot von Zahlungen für Orderflow
- Deutsches Aktieninstitut: Aktionärszahlen 2025 (Januar 2026)
- Trade Republic: Pressemitteilung vom 15.09.2025 (über 10 Millionen Kunden, über 150 Milliarden Euro)
- Trade Republic: Pressemitteilung vom 09.01.2025 (8 Millionen Kunden, 100 Milliarden Euro)
- Bayerische Börse AG: gettex — 2025 ein Jahr des rasanten Wachstums (Pressemitteilung vom 08.01.2026)
- flatexDEGIRO SE: Geschäftsbericht 2025 (März 2026)
- Smartbroker Holding AG: Geschäftsbericht 2024 (Juli 2025)
- Oliver Wyman: Online-Wertpapier-Brokerage 2024
- DIW Econ: Hype or New Normal? Studie im Auftrag von Trade Republic (Februar 2022)
Fachlich geprüft von Chanel Chokdee, Content & Marketing Managerin bei Finalarm, nach Studium und Stationen im Wirtschaftsjournalismus. Zuletzt geprüft am 11.10.2026.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele Kunden hat Trade Republic 2026?
Trade Republic nennt über 10 Millionen Kunden in 18 europäischen Ländern; die Marke hat das Unternehmen nach eigenen Angaben im September 2025 erreicht. Das verwaltete Vermögen gibt Trade Republic mit über 150 Milliarden Euro an. Wie viele Kunden in Deutschland sind, veröffentlicht der Broker nicht.
Welchen Marktanteil haben Neobroker in Deutschland?
Eine amtliche Zahl gibt es nicht. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman schätzt den Anteil der Neobroker an der Zahl der Trades im deutschen Brokerage-Markt für 2023 auf rund 42 bis 44 Prozent und erwartet bis 2028 50 bis 60 Prozent (Studie „Online-Wertpapier-Brokerage 2024“).
Wie alt sind Neobroker-Nutzer im Durchschnitt?
Ein amtliches Durchschnittsalter gibt es nicht. In einer Befragung von rund 216.000 Trade-Republic-Kunden aus dem Jahr 2021, ausgewertet von DIW Econ im Auftrag von Trade Republic, waren knapp 70 Prozent jünger als 35 und gut ein Drittel zwischen 18 und 26. 47 Prozent hatten vorher nicht am Kapitalmarkt investiert.
Was bedeutet das PFOF-Verbot für Neobroker-Kunden?
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Broker keine Rückvergütungen von Market Makern mehr annehmen. Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero und justTRADE haben ihre Grundpreise je Order seit Juli 2026 nicht geändert (Stand 11.10.2026). Mögliche Kosten können sich in die Spreads verlagern.
Wie viele ETF-Sparpläne gibt es in Deutschland?
Eine amtliche Zahl der ETF-Sparpläne gibt es nicht. Die Bundesbank erfasst die Käufe privater Haushalte: 2025 flossen netto 97,8 Milliarden Euro in Investmentfondsanteile, ETFs eingeschlossen. Laut Deutschem Aktieninstitut legten 2025 9,2 Millionen Menschen ausschließlich in Aktienfonds oder ETFs an.



















