Deutsche Versicherer verzeichnen im ersten Halbjahr 2023 Schäden durch Naturkatastrophen in Höhe von rund 950 Millionen Euro. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) prognostiziert für das Gesamtjahr eine Schadenssumme von etwa zwei Milliarden Euro – über eine Milliarde Euro unter dem langjährigen Durchschnitt. Voraussetzung ist, dass bis Jahresende keine größeren Naturereignisse eintreten.
Schadensentwicklung im Langzeitvergleich
Die niedrigen Schäden im ersten Halbjahr führt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen auf günstiges Wetter zurück. Langfristige Statistiken zeigen jedoch einen deutlichen Anstieg wetterbedingter Extremereignisse. Starkregenereignisse und Überschwemmungen verursachen mittlerweile durchschnittlich 2,4 Milliarden Euro Schäden jährlich an Wohnhäusern und Unternehmen. Zwischen 2000 und 2009 lagen diese Durchschnittsschäden noch bei 1,4 Milliarden Euro.
Versicherungslücke bei Elementarschäden
Während alle Wohngebäude in Deutschland gesetzlich gegen Sturm- und Hagelschäden versichert sein müssen, besteht keine Pflicht zur Absicherung gegen Überschwemmungen oder andere Elementargefahren wie Starkregen oder Erdrutsche. Lediglich 59 Prozent der Wohnhäuser sind gegen solche Elementarschäden abgesichert.
Klimawandel als Risikofaktor
Asmussen betont, dass die geringen Schäden im ersten Halbjahr keineswegs den Klimawandel widerlegen. Die steigenden Temperaturen und zunehmenden Wetterextreme erhöhen das Risiko erheblicher finanzieller Verluste durch einzelne Unwetterereignisse. Die GDV-Statistik erfasst ausschließlich versicherte Schäden, sodass die tatsächliche Schadensbelastung höher liegen dürfte.
