Die Monopolkommission lehnt die geplante Portoerhöhung der Deutschen Post deutlich ab. Kommissionsvorsitzender Tomaso Duso kritisiert, die Bundesnetzagentur erkenne zu viele Kosten als Lasten an, was zu einem überhöhten Porto führe. Ein Standardbrief soll ab Jahreswechsel 1,15 Euro statt bisher 0,95 Euro kosten – ein Anstieg um 20 Cent oder rund 21 Prozent.
Monopolkommission fordert strengere Kostenprüfung
Tomaso Duso verlangt von der Bundesnetzagentur eine schärfere Prüfung der anerkannten Lasten. Die Deutsche Post könnte nach seiner Einschätzung andere Geschäftsbereiche zum Nachteil des Wettbewerbs mitfinanzieren. Kundinnen und Kunden sollten nur notwendige Lasten tragen müssen. Die Postversorgung in ländlichen Gebieten sieht Duso trotz möglicher Korrekturen nicht gefährdet.
Geplante Portoanhebung um ein Fünftel
Die Bundesnetzagentur plant, der Deutschen Post eine Erhöhung um etwa 20 Prozent zu gestatten. Neben dem Standardbrief sollen auch Postkarten sowie Kompakt-, Groß- und Maxi-Briefe deutlich teurer werden. Die Deutsche Post benötigt für jede Portoänderung die Zustimmung der Regulierungsbehörde. Eine endgültige Entscheidung über das Porto ab 2027/2028 steht noch aus.
Sozialverband warnt vor Belastung vulnerabler Gruppen
Der Sozialverband Deutschland fordert die Bundesregierung auf, die Kritik ernst zu nehmen. Verbandsvorsitzende Michaela Engelmeier wendet sich gegen fragwürdige Kostenpositionen zulasten der Verbraucher. Eine Erhöhung um über 20 Prozent treffe besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen mit eingeschränkter Mobilität, die auf den klassischen Postweg bei Behördengängen oder wichtigen Schreiben angewiesen sind.
Digitalisierung lässt Briefmengen sinken
Das Briefaufkommen sinkt kontinuierlich durch zunehmende digitale Kommunikation via E-Mail oder Chatnachrichten. Dies lässt die Stückkosten steigen, da Personal-, Infrastruktur- und Energiekosten auf weniger Sendungen verteilt werden müssen. Die Deutsche Post dominiert zwar den Briefversand, steht im Paketsegment jedoch unter stärkerem Wettbewerbsdruck.
