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Bio-Markt boomt, Wachstum auf Feldern stagniert

4. November 2026, 10:01 Uhr11 AufrufeZuletzt geprüft: 04.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

Bio-Lebensmittel sind im Trend, doch der Ökolandbau in Deutschland wächst nur langsam. Trotz steigender Nachfrage bleibt der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen bei 11,4 Prozent. Die Zahl der Bio-Höfe sinkt leicht, während Verbraucherschützer bessere Standards fordern. Ein umfassender Wandel ist nötig, um den Bio-Markt nachhaltig zu stärken und heimische Landwirte zu unterstützen.

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland steigt kontinuierlich, während die ökologische Bewirtschaftung auf deutschen Feldern stagniert. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium wurden im vergangenen Jahr 11,4 Prozent der gesamten Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet. Die Anzahl der Bio-Höfe sank jedoch auf 28.150 Betriebe, was einem Anteil von 11,2 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe entspricht.

Ökofläche wächst, Betriebszahl sinkt

Die ökologisch bewirtschaftete Fläche stieg leicht auf rund 1,9 Millionen Hektar an. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Bio-Betriebe aufgrund eines allgemeinen Strukturwandels in der Landwirtschaft. Weniger Höfe bewirtschaften im Durchschnitt größere Flächen. Trotz des Rückgangs der absoluten Betriebszahlen blieb der Anteil der Bio-Betriebe an allen landwirtschaftlichen Betrieben stabil bei 11,2 Prozent.

Gründe für Betriebsaufgaben

  • Fehlende Nachfolge in bestehenden Betrieben
  • Rückkehr zur konventionellen Bewirtschaftung
  • Höhere Kostenfaktoren durch intensivere mechanische Bodenbearbeitung

Bio-Umsatz steigt um 4,3 Prozent

Der Umsatz mit Bio-Produkten wuchs in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 4,3 Prozent auf insgesamt 14 Milliarden Euro. Dies geht aus Daten des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft hervor. Der Marktanteil von Bio-Produkten überschritt erstmals die Marke von 8 Prozent bis zum dritten Quartal.

Neue statistische Erfassungsmethode

Das Ministerium kündigte an, künftig ausschließlich Daten des Statistischen Bundesamts für die Berechnungen zu verwenden. Die neue Methodik berücksichtigt einheitliche Erfassungsgrenzen für ökologische und konventionelle Betriebe. Zuvor wurden auch sehr kleine Höfe unter fünf Hektar in die Statistik einbezogen.

Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen

Verbraucherschützer fordern verbesserte Standards und staatliche Unterstützung für die Umstellung auf ökologischen Landbau. Die wachsende Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten erfordert günstigere Bedingungen für heimische Landwirte, um gegenüber Importeuren wettbewerbsfähig zu bleiben. Experten bezweifeln jedoch, dass Bio-Produkte angesichts weiterhin hoher Lebensmittelpreise den Massenmarkt vollständig erobern können.

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