CBDCs weltweit: Der große Zahlen-Atlas der digitalen Zentralbankwährungen

Das Wichtigste in Kürze:

Digitales Zentralbankgeld ist längst Realität: 94 % von 86 befragten Zentralbanken arbeiten laut BIZ an einer CBDC, drei Länder haben bereits live geschaltet — Bahamas, Nigeria und Jamaika. China testet den e-CNY mit einem kumulierten Volumen von rund 7 Billionen Yuan, Indien zählt Millionen e-Rupee-Nutzer. Der komplette Zahlen-Atlas mit Status aller großen Währungsräume.

Artikel anhören
0:00

-0:00



Themen in diesem Artikel:

Die BIZ-Weltkarte: 94 Prozent der Zentralbanken arbeiten an digitalem Geld

Digitales Zentralbankgeld ist kein Nischenthema mehr, sondern ein globales Großprojekt. 94 % von 86 befragten Zentralbanken beschäftigen sich laut der Zentralbankumfrage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit einer Central Bank Digital Currency, kurz CBDC — von der reinen Analyse über Experimente bis zum Pilotprojekt. Die Zahl stammt aus der Erhebung 2023, veröffentlicht 2024 als BIS Papers No 147.

Die BIZ ist so etwas wie die Zentralbank der Zentralbanken. Ihre jährliche Umfrage ist die verlässlichste Quelle dafür, wie weit die Welt beim digitalen Geld wirklich ist. Und die Richtung ist eindeutig: Nur 6 % der befragten Institute arbeiten derzeit gar nicht an einer CBDC.

Spannend ist der Blick nach vorn. Aus der vorangegangenen Erhebung 2022 (BIS Papers No 136) stammt die vielzitierte Projektion: Bis 2030 könnten rund 15 Retail-CBDCs für die breite Bevölkerung und etwa 9 Wholesale-CBDCs für den Interbankenverkehr im Umlauf sein. Gemessen an heute drei live geschalteten Retail-CBDCs wäre das eine Verfünffachung innerhalb weniger Jahre.

Was die jüngere Umfrage verschiebt

Die Erhebung 2023 zeigt eine bemerkenswerte Akzentverschiebung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken in den nächsten sechs Jahren zuerst eine Wholesale-CBDC ausgeben, wird inzwischen höher eingeschätzt als eine Retail-Einführung. Der Maschinenraum des Finanzsystems digitalisiert sich also womöglich schneller als das Portemonnaie der Bürger.

Mehr als die Hälfte der an Retail-Projekten arbeitenden Zentralbanken erwägt laut BIZ dieselben Design-Bausteine: Haltelimits, Offline-Funktionen, Interoperabilität mit bestehenden Zahlsystemen und eine Verzinsung von null. Weltweit kristallisiert sich damit ein gemeinsamer Standard heraus, an dem sich auch der digitale Euro orientiert.

Auffällig ist zudem das Tempo-Gefälle zwischen den Weltregionen. Schwellen- und Entwicklungsländer treiben ihre CBDC-Arbeiten laut BIZ im Schnitt entschlossener voran als Industrieländer — sie versprechen sich davon greifbare Fortschritte bei Finanzzugang und Zahlungskosten. Industrieländer experimentieren dagegen breiter, entscheiden aber vorsichtiger. Das erklärt, warum die ersten drei Live-CBDCs allesamt aus kleineren Volkswirtschaften stammen und nicht aus den großen Währungsräumen.

Zentralbanken mit CBDC-Arbeiten (BIZ-Erhebung 2023)

0 %25 %50 %75 %100 %Arbeiten an einer CBDC — 94 % von 86 Zentralbanken (BIZ-Erhebung 2023)94 %Arbeitenan CBDCAktuell nicht an einer CBDC tätig — 6 % der befragten Zentralbanken6 %Nichtaktiv
Quelle: BIZ-Zentralbankumfrage, Erhebung 2023 (BIS Papers No 147, 2024); Basis 86 befragte Zentralbanken. Stand: Juli 2026.

📌 Good to know

CBDC ist kein Kryptowert: Digitales Zentralbankgeld wird direkt von der Notenbank ausgegeben und ist gesetzliches Geld — wie Bargeld, nur digital. Kryptowerte wie Bitcoin haben dagegen keinen staatlichen Emittenten. Mehr zu den Unterschieden findest du in unserem Krypto-Bereich.

Live-CBDCs: Diese drei Länder haben digitales Zentralbankgeld schon eingeführt

Drei Staaten haben den Schritt vom Pilot zur vollwertigen Einführung bereits vollzogen — alle drei sind kleinere Volkswirtschaften, und alle drei starteten zwischen 2020 und 2022. Sie sind das reale Labor, aus dem der Rest der Welt lernt.

Land Start Name der CBDC Zentralbank
Bahamas Oktober 2020 Sand Dollar Central Bank of The Bahamas
Nigeria Oktober 2021 eNaira Central Bank of Nigeria
Jamaika 2022 JAM-DEX Bank of Jamaica

Was die Pioniere gelernt haben

Bahamas — der Weltpremieren-Fall: Der Sand Dollar ging im Oktober 2020 als erste vollwertige Retail-CBDC der Welt an den Start. Das Motiv war praktisch: Der Inselstaat mit rund 30 bewohnten Inseln wollte Menschen ohne Bankfiliale in Reichweite den Zugang zu digitalem Geld ermöglichen. Der Sand Dollar funktioniert auch offline — wichtig in einer Region, in der Hurrikans regelmäßig die Infrastruktur treffen.

Nigeria — der Realitäts-Check: Der eNaira startete im Oktober 2021 als erste CBDC Afrikas. Die Einführung zeigte aber auch, dass ein technischer Start allein nicht reicht: Analysen des Internationalen Währungsfonds bescheinigten dem eNaira in den ersten Jahren eine verhaltene Nutzung — nur ein kleiner Teil der eröffneten Wallets war regelmäßig aktiv. Akzeptanz muss man sich verdienen, das ist die vielleicht wichtigste Lektion für alle Nachzügler.

Jamaika — der Rechtsrahmen-Vorreiter: JAM-DEX ging 2022 live, und Jamaika verankerte die CBDC als gesetzliches Zahlungsmittel im nationalen Recht. Die Bank of Jamaica setzte zusätzlich auf Anreizprogramme, um die ersten Nutzer zu gewinnen.

Ein Sonderfall verdient Erwähnung: Die Ostkaribische Zentralbank pilotierte ab 2021 mit DCash eine CBDC für gleich acht Inselstaaten, beendete den Pilot Anfang 2024 aber wieder, um eine überarbeitete Nachfolgelösung aufzubauen. Auch das gehört zur ehrlichen Bilanz: CBDC-Projekte verlaufen nicht linear.

Dass alle drei Live-Länder kleine Volkswirtschaften sind, ist übrigens kein Zufall, sondern ein struktureller Vorteil. Kleine Staaten können ein neues Geldsystem schneller ausrollen, haben kürzere Gesetzgebungswege und einen klar messbaren Nutzen: Wo Bankfilialen fehlen und Bargeldlogistik teuer ist, rechnet sich digitales Zentralbankgeld am schnellsten. Große Währungsräume wie der Euroraum müssen dagegen Millionen Händler, Tausende Banken und komplexe Rechtsordnungen unter einen Hut bringen — deshalb dauert es dort länger, und deshalb ist der gründliche Weg dort auch der richtige.

Die Schwergewichte: e-CNY und e-Rupee im größten Geldtest der Geschichte

Die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Erde betreiben die mit Abstand größten CBDC-Piloten — offiziell weiter im Teststatus, faktisch aber in Dimensionen, die jede Live-CBDC in den Schatten stellen.

China: e-CNY mit Billionen-Volumen

Die People's Bank of China testet den digitalen Yuan (e-CNY) seit 2020, zunächst in vier Pilotstädten, inzwischen in weiten Teilen des Landes. Nach Angaben der chinesischen Zentralbank summierten sich die kumulierten e-CNY-Transaktionen bis Mitte 2024 auf rund 7 Billionen Yuan — umgerechnet in der Größenordnung von 900 Milliarden Euro. Der e-CNY wurde bereits bei Großereignissen wie den Olympischen Winterspielen 2022 eingesetzt und ist in gängige Bezahl-Apps integriert.

Bemerkenswert am chinesischen Modell: Der e-CNY läuft zweistufig. Die Zentralbank gibt das digitale Geld aus, die Verteilung an Bürger und Händler übernehmen Geschäftsbanken und Zahlungsdienstleister. Genau dieses zweistufige Modell sehen auch die meisten anderen Zentralbanken vor — inklusive der EZB.

Indien: e-Rupee auf zwei Gleisen

Die Reserve Bank of India startete ihren Pilot in zwei Etappen: Im November 2022 begann der Wholesale-Test für den Interbankenmarkt, im Dezember 2022 folgte der Retail-Pilot für Verbraucher. Bis Mitte 2024 meldete die RBI rund fünf Millionen Nutzer und mehrere Hunderttausend teilnehmende Händler. Indien testet dabei gezielt Funktionen wie Offline-Zahlungen und programmierbare Verwendungszwecke, etwa für staatliche Förderprogramme.

📌 Good to know

Pilot heißt nicht Kleinversuch: Chinas e-CNY-Test erreicht mehr Menschen als alle drei live geschalteten CBDCs zusammen Einwohner haben. Die Grenze zwischen "Pilot" und "Einführung" ist bei CBDCs vor allem eine rechtliche, keine technische.

Europa und der Westen: Digitaler Euro, e-Krona und der US-Sonderweg

Die großen westlichen Währungsräume verfolgen erkennbar unterschiedliche Strategien — von der strukturierten Vorbereitung im Euroraum bis zum politischen Stopp in den USA. Die Status-Übersicht:

Währungsraum Projekt Status (Stand Juli 2026)
Euroraum Digitaler Euro Vorbereitungsphase seit November 2023; Pilot für 2027 geplant, erste Ausgabe frühestens 2029
China e-CNY Großpilot seit 2020, kumuliert rund 7 Billionen Yuan Transaktionsvolumen
Indien e-Rupee Retail- und Wholesale-Pilot seit Ende 2022, rund fünf Millionen Nutzer
USA Digitaler Dollar Forschung der Fed; Arbeiten an einer Retail-CBDC seit Anfang 2025 politisch gestoppt
Großbritannien Digital Pound Designphase der Bank of England, keine Ausgabeentscheidung
Schweden e-Krona Technischer Pilot 2020–2024 abgeschlossen, keine Ausgabeentscheidung
Schweiz Wholesale-Franken Wholesale-CBDC-Pilot der SNB mit echten Anleihe-Abwicklungen seit Ende 2023

Der digitale Euro als Europas Antwort

Für dich als Leser in Deutschland ist der digitale Euro das relevanteste Projekt. Die EZB befindet sich seit November 2023 in der Vorbereitungsphase, der EZB-Rat gab im Oktober 2025 grünes Licht für die nächste Etappe. Der Fahrplan: ein Pilot ab 2027, eine mögliche erste Ausgabe frühestens 2029 — vorausgesetzt, die EU-Gesetzgebung steht. Alle Details, Design-Entscheidungen und den kompletten Zeitplan findest du in unserem Beitrag zum digitalen Euro in Zahlen.

Schweden liefert derweil die vielleicht ehrlichste Lehre des Westens: Die Riksbank hat ihren technischen e-Krona-Pilot nach vier Jahren 2024 abgeschlossen — und trotzdem keine Ausgabeentscheidung getroffen. Sie wartet unter anderem darauf, wie sich der digitale Euro entwickelt. Und die Schweizerische Nationalbank zeigt mit ihrem Wholesale-Pilot, dass digitales Zentralbankgeld im Interbankengeschäft schon heute reale Anleihe-Transaktionen abwickelt.

Retail vs. Wholesale: Zwei Arten von digitalem Zentralbankgeld

Hinter dem Sammelbegriff CBDC stecken zwei grundverschiedene Produkte — und wer die Unterscheidung kennt, liest jede Schlagzeile richtig.

Retail-CBDC — Geld für alle: Eine Retail-CBDC ist digitales Zentralbankgeld für Bürger und Unternehmen. Du würdest sie wie eine digitale Geldbörse nutzen — zum Bezahlen im Laden, online oder von Person zu Person. Sand Dollar, eNaira, JAM-DEX und der geplante digitale Euro fallen in diese Kategorie.

Wholesale-CBDC — Geld für Banken: Eine Wholesale-CBDC ist digitales Zentralbankgeld ausschließlich für den Zahlungsverkehr zwischen Finanzinstituten, etwa zur Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Verbraucher kommen damit nie direkt in Berührung — profitieren aber indirekt von schnelleren und günstigeren Abwicklungen im Hintergrund.

Warum Wholesale gerade das Rennen macht

Die BIZ-Erhebung 2023 stellt fest, dass die Zentralbanken einer Wholesale-Ausgabe binnen sechs Jahren inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit zuschreiben als einer Retail-Einführung. Der Grund ist naheliegend: Wholesale-Projekte berühren keine Verbraucherrechte, keine Bargeld-Debatte und keine Datenschutzfragen der breiten Bevölkerung — sie modernisieren die Finanz-Infrastruktur unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

Die Projektion aus der Erhebung 2022 — 15 Retail- und 9 Wholesale-CBDCs bis 2030 — würde trotzdem bedeuten, dass Retail-Geld in absoluten Zahlen vorn bleibt. Beide Gleise werden parallel befahren, nur mit unterschiedlichem Tempo je nach Region: Schwellenländer treiben eher Retail-Projekte (Stichwort finanzielle Inklusion), Industrieländer eher Wholesale-Experimente.

CBDC-Projektion bis 2030 gegen Live-Stand heute

051015Retail-CBDCs live heute — 3 (Bahamas, Nigeria, Jamaika)3Retail live(heute)Retail-CBDCs Projektion bis 2030 — rund 15 (BIZ-Erhebung 2022)15Retail 2030(Projektion)Wholesale-CBDCs Projektion bis 2030 — rund 9 (BIZ-Erhebung 2022)9Wholesale 2030(Projektion)
Quelle: Projektion aus BIZ-Erhebung 2022 (BIS Papers No 136, 2023); Live-Stand nach Zentralbankangaben (2020–2022). Angaben in Anzahl CBDCs. Stand: Juli 2026.

💡 Tip

Wenn du CBDC-Meldungen einordnen willst, stell dir zwei Fragen: Retail oder Wholesale? Und Pilot oder Einführung? Allein diese beiden Filter sortieren 90 Prozent der Schlagzeilen korrekt ein — und entlarven übertriebene Meldungen sofort.

Warum Zentralbanken das tun — und was es für dich bedeutet

Die BIZ-Umfragen benennen die Motive der Zentralbanken klar. Ganz oben stehen die Effizienz des Zahlungsverkehrs — schnellere, günstigere Zahlungen im In- und Ausland — und die finanzielle Inklusion, also der Zugang zu digitalem Geld für Menschen ohne Bankkonto. In Schwellenländern ist das zweite Motiv oft das entscheidende: Auf den Bahamas und in Nigeria war die Einbindung unterversorgter Bevölkerungsgruppen der ausdrückliche Gründungszweck der CBDC.

Ein drittes Motiv liest sich zwischen den Zeilen: die Souveränität des Geldsystems. Rund zwei Drittel der von der BIZ befragten Jurisdiktionen haben bereits einen Regulierungsrahmen für Stablecoins und andere Kryptowerte geschaffen oder arbeiten daran. In der EU ist dieser Rahmen mit der MiCA-Verordnung seit Ende 2024 geltendes Recht — die Details erklärt unser Beitrag zur MiCA-Regulierung. CBDCs sind die konstruktive Antwort der Notenbanken auf privates digitales Geld: ein staatliches Angebot statt eines Verbots.

Was sich für dich konkret ändert

Kurzfristig wenig: Bis mindestens 2029 wirst du in Deutschland keine CBDC im Alltag nutzen. Deine bestehenden Zahlungswege — Konto, Karte, Smartphone — bleiben unverändert komfortabel.

Mittelfristig mehr Auswahl: Kommt der digitale Euro, bekommst du eine zusätzliche, kostenlose Bezahloption mit Offline-Funktion und dem Sicherheitsversprechen von Zentralbankgeld — als Ergänzung zu Bargeld und Karte, nicht als Ersatz.

Langfristig ein neues Fundament: Die weltweite CBDC-Entwicklung dürfte grenzüberschreitende Zahlungen deutlich beschleunigen und verbilligen. Die BIZ testet in mehreren Projekten ihres Innovation Hub bereits, wie CBDCs verschiedener Länder direkt miteinander verrechnet werden können — heute dauern Auslandsüberweisungen in manche Regionen noch Tage und kosten spürbare Gebühren, in einer CBDC-Welt könnten daraus Sekunden werden.

Wichtig für die Einordnung ist auch, was eine CBDC nicht sein wird: kein Bargeld-Ersatz und kein Zwang. Praktisch alle westlichen Zentralbanken — EZB, Bank of England, Riksbank — betonen in ihren amtlichen Papieren, dass digitales Zentralbankgeld als zusätzliche Option neben Bargeld geplant ist. Die Design-Merkmale aus den BIZ-Umfragen unterstreichen das: Haltelimits verhindern, dass eine CBDC zum Sparprodukt wird und Einlagen aus dem Bankensystem abzieht; die Nullverzinsung nimmt ihr jeden Anlagecharakter. Eine CBDC ist als Bezahlwerkzeug konzipiert, nicht als Geldanlage.

Der Zahlen-Atlas zeigt vor allem eines: Digitales Zentralbankgeld ist keine Frage des Ob mehr, sondern des Wann und Wie. 94 % der Zentralbanken arbeiten daran, drei Länder sind live, zwei Milliardenstaaten testen im Großformat — und Europa hat sich für den gründlichen Weg mit parlamentarischer Kontrolle entschieden.

Quellen und Methodik

Alle zentralen Zahlen dieses Atlas stammen aus den CBDC-Zentralbankumfragen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sowie aus Veröffentlichungen der jeweiligen Zentralbanken. Die Kennzahl "94 % von 86 Zentralbanken" entstammt der Erhebung 2023 (BIS Papers No 147, veröffentlicht 2024); die Projektion von rund 15 Retail- und 9 Wholesale-CBDCs bis 2030 stammt aus der Erhebung 2022 (BIS Papers No 136, veröffentlicht 2023). Angaben zu Pilotprojekten sind Momentaufnahmen der amtlichen Kommunikation. Stand: Juli 2026.

Häufig gestellte Fragen

Q

Wie viele Länder haben bereits eine CBDC eingeführt?

Drei Länder haben eine Retail-CBDC vollständig eingeführt: die Bahamas (Sand Dollar, 2020), Nigeria (eNaira, 2021) und Jamaika (JAM-DEX, 2022). Große Volkswirtschaften wie China und Indien betreiben umfangreiche Piloten, haben aber formal noch nicht final eingeführt.

Q

Wie viele Zentralbanken arbeiten an einer CBDC?

Laut BIZ-Zentralbankumfrage (Erhebung 2023, BIS Papers No 147) beschäftigen sich 94 Prozent von 86 befragten Zentralbanken mit einer CBDC — von der Analyse über Experimente bis zum Pilotprojekt. Nur 6 Prozent arbeiten derzeit nicht daran.

Q

Was ist der Unterschied zwischen Retail- und Wholesale-CBDC?

Eine Retail-CBDC ist digitales Zentralbankgeld für Bürger und Unternehmen im Alltag. Eine Wholesale-CBDC nutzen ausschließlich Banken untereinander, etwa für die Wertpapierabwicklung. Laut BIZ gilt eine Wholesale-Ausgabe derzeit als wahrscheinlicher als eine Retail-Einführung.

Q

Ist eine CBDC dasselbe wie eine Kryptowährung?

Eine CBDC wird direkt von der Zentralbank ausgegeben und ist staatliches Geld in digitaler Form — stabil und gesetzlich abgesichert. Kryptowerte wie Bitcoin haben keinen staatlichen Emittenten, ihr Wert bildet sich frei am Markt. Beide nutzen teils ähnliche Technik, sind aber grundverschiedene Geldformen.

Q

Wann kommt der digitale Euro?

Die EZB plant einen Pilot ab 2027; eine erste Ausgabe wäre frühestens 2029 möglich — vorausgesetzt, die EU-Gesetzgebung wird rechtzeitig verabschiedet. Die Vorbereitungsphase läuft seit November 2023, der EZB-Rat bestätigte den Fahrplan im Oktober 2025.


Weitere Inhalte







Beliebteste Artikel auf Finalarm

Stöbere auch in den übrigen Inhalten von Finalarm

  • Krypto-Konto eröffnen: Verifizierung, Freischaltung und Ablauf

    Krypto-Konto eröffnen: Verifizierung, Freischaltung und Ablauf

    Vor der ersten Order steht immer die Identifizierung: Das Geldwäschegesetz verlangt Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Anschrift plus einen gültigen Lichtbildausweis, eID oder ein gleichwertiges Verfahren. Dieser Ablauf-Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, welche Unterlagen du brauchst, wie lange die Freischaltung dauert, warum die Steuer-ID abgefragt wird und woran Anträge häufig scheitern.


  • Krypto-Anbieter wechseln: Bestände übertragen oder verkaufen

    Krypto-Anbieter wechseln: Bestände übertragen oder verkaufen

    Beim Wechsel des Krypto-Anbieters gibt es zwei technisch wie steuerlich sehr unterschiedliche Wege: der On-Chain-Transfer auf eine eigene neue Adresse gilt nicht als Veräußerung, Anschaffungsdaten und Haltefrist laufen weiter. Verkauf und Neukauf sind dagegen ein privates Veräußerungsgeschäft nach §23 EStG mit neuer Einjahresfrist. Dieser Beitrag zeigt Ablauf, Nachweise und Aufbewahrungspflichten.


  • Coin-Auswahl und Verfügbarkeit: Was Anbieter handelbar machen

    Coin-Auswahl und Verfügbarkeit: Was Anbieter handelbar machen

    Die Auswahl an handelbaren Kryptowerten unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter deutlich. Dahinter steckt keine Geschmacksfrage, sondern Regulierung: MiCA teilt Kryptowerte in E-Geld-Token, vermögenswertereferenzierte Token und sonstige Kryptowerte ein, jede Kategorie hat eigene Zulassungs- und Whitepaper-Pflichten. Dazu kommen Liquidität, Verwahrbarkeit und interne Listing-Regeln.