Das Wichtigste in Kürze
- Gebührenarten im Überblick: Erfahre, welche drei Kostenarten beim Geldabheben im Ausland anfallen und wie hoch sie typischerweise sind.
- Ablauf am Automaten: Erfahre, wie Kosten beim Abheben entstehen und warum die Währungswahl am Automaten entscheidend ist.
- Kosten nach Kartentyp: Erfahre die Gebührenunterschiede: Girocards kosten 5 bis 10 Euro plus 1 bis 2 Prozent, Kreditkarten 1,5 bis 2,5 Prozent.
- DCC-Falle vermeiden: Erfahre, warum Dynamic Currency Conversion 3 bis 8 Prozent Aufschlag kostet und wie du diese Kostenfalle umgehst.
- Häufige Fragen: Erfahre, warum Kosten von 3 bis 6 Prozent pro Abhebung entstehen und du stets in Landeswährung zahlen solltest.
- Weitere Inhalte: Beiträge zu angrenzenden Themen.
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Definition und Funktion: Gebührenarten beim Geldabheben im Ausland
Beim Geldabheben außerhalb Deutschlands entstehen Kosten durch drei Mechanismen: Fremdautomatengebühren, Auslandseinsatzentgelt und Währungsumrechnungsaufschläge. Die Fremdautomatengebühr erhebt der Automatenbetreiber – typischerweise zwischen 2,50 und 6 Euro pro Transaktion in Europa, außerhalb der EU oft 5 bis 10 Euro. Diese Gebühr wird unabhängig vom abgehobenen Betrag fällig und erscheint als separater Posten auf dem Kontoauszug. Welche Entgelte darüber hinaus auf der Kartenseite stehen, fasst die Kostenübersicht American Express zusammen.
Das Auslandseinsatzentgelt berechnet deine kartenausgebende Bank. In Deutschland liegt es regulär zwischen 1,5 und 2 Prozent des Abhebebetrags, mindestens jedoch 3,50 bis 5 Euro. Die rechtliche Grundlage bildet § 675f BGB in Verbindung mit der EU-Verordnung 2021/1230, die seit Juli 2021 Transparenzpflichten für grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der EU verschärft hat. Banken müssen seitdem vor Abschluss der Transaktion alle Gebühren offenlegen – in der Praxis geschieht das am Bildschirm des Geldautomaten.
Der Währungsumrechnungsaufschlag entsteht bei Abhebungen in Fremdwährung. Banken nutzen den Interbanken-Wechselkurs als Basis und addieren eine Marge von 1 bis 3 Prozent. Bei einem Abhebebetrag von 200 US-Dollar entspricht das bei einem Kurs von 1,10 USD/EUR einem Aufschlag von 1,80 bis 5,45 Euro. Dieser Aufschlag ist nicht stets transparent ausgewiesen, sondern versteckt sich im angewandten Wechselkurs.
Regulatorischer Rahmen und Netzwerk-Regeln
Die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (EU-Richtlinie 2015/2366) verpflichtet Banken zur Ex-ante-Information über alle Entgelte. In der Praxis bedeutet das: Am Geldautomaten muss vor Bestätigung der Transaktion eine Übersicht erscheinen, die Fremdgebühr, Auslandsentgelt und angewandten Wechselkurs auflistet. Verstöße können bei der BaFin gemeldet werden. Mastercard und Visa erheben zusätzlich eine Netzwerkgebühr von etwa 0,1 bis 0,2 Prozent, die jedoch meist im Auslandseinsatzentgelt der Bank enthalten ist und nicht separat ausgewiesen wird.
Innerhalb der Eurozone gilt seit 2002 eine Besonderheit: Abhebungen in Euro unterliegen denselben Gebühren wie im Inland, sofern die Bank keine explizite Auslandsgebühr erhebt. Viele deutsche Banken verzichten auf Fremdautomatengebühren innerhalb von Verbünden wie der Cash Group (rund 5.000 Automaten) oder dem BankCard ServiceNetz (etwa 14.000 Automaten). Außerhalb dieser Netzwerke fallen jedoch auch in der Eurozone Fremdgebühren an.
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Anwendung in der Praxis: Ablauf und Kostenentstehung am Automaten
Der Abhebeprozess im Ausland unterscheidet sich technisch kaum vom Inland-Vorgang. Du steckst die Karte ein, wählst die Sprache, gibst die PIN ein und wählst den Betrag. Kritisch wird es bei der Währungsauswahl: Viele Automaten bieten zwei Optionen – Abrechnung in Landeswährung oder in Euro. Diese Wahl löst unterschiedliche Gebührenstrukturen aus.
Wählst du die Landeswährung, rechnet deine Hausbank zum Interbanken-Wechselkurs plus ihrer Marge ab. Bei Wahl der Euro-Abrechnung greift Dynamic Currency Conversion (DCC) – der Automatenbetreiber rechnet sofort um und zeigt dir den Euro-Betrag an. Das klingt transparent, verursacht aber Aufschläge von 3 bis 8 Prozent gegenüber dem Interbanken-Kurs. Ein Beispiel: Du hebst 1.000 Zloty in Polen ab. Der Interbanken-Kurs liegt bei 4,30 PLN/EUR, also 232,56 Euro. Mit DCC zahlst du möglicherweise 245 Euro – ein Verlust von 12,44 Euro oder 5,3 Prozent.
Gebührenberechnung in der Praxis
Die Gesamtkosten einer Auslandsabhebung setzen sich additiv zusammen. Beispiel: Du hebst 300 Euro in Prag ab. Die Fremdautomatengebühr beträgt 5 Euro, deine Bank erhebt 1,75 Prozent Auslandseinsatzentgelt (5,25 Euro), macht zusammen 10,25 Euro oder 3,4 Prozent des Betrags. Bei kleineren Summen verschlechtert sich das Verhältnis: 100 Euro Abhebung mit denselben Gebühren ergeben 10,25 Prozent Kostenanteil. Einige Banken bieten eine Kreditkarte ohne Auslandsentgelt an, bei der diese Kostenposition entfällt.
Manche Banken staffeln das Auslandseinsatzentgelt nach Regionen. Innerhalb der EU verlangen sie beispielsweise 1,5 Prozent, außerhalb 2 Prozent. Andere Institute arbeiten mit Mindestgebühren: 1,5 Prozent, mindestens jedoch 5 Euro. Das macht Kleinstabhebungen unverhältnismäßig teuer. Eine Abhebung von 50 Euro würde theoretisch 0,75 Euro kosten, durch die Mindestgebühr werden daraus 5 Euro – effektiv 10 Prozent. Einige kostenlose Gold-Kreditkarten verzichten auf solche Mindestgebühren und bieten vorteilhaftere Konditionen.
📌 Good to know
Einige Direktbanken bieten weltweit gebührenfreie Abhebungen an – allerdings nur bis zu einem monatlichen Limit von 500 bis 1.000 Euro. Darüber hinaus fallen reguläre Gebühren an. Prüfe die Konditionen deines Kontos vor Reiseantritt, insbesondere bei längeren Aufenthalten. Die genauen Bedingungen, unter denen eine Kreditkarte kostenloses Geld im Ausland abheben ermöglicht, variieren je nach Bank und Kontomodell.
Technische Abwicklung und Zeitverzögerung
Die Belastung deines Kontos erfolgt nicht sofort. Bei Debitkarten dauert es 1 bis 3 Werktage, bei Kreditkarten bis zur nächsten Abrechnung. Der Wechselkurs wird zum Zeitpunkt der Buchung angewandt, nicht zum Zeitpunkt der Abhebung. Bei volatilen Währungen kann das zu Abweichungen von 0,5 bis 2 Prozent führen. Die Fremdautomatengebühr wird meist sofort abgezogen, das Auslandseinsatzentgelt erscheint als separater Posten auf dem Kontoauszug.
In Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen – beispielsweise Argentinien oder Ägypten – gelten Sonderregeln. Dort existieren oft parallele Wechselkurse: ein offizieller Kurs für Banktransaktionen und ein inoffizieller Marktkurs. Deine Bank rechnet zum offiziellen Kurs ab, der bis zu 50 Prozent ungünstiger sein kann. In solchen Destinationen lohnt sich der Vergleich mit lokalen Wechselstuben oder alternativen Zahlungsmethoden. Eine gute Reisekreditkarte kann helfen, die Kosten durch geringe Gebühren zumindest teilweise abzumildern.
Konditionen und Faktoren: Gebührenhöhe nach Kartentyp und Destination
Die Kosten variieren erheblich nach Kartentyp. Girocards mit Maestro- oder V-Pay-Funktion verursachen im EU-Ausland oft 5 bis 10 Euro Fremdautomatengebühr plus 1 bis 2 Prozent Auslandseinsatzentgelt. Außerhalb Europas funktioniert V-Pay nicht, Maestro nur eingeschränkt. Debitkarten von Visa oder Mastercard sind weltweit einsetzbar, kosten aber ähnlich viel. Auch bei Co-Branding-Karten wie der Amazon Visa im Ausland gelten oft gesonderte Gebührenmodelle.
Kreditkarten zeigen größere Spreads. Klassische Karten deutscher Filialbanken erheben 1,5 bis 2,5 Prozent Auslandseinsatzentgelt plus 3 bis 5 Euro Mindestgebühr. Premium-Karten reduzieren das Entgelt manchmal auf 1 Prozent, verlangen dafür aber Jahresgebühren von 50 bis 200 Euro. Prepaid-Kreditkarten liegen gebührentechnisch im Mittelfeld, haben aber oft niedrigere Abhebungslimits von 500 bis 1.000 Euro pro Tag. Unter welchen Voraussetzungen eine Prepaid Kreditkarte gebührenfrei Geld abheben im Ausland ermöglicht, hängt vom jeweiligen Anbieter ab.
| Kartentyp | Auslandseinsatzentgelt | Fremdautomatengebühr | Typische Gesamtkosten (300 €) |
|---|---|---|---|
| Girocard (Maestro) | 1,5-2 % (mind. 5 €) | 5-10 € | 9,50-16 € (3,2-5,3 %) |
| Debitkarte (Visa/MC) | 1,5-2 % | 3-8 € | 7,50-14 € (2,5-4,7 %) |
| Kreditkarte (Standard) | 1,75-2,5 % | 4-6 € | 9,25-13,50 € (3,1-4,5 %) |
| Direktbank (gebührenfrei) | 0 % (bis Limit) | 0-5 € | 0-5 € (0-1,7 %) |
Regionale Unterschiede und Automatenbetreiber
In der Eurozone fallen Fremdautomatengebühren je nach Betreiber unterschiedlich aus. Sparkassen-Automaten in Österreich oder Spanien verlangen oft 5 bis 6 Euro, unabhängige Betreiber in Touristengebieten bis zu 10 Euro. In Großbritannien liegen die Gebühren bei 2 bis 5 Pfund (2,30 bis 5,80 Euro), in der Schweiz bei 5 bis 8 Franken (5,20 bis 8,30 Euro).
Außerhalb Europas variieren die Kosten stark. In den USA erheben Automatenbetreiber 2,50 bis 5 Dollar Fremdgebühr, in Thailand 220 Baht (etwa 5,80 Euro), in Japan 110 bis 330 Yen (0,70 bis 2,10 Euro). Hinzu kommt jeweils das Auslandseinsatzentgelt deiner Bank. In Schwellenländern mit hoher Inflation – Türkei, Argentinien, Ägypten – ändern sich Gebühren und Limits häufig. Dort empfiehlt sich die Prüfung aktueller Konditionen vor Ort. Diese Gebühren sind ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung zwischen Bargeld oder Kreditkarte auf einer USA-Reise.
💡 Tip
Hebe größere Beträge auf einmal ab, um die Fixkosten zu minimieren. Eine Abhebung von 500 Euro mit 10 Euro Gesamtgebühr kostet 2 Prozent – fünf Abhebungen à 100 Euro mit je 10 Euro Gebühr summieren sich auf 50 Euro oder 10 Prozent. Beachte dabei die Tageslimits deiner Karte und lokale Sicherheitsaspekte. Einige spezielle Kreditkarten umgehen dieses Problem, indem sie das weltweit kostenlose Bargeldabheben ermöglichen.
Einfluss von Wechselkursschwankungen
Bei volatilen Währungen wie türkischer Lira, argentinischem Peso oder südafrikanischem Rand können Wechselkursschwankungen zwischen Abhebung und Buchung 1 bis 3 Prozent ausmachen. Die Banken wenden den Kurs des Buchungstages an, der bei Debitkarten 1 bis 3 Werktage nach der Abhebung liegt. In Extremfällen – etwa bei der türkischen Lira im Jahr 2023 mit Tagesvolatilitäten von bis zu 5 Prozent – kann das die Kosten deutlich erhöhen oder senken.
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Risiken und Sonderfälle: DCC-Fallen und Limits bei Fremdwährung
Dynamic Currency Conversion (DCC) ist die größte Kostenfalle beim Auslandsabheben. Der Mechanismus funktioniert so: Der Automatenbetreiber bietet dir an, in Euro abzurechnen statt in Landeswährung. Du siehst sofort den Betrag in Euro und fühlst dich sicherer. Tatsächlich nutzt der Betreiber einen ungünstigen Wechselkurs mit Aufschlägen von 3 bis 8 Prozent. Die EU-Verordnung 2019/518 schreibt vor, dass beide Optionen mit Wechselkurs und Gesamtkosten angezeigt werden müssen – viele Automaten erfüllen diese Pflicht nur unzureichend. Die Wahl der falschen Währung am Automaten gehört zu den häufigsten Kreditkarten-Fehlern, die dich Geld kosten.
Ein konkretes Beispiel aus Kroatien: Du hebst 1.000 Kuna ab. Der Interbanken-Kurs liegt bei 7,50 HRK/EUR, also 133,33 Euro. Der Automat bietet DCC mit einem Kurs von 7,95 HRK/EUR an – du zahlst 125,79 Euro. Das klingt günstiger, ist aber ein Rechentrick: Der Automat zeigt den Kuna-Betrag nach Abzug seiner Gebühr an, nicht den ursprünglichen Betrag. Real zahlst du durch DCC etwa 5 bis 7 Prozent mehr als bei Abrechnung in Landeswährung.
Abhebungslimits und Sicherheitsmechanismen
Banken setzen Tageslimits für Auslandsabhebungen, typischerweise 500 bis 1.000 Euro bei Girocards, 1.000 bis 2.500 Euro bei Kreditkarten. Diese Limits dienen dem Schutz vor Missbrauch, können aber bei längeren Aufenthalten oder größeren Ausgaben hinderlich sein. Manche Banken erlauben temporäre Limiterhöhungen per App oder Hotline, andere nicht. Dieses Tageslimit ist unabhängig vom monatlichen Kreditkarten-Verfügungsrahmen, der die gesamte Ausgabengrenze festlegt.
In einigen Ländern existieren zusätzlich lokale Abhebungslimits. In Indien beispielsweise erlauben viele Automaten maximal 10.000 Rupien pro Transaktion (etwa 110 Euro), in Thailand 20.000 Baht (etwa 530 Euro). Du musst mehrfach abheben, was die Gebühren multipliziert. In solchen Fällen lohnt sich die Suche nach Automaten größerer Banken, die höhere Limits anbieten.
Sicherheitsrisiken und Skimming
Geldautomaten im Ausland sind häufiger Ziel von Skimming-Angriffen als in Deutschland. Besonders in Osteuropa, Südostasien und Lateinamerika solltest du Automaten in Bankfilialen bevorzugen und das Kartenfach auf Manipulationen prüfen. Das BKA (Bundeskriminalamt) registrierte 2022 laut Bundeslagebild 498 Skimming-Fälle (Kartendatenerlangung an Geldautomaten). Schäden werden zwar meist von der Bank erstattet, die Sperrung und Neuausstellung der Karte dauert jedoch 5 bis 10 Werktage – im Urlaub ein erhebliches Problem. Die gesetzlichen Regelungen zur Haftung bei Kreditkartendiebstahl begrenzen dabei den finanziellen Schaden für Karteninhaber.
Ein weiteres Risiko sind Automaten in abgelegenen oder schlecht beleuchteten Bereichen. Dort besteht erhöhte Gefahr von Diebstahl oder Überfällen unmittelbar nach der Abhebung. In Hochrisikoländern – etwa in Teilen Südafrikas oder Brasiliens – empfehlen Sicherheitsbehörden, nur tagsüber und in belebten Gegenden abzuheben.
📌 Good to know
Manche Länder verlangen eine lokale Registrierung der Karte vor der ersten Nutzung. In Indien musst du beispielsweise bei manchen Banken eine SMS-Verifizierung durchführen, in China funktionieren ausländische Karten nur an bestimmten Automaten mit „UnionPay“-Logo. Informiere dich vor Reiseantritt über länderspezifische Besonderheiten.
Notfallszenarien und Kartensperrung
Bei Kartenverlust oder -diebstahl im Ausland greift der zentrale Sperr-Notruf 116 116 (aus dem Ausland +49 116 116). Die Sperrung erfolgt innerhalb von Minuten, die Zusendung einer Ersatzkarte dauert jedoch 3 bis 7 Werktage. Einige Premium-Kreditkarten bieten Express-Ersatzkarten innerhalb von 24 bis 48 Stunden, meist gegen Aufpreis von 50 bis 100 Euro. Alternativ kannst du über Western Union oder MoneyGram Bargeld empfangen – die Gebühren liegen bei 5 bis 15 Prozent des Betrags. Solche Zusatzleistungen sind oft Bestandteil einer exklusiven Black Kreditkarte, die weitere Reisevorteile bündelt.
In Ländern mit eingeschränkter Bankinfrastruktur – etwa in ländlichen Regionen Afrikas oder Zentralasiens – kann der Zugang zu Geldautomaten generell schwierig sein. Dort empfiehlt sich eine Kombination aus mehreren Zahlungsmitteln: zwei Karten verschiedener Anbieter, eine kleine Menge US-Dollar oder Euro in bar als Reserve. Die Diversifikation minimiert das Risiko, komplett zahlungsunfähig zu werden.
EC-Automat im Ausland: Gebühren nach Kartentyp und Region im Vergleich
„EC-Karte“ und „EC-Automat“ sind die umgangssprachlichen Altbegriffe für die heutige Girocard – das electronic-cash-System wurde 2007 in Girocard umbenannt. Für die Kosten am Automaten zählt weniger der Name als die Kombination aus Kartentyp und Währung: Entscheidend ist, ob du mit einer Girocard beziehungsweise Debitkarte oder einer Kreditkarte abhebst und ob du Euro oder eine Fremdwährung beziehst. Die Übersicht ordnet die drei Kostenblöcke – Automatenbetreiber-Entgelt, Auslandseinsatzentgelt und DCC-Aufschlag – nach beiden Faktoren. Der grundlegende Unterschied zwischen Girocard, Debit- oder Kreditkarte bestimmt dabei die anfallenden Gebühren.
| Gebührenart | Girocard/Debitkarte – Eurozone (Euro) | Girocard/Debitkarte – Fremdwährung | Kreditkarte – Eurozone (Euro) | Kreditkarte – Fremdwährung |
|---|---|---|---|---|
| Automatenbetreiber-Entgelt (Fremdautomat) | 0–6 € (im Verbund oft 0 €) | 5–10 € | 0–6 € | 5–10 € |
| Auslandseinsatzentgelt / Fremdwährungsgebühr | meist 0 % (wie im Inland) | 1,5–2 % | meist 0 % | 1,5–2,5 % |
| DCC-Aufschlag (bei Euro-Abrechnung) | entfällt | 3–8 % | entfällt | 3–8 % |
| Wechselkursmarge der Bank | entfällt | 1–3 % | entfällt | 1–3 % |
In der Eurozone bleibt die Abhebung in Euro meist so günstig wie im Inland – Auslandseinsatzentgelt, DCC und Wechselkursmarge entfallen komplett. Nahezu alle Kosten entstehen erst im Fremdwährungsraum, und der DCC-Aufschlag von 3 bis 8 Prozent kommt nur dazu, wenn du am Automaten die Euro-Abrechnung bestätigst. Bei Kreditkarten gilt eine Besonderheit: Viele Institute berechnen für Bargeldabhebungen eine separate Abhebungsgebühr von 2 bis 4 Prozent (mindestens 5 bis 6 Euro) und verzinsen den Betrag ab dem Abhebetag – unabhängig vom Auslandseinsatzentgelt und auch innerhalb der Eurozone. Vor der nächsten Fernreise lohnt deshalb ein Blick auf den Überblick zur Kreditkarte ohne Auslandsgebühren. Diese sofortige Verzinsung kann je nach Anbieter teuer werden, wie ein Vergleich von Kreditkarten mit günstigen Zinsen zeigt.
So vermeidest du Gebühren am EC-Automaten im Ausland
Den größten Hebel hast du bei der Währungswahl und beim Kartentyp. Vier Maßnahmen senken die Kosten spürbar:
- Immer in Landeswährung abrechnen: Lehne die Euro-Umrechnung (DCC) am Automaten ab. Deine Bank rechnet zum Interbanken-Kurs plus Marge ab und liegt damit 3 bis 8 Prozent günstiger.
- Karte ohne Auslandseinsatzentgelt nutzen: Debit- und Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühr sparen im Nicht-Euro-Ausland 1,5 bis 2,5 Prozent pro Abhebung.
- Größere Beträge seltener abheben: Weil das Automatenentgelt als Fixbetrag anfällt, sinkt der prozentuale Kostenanteil mit der Abhebehöhe. 500 Euro auf einmal statt fünfmal 100 Euro spart bei 6 Euro Fixgebühr rund 24 Euro.
- Automaten von Banken bevorzugen: Geräte unabhängiger Betreiber in Flughäfen und Touristenzonen verlangen häufig höhere Entgelte und drängen aktiver zur DCC-Abrechnung.
Quellen
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet Geldabheben im Ausland durchschnittlich?
Die Gesamtkosten liegen typischerweise zwischen 3 und 6 Prozent des abgehobenen Betrags. Bei einer Abhebung von 300 Euro fallen etwa 9 bis 18 Euro an – bestehend aus Fremdautomatengebühr (5-10 Euro) und Auslandseinsatzentgelt (1,5-2 Prozent). Außerhalb der EU können zusätzliche Währungsumrechnungsaufschläge von 1 bis 3 Prozent hinzukommen. Direktbanken mit gebührenfreien Abhebungen reduzieren die Kosten auf 0 bis 2 Prozent.
Sollte ich am Automaten in Euro oder Landeswährung abrechnen?
Wähle stets die Landeswährung. Bei Abrechnung in Euro greift Dynamic Currency Conversion (DCC) mit Aufschlägen von 3 bis 8 Prozent. Deine Hausbank rechnet bei Landeswährung zum günstigeren Interbanken-Kurs plus ihrer Marge ab – meist 1 bis 2 Prozent günstiger als DCC. Die EU-Verordnung 2019/518 verpflichtet Automaten, beide Optionen mit Wechselkurs anzuzeigen – vergleiche die Beträge vor Bestätigung.
Gibt es Karten ohne Auslandsgebühren?
Mehrere Direktbanken bieten Karten mit weltweiten gebührenfreien Abhebungen an – meist mit monatlichem Limit von 500 bis 1.000 Euro. Darüber hinaus fallen reguläre Gebühren an. Fremdautomatengebühren des Betreibers können trotzdem anfallen, werden aber von einigen Anbietern erstattet. Prüfe die Konditionen genau: Manche Banken verlangen Mindestgeldeingang oder erheben ab dem zweiten Jahr Kontoführungsgebühren. Ein Kreditkartenvergleich hilft bei der Auswahl. Besonders bei Kreditkarten von FinTechs und Digitalbanken finden sich oft solche vorteilhaften Konditionen für das Ausland. Die Angebote unterscheiden sich darin, ob neben den Abhebungen auch die Karte selbst als gebührenfreie Kreditkarte ohne Jahresgebühr geführt wird.
Was passiert bei Kartenverlust im Ausland?
Sperre die Karte sofort über den zentralen Notruf 116 116 (aus dem Ausland +49 116 116). Die Sperrung erfolgt innerhalb von Minuten. Eine Ersatzkarte wird per Post zugestellt – Lieferzeit 3 bis 7 Werktage, bei Premium-Karten gegen Aufpreis 24 bis 48 Stunden. Alternativ kannst du über Western Union oder MoneyGram Bargeld empfangen, die Gebühren liegen bei 5 bis 15 Prozent. Führe stets eine zweite Karte eines anderen Anbieters als Reserve mit.
Was kostet Geldabheben mit der EC-Karte (Girocard) im Ausland?
Im Nicht-Euro-Ausland liegen die Kosten bei einer Girocard typischerweise bei 5 bis 10 Euro Automatenentgelt plus 1,5 bis 2 Prozent Auslandseinsatzentgelt. Bei 300 Euro summiert sich das auf etwa 9,50 bis 16 Euro. Innerhalb der Eurozone fällt meist nur das Automatenentgelt des Betreibers an, sofern deine Bank keine gesonderte Auslandsgebühr erhebt. Außerhalb Europas funktionieren Maestro und V-Pay nur eingeschränkt – eine Debit- oder Kreditkarte von Visa oder Mastercard ist dort zuverlässiger. Der Grund für die eingeschränkte Funktion liegt in der Architektur des rein europäischen Bezahlsystems V-Pay.
Ist Geldabheben in der Eurozone kostenlos?
In der Eurozone kostet die Abhebung meist so viel wie im Inland, weil Auslandseinsatzentgelt und Umrechnungsaufschlag bei einer Euro-Transaktion entfallen. Übrig bleibt das Automatenbetreiber-Entgelt: Innerhalb von Verbünden wie der Cash Group ist es häufig 0 Euro, an fremden Automaten fallen 2,50 bis 6 Euro an. Kreditkarten sind eine Ausnahme – hier können eine separate Bargeldabhebungsgebühr und Sollzinsen ab dem Abhebetag auch in der Eurozone anfallen. Der Verzicht auf solche Gebühren ist ein wichtiges Merkmal, das eine günstige Kreditkarte auszeichnet.



















