Themen in diesem Artikel:
- Was ist Blur?: Erfahre, warum Blur seit Oktober 2022 der bevorzugte NFT-Marktplatz für professionelle Ethereum-Trader ist.
- Kernfunktionen im Detail: Entdecke Sweeping, Bidding, Snipe-Enthüllung und Echtzeit-Daten mit 4-Sekunden-Updates.
- Portfolio-Management und Blend: Verstehe, wie Echtzeit-P&L und das NFT-Kreditprotokoll Blend deine Liquidität erhöhen.
- Gebühren und BLUR-Token: Vergleiche 0 % Marktplatzgebühren mit OpenSea und lerne das Airdrop-System mit 3 Mrd. Token kennen.
- Blur vs. OpenSea: Vergleiche beide Plattformen nach Gebühren, Geschwindigkeit, Blockchains und Zielgruppe direkt gegenüber.
- Marktentwicklung seit 2022: Finde heraus, wie Blur mit 56,8 % Marktanteil OpenSea überholte und 7,4 Mrd. USD GMV erreichte.
- Häufige Fragen: Überblick über Wallets, Sicherheit, Blockchains und Eignung für Einsteiger in kompakter FAQ-Form.
Was ist Blur? Der NFT-Marktplatz für professionelle Trader
Blur ist ein Ethereum-basierter NFT-Marktplatz und gleichzeitig ein plattformübergreifender Aggregator. Gestartet am 19. Oktober 2022, hat die Plattform den NFT-Handel grundlegend verändert. Das Ziel war von Anfang an klar: keine bunte Galerie für Gelegenheitskäufer, sondern ein Werkzeug für ernsthafte Händler.
Wer Blur zum ersten Mal öffnet, sieht kein Schaufenster mit hübschen Bildern. Stattdessen empfängt dich ein Trading-Dashboard, das eher an eine Börsenoberfläche erinnert. Orderbücher, Echtzeit-Preisfeeds, Tiefendiagramme – das ist die Sprache von Blur. Diese Designentscheidung ist kein Zufall, sondern Programm.
Die Plattform kombiniert zwei Rollen in einer einzigen Oberfläche. Als Marktplatz ermöglicht Blur das direkte Listing und den Kauf von NFTs auf der eigenen Infrastruktur. Als Aggregator zeigt sie gleichzeitig Listings von anderen Plattformen an – darunter auch OpenSea. Du kannst also NFTs plattformübergreifend durchsuchen und kaufen, ohne zwischen mehreren Tabs wechseln zu müssen. Reine Aggregatoren wie Gem.xyz bieten diese Kombination nicht: Sie zeigen fremde Listings, haben aber keine eigene Listing-Infrastruktur.
Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gehalten – zumindest technisch. Eine Registrierung ist nicht erforderlich. KYC-Verifizierung gibt es nicht. Du verbindest einfach deine Wallet und legst los. Unterstützt werden MetaMask, WalletConnect, Coinbase Wallet und OKX Wallet. Das reicht für die überwiegende Mehrheit der aktiven NFT-Trader.
Auf der Blockchain-Seite setzt Blur primär auf Ethereum. Seit 2024 ist auch Blast integriert – eine Ethereum-Layer-2-Blockchain, die Blur selbst mitentwickelt hat. Andere Chains wie Solana, Polygon oder BNB Chain werden nicht unterstützt. Das ist ein bewusster Fokus: Ethereum ist nach wie vor die dominierende Chain für hochpreisige NFT-Kollektionen, und genau dort spielt sich das professionelle Handelsgeschehen ab.
Für wen ist Blur also geeignet? Für Trader, die täglich mehrere Transaktionen durchführen, Floor-Bewegungen in Echtzeit verfolgen und Positionen schnell auf- und abbauen wollen. Wer zum ersten Mal ein NFT kaufen möchte oder einfach eine hübsche Galerie sucht, ist bei Blur falsch. Die Oberfläche setzt Marktkenntnisse voraus – es gibt keine kuratierten Empfehlungen, keine Einführungsführer und keine vereinfachten Kaufprozesse für Anfänger.
Über 300.000 NFT-Investoren nutzen Blur aktiv. Das klingt nach wenig im Vergleich zu OpenSeas breiterer Nutzerbasis – aber die Handelsvolumina erzählen eine andere Geschichte, wie wir weiter unten sehen werden.
Die wichtigsten Funktionen von Blur im Detail
Blur ist nicht einfach ein weiterer NFT-Marktplatz mit ein paar Extras. Die Plattform hat mehrere strukturelle Innovationen eingeführt, die den NFT-Handel fundamental verändert haben. Hier sind die wichtigsten Funktionen im Detail.
Aggregator-Funktion
Blur bündelt Listings von mehreren Marktplätzen in einer einzigen Oberfläche. Das bedeutet: Du siehst alle verfügbaren Angebote für eine Kollektion – egal ob sie auf Blur selbst, auf OpenSea oder anderswo gelistet sind. Käufe sind direkt über die Blur-Oberfläche möglich, ohne die Plattform zu wechseln. Für aktive Trader spart das erheblich Zeit und reduziert die Gefahr, günstige Listings zu verpassen.
Kollektionsgebote (Bidding)
Das ist eine der wichtigsten strukturellen Innovationen von Blur. Klassische NFT-Marktplätze erlauben Gebote nur auf einzelne NFTs. Blur ermöglicht Gebote auf ganze Kollektionen. Das Prinzip funktioniert wie ein Orderbuch: Du bietest einen Preis für jedes NFT einer Kollektion. Sobald ein Verkäufer sein NFT zu oder unter deinem Gebotspreis listet, wird automatisch zum Gebotspreis verkauft. Das schafft echte Liquidität – Verkäufer wissen, dass sie sofort zum Marktpreis verkaufen können, ohne auf einen spezifischen Käufer warten zu müssen.
Sweeping (Floor Sweeping)
Mit der Sweep-Funktion kannst du bis zu 30 NFTs einer Kollektion in einem einzigen Vorgang kaufen. Die Optimize-Sweep-Option sortiert dabei automatisch nach aufsteigendem Preis – du kaufst also zuerst die günstigsten verfügbaren NFTs. Laut verfügbaren Daten ist diese Funktion bis zu zehnmal schneller als vergleichbare Implementierungen auf anderen Plattformen. Für Trader, die Floor-Positionen aufbauen wollen, ist das ein erheblicher Vorteil: Schnelligkeit entscheidet oft darüber, wer die günstigsten NFTs bekommt.
Snipe-Enthüllung
Blur zeigt neue Listings in Echtzeit an – und zwar bevor sie andere NFT-Aggregatoren erreichen. Das gibt dir als Blur-Nutzer einen Zeitvorsprung beim Identifizieren von günstig gelisteten oder seltenen NFTs. In einem Markt, in dem Sekunden entscheiden können, ist dieser Informationsvorsprung bares Geld wert.
Markttiefendiagramm
Blur visualisiert Angebot und Nachfrage für NFT-Kollektionen in einem Echtzeit-Tiefendiagramm – vergleichbar mit dem Orderbuch-Tiefendiagramm aus dem klassischen Aktienhandel. Du siehst auf einen Blick, wie viele NFTs zu welchen Preisen verfügbar sind und wo die Gebotskonzentration liegt. Das ermöglicht fundierte Entscheidungen über Einstiegs- und Ausstiegspunkte.
Live-Aktivitäts-Feed
Ein kontinuierlicher Echtzeit-Feed zeigt alle aktuellen Transaktionen auf der Plattform: Gebote, Verkäufe, neue Listings, Transfers. Du kannst damit beobachten, wie sich der Markt in Echtzeit bewegt – welche Kollektionen gerade aktiv gehandelt werden, wo Gebote platziert werden und welche Preisbewegungen sich abzeichnen.
Erweiterte Listing-Optionen
Blur bietet mehr als das einfache Listing zu einem Festpreis. Verfügbar sind Mindestpreis-Listing, Feature-Mindestpreis und gestaffelte Auflistung (Tiered Listing). Diese Optionen geben Verkäufern mehr Kontrolle über ihre Preisstrategie – besonders nützlich für Trader, die größere Positionen schrittweise abbauen wollen.
Floor-Daten-Aktualisierung
Floor-Preise werden alle vier Sekunden aktualisiert. Das klingt nach einem technischen Detail, ist aber für aktive Trader entscheidend. Veraltete Floor-Daten können zu Fehlentscheidungen führen – du kaufst zu teuer oder verkaufst zu günstig. Mit einem 4-Sekunden-Intervall bist du näher am tatsächlichen Marktgeschehen als auf den meisten anderen Plattformen.
📌 Good to know
Die Kombination aus Snipe-Enthüllung, 4-Sekunden-Floor-Updates und bis zu 10× schnellerem Sweeping macht Blur besonders attraktiv für Trader, die auf Geschwindigkeit angewiesen sind. Wer NFTs als langfristige Sammlung betrachtet, braucht diese Funktionen nicht – für aktive Händler sind sie jedoch entscheidend.
Portfolio-Management und Blend: Liquidität für NFT-Positionen
Zwei Bereiche von Blur werden oft unterschätzt: das integrierte Portfolio-Management und das Kreditprotokoll Blend. Beide adressieren echte Probleme, mit denen professionelle NFT-Trader täglich konfrontiert sind.
Portfolio-Management in Echtzeit
Das dedizierte Portfolio-Tab zeigt dir deinen gesamten NFT-Bestand auf einen Blick. Wichtiger noch: Du siehst nicht realisierte Gewinne und Verluste in Echtzeit. Das ist im NFT-Bereich keine Selbstverständlichkeit. Klassische Marktplätze zeigen dir, was du besitzt – aber nicht, wie sich der Wert deiner Positionen entwickelt hat.
Blur berechnet dein unrealisiertes P&L auf Basis der aktuellen Floor-Preise, die wie erwähnt alle vier Sekunden aktualisiert werden. Du siehst also kontinuierlich, ob deine Positionen im Plus oder Minus liegen. Dazu kommt eine vollständige Aktivitätshistorie: alle Käufe, Verkäufe, Transfers und Gebote sind chronologisch dokumentiert.
Besonders praktisch sind die Batch-Operationen. Du kannst mehrere NFTs gleichzeitig kaufen, listen oder transferieren – alles in Sekundenschnelle. Wer schon einmal versucht hat, zehn NFTs einzeln auf einem klassischen Marktplatz zu listen, weiß, wie zeitaufwendig das sein kann. Blur löst dieses Problem mit einer einzigen Batch-Aktion.
Blend: Das NFT-Kreditprotokoll
Blend ist eine der strukturell bedeutsamsten Innovationen, die Blur eingeführt hat. Es handelt sich um ein Peer-to-Peer-NFT-Kreditprotokoll – und es funktioniert grundlegend anders als klassische DeFi-Kreditprotokolle.
Das Prinzip ist einfach: Du hinterlegst ein NFT als Sicherheit und leihst dir ETH dagegen. Keine festen Gebühren, keine Ablaufdaten. Der Kredit läuft so lange, bis du ihn zurückzahlst oder ein Kreditgeber die Refinanzierung auslöst. Das gibt dir als Kreditnehmer erhebliche Flexibilität.
Warum ist das wichtig? NFTs sind notorisch illiquide. Du kannst ein wertvolles NFT besitzen und trotzdem kein Kapital für andere Investitionen haben – weil du das NFT nicht verkaufen willst oder der Markt gerade ungünstig ist. Blend löst dieses Problem: Du behältst das NFT, erhältst aber sofort ETH, die du anderweitig einsetzen kannst.
Für Kreditgeber ist Blend ebenfalls attraktiv: Sie verdienen Zinsen auf ihre ETH, abgesichert durch NFTs als Sicherheit. Das schafft einen neuen Markt für NFT-besicherte Kredite, der vorher in dieser Form nicht existierte.
Gegenüber klassischen NFT-Marktplätzen ohne Kreditfunktion ist Blend ein echter Differenziator. OpenSea bietet kein vergleichbares Protokoll. Für professionelle Trader, die ihre Kapitaleffizienz maximieren wollen, ist Blend ein starkes Argument für Blur.
💡 Tip
Blend eignet sich besonders für Trader mit Blue-Chip-NFTs (z. B. aus etablierten Kollektionen), die kurzfristig Liquidität benötigen, ohne ihre Position aufzugeben. Achte dabei auf die Refinanzierungsbedingungen – wenn ein Kreditgeber die Refinanzierung auslöst, hast du eine begrenzte Zeit zur Reaktion.
Gebühren und BLUR-Token: Kostenstruktur und Anreizmechanismus
Die Gebührenstruktur von Blur ist einer der stärksten Wettbewerbsvorteile der Plattform. Und das BLUR-Token-System hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Plattform innerhalb weniger Monate zur dominierenden Kraft im NFT-Handel wurde.
0 % Marktplatzgebühren
Blur erhebt keine Transaktionsgebühren auf NFT-Verkäufe. Null Prozent. Das ist der wichtigste Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz. OpenSea berechnet 2,5 % auf jeden Verkauf. Bei einem monatlichen Handelsvolumen von 100.000 USD macht das eine Ersparnis von 2.500 USD pro Monat – allein durch die Wahl der Plattform.
Für hochvolumige Trader summieren sich diese Ersparnisse schnell. Wer monatlich eine Million USD Volumen handelt, spart 25.000 USD im Vergleich zu OpenSea. Das ist kein marginaler Unterschied – das ist ein struktureller Kostenvorteil, der professionelle Trader zwingt, Blur ernstzunehmen.
Zusätzlich fallen reguläre Ethereum-Gas-Gebühren an. Diese sind nicht Blur-spezifisch, sondern netzwerkbedingt und variieren je nach Netzwerkauslastung. Blur hat keinen Einfluss darauf.
Royalties: Optional und anpassbar
Blur empfiehlt eine Standard-Royalty von 0,5 % – zahlbar vom Käufer. Dieser Wert ist jedoch vollständig anpassbar und kann auf 0 % gesetzt werden. Ersteller können ihren Royalty-Prozentsatz selbst festlegen. Das gibt Kreativen Kontrolle über ihre Einnahmen, während Käufer und Verkäufer die Flexibilität haben, Royalties zu minimieren.
BLUR-Token: Governance und Anreiz
Der BLUR-Token ist ein nativer ERC-20 Governance-Token mit einer Gesamtversorgung von 3 Milliarden Token. Die Verteilung ist community-freundlich gestaltet: 51 % gehen an die Community, 29 % an Mitwirkende (Team und Entwickler), 19 % an frühe Investoren und 1 % an Berater.
Das Airdrop-System funktioniert über Treuepunkte. Du sammelst Punkte durch aktives Listing, Bieten und Handeln auf der Plattform. Am Ende jeder Saison werden diese Punkte in BLUR-Token umgewandelt und ausgeschüttet. In den ersten beiden Saisons wurden insgesamt 700 Millionen BLUR-Token an die Community verteilt. Im September 2024 waren bereits 1,85 Milliarden BLUR im Umlauf.
Dieses System hat einen direkten Effekt auf das Handelsverhalten: Trader haben einen finanziellen Anreiz, aktiv auf Blur zu handeln – nicht nur wegen der niedrigen Gebühren, sondern auch wegen der Token-Belohnungen. Das erklärt teilweise, warum Blur trotz weniger täglicher Nutzer als OpenSea ein deutlich höheres Handelsvolumen generiert hat.
BLUR-Token-Verteilung nach Empfängergruppen in Prozent
Die Token-Verteilung zeigt: Mit 51 % für die Community ist Blur stärker community-orientiert als viele andere Protokolle. Das 12 %-Airdrop-Kontingent und der 39 %-Community-Fonds sollen langfristig aktive Nutzer belohnen und die Plattform dezentralisieren.
Blur vs. OpenSea: Funktions- und Gebührenvergleich
Blur und OpenSea sind die beiden dominierenden Kräfte im Ethereum-NFT-Markt – aber sie verfolgen grundlegend unterschiedliche Strategien. Ein direkter Vergleich zeigt, wo jede Plattform glänzt und wo sie Schwächen hat.
Der offensichtlichste Unterschied ist der Preis. Blur berechnet 0 % Marktplatzgebühren, OpenSea 2,5 %. Bei einem monatlichen Handelsvolumen von 100.000 USD bedeutet das 2.500 USD Ersparnis pro Monat auf Blur. Für professionelle Trader, die täglich handeln, ist das ein entscheidender Faktor.
Beim Sweeping hat Blur einen klaren Geschwindigkeitsvorteil: bis zu zehnmal schneller als OpenSea, mit bis zu 30 NFTs in einem einzigen Vorgang. Das Kollektions-Bidding mit Orderbuch-Mechanismus ist bei Blur deutlich ausgereifter – OpenSea bietet eingeschränkte Bidding-Optionen ohne vergleichbare Tiefe.
Die Aggregator-Funktion ist ein weiterer Blur-Vorteil: Du siehst OpenSea-Listings direkt in Blur. OpenSea bietet keine Aggregation fremder Plattformen. Blur-Nutzer haben also Zugang zu einem breiteren Angebot, ohne die Plattform wechseln zu müssen.
Wo OpenSea punktet: Blockchain-Vielfalt. OpenSea unterstützt 19 verschiedene Blockchains – von Ethereum über Polygon bis Solana. Blur beschränkt sich auf Ethereum und Blast. Wer NFTs auf anderen Chains handelt, kommt an OpenSea nicht vorbei.
Interessant ist das Verhältnis zwischen Nutzerzahlen und Handelsvolumen. Im Januar 2024 hatte OpenSea mit rund 16.000 täglichen Nutzern deutlich mehr aktive User als Blur mit etwa 5.000. Trotzdem erzielte Blur das fünffache Handelsvolumen von OpenSea. Das erklärt sich durch die Nutzerstruktur: Blur-Trader handeln aktiver und in größeren Volumina – genau das, wofür die Plattform gebaut wurde.
Im Februar 2025 hat sich das Bild vorübergehend verschoben: Nach der Ankündigung des SEA-Tokens stieg OpenSeas Marktanteil von 25 % auf 71,5 % – ein deutlicher Beweis dafür, wie stark Token-Anreize das Nutzerverhalten beeinflussen. Blur kennt diesen Mechanismus aus eigener Erfahrung.
| Merkmal | Blur | OpenSea |
|---|---|---|
| Marktplatzgebühren | 0 % | 2,5 % |
| Royalties | Optional, 0–0,5 % | Variabel, teils verpflichtend |
| Sweeping | Bis zu 30 NFTs, bis zu 10× schneller | Vorhanden, langsamer |
| Kollektionsgebote | Ja, Orderbuch-Mechanismus | Eingeschränkt |
| Aggregator-Funktion | Ja (inkl. OpenSea-Listings) | Nein |
| Floor-Daten-Update | Alle 4 Sekunden | Langsamer |
| NFT-Kreditprotokoll | Ja (Blend) | Nein |
| Unterstützte Blockchains | 2 (Ethereum, Blast) | 19 |
| Zielgruppe | Professionelle Trader | Breite Masse, Einsteiger |
| Token-Belohnungssystem | Ja (BLUR-Airdrops) | SEA-Token angekündigt |
| Tägliche Nutzer (Jan. 2024) | ca. 5.000 | ca. 16.000 |
| Handelsvolumen-Verhältnis (Jan. 2024) | 5× höher als OpenSea | Basis |
Das Fazit ist eindeutig: Blur ist die bessere Wahl für aktive, volumenstärkere Trader auf Ethereum. OpenSea bleibt die bessere Option für Einsteiger, Multi-Chain-Nutzer und alle, die eine intuitive Oberfläche bevorzugen.
Marktentwicklung: Wie Blur den NFT-Markt verändert hat
Die Geschichte von Blur ist eine der bemerkenswertesten Wachstumsgeschichten im Krypto-Bereich der letzten Jahre. In weniger als vier Monaten nach dem Launch hat die Plattform den langjährigen Marktführer OpenSea vom ersten Platz verdrängt.
Im Februar 2023 erreichte Blur einen Marktanteil von 56,8 % am gesamten NFT-Handelsvolumen. Das monatliche Handelsvolumen betrug in diesem Monat 1,07 Milliarden USD. An Spitzentagen wurden bis zu 100 Millionen USD täglich umgesetzt. Diese Zahlen sind umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Blur erst vier Monate zuvor gestartet war.
Was hat diesen rasanten Aufstieg ermöglicht? Drei Faktoren spielten zusammen. Erstens die 0 %-Gebührenstruktur, die professionelle Trader sofort anzog. Zweitens die technischen Vorteile – schnelleres Sweeping, Echtzeit-Daten, Orderbuch-Bidding. Drittens und vielleicht am wichtigsten: das Airdrop-System. Trader hatten einen direkten finanziellen Anreiz, auf Blur zu handeln. Jede Transaktion, jedes Gebot, jedes Listing brachte Treuepunkte und damit Token-Belohnungen.
Im Januar 2024 war Blurs Dominanz nach Volumen noch deutlicher: Das Handelsvolumen war fünfmal höher als das von OpenSea – trotz dreimal weniger täglicher Nutzer. Das zeigt, dass Blur eine kleine, aber extrem aktive Trader-Community aufgebaut hat, die in hohen Volumina handelt.
Seit dem Peak hat sich der Markt abgekühlt. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen lag im September 2024 bei rund 3 Millionen USD – ein deutlicher Rückgang vom Höchststand. Das spiegelt jedoch die allgemeine Abkühlung des NFT-Marktes wider, nicht eine Schwäche von Blur im Speziellen. Das gesamte Gross Merchandise Volume (GMV) seit Launch beläuft sich auf 7,4 Milliarden USD – eine beeindruckende Zahl für eine Plattform, die erst 2022 gestartet ist.
Im Februar 2025 zeigte sich, wie fragil Marktanteile im NFT-Bereich sein können. Nach der Ankündigung des SEA-Tokens durch OpenSea stieg dessen Marktanteil innerhalb kurzer Zeit von 25 % auf 71,5 %. Das Token-Anreiz-System, das Blur groß gemacht hat, funktioniert also auch für die Konkurrenz. Blur hat diesen Mechanismus nicht erfunden – aber es hat ihn im NFT-Bereich salonfähig gemacht.
Langfristig hat Blur den NFT-Markt strukturell verändert. Kollektionsgebote mit Orderbuch-Mechanismus, NFT-besicherte Kredite über Blend, plattformübergreifende Aggregation – das sind Innovationen, die den Standard für professionelle NFT-Plattformen neu definiert haben. Ob Blur seinen Marktanteil langfristig halten kann, hängt von der weiteren Entwicklung des NFT-Marktes und der Konkurrenz durch OpenSea und neue Plattformen ab.
📌 Good to know
Blur hat mit dem Blast-Layer-2-Netzwerk eine eigene Blockchain mitentwickelt. Das gibt der Plattform langfristig mehr Kontrolle über Transaktionskosten und -geschwindigkeit – ein strategischer Vorteil, der über den reinen Marktplatz hinausgeht.
Die Entwicklung zeigt auch: Im NFT-Markt ist Loyalität oft finanziell motiviert. Trader folgen den besten Konditionen und den attraktivsten Token-Anreizen. Blur hat das früh verstanden und seinen Aufstieg darauf aufgebaut. Die Frage für 2026 und darüber hinaus ist, ob die Plattform genug intrinsischen Wert bietet, um Trader auch ohne Airdrop-Anreize zu halten.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sind die Gebühren auf Blur?
Blur erhebt 0 % Marktplatzgebühren auf alle NFT-Verkäufe. Es wird eine optionale Standard-Royalty von 0,5 % empfohlen, die auf 0 % gesenkt werden kann. Reguläre Ethereum-Gas-Gebühren fallen zusätzlich an.
Was ist die Sweep-Funktion bei Blur?
Mit der Sweep-Funktion kaufst du bis zu 30 NFTs einer Kollektion gleichzeitig. Die Optimize-Sweep-Option sortiert automatisch nach aufsteigendem Preis. Die Funktion ist bis zu zehnmal schneller als bei Konkurrenzplattformen.
Was ist Blend und wie funktioniert das NFT-Kreditprotokoll?
Blend ist ein Peer-to-Peer-NFT-Kreditprotokoll von Blur. Du hinterlegst ein NFT als Sicherheit und leihst dir ETH dagegen – ohne feste Gebühren oder Ablaufdaten. Das erhöht die Liquidität von NFT-Positionen erheblich.
Ist Blur für Einsteiger geeignet?
Nein. Blur ist explizit für erfahrene Trader konzipiert. Die datenintensive Oberfläche setzt Marktkenntnisse voraus. Es gibt keine kuratierten Empfehlungen oder vereinfachten Kaufprozesse für Anfänger.
Welche Wallets und Blockchains unterstützt Blur?
Blur unterstützt MetaMask, WalletConnect, Coinbase Wallet und OKX Wallet. Blockchains sind Ethereum (primär) und Blast (Ethereum-L2, seit 2024). Solana, Polygon und andere Chains werden nicht unterstützt.
Wie funktioniert das BLUR-Token-Airdrop-System?
Nutzer sammeln Treuepunkte durch aktives Listing, Bieten und Handeln auf der Plattform. Am Ende jeder Saison werden Punkte in BLUR-Token umgewandelt. In den ersten zwei Saisons wurden 700 Millionen BLUR an die Community ausgeschüttet.
Wie sicher ist die Nutzung von Blur?
Blur gilt als technisch sicher und wird von über 300.000 Nutzern verwendet. Hauptrisiken sind externe Faktoren: Phishing-Seiten und gefälschte Airdrop-Kampagnen. Nutze stets die offizielle Domain und stelle sicher, dass du im Ethereum Mainnet bist.


