Debit-Kreditkarte und Schufa: So wirkt der Kartentyp auf den Score

Das Wichtigste in Kürze:

Debitkarten tauchen in der Schufa-Akte nicht auf, echte Kreditkarten werden mit dem Merkmal CC eingetragen. Seit März 2026 bewertet der neue Schufa-Score mit nur 12 Kriterien auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten — eine 15 Jahre alte Kreditkarte bringt bis zu 81 Punkte. Der Ratgeber erklärt Anfangs-Knick, Auslastungs-Regel und warum du die älteste…

Debit-Kreditkarte und SCHUFA

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Themen in diesem Artikel:

  • Die kurze Antwort: Verstehe den Grundsatz: Debitkarten bleiben für die Schufa unsichtbar, Kreditkarten werden eingetragen.
  • Was die Schufa sieht: Erfahre, was hinter dem CC-Merkmal steckt und warum deine Umsätze nie bei der Schufa landen.
  • Neuer Score 2026: Überblick über den 12-Kriterien-Score von 100 bis 999 Punkten und die Rolle des Kartenalters.
  • Debitkarte und Score: Lerne, warum die Schufa-Unsichtbarkeit der Debitkarte auch eine verpasste Chance sein kann.
  • Kreditkarte und Score: Erfahre, wie Anfangs-Knick, Kartenanzahl und Rahmen-Auslastung den Score konkret bewegen.
  • Anfrage-Arten: Vergleiche Konditionen- und Kreditanfrage – ein Wort Unterschied, zwei Score-Wirkungen.
  • Score verbessern: Checkliste mit Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, Do’s und Don’ts und dem Trick mit der ältesten Karte.
  • Karten-Strategie: Finde die passende Kartenwahl für deine Bonitätslage – vom Aufbau bis zur Baufinanzierung.

Die kurze Antwort: Unsichtbar oder eingetragen

Kurz gesagt: Eine Debitkarte wird bei der Schufa in der Regel nicht eingetragen, eine echte Kreditkarte dagegen schon – mit dem Merkmal „CC“ für die gesamte Vertragsdauer. Der Grund ist simpel: Die Debitkarte bucht direkt von deinem Girokonto ab und stellt für die Bank kein Kreditrisiko dar. Die Kreditkarte kommt mit einem eingeräumten Kreditrahmen – und genau dieser Kredit ist es, den die Schufa dokumentiert.

Wichtig ist die richtige Einordnung: Eingetragen heißt nicht schlecht. Eine über Jahre unauffällig geführte Kreditkarte ist im neuen Schufa-Score sogar einer der stärksten Positiv-Faktoren – eine 15 Jahre alte Karte kann bis zu 81 Punkte beitragen. Umgekehrt heißt unsichtbar nicht automatisch gut: Wer nur mit Debitkarte zahlt, baut keine Kredithistorie auf und verschenkt genau diese Punkte.

Drei Fakten als Kompass für alles Weitere:

  • Debit- und Prepaid-Karten: kein Schufa-Eintrag, kein direkter Score-Effekt – weder positiv noch negativ.
  • Echte Kreditkarten: CC-Eintrag plus gemeldeter Kreditrahmen; die Wirkung auf den Score bestimmst du selbst über Nutzung und Zahlungsverhalten.
  • Der Score selbst: Seit März 2026 gilt ein neuer, vereinfachter Schufa-Score mit nur noch 12 Kriterien auf einer Skala von 100 bis 999.

Brisant ist das Thema gerade jetzt: Mit der Debit-Welle der Direktbanken zahlen Millionen Deutsche inzwischen ausschließlich mit Karten, die keine Kredithistorie aufbauen. Viele merken erst beim ersten Immobilienkredit, dass ihre Schufa-Akte zwar makellos leer, aber eben auch aussagelos ist – und Banken bewerten fehlende Historie vorsichtiger als eine nachweislich gute.

Was das für deine Kartenwahl bedeutet – und welche Fehler den Score wirklich kosten – zeigt dieser Ratgeber im Detail.

Was die Schufa über deine Karten wirklich sieht

Um die Score-Wirkung zu verstehen, musst du wissen, welche Daten überhaupt fließen. Die Antwort überrascht viele: Die Schufa sieht deutlich weniger, als die meisten glauben.

Kartentyp Schufa-Eintrag Schufa-Abfrage beim Antrag
Girocard Nein (Karte zum Konto) Nur bei Kontoeröffnung
Debitkarte (Visa/MC Debit) In der Regel nein Nur bei Kontoeröffnung
Prepaid-Karte Nein Meist keine – auch mit negativer Schufa erhältlich
Charge-Kreditkarte Ja – Merkmal „CC“ für die Vertragsdauer Ja, vollständige Bonitätsprüfung
Revolving-Kreditkarte Ja – „CC“ plus ggf. eingeräumter Kreditrahmen Ja, vollständige Bonitätsprüfung

Wie kommen die Daten überhaupt dorthin? Beim Kartenantrag stimmst du der sogenannten Schufa-Klausel zu – sie erlaubt der Bank, deine Bonität abzufragen und im Gegenzug den Vertragsabschluss zu melden. Die Schufa sammelt also nicht selbst, sondern lebt vom Daten-Tausch ihrer rund 10.000 Vertragspartner: Banken, Telekommunikationsanbieter, Energieversorger, Versandhändler. Ohne diese Klausel gibt es in der Regel keine echte Kreditkarte – die Zustimmung ist faktisch Teil des Antrags.

Der CC-Eintrag selbst ist ein reiner Bestandsvermerk: Er dokumentiert, dass du eine Kreditkarte besitzt und seit wann. Bei Revolving-Karten kann zusätzlich der eingeräumte Kreditrahmen vermerkt sein – relevant etwa, wenn eine andere Bank später deine Gesamtverschuldungs-Möglichkeiten bewertet.

Was die Schufa dagegen nie erfährt: deine Umsätze, deinen aktuellen Kartensaldo, wo und wofür du bezahlst. Ob du die Karte täglich nutzt oder sie in der Schublade liegt, ist für die Auskunftei unsichtbar. Negativ wird der Eintrag erst durch harte Ereignisse – geplatzte Lastschriften, gekündigte Karten wegen Zahlungsverzug, Mahnverfahren.

Eine Grauzone solltest du kennen: Einzelne Banken vermarkten Debit-Modelle als „Kreditkarte“ und behandeln sie auch meldetechnisch unterschiedlich. Im Zweifel verrät der Preis- und Leistungsaushang oder eine kurze Nachfrage, ob deine Karte als Kreditlinie gemeldet wird. Wie sich die einzelnen Kartentypen grundsätzlich unterscheiden, zeigt der Vergleich von Girocard, Debit- und Kreditkarte im Detail.

Auch die Speicherdauer ist geregelt: Der CC-Eintrag besteht, solange der Kartenvertrag läuft, und wird nach der Kündigung als beendet vermerkt. Echte Negativeinträge – etwa Forderungen, die erst nach Mahnverfahren beglichen wurden – verschwinden nicht sofort: Sie bleiben nach der Erledigung in der Regel noch bis zu drei Jahre gespeichert, bei schnell beglichenen kleineren Forderungen teils kürzer. Ein Grund mehr, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

📌 Good to know

Die Schufa kennt weder deine Kartenumsätze noch deinen Kontostand. Gemeldet werden nur Vertragsdaten (Karte existiert, seit wann, ggf. Rahmen) und Negativereignisse – dein Ausgabeverhalten bleibt privat.

Der neue Schufa-Score 2026: 12 Kriterien, 100 bis 999 Punkte

Seit März 2026 berechnet die Schufa ihren Score nach einem neuen, radikal vereinfachten Modell. Statt eines kaum durchschaubaren Systems mit rund 250 Variablen fließen nur noch 12 Kriterien ein – und die Skala reicht jetzt von 100 bis 999 Punkten. Über den reinen Score hinaus können einzelne Kartenextras den Alltag erleichtern, etwa die eSIMfirst Roaming-Gutschrift, mit der sich Mobilfunkkosten auf Reisen senken lassen.

Schufa-Score: Anzahl der Kriterien Alter Score ~250 Variablen Neuer Score (ab 03/2026) 12 Kriterien Skala des neuen Scores: 100 bis 999 Punkte – nachvollziehbar statt Blackbox

Für deine Karten ist diese Reform eine große Sache, denn gleich mehrere der 12 Kriterien drehen sich direkt um Kredit- und Kartenverhalten:

  • Dauer der Kreditkartennutzung: Wie lange du deine älteste Kreditkarte besitzt, zählt messbar. Der dokumentierte Spitzenwert: Eine seit 15 Jahren bestehende Kreditkarte trägt bis zu 81 Punkte zum Score bei – fast ein Zehntel der Gesamtskala.
  • Negativeinträge: Rechnungen, die trotz mehrfacher Mahnung offen blieben, wiegen schwer – unabhängig vom Kartentyp.
  • Anzahl der Kreditlinien: Zu viele parallele Karten und Kredite drücken; mehr als zwei Kreditkarten können den Score bereits verschlechtern.

Neben den Karten-Kriterien fließen weitere Stabilitätsfaktoren ein: die Anzahl deiner Girokonten (Konten-Hopping kostet), das Alter des jüngsten aufgenommenen Kredits und die allgemeine Kontinuität deiner Finanzbeziehungen. Wer Bank, Wohnsitz und Karten über Jahre stabil hält, sammelt in fast allen Kriterien gleichzeitig.

Die Logik dahinter: Der neue Score belohnt lange, stabile, unauffällige Kreditbeziehungen und bestraft Sprunghaftigkeit. Genau deshalb lohnt es sich, die Karten-Entscheidungen von heute mit Blick auf den Score von morgen zu treffen – die 81 Punkte der 15-Jahre-Karte beginnen mit dem Antrag, den du jetzt stellst.

Transparenz-Bonus der Reform: Die Kriterien sind erstmals öffentlich nachvollziehbar. Du musst nicht mehr raten, was deinen Score bewegt – du kannst es nachlesen und gezielt steuern.

Debitkarte und Score: Unsichtbarkeit als Fluch und Segen

Für die Debitkarte ist die Schufa-Bilanz schnell erzählt – und gerade deshalb interessant. Da kein Kreditrahmen existiert, gibt es nichts zu melden: kein Eintrag, kein Risiko, kein Effekt. Wer eine Debitkarte nutzt, kann damit seinen Score weder beschädigen noch verbessern.

Das ist in zwei Lebenslagen ein echter Vorteil:

  • Schwache oder junge Bonität: Debit- und Prepaid-Karten gibt es ohne Kreditprüfung beziehungsweise ohne Schufa-Hürde. Sie sichern die Teilnahme am bargeldlosen Zahlen, ohne neue Verpflichtungen in die Akte zu schreiben.
  • Bewusste Budget-Kontrolle: Wer Schulden kategorisch vermeiden will, bekommt mit der Debitkarte eine eingebaute Bremse – überziehen unmöglich, Score-Risiko null.

Die Kehrseite wird oft übersehen: Unsichtbarkeit baut nichts auf. Der neue Score belohnt lange Kreditkarten-Historien – wer jahrelang ausschließlich Debit zahlt, sammelt diese Punkte schlicht nicht. Bei der ersten Baufinanzierung oder dem ersten Ratenkredit fehlt dann der Nachweis, dass du mit eingeräumtem Kredit verantwortungsvoll umgehen kannst. Du bist nicht negativ aufgefallen – aber eben auch nicht positiv.

Richtig teuer kann die Wechsel-Falle werden: Wer seine langjährige Kreditkarte kündigt und komplett auf Debit umsteigt, verliert die aufgebaute Kredithistorie – und damit einen der stärksten Positiv-Faktoren des neuen Scores. Der Umstieg fühlt sich nach Vereinfachung an, kostet aber real Punkte.

Ein verwandter blinder Fleck ist der Dispo: Das Girokonto selbst ist bei der Schufa gemeldet, die tatsächliche Dispo-Nutzung dagegen nicht. Wer dauerhaft im Minus lebt, bleibt für die Schufa unauffällig – zahlt aber zweistellige Überziehungszinsen und fliegt spätestens bei der Haushaltsrechnung der nächsten Kreditbank auf, die Kontoauszüge sehen will. Score-Optik und finanzielle Realität sind eben zwei verschiedene Dinge.

Wie sich Debitkarten und klassische Karten im Alltag jenseits der Schufa unterscheiden – von der Akzeptanz bis zur Kaution – liest du im großen Vergleich Girocard und Kreditkarte.

📌 Good to know

Der Wechsel von der Kreditkarte zur Debitkarte kann deinen Score senken – nicht durch einen Negativeintrag, sondern weil die langjährige positive Kredithistorie aus der Bewertung verschwindet. Vor der Kündigung immer das Kartenalter bedenken.

Kreditkarte und Score: So wirkt der CC-Eintrag

Bei der echten Kreditkarte läuft die Score-Wirkung in drei Phasen – und jede davon kannst du aktiv gestalten.

Phase 1 – der Antrag: Die Bank stellt eine Bonitätsanfrage, nach Bewilligung folgt der CC-Eintrag. Eine frisch eingetragene Karte kann den Score zunächst leicht senken – das System kennt die neue Kreditbeziehung noch nicht und preist Unsicherheit ein. Kein Grund zur Sorge: Das ist der normale Anfangs-Knick.

Phase 2 – das erste Jahr: Mit jedem Monat unauffälliger Nutzung dreht der Effekt. Nach etwa einem Jahr entfaltet die Karte ihren positiven Einfluss: Sie dokumentiert eine funktionierende Kreditbeziehung. Voraussetzung ist ein sauberes Lastschrift-Setup – die Monatsabrechnung muss zuverlässig gedeckt sein.

Phase 3 – die Jahre danach: Jetzt arbeitet die Zeit für dich. Das Kartenalter wächst zum Score-Faktor heran, bis hin zu den dokumentierten 81 Punkten der 15-Jahre-Karte. Die älteste Karte in deinem Portfolio wird damit zum wertvollsten Stück Plastik, das du besitzt.

Neben dem Alter zählt die Auslastung – also wie viel deines Rahmens du dauerhaft nutzt:

Beispiel: Rahmen-Auslastung bei 5.000 € Limit 1.000 € genutzt – positiv 20 % Auslastung 4.500 € genutzt – kritisch 90 % Auslastung Dauerhaft ausgereizte Rahmen signalisieren angespannte Finanzen – moderate Nutzung wirkt positiv

Wer von 5.000 € Rahmen dauerhaft nur 1.000 € bewegt, zeigt souveränen Umgang mit Kredit – ein Positiv-Signal. Wer denselben Rahmen monatlich zu 90 % ausreizt, signalisiert Anspannung. Paradoxerweise kann ein höherer Rahmen deshalb sogar helfen: Bei gleichen Ausgaben sinkt die prozentuale Auslastung. Wie du den Rahmen seriös erhöhst, zeigt der Ratgeber über Kreditkarten mit hohem Limit.

Und die Kartenanzahl? Hier zieht der neue Score eine klare Linie: Ein bis zwei Kreditkarten gelten als unauffällig bis positiv. Mehr als zwei können den Score bereits drücken – jede weitere Karte ist schließlich abrufbarer Kredit, den andere Gläubiger einpreisen müssen.

Zwei Detailfragen tauchen dabei immer wieder auf. Erstens: Zweitkarten – die Zusatzkarte für Ehepartner läuft über den Rahmen des Hauptkarteninhabers und erzeugt beim Partner in der Regel keinen eigenen CC-Eintrag; die Kredithistorie baut also nur der Hauptinhaber auf. Zweitens: Limit-Änderungen – wird der Rahmen erhöht oder gesenkt, aktualisiert die Bank die Meldung. Eine Erhöhung ist kein Negativsignal; sie kann über die sinkende prozentuale Auslastung sogar helfen.

Konditionenanfrage vs. Kreditanfrage: Der unsichtbare Unterschied

Beim Kartenantrag entscheidet ein unscheinbares Detail mit über deinen Score: die Art der Schufa-Anfrage, die die Bank stellt.

  • Konditionenanfrage („Anfrage Kreditkonditionen“): Die Bank fragt deine Bonität ab, um dir ein Angebot zu machen. Diese Anfrage ist für andere Banken unsichtbar und hat keinerlei Einfluss auf deinen Score. Du kannst beliebig viele Angebote vergleichen.
  • Kreditanfrage („Anfrage Kredit“): Sie dokumentiert einen konkreten Kreditwunsch, ist für andere Banken zehn Tage sichtbar (gespeichert wird sie für zwölf Monate, score-relevant für kürzere Zeit) und kann den Score belasten – vor allem, wenn mehrere in kurzer Zeit auflaufen.

Die Gefahr liegt im Häufungs-Effekt: Mehrere Kreditanfragen innerhalb weniger Wochen lesen Banken als Alarmsignal – wer überall gleichzeitig anfragt, wirkt, als brauche er dringend Geld. Dass du in Wahrheit nur Konditionen vergleichen wolltest, sieht das System nicht.

Daraus folgen drei einfache Antragsregeln:

  • Beim Vergleichen ausdrücklich die Konditionenanfrage verlangen – seriöse Anbieter und Vergleichsportale nutzen sie standardmäßig, nachfragen schadet trotzdem nicht.
  • Anträge entzerren: Zwischen zwei Kartenanträgen lieber einige Wochen verstreichen lassen.
  • Gezielt beantragen statt streuen: Erst vergleichen, dann genau einen Antrag stellen – nicht drei parallel „zur Sicherheit“.

Ein Wort zum beliebten Bonus-Hopping: Wer reihenweise Karten nur für die Willkommensprämie eröffnet und nach Monaten wieder kündigt, produziert genau das Muster, das der neue Score bestraft – viele Anfragen, viele kurze Kreditbeziehungen, keine Historie. Die 50 € Startbonus können so indirekt teurer werden als jeder Verzicht: durch schlechtere Konditionen beim nächsten echten Kredit.

💡 Tip

Formuliere beim Anbieter-Kontakt aktiv: „Bitte zunächst nur eine Konditionenanfrage.“ Dieser eine Satz hält deinen Score sauber, während du in Ruhe Karten und Konditionen vergleichst.

Score schützen und verbessern: Die Karten-Hebel

Dein Score ist kein Schicksal – gerade über die Karten hast du wirksame Hebel in der Hand. Die wichtigsten Do’s und Don’ts:

Hebel Das stärkt den Score Das schadet ihm
Zahlungen Abrechnungen und Rechnungen immer pünktlich begleichen Mahnstufen erreichen, Lastschriften platzen lassen
Kartenbestand 1–2 Karten lange und stabil führen Karten horten (mehr als 2) oder die älteste Karte kündigen
Auslastung Rahmen moderat nutzen (Richtwert unter 50 %) Limit dauerhaft ausreizen, Teilzahlung laufen lassen
Anfragen Konditionenanfragen nutzen, Anträge entzerren Viele Kreditanfragen in kurzer Zeit
Datenpflege Kostenlose Datenkopie prüfen, Fehler korrigieren lassen Veraltete oder falsche Einträge jahrelang ignorieren

Der unterschätzteste Hebel ist die Datenpflege. Nach Art. 15 DSGVO kannst du bei der Schufa kostenlos eine vollständige Datenkopie anfordern – online über das Formular auf schufa.de in wenigen Minuten erledigt. Falsche und veraltete Einträge kommen häufiger vor als gedacht: bereits beglichene Forderungen, die nicht als erledigt markiert sind, oder Karten, die längst gekündigt wurden. Jeder korrigierte Fehler ist ein direkter Score-Gewinn ohne Verhaltensänderung.

Beim Aufräumen des Kartenbestands gilt die wichtigste Regel dieses Artikels: Kündige nie die älteste Karte. Überzählige Karten reduzierst du von der jüngsten zur ältesten – so bleibt die wertvolle Historie (bis zu 81 Punkte!) erhalten, während die Zahl der offenen Kreditlinien sinkt.

Mit zwei Mythen kannst du außerdem aufräumen. Mythos eins: „Die eigene Schufa-Abfrage schadet dem Score.“ Falsch – die Selbstauskunft und die Datenkopie sind komplett score-neutral, du kannst sie so oft anfordern, wie du willst. Mythos zwei: „Ein Umzug ruiniert die Schufa.“ Auch falsch – ein normaler Wohnsitzwechsel ist kein Negativereignis; nur häufige Wechsel in kurzen Abständen zahlen auf das Stabilitätskriterium ein. Wer solche Halbwahrheiten kennt, trifft Karten-Entscheidungen aus Fakten statt aus Angst.

💡 Tip

Mach die Schufa-Datenkopie zum Jahresritual, etwa zusammen mit der Steuererklärung: Art.-15-Kopie anfordern, Einträge gegen die Realität prüfen, Fehler schriftlich reklamieren. Zwanzig Minuten Aufwand für einen sauberen Score.

Strategie: Welche Karte passt zu deiner Bonitätslage

Aus allen Mechanismen ergibt sich für jede Bonitätslage eine klare Kartenstrategie:

  • Bonität im Aufbau (Studierende, Berufseinsteiger, nach Negativeintrag): Starte mit Girocard oder Debitkarte für den Alltag – score-neutral und ohne Hürde. Sobald ein regelmäßiges Einkommen steht, beantrage eine kostenlose Kreditkarte und führe sie makellos: Vollzahlung aktivieren, moderat nutzen, niemals reizen. Damit beginnt die Historie, die in 15 Jahren bis zu 81 Punkte wert ist.
  • Solide Bonität: Die Kombi aus Girocard/Debit für den Alltag und ein bis zwei lange geführten Kreditkarten ist der Score-Sweetspot. Widerstehe Lockangeboten für Dritt- und Viertkarten – jede zusätzliche Linie kostet mehr Punkte, als der Willkommensbonus wert ist.
  • Vor großen Finanzierungen (Immobilienkredit, Autofinanzierung): Sechs bis zwölf Monate vorher den Kartenbestand straffen – ungenutzte jüngere Karten kündigen, Rahmen realistisch dimensionieren, keine neuen Anträge stellen. Die älteste Karte bleibt selbstverständlich bestehen.

So sieht der Aufbau-Pfad konkret aus: Im Jahr 0 beantragst du nach Vergleich per Konditionenanfrage genau eine kostenlose Kreditkarte – der Score knickt minimal ein. Ab Jahr 1 dreht die unauffällig geführte Karte ins Positive. Ab Jahr 5 ist sie ein gewichtiger Stabilitätsanker deiner Akte, und wer sie bis Jahr 15 hält, hat sich die vollen bis zu 81 Punkte des Kartenalter-Kriteriums verdient. Der ganze Plan kostet null Euro Gebühren – nur Konsequenz beim pünktlichen Ausgleich.

Falls du noch keine Kreditkarte hast, ist der Einstieg heute risikolos möglich: Dauerhaft gebührenfreie Karten kosten nichts, solange du die Teilzahlung deaktivierst – und beginnen ab dem ersten Tag, deine Kredithistorie aufzubauen. Welche Karten sich dafür eignen, zeigt der große Vergleich der Kreditkarten ohne Jahresgebühr.

Zur laufenden Kontrolle musst du nicht jedes Jahr aufs Neue denken: Die Schufa selbst und diverse Banking-Apps bieten inzwischen kostenlosen Einblick in den eigenen Basis-Score samt Benachrichtigung bei neuen Einträgen. So bemerkst du fehlerhafte Meldungen oder Identitätsmissbrauch innerhalb von Tagen statt erst beim nächsten abgelehnten Antrag.

Die Schufa-Formel für Karten lässt sich am Ende in einem Satz zusammenfassen: Wenige Karten, lange gehalten, pünktlich bezahlt, moderat genutzt – wer diese vier Dinge beherzigt, hat aus Karten-Sicht alles für einen starken Score getan.

Häufig gestellte Fragen

Q

Wird eine Debitkarte bei der Schufa eingetragen?

In der Regel nein: Debitkarten buchen direkt vom Girokonto ab und stellen kein Kreditrisiko dar. Nur als Kreditkarte vermarktete Sondermodelle können erfasst werden – im Zweifel beim Anbieter nachfragen.

Q

Wie wirkt sich eine Kreditkarte auf den Schufa-Score aus?

Sie wird mit dem Merkmal CC eingetragen. Bei pünktlicher Zahlung und moderater Nutzung wirkt sie positiv – eine 15 Jahre alte Karte kann bis zu 81 Punkte beitragen. Negativ wird sie erst bei Zahlungsausfällen.

Q

Verschlechtert eine neue Kreditkarte meinen Schufa-Score?

Kurzfristig kann der Score leicht sinken, weil die neue Kreditlinie Unsicherheit einpreist. Nach etwa einem Jahr unauffälliger Nutzung dreht der Effekt ins Positive und wächst mit dem Kartenalter weiter.

Q

Wie viele Kreditkarten sind gut für die Schufa?

Ein bis zwei lange geführte Kreditkarten gelten als optimal. Mehr als zwei können den Score verschlechtern, weil jede zusätzliche Karte abrufbaren Kredit darstellt, den andere Gläubiger einkalkulieren.

Q

Sollte ich meine alte Kreditkarte kündigen?

Möglichst nicht: Das Alter der ältesten Kreditkarte ist ein wichtiger Score-Faktor – bis zu 81 Punkte bei 15 Jahren. Überzählige Karten besser von der jüngsten zur ältesten abbauen.

Q

Wie sehe ich, was die Schufa über meine Karten gespeichert hat?

Über die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, online auf schufa.de anforderbar. Sie zeigt alle gespeicherten Verträge, Anfragen und Einträge – falsche oder veraltete Daten kannst du korrigieren lassen.


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