Miles & More Kreditkarte: Der ultimative Ratgeber für Vielflieger 2026

Das Wichtigste in Kürze:

Die Miles & More Kreditkarte der Deutschen Bank ist das zentrale Werkzeug für Lufthansa-Vielflieger in Deutschland. Ob Blue, Gold oder Statuskarte – hier erfährst du, welche Karte sich wirklich lohnt, wie du Meilenverfall vermeidest, welche Versicherungen inklusive sind und ab welchem Jahresumsatz die Gold Card ihren Preis rechtfertigt.

Miles & More Kreditkarte

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Kartenübersicht: Alle Miles & More Kreditkarten im Vergleich

Die Miles & More Kreditkarte ist das Herzstück des Lufthansa-Vielfliegerprogramms für Karteninhaber in Deutschland. Ausgegeben von der Deutschen Bank AG als Mastercard, gibt es mehrere Varianten – und die Wahl der richtigen Karte entscheidet darüber, wie viele Meilen du sammelst und was du dafür zahlst.

Das Grundprinzip ist einfach: Du bezahlst mit der Karte, sammelst Prämienmeilen und löst diese gegen Flüge, Upgrades oder andere Prämien ein. Doch die Unterschiede zwischen den Kartentypen sind erheblich – sowohl bei den Jahresgebühren als auch bei den inkludierten Leistungen.

Die Blue Credit Card ist die Einstiegsvariante für Privatkunden. Sie bietet die Grundfunktion des Meilensammelns ohne Versicherungspaket. Die Jahresgebühr liegt unterhalb der Gold Card – genaue Zahlen variieren je nach aktuellem Angebot. Wer nur die Meilenfunktion und den Verfallschutz benötigt, ist hier gut aufgehoben.

Die Gold Credit Card kostet im Standard rund 138 € pro Jahr (ca. 11,50 € monatlich). Dafür bekommst du ein vollständiges Versicherungspaket, das Reiserücktritt, Mietwagen-Vollkasko und Auslandsreisekrankenversicherung umfasst. Für Statusinhaber wird es günstiger: Frequent Traveller zahlen nur 65 € jährlich, Senator und HON Circle Member erhalten die Karte kostenlos.

Die Statuskarten für Frequent Traveller, Senator und HON Circle Member sind keine eigenständigen Kartenprodukte, sondern vergünstigte Varianten der Gold Card. Der Statusrabatt ist erheblich – von 73 € Ersparnis beim Frequent Traveller bis zur vollständigen Gebührenbefreiung beim Senator.

Für Geschäftskunden gibt es Business-Varianten von Blue und Gold. Der entscheidende Unterschied: Die Business Cards bieten die doppelte Meilenrate – 1 Meile pro 1 € Umsatz statt 1 Meile pro 2 € bei Privatkarten. Wer hohe Geschäftsausgaben über die Karte abwickelt, profitiert massiv von dieser Rate.

Neu im Miles & More Ökosystem sind seit 2022 die Eurowings Kreditkarten (Classic Visa und Gold Visa). Sie sammeln Meilen direkt im Miles & More Programm mit identischer Rate wie die Privatkarten: 2 € Umsatz ergeben 1 Prämienmeile. Für Eurowings-Vielfliegern sind sie eine valide Alternative.

Als Neukunde gilt, wer in den letzten 12 Monaten keine Miles & More Kreditkarte der Deutschen Bank besessen hat. Neukunden der Gold Card erhalten einen Willkommensbonus von bis zu 4.000 Meilen – ein solider Einstieg, der bei einem Meilenwert von 2 Cent bereits 80 € wert sein kann.

Karte Jahresgebühr Meilenrate Zielgruppe
Blue Credit Card (privat) niedriger als Gold 1 Meile / 2 € Privatkunden
Gold Credit Card (privat) ca. 138 € 1 Meile / 2 € Privatkunden
Gold – Frequent Traveller 65 € 1 Meile / 2 € Statuskunden
Gold – Senator / HON Circle kostenlos 1 Meile / 2 € Statuskunden
Blue / Gold Business Card variabel 1 Meile / 1 € Geschäftskunden
Eurowings Classic / Gold Visa variabel 1 Meile / 2 € Eurowings-Flieger

Meilen sammeln: Raten, Partner und Bonusmöglichkeiten

Die Grundrate der Miles & More Kreditkarte für Privatkunden ist schnell erklärt: Du sammelst 1 Prämienmeile pro 2 € Umsatz, also 0,5 Meilen pro Euro. Das klingt zunächst überschaubar – doch mit den richtigen Partnern und der richtigen Kartenwahl lässt sich diese Rate deutlich steigern.

Der größte Hebel ist die Business Card. Wer seine Geschäftsausgaben über eine Miles & More Business Card abwickelt, sammelt 1 Meile pro 1 € Umsatz – die doppelte Rate gegenüber Privatkarten. Bei einem monatlichen Kartenumsatz von 5.000 € macht das 60.000 Meilen pro Jahr statt 30.000. Der Unterschied ist erheblich.

Besonders attraktiv ist das Partnerprogramm mit Avis Mietwagen. Hier sammelst du je nach Karte und Status bis zu 8 Meilen pro 1 € Umsatz – das 16-fache der normalen Privatkundenrate. Pro Anmietung wird eine Mindestgutschrift von 1.000 bis 2.000 Meilen gutgeschrieben. Wer regelmäßig Mietwagen bucht, kann hier erhebliche Mengen an Meilen ansammeln.

Im Lufthansa Worldshop sammelst du 2 Meilen pro 1 € Umsatz – die vierfache Privatkundenrate. Für Reisezubehör, Duty-Free-Artikel und Bordprodukte ist das ein interessanter Bonus-Kanal, der oft übersehen wird.

Eine kostenlose Einstiegsoption bietet die Payback-Kreditkarte (dauerhaft ohne Jahresgebühr). Sie sammelt Payback-Punkte, die sich im Verhältnis 1:1 in Miles & More Meilen umwandeln lassen. Die effektive Meilenrate liegt bei Standard-Einkäufen bei rund 0,33 Meilen pro Euro – niedriger als die direkte Miles & More Karte, aber ohne Jahresgebühr ein solider Einstieg. Wichtig: Diese Karte schützt auch Payback-Punkte vor dem Verfall und eignet sich gut als Backup-Mastercard neben einer Miles & More Blue Card.

Wer über eine Premium-Reisekreditkarte mit flexiblem Punkteprogramm verfügt, kann Punkte über den Payback-Umweg in Miles & More umwandeln. Die effektive Rate liegt dabei bei etwa 0,33 Miles & More Meilen pro Euro – deutlich unter der direkten Gold Card mit 0,5 Meilen/€. Für Miles & More-fokussierte Sammler ist der direkte Weg über die M&M Karte also klar überlegen.

💡 Tip

Kombiniere die Miles & More Gold Card für Alltagsausgaben mit dem Avis-Partnerprogramm bei Mietwagenbuchungen. Schon eine einzige Wochenbuchung kann 2.000+ Bonusmeilen bringen – das entspricht bei 2 Cent Meilenwert einem Gegenwert von 40 €.

Das folgende Diagramm zeigt die effektiven Meilenraten der verschiedenen Sammelwege im direkten Vergleich:

Effektive Miles & More Meilenrate nach Kartentyp

Effektive Miles & More Meilenrate nach Kartentyp (Meilen pro 1 € Umsatz) Effektive Meilenrate nach Kartentyp (Meilen pro 1 € Umsatz) 0 1 2 4 8 Meilen pro 1 € Umsatz 1,0 Business Card 8,0 Avis Partner 2,0 LH Worldshop 0,5 Gold/Blue privat 0,5 Eurowings Visa 0,33 Payback → M&M

Meilengültigkeit und Verfallschutz: So bleiben deine Meilen erhalten

Meilen zu sammeln ist eine Sache – sie auch tatsächlich nutzen zu können, eine andere. Das Miles & More Programm hat klare Regeln zur Meilengültigkeit, die du kennen musst, um keine hart ersammelten Prämienmeilen zu verlieren.

Im Standard verfallen Miles & More Prämienmeilen nach 36 Monaten ab dem Datum der letzten Aktivität. Der Verfall erfolgt nicht tagesgenau, sondern zum Ende des jeweiligen Quartals. Wer also im März 2023 zuletzt aktiv war, verliert seine Meilen zum 31. März 2026 – nicht schon am genauen Aktivitätsdatum.

Der einfachste und zuverlässigste Weg, den Meilenverfall dauerhaft zu verhindern: der Besitz einer Miles & More Blue oder Gold Credit Card. Solange die Karte aktiv ist, sind alle Prämienmeilen im Konto unbegrenzt gültig – unabhängig davon, wie viel oder wie wenig du mit der Karte umsetzt. Das ist ein enormer Vorteil, der oft unterschätzt wird.

Alternativ schützt ein Vielfliegerstatus die Meilen. Frequent Traveller, Senator und HON Circle Member haben während ihres Statusbesitzes keine verfallenden Meilen. Wer also ohnehin viel fliegt und Status hält, ist automatisch geschützt – die Kreditkarte als Verfallschutz wird dann zur Bonusoption.

Was passiert, wenn du die Kreditkarte kündigst? Die Meilen bleiben noch mindestens 3 Monate nach Ablauf des Kündigungsquartals gültig. Das gibt dir Zeit, die gesammelten Meilen noch einzulösen. Wer im Januar kündigt, hat also bis mindestens Ende Juni Zeit – das Quartal endet im März, plus 3 Monate Karenzzeit.

Ein wichtiger Punkt, der oft zu Missverständnissen führt: Bereits verfallene Meilen können durch Kreditkarteneinsatz nicht reaktiviert werden. Der Verfallschutz wirkt nur präventiv – er verhindert den Verfall, hebt ihn aber nicht rückwirkend auf. Wer Meilen verloren hat, kann diese nicht zurückholen.

📌 Good to know

Die Payback-Kreditkarte (dauerhaft kostenlos) schützt Payback-Punkte vor dem Verfall. Da sich Payback-Punkte 1:1 in Miles & More Meilen umwandeln lassen, kannst du sie als kostengünstige Backup-Option nutzen – besonders sinnvoll in Kombination mit einer Miles & More Blue Card als Mastercard für Orte, die keine anderen Karten akzeptieren.

Die strategische Empfehlung für aktive Meilensammler: Halte mindestens eine Miles & More Kreditkarte aktiv, solange du Meilen im Konto hast. Die Blue Card reicht dafür vollkommen aus – du musst nicht die teurere Gold Card wählen, wenn du die Versicherungen nicht benötigst. Der Verfallschutz ist bei beiden Karten identisch.

Für Gelegenheitsflieger, die nur selten Meilen sammeln und keine Kreditkarte möchten: Achte auf die 36-Monats-Frist und plane Einlösungen rechtzeitig. Eine Aktivität – sei es ein Flug, ein Einkauf bei einem Partner oder eine Meilen-Transaktion – setzt die Uhr neu. Selbst kleine Aktivitäten reichen aus, um den Verfall zu verschieben.

Versicherungsleistungen der Gold Credit Card im Detail

Die Miles & More Gold Credit Card ist nicht nur eine Meilensammelkarte – sie ist auch ein vollwertiges Reiseversicherungspaket. Gerade für Vielflieger, die ohnehin regelmäßig auf Reisen sind, können die inkludierten Versicherungen den Kartenpreis von 138 € jährlich schnell rechtfertigen. Hier ist, was du bekommst.

Die Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung deckt bis zu 5.000 € je Reise weltweit ab. Bedingung: Du musst die Reise mit der Kreditkarte bezahlt haben. Mitversichert sind nicht nur Familienangehörige, sondern auch bis zu 4 Nichtfamilienangehörige – ideal für Gruppenreisen mit Freunden oder Kollegen. Wer eine Reise im Wert von 3.000 € bucht und kurzfristig erkrankt, ist damit vollständig abgesichert.

Besonders wertvoll für Vielflieger ist die Mietwagen-Vollkaskoversicherung. Sie deckt Schäden am Mietwagen bis zu 75.000 € ab, bei einem Selbstbehalt von nur 200 €. Die Versicherung gilt weltweit für Mietzeiträume von maximal 30 Tagen, wenn du den Mietwagen mit der Kreditkarte bezahlst. Zum Vergleich: Eine separate Mietwagen-Vollkaskoversicherung kostet oft 10–20 € pro Tag – bei einer zweiwöchigen Reise also 140–280 € allein für diesen Schutz.

Die Auslandsreisekrankenversicherung inklusive Kranken-Rücktransport gilt ausschließlich im Ausland und greift unabhängig davon, ob du die Reise mit der Karte bezahlt hast. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Reiserücktrittsversicherung. Ein Krankenrücktransport aus Übersee kann schnell 20.000–50.000 € kosten – diese Versicherung ist für Vielflieger schlicht unverzichtbar.

Ergänzend gibt es einen Telemedizin-Service, der ebenfalls nur im Ausland gilt. Du kannst damit ärztliche Beratung per Video oder Telefon in Anspruch nehmen – praktisch bei kleineren Beschwerden im Ausland, wenn du nicht sofort eine Notaufnahme aufsuchen möchtest.

Die Blue Card bietet kein Versicherungspaket. Das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Privatkunden-Varianten. Wer regelmäßig reist und Mietwagen bucht, sollte diesen Unterschied in seine Kosten-Nutzen-Rechnung einbeziehen.

Versicherung Deckungssumme Geltungsbereich Bedingung
Reiserücktritt & Reiseabbruch bis 5.000 € weltweit Reise mit Kreditkarte bezahlt
Mietwagen-Vollkasko bis 75.000 € (SB: 200 €) weltweit, max. 30 Tage Mietwagen mit Kreditkarte bezahlt
Auslandsreisekranken inkl. Rücktransport nicht beziffert nur Ausland unabhängig vom Karteneinsatz
Telemedizin-Service nur Ausland

Wichtig für die Praxis: Bewahre immer deine Kartenabrechnungen auf, wenn du Reisen oder Mietwagen mit der Karte bezahlt hast. Im Schadensfall musst du den Karteneinsatz nachweisen können. Die Versicherungsbestätigung erhältst du direkt von der Deutschen Bank – lies sie einmal durch, damit du im Ernstfall weißt, wie du einen Schaden meldest.

Lohnt sich die Gold Card? Break-Even-Analyse und Kosten-Nutzen

Die entscheidende Frage für jeden potenziellen Karteninhaber: Ab wann rechnet sich die Miles & More Gold Card wirklich? Die Antwort hängt von drei Faktoren ab – deinem Jahresumsatz über die Karte, dem Wert, den du aus deinen Meilen ziehst, und dem Nutzen der inkludierten Versicherungen.

Rechnen wir zunächst mit dem konservativsten Szenario: Meilenwert 1 Cent pro Meile (typisch bei Einlösung für Prämienflüge in der Economy Class), Jahresgebühr 138 €. Bei einer Rate von 0,5 Meilen pro Euro sammelst du pro 1.000 € Umsatz 500 Meilen im Wert von 5 €. Um 138 € Jahresgebühr zu decken, brauchst du also 27.600 € Jahresumsatz über die Karte. Das sind rund 2.300 € pro Monat.

Klingt viel? Bei einem Meilenwert von 2 Cent – realistisch bei Einlösung für Business-Class-Flüge – halbiert sich der Break-Even auf 13.800 € Jahresumsatz. Wer seine Meilen für First-Class-Upgrades oder Langstrecken-Business einsetzt, kann Meilenwerte von 3–5 Cent erreichen. Bei 5 Cent liegt der Break-Even bei nur noch 5.520 € Jahresumsatz.

Für Frequent Traveller mit ihrer reduzierten Jahresgebühr von 65 € sieht die Rechnung noch besser aus: Bei 1 Cent Meilenwert liegt der Break-Even bei rund 13.000 € Jahresumsatz, bei 2 Cent bereits bei 6.500 €. Senator und HON Circle Member zahlen gar keine Jahresgebühr – für sie ist jede gesammelte Meile reiner Gewinn.

Entscheidend ist aber die Versicherungskomponente. Wer die Mietwagen-Vollkaskoversicherung auch nur zweimal im Jahr nutzt (je 10 Tage, Tagessatz 15 € für separate Versicherung), spart bereits 300 € – mehr als doppelt so viel wie die Jahresgebühr. Die Reiserücktrittsversicherung und die Auslandskrankenversicherung kommen noch hinzu. Realistisch betrachtet erreichen aktive Reisende den Break-Even durch die Versicherungen allein – die Meilen sind dann ein reiner Bonus.

Break-Even-Jahresumsatz nach Meilenwert

Break-Even-Jahresumsatz nach Meilenwert (Gold Card privat, 138 € Jahresgebühr) Break-Even-Umsatz nach Meilenwert (Gold Card, 138 €/Jahr) 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 € Jahresumsatz 27.600 € 1 Cent / Meile 13.800 € 2 Cent / Meile 9.200 € 3 Cent / Meile 5.520 € 5 Cent / Meile

Die Grafik macht deutlich: Je höher der Meilenwert, desto schneller rechnet sich die Karte. Wer Meilen ausschließlich für Prämienflüge in der Business Class einsetzt, profitiert überproportional. Wer sie für Merchandise oder Upgrades in der Economy nutzt, muss mehr Umsatz generieren.

Fazit: Für Vielflieger mit einem monatlichen Kartenumsatz von mehr als 2.000 € und regelmäßigen Mietwagenbuchungen ist die Gold Card eine klare Empfehlung. Wer weniger ausgibt oder Meilen nur für Economy-Flüge einlöst, sollte die Blue Card oder die kostenlose Payback-Option in Betracht ziehen.

Miles & More Gold Card vs. Premium-Reisekreditkarte: Direktvergleich

Viele Vielflieger stehen vor der Frage: Miles & More Gold Card oder eine Premium-Reisekreditkarte mit flexiblem Punkteprogramm? Beide Ansätze haben ihre Berechtigung – aber für unterschiedliche Reisetypen. Hier ist der nüchterne Vergleich.

Der offensichtlichste Unterschied ist die Jahresgebühr. Die Miles & More Gold Card kostet 138 € pro Jahr. Eine Premium-Reisekreditkarte im Luxussegment kann bis zu 720 € jährlich kosten – das ist der Faktor 5,2. Wer die Mehrkosten von 582 € nicht durch konkrete Vorteile kompensiert, zahlt schlicht zu viel.

Bei der Meilenrate für Miles & More gewinnt die direkte M&M Karte klar. Du sammelst 0,5 Meilen pro Euro direkt im Programm. Eine Premium-Karte mit flexiblem Punkteprogramm, die über Payback in Miles & More umgewandelt wird, erreicht effektiv nur rund 0,33 Meilen pro Euro – ein Drittel weniger. Wer primär Miles & More Meilen sammeln möchte, ist mit der direkten Karte besser bedient.

Beim Kartennetzwerk punktet die Miles & More Gold Card als Mastercard mit deutlich höherer weltweiter Akzeptanz. Premium-Reisekreditkarten laufen oft über das American-Express-Netzwerk, das in vielen Ländern und bei kleineren Händlern nicht akzeptiert wird. Für Vielflieger, die auch abseits der Touristenpfade unterwegs sind, ist das ein praktischer Vorteil.

Umgekehrt bieten Premium-Reisekreditkarten oft Vorteile, die die M&M Gold Card nicht hat: Lounge-Zugang über Netzwerke wie Priority Pass (über 1.550 Lounges weltweit), Hotelstatus bei Ketten wie Hilton oder Marriott, und jährliche Reiseguthaben von bis zu mehreren hundert Euro. Diese Vorteile können die höhere Jahresgebühr für intensiv reisende Nutzer rechtfertigen.

Ein weiterer Unterschied: Programmflexibilität. Flexible Punkteprogramme erlauben die Umwandlung in viele verschiedene Vielfliegerprogramme – nicht nur Miles & More, sondern auch Singapore Airlines KrisFlyer, Emirates Skywards oder Marriott Bonvoy. Wer nicht ausschließlich Lufthansa fliegt, profitiert von dieser Flexibilität. Die M&M Karte ist dagegen auf das Lufthansa-Ökosystem fokussiert.

Kriterium M&M Gold Credit Card Premium-Reisekreditkarte
Jahresgebühr ca. 138 € bis zu 720 €
Netzwerk Mastercard (hohe Akzeptanz) oft geringere Akzeptanz
M&M-Meilenrate 0,5 Meilen / € (direkt) ca. 0,33 Meilen / € (Umweg)
Lounge-Zugang nur über Status Priority Pass (1.550+ Lounges)
Hotelstatus keiner Hilton Gold, Marriott Gold Elite
Reiseguthaben keines bis zu mehrere hundert € / Jahr
Programmflexibilität nur Miles & More viele Partner-Programme
Meilenverfallschutz direkt durch Kartenbesitz Punkte verfallen nicht bei aktiver Teilnahme
Zielgruppe M&M-fokussierte Vielflieger flexible Vielreisende

Das Fazit ist eindeutig: Wer primär mit Lufthansa und Partnern fliegt und Miles & More Meilen maximieren möchte, ist mit der Gold Card besser und günstiger bedient. Wer dagegen ein breites Reiseportfolio hat, viele Lounges nutzt und Hotelstatus schätzt, kann die Mehrkosten einer Premium-Karte rechtfertigen – sollte aber akzeptieren, dass die M&M-Meilenrate dabei schlechter ausfällt.

Qualifying Points durch Kreditkarte: So sicherst du deinen Vielfliegerstatus

Miles & More unterscheidet zwischen zwei Meilenarten: Prämienmeilen für die Einlösung gegen Prämien und Qualifying Points (QP) für die Statusqualifikation. Kreditkartenmeilen sind regulär Prämienmeilen – aber es gibt einen Mechanismus, mit dem du sie in Statusqualifikation umwandeln kannst.

Einmal pro Kalenderjahr kannst du bis zu 25.000 Kreditkartenmeilen in Qualifying Points tauschen. Das Verhältnis: 25.000 Meilen ergeben 100 Qualifying Points. Zum Vergleich: Der Frequent-Traveller-Status erfordert 35 QP pro Jahr, der Senator-Status 100 QP. Mit dem maximalen Jahrestausch kannst du also bis zu 100 QP durch Kreditkarteneinsatz erwerben – das entspricht dem vollständigen Senator-Status.

Wichtig: Nur Meilen aus dem laufenden und dem vorherigen Kalenderjahr (aus Kreditkartenumsätzen) sind für den Tausch zugelassen. Ältere Meilen können nicht getauscht werden. Das bedeutet: Wer seinen Status sichern möchte, sollte den Tausch nicht zu lange aufschieben.

Praktisch ist dieser Mechanismus vor allem für zwei Szenarien. Erstens: Du bist knapp unter dem nächsten Statuslevel und möchtest mit Kreditkartenumsätzen die Lücke schließen. Zweitens: Du hast in einem Jahr weniger geflogen als üblich und möchtest deinen bestehenden Status verlängern, ohne die volle Flugaktivität zu wiederholen.

Für den Frequent-Traveller-Status (35 QP) brauchst du bei vollständigem Tausch nur 8.750 Meilen aus Kreditkartenumsätzen – das entspricht 17.500 € Kartenumsatz. Wer regelmäßig größere Ausgaben über die Karte abwickelt, kann diesen Status also auch ohne intensive Flugtätigkeit halten.

Der Tausch ist nicht automatisch – du musst ihn aktiv im Miles & More Konto anstoßen. Setze dir eine Erinnerung für das vierte Quartal jedes Jahres, um zu prüfen, ob ein Tausch sinnvoll ist. Einmal getauschte Meilen sind weg – sie werden aus deinem Prämienmeilenkonto abgezogen und in QP umgewandelt. Überlege also, ob du die Meilen lieber für Prämienflüge nutzen möchtest.

Für Geschäftsreisende mit Business Card ist der Mechanismus besonders attraktiv: Bei 1 Meile pro 1 € Umsatz sammelst du 25.000 tauschbare Meilen bereits bei 25.000 € Jahresumsatz – ein realistischer Wert für viele Selbstständige und Unternehmer. Die Kombination aus doppelter Meilenrate und QP-Tausch macht die Business Card zum stärksten Statusinstrument im Kreditkarten-Portfolio.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Meilen sammle ich pro Euro mit der Miles & More Kreditkarte?

Privatkunden (Blue und Gold) sammeln 1 Meile pro 2 € Umsatz, also 0,5 Meilen pro Euro. Business-Karten bieten die doppelte Rate: 1 Meile pro 1 € Umsatz. Eurowings-Karten im Miles & More Ökosystem haben dieselbe Rate wie Privatkarten.

Wie verhindere ich den Verfall meiner Miles & More Meilen?

Der einfachste Weg: Besitz einer Blue oder Gold Credit Card. Solange die Karte aktiv ist, sind alle Prämienmeilen unbegrenzt gültig – unabhängig vom Kartenumsatz. Alternativ schützt ein Vielfliegerstatus ab Frequent Traveller die Meilen automatisch.

Ab welchem Jahresumsatz lohnt sich die Miles & More Gold Card?

Bei einem Meilenwert von 1 Cent liegt der rechnerische Break-Even bei ca. 27.600 € Jahresumsatz. Wer Meilen für Business-Class-Flüge einsetzt (2–3 Cent Wert) oder die inkludierten Versicherungen nutzt, erreicht den Break-Even deutlich früher.

Welche Versicherungen sind in der Miles & More Gold Card enthalten?

Die Gold Card enthält Reiserücktritt und Reiseabbruch bis 5.000 €, Mietwagen-Vollkasko bis 75.000 € (200 € Selbstbehalt, max. 30 Tage), Auslandsreisekrankenversicherung inklusive Rücktransport sowie einen Telemedizin-Service. Kranken und Telemedizin gelten nur im Ausland.

Kann ich mit der Kreditkarte meinen Vielfliegerstatus sichern?

Ja. Einmal jährlich können bis zu 25.000 Kreditkartenmeilen in 100 Qualifying Points getauscht werden. Das entspricht dem vollständigen Senator-Status. Nur Meilen aus dem laufenden und dem Vorjahr sind tauschbar – der Tausch muss aktiv angestoßen werden.

Was passiert mit meinen Meilen, wenn ich die Kreditkarte kündige?

Die Meilen bleiben mindestens 3 Monate nach Ablauf des Kündigungsquartals gültig. Wer im Januar kündigt, hat also bis mindestens Ende Juni Zeit zum Einlösen. Bereits vor der Kündigung verfallene Meilen können nicht reaktiviert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Blue Card und Gold Card bei Miles & More?

Beide Karten bieten dieselbe Meilenrate (1 Meile / 2 €) und denselben Meilenverfallschutz. Der entscheidende Unterschied: Die Gold Card enthält ein vollständiges Versicherungspaket (Reiserücktritt, Mietwagen-Vollkasko, Auslandskranken), die Blue Card nicht.


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