Die Vorstände der 40 Dax-Unternehmen haben im Jahr 2025 durchschnittlich mehr als 3,9 Millionen Euro verdient. Laut einer Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München stiegen die Vergütungen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent. Ein wesentlicher Teil der Bezüge besteht aus erfolgsabhängigen Boni, die zeitversetzt ausgezahlt werden.
Gehaltsgefälle: Vorstände verdienen 42-fach mehr als Angestellte
Im Durchschnitt aller Dax-Unternehmen verdienten Vorstände das 42-fache dessen, was normale Angestellte erhielten. Besonders ausgeprägt ist die Diskrepanz bei einzelnen Konzernen:
- Adidas: Vorstandsteam verdient das 106-fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters
- Volkswagen: 75-faches Gehaltsgefälle
- Fresenius: 70-faches Gehaltsgefälle
Die durchschnittlichen Bezüge der Dax-Vorstandsvorsitzenden beliefen sich 2025 auf etwa 6,14 Millionen Euro. In zwei Fällen wurde die von Aktionärsschützern als Obergrenze betrachtete Marke von zehn Millionen Euro überschritten.
Spitzenverdiener: SAP- und Deutsche-Bank-Chef über zehn Millionen Euro
SAP-Chef Christian Klein erhielt eine Gesamtvergütung von rund 10,9 Millionen Euro, wobei fast 86 Prozent dieser Summe auf variable Bestandteile entfielen. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kam auf 10,5 Millionen Euro, mit einem Anteil von etwa 64 Prozent an kurz- und langfristigen Boni.
Internationaler Vergleich: Deutlich höhere Vergütungen in USA und Europa
Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Vorstandsgehälter niedriger. CEOs der Unternehmen im Euro Stoxx 50 ohne deutsche Konzerne verdienten im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich 9,5 Millionen Euro. In den USA erreichten CEOs der Dow-Jones-Unternehmen umgerechnet durchschnittlich 30,5 Millionen Euro.
Fokus auf langfristige Vergütungsbestandteile
Die DSW bewertet die zunehmende Bedeutung langfristiger variabler Vergütungsbestandteile im Dax positiv. Diese Entwicklung soll den Fokus auf nachhaltigen Unternehmenserfolg lenken und verhindern, dass Vorstände ausschließlich auf kurzfristige Quartalsergebnisse ausgerichtet sind. Langfristige Anreize sollen das Engagement für dauerhafte Verbesserungen und stabiles Wachstum fördern.
