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DIW-Chef Fratzscher: Keine Panik in Berlin

21. Oktober 2026, 10:00 Uhr29 AufrufeZuletzt geprüft: 21.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Diskussionen um eine mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin sorgen für Kontroversen. Ökonom Marcel Fratzscher ruft zur Mäßigung auf und kritisiert die Panikmache als übertrieben. Während er die Vergesellschaftungspläne skeptisch sieht, betont er auch Chancen für den Wirtschaftsstandort durch positive Rahmenbedingungen.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), fordert mehr Gelassenheit in der Debatte um eine mögliche rot-grün-rote Koalition in Berlin. Er kritisiert pauschale Warnungen vor einer Regierung aus Linken, Grünen und SPD als unbegründete Panikmache, die Deutschland schaden könne.

Kritik an CDU-Politikerin Katherina Reiche

Fratzscher wandte sich gegen Äußerungen von Katherina Reiche, die als Bundeswirtschaftsministerin vor einer möglichen rot-grün-roten Regierung in Berlin gewarnt hatte. Reiche bezeichnete eine solche Koalition als „Gefahr für den Standort“, deren Auswirkungen weit über Berlin hinausreichen würden. Der DIW-Präsident bewertet diese Aussagen als nicht fundierte Pauschalurteile.

Warnung vor schädlicher politischer Rhetorik

Der Ökonom betont die Notwendigkeit eines vorsichtigeren Umgangs in Ton und Inhalt politischer Debatten. Eine differenzierte Betrachtungsweise sei erforderlich, um konstruktive Lösungen zu finden. Fratzscher warnt, dass überzogene Rhetorik letztlich Deutschland schaden könne.

Positive Aspekte im Sondierungspapier

Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber Vergesellschaftungsplänen für Berliner Immobilienkonzerne erkennt Fratzscher positive Elemente im Sondierungspapier der drei Parteien. Das Papier enthält Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Berlin:

  • Weniger Regulierung für Unternehmen
  • Stärkung des Wissenschaftsstandorts
  • Investitionen in Universitäten und Forschungseinrichtungen

Entscheidende Faktoren für Berlins Zukunft

Die konkreten Maßnahmen im finalen Koalitionsvertrag werden nach Einschätzung Fratzschers entscheidend sein. Zentrale Fragen betreffen mögliche Steuererleichterungen, die Bereitstellung neuer Büroflächen sowie Investitionen in Bildungseinrichtungen. Diese Faktoren seien maßgeblich für die Gestaltung eines attraktiven Umfeldes für Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

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