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Wohnungsknappheit verschärft sich: Die Alterung der Babyboomer-Generation

19. Oktober 2026, 10:02 Uhr49 AufrufeZuletzt geprüft: 19.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Erfahre, warum der demografische Wandel allein den Wohnungsmangel in Deutschland nicht lösen kann. Eine neue Studie zeigt regionale Ungleichgewichte und die Herausforderungen des „Silver Tsunamis“ auf. Entdecke, welche Maßnahmen notwendig sind, um strukturelle Hindernisse zu überwinden und Wohnraum effizienter zu nutzen.

Die alternde Bevölkerung in Deutschland wird den bestehenden Wohnungsmangel nicht allein durch einen Generationenwechsel lösen können. Eine Studie des Verbands der Sparda-Banken in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft zeigt: Zwar gibt es etwa 5,3 Millionen Eigentümerhaushalte ab 65 Jahren, denen eine vergleichbare Anzahl von Mieterhaushalten im Alter zwischen 30 und 44 Jahren gegenübersteht. Doch ein erhebliches regionales Ungleichgewicht verhindert eine Entspannung am Wohnungsmarkt.

Regionale Diskrepanz statt flächendeckende Entlastung

Eine Zensusanalyse aller 400 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands zeigt: In rund 300 Kreisen gibt es mehr ältere Eigentümerhaushalte als jüngere Mieterhaushalte. Dieser Angebotsüberschuss konzentriert sich jedoch häufig auf kleinere ländliche Gebiete, während städtische Ballungsräume weiterhin unter Druck stehen. In 34 von 70 analysierten Großstädten bleibt die Nachfrage junger Haushalte auch unter Berücksichtigung des Umlands unzureichend gedeckt.

Etwa 28 bis 32 Prozent der älteren Eigentümer könnten ihre Immobilien innerhalb weniger Jahrzehnte abgeben. Selbst im Umland von Großstädten reicht das potenzielle Angebot oft nicht aus, um den bestehenden Mangel von geschätzt über einer Million Wohnungen zu beseitigen.

Wohnraumnutzung: Größenunterschiede zwischen den Generationen

Die Studie offenbart unterschiedliche Wahrnehmungen der Wohnraumnutzung: 37 Prozent der älteren Eigentümerhaushalte empfinden ihre Wohnungen als zu groß, während 35 Prozent jüngerer Mieter ihre Wohnungen als zu klein empfinden. Trotz dieser Diskrepanz ziehen ältere Menschen selten um. Gründe dafür sind hohe Erwerbsnebenkosten, fehlende kleinere oder barrierefreie Alternativen sowie die emotionale Bindung an das vertraute Umfeld.

Silver Tsunami löst Wohnungskrise nicht

Die Hoffnung auf einen sogenannten Silver Tsunami, bei dem der Ruhestandseintritt der geburtenstarken Babyboomer-Generation durch Verkauf oder Vererbung zu sinkenden Immobilienpreisen führen könnte, erfüllt sich laut der Untersuchung nicht. Ein frei werdendes Haus auf dem Land löst das Problem für junge Familien in Großstädten nicht automatisch. Der erwartete massive Anstieg verfügbarer Immobilien durch den Generationenwechsel reicht nicht aus, um die Wohnungsproblematik eigenständig zu lösen.

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