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Tabaksteuern steigen: Zigaretten werden teurer

19. Oktober 2026, 10:02 Uhr48 AufrufeZuletzt geprüft: 19.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

In den kommenden Jahren steigen die Preise für Zigaretten und andere Tabakprodukte deutlich an, da der Bundesrat die Reform der Tabaksteuer gebilligt hat. Die Erhöhung soll zusätzliche Steuereinnahmen generieren und den Einstieg in den Nikotinkonsum weniger attraktiv machen. Doch es gibt Bedenken über mögliche Auswirkungen auf den Schwarzmarkt und soziale Ungleichheiten.

Der Bundesrat hat die Reform der Tabaksteuer beschlossen. Zwischen 2027 und 2030 steigen die Steuersätze auf Zigaretten und andere Tabakwaren erheblich. Eine Packung mit 20 Zigaretten kostet aktuell durchschnittlich 8,05 Euro und wird laut Prognose des Bundesfinanzministeriums 2027 auf 9,10 Euro, 2028 auf 9,91 Euro, 2029 auf 10,81 Euro und 2030 auf 11,78 Euro steigen. Branchenexperten rechnen bei Markenzigaretten mit einem möglichen Maximum von bis zu 14 Euro pro Packung.

Geplante Mehreinnahmen von 12 Milliarden Euro bis 2030

Der Bund kalkuliert durch die Steueranhebungen mit zusätzlichen Einnahmen von rund 12 Milliarden Euro innerhalb von vier Jahren. Für 2027 werden etwa 1,5 Milliarden Euro erwartet, bis Ende des Jahrzehnts insgesamt 4,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen durch die Tabaksteuer bereits auf 17,6 Milliarden Euro.

Betroffene Tabakprodukte und Kritik der Branche

Neben herkömmlichen Zigaretten verteuern sich auch Feinschnitt-Tabak zum Selbstdrehen, Zigarren, Zigarillos, Shisha-Tabak sowie Liquids für E-Zigaretten. Vertreter des legalen Handels zeigen sich skeptisch gegenüber den Einnahmeprognosen. Jan Mücke vom Branchenverband BVTE bezeichnete die fiskalischen Pläne als „Luftschlösser“ und warnte vor einem Ausweichen vieler Raucher zum Schwarzmarkt. Dies könnte als Konjunkturprogramm für organisierte Kriminalität wirken.

Politische Debatte und gesundheitspolitische Ziele

Der CDU-Abgeordnete Carsten Brodesser plädierte für moderate Steueranhebungen, um Konsumenten nicht zu günstigeren Alternativen aus dem EU-Ausland oder illegalen Quellen zu verleiten. Das Gesetzesvorhaben passierte dennoch mit Unterstützung von Union und SPD den Bundestag, lediglich zwei Abgeordnete aus den Reihen von CDU/CSU stimmten dagegen. SPD-Abgeordneter Ingo Vogel betonte die gesundheitspolitische Bedeutung: „Wir möchten Preissignale setzen, die den Einstieg in den Nikotinkonsum weniger attraktiv machen.“ Bei Liquids habe man stärker nachgesteuert als ursprünglich vorgesehen, um gerade günstige Produkte keinen einfachen Einstieg zu ermöglichen.

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