News·Wirtschaft & Finanzen

Standardbrief-Porto steigt um 20 Cent auf 1,15 Euro

21. Oktober 2026, 10:01 Uhr33 AufrufeZuletzt geprüft: 21.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Ab 2027 wird der Versand eines Standardbriefs in Deutschland voraussichtlich teurer. Die Deutsche Post plant eine Erhöhung des Portos auf 1,15 Euro. Auch andere Briefarten sind von Preissteigerungen betroffen. Grund dafür sind sinkende Briefmengen und steigende Kosten im digitalen Zeitalter.

Die Deutsche Post plant ab Anfang 2027 eine deutliche Erhöhung des Briefportos. Der Standardbrief soll um 20 Cent auf 1,15 Euro steigen, was einer Steigerung von 21,05 Prozent entspricht. Auch Postkarten sowie Kompakt-, Groß- und Maxibriefe werden teurer. Der Logistikkonzern begründet den Schritt mit rückläufigen Briefmengen bei gleichzeitig steigenden Kosten für Personal, Energie und Sachaufwendungen.

Genehmigung durch Bundesnetzagentur steht aus

Die geplante Preiserhöhung bedarf noch der Zustimmung der Bundesnetzagentur. Die Bonner Behörde hatte kürzlich einen Preiserhöhungsspielraum vorgeschlagen und eine mögliche Steigerung der Einnahmen aus dem Briefversand um bis zu 20,35 Prozent signalisiert. Grundlage dafür war eine Prognose der Gesamtmenge aller Briefe für die Jahre 2027 und 2028.

Unterschiedliche Erhöhungen nach Briefart

Innerhalb des von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Rahmens hat die Deutsche Post die Preiserhöhungen nach Briefarten differenziert. Während der Standardbrief mit 21,05 Prozent über dem Durchschnitt liegt, fällt die Erhöhung beim Kompaktbrief moderater aus. Dieser wird um 15 Cent auf 1,25 Euro teurer, was einer Steigerung von 13,64 Prozent entspricht.

Digitalisierung und Kostenstruktur als Treiber

Nikola Hagleitner vom Vorstand des Logistikkonzerns DHL erklärte, dass die Menge verschickter Briefe seit Jahren deutlich abnehme. Unternehmen und Privatpersonen nutzen zunehmend E-Mails oder Chatnachrichten anstelle traditioneller Briefe. Gleichzeitig müsse ein flächendeckendes Netz aus Filialen und öffentlichen Sammelstellen aufrechterhalten werden. Bei sinkenden Briefmengen erhöhten sich zwangsläufig die Einzelkosten pro Stück. Jährlich investiere das Unternehmen rund eine Milliarde Euro ins Netzwerk, unter anderem in Elektrofahrzeuge und Automaten. Im europäischen Vergleich liege das deutsche Porto mit durchschnittlich 1,52 Euro für einen Standardbrief im unteren Bereich.

Alle News