Kinderkonto Vergleich 2026: Sparkonto oder Girokonto – und wie viel Geld drauf sein darf

12.06.372 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Ein Kinderkonto ist mehr als ein Sparschwein aus Plastik. Ob Girokonto für den Alltag oder Tagesgeldkonto für den Vermögensaufbau – die Wahl hängt vom Alter und Ziel ab. Dieser Vergleich zeigt, welche Kontoform wann sinnvoll ist, welche Anbieter 2026 die besten Konditionen bieten und was rechtlich zu beachten ist.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist ein Kinderkonto?: Erfahre, welche zwei Kontoformen es gibt und warum Guthabenbasis für Kinder Pflicht ist.
  • Rechtliche Grundlagen: Verstehe, ab welchem Alter ein Konto möglich ist und welche Unterlagen du brauchst.
  • Verbreitung bei Jugendlichen: Überblick über aktuelle Zahlen – 82 % der 14- bis 24-Jährigen haben bereits ein Girokonto.
  • Girokonto vs. Sparkonto: Vergleich beider Kontoformen mit Zinsen bis 3 % und Unterschieden bei Karte und Zahlungsverkehr.
  • Anbietervergleich 2026: Finde heraus, welche Bank die besten Konditionen für Minderjährige bietet – von ING bis Comdirect.
  • Zinsen im Detail: Vergleiche aktuelle Zinssätze von 1,25 % bis 3,00 % p.a. und lerne, welche Bedingungen gelten.
  • Wie viel darf drauf sein?: Die drei Schwellen – Sparerpauschbetrag, Familienversicherung und Grundfreibetrag – mit Rechner für dein Guthaben.
  • Steuern & Sparerpauschbetrag: Erfahre, wie du den Sparerpauschbetrag von 1.000 € für dein Kind optimal nutzt.
  • Häufige Fragen: Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Kontoeröffnung, Zugriff und Volljährigkeit.
  • Weitere Inhalte: Beiträge zu angrenzenden Themen.

Was ist ein Kinderkonto und welche Arten gibt es?

Ein Kinderkonto ist ein Bankkonto, das speziell für Minderjährige eingerichtet wird. Es gibt zwei grundlegende Varianten: das Girokonto – oft auch Taschengeldkonto oder Jugendkonto genannt – und das Sparkonto beziehungsweise Tagesgeldkonto. Beide Formen teilen ein zentrales Merkmal: Sie funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Ein Dispokredit ist bei Kinderkonten grundsätzlich nicht vorgesehen. Das Kind kann also nie mehr ausgeben, als tatsächlich auf dem Konto liegt. Bei Erwachsenenkonten hingegen fallen für eine Kontoüberziehung hohe Dispozinsen an.

Das Girokonto dient dem laufenden Zahlungsverkehr. Taschengeld wird überwiesen, Einkäufe werden per Debitkarte bezahlt, und das Kind lernt, mit einem festen Budget umzugehen. Genau das macht es pädagogisch wertvoll: Wer jeden Monat sieht, wie das Guthaben schrumpft, versteht Geld schneller als jedes Schulbuch es erklären könnte.

Das Sparkonto oder Tagesgeldkonto verfolgt einen anderen Zweck. Hier steht der Vermögensaufbau im Vordergrund. Die Zinsen sind deutlich höher als beim Girokonto – aktuell bis zu 3,00 % pro Jahr. Dafür gibt es keine Kartenfunktion und keinen Zahlungsverkehr. Das Geld liegt einfach da und wächst. Wie die Zinsen bei verschiedenen Anbietern ausfallen, zeigt ein Tagesgeld-Vergleich.

Viele Banken kombinieren heute beide Formen. Das Comdirect JuniorGiro etwa kommt automatisch mit einem Junior-Tagesgeldkonto. Das Girokonto übernimmt den Alltag, das Tagesgeldkonto sammelt die Ersparnisse. Diese Kombination ist für die meisten Familien die sinnvollste Lösung.

Ein weiterer Vorteil beider Kontoformen: Die Kontoführung ist in der Regel bis zur Volljährigkeit komplett kostenlos. Keine Grundgebühr, keine Eröffnungsgebühr. Eltern behalten bis zum 18. Geburtstag des Kindes vollen Zugriff und können oft Limits für Abhebungen und Überweisungen festlegen. Das gibt Sicherheit – ohne das Kind zu bevormunden.

Nach dem 18. Geburtstag wandeln die meisten Banken das Kinderkonto automatisch in ein reguläres Konto um. Manche Anbieter wie die ING führen das Konto sogar bis zum 28. Geburtstag kostenlos weiter – allerdings nur, wenn monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen. Es lohnt sich also, die Konditionen für die Zeit nach der Volljährigkeit im Blick zu behalten. Mit der Volljährigkeit werden dann oft auch andere Produkte wie ein Girokonto mit Kreditkarte verfügbar.

Rechtliche Grundlagen: Ab welchem Alter ist ein Kinderkonto möglich?

Die rechtliche Basis für Kinderkonten in Deutschland ist klar geregelt. Kinder ab 7 Jahren gelten laut § 106 BGB als beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet: Eine Kontoeröffnung ist ab diesem Alter möglich – aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung beider Erziehungsberechtigter. Beide Elternteile müssen sich legitimieren, unabhängig davon, ob sie zusammenleben oder getrennt sind. Auch bei Scheidung oder Trennung gilt: Beide müssen zustimmen.

Ergänzend dazu greift der sogenannte Taschengeldparagraph (§ 110 BGB). Er erlaubt Kindern, über kleinere Beträge selbst zu verfügen – also zum Beispiel Süßigkeiten oder ein Heft zu kaufen, ohne dass die Eltern jeden Kauf absegnen müssen. Für größere Transaktionen über das Konto bleibt die elterliche Kontrolle jedoch bestehen.

Einige Banken gehen noch weiter und bieten Konten bereits ab Geburt an. DKB, Revolut, Pax-Bank und die Hamburger Sparkasse (Haspa) ermöglichen es, direkt nach der Geburt ein Konto für das Kind zu eröffnen. In diesem Fall handeln die Eltern vollständig als gesetzliche Vertreter. Das Kind hat selbst keinerlei Zugriff, bis es das entsprechende Alter erreicht.

Vollständige Geschäftsfähigkeit und damit die Möglichkeit, eigenständig ein Konto zu eröffnen, besteht erst ab dem 18. Geburtstag.

Für die Kontoeröffnung brauchst du in der Regel folgende Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile
  • Geburtsurkunde oder Kinderausweis des Kindes
  • Steuer-Identifikationsnummer des Kindes (und gegebenenfalls der Eltern)

Die Steuer-ID des Kindes ist besonders wichtig, wenn Zinserträge anfallen. Denn das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro auf Kapitalerträge. Bis zu diesem Betrag bleiben Zinsen steuerfrei. Darüber hinaus kann beim zuständigen Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragt werden. Mit dieser Bescheinigung werden Zinsen automatisch ohne Abzug von Kapitalertragsteuer gutgeschrieben – selbst wenn der Freibetrag überschritten wird, solange das Gesamteinkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag liegt.

Ein praktischer Hinweis: Wer das Konto online eröffnen möchte, muss bei vielen Banken trotzdem einmalig eine Identifizierung per Video-Ident oder PostIdent durchführen. Das gilt für beide Elternteile. Plane dafür etwas Zeit ein – der Prozess dauert meist 10 bis 15 Minuten. Diese Legitimationsprüfung ist eine zentrale Vorschrift aus dem Geldwäschegesetz, das für jedes Girokonto gilt.

📌 Good to know

Bei getrenntlebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht müssen beide Elternteile der Kontoeröffnung zustimmen und sich legitimieren. Eine einseitige Eröffnung durch nur einen Elternteil ist rechtlich nicht möglich.

Wie verbreitet sind Konten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland?

Die Zahlen sind eindeutig: Jugendliche in Deutschland sind finanziell gut aufgestellt – zumindest was den Zugang zu Bankkonten betrifft. 85 Prozent der 14- bis 24-Jährigen besitzen ein Sparbuch, 82 Prozent haben ein Girokonto. Das zeigen aktuelle Erhebungen des Bundesverbands deutscher Banken. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit vorne. Für Personen, denen ein reguläres Konto verwehrt wird, gibt es den gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto.

Besonders aufschlussreich ist das Alter bei der ersten Kontoeröffnung. Im Durchschnitt eröffnen Jugendliche ihr erstes Girokonto mit 13,8 Jahren. Das entspricht in etwa dem Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule – einem Zeitpunkt, an dem Taschengeld und erste kleine Ausgaben eine größere Rolle spielen.

Unter den 16- bis 18-Jährigen hat bereits jeder Zweite ein Girokonto im eigenen Namen. Das Online-Banking starten junge Bankkunden in der Regel ab 16 Jahren. Bis dahin laufen die meisten Transaktionen noch über die Eltern oder werden gemeinsam durchgeführt.

Interessant ist auch der Blick auf Sparprodukte: Ein Drittel der Jugendlichen verfügt über ein Spar- oder Festgeldkonto. 14 Prozent legen Geld in Wertpapieren oder Depots an – das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg zeigt, dass das Interesse an Kapitalmarktprodukten unter Jugendlichen wächst. Eine gängige Form des Einstiegs in den Kapitalmarkt sind ETF-Sparpläne bei verschiedenen Anbietern. Zu den Anbietern zählt auch der Online-Broker XTB, zu dem es unterschiedliche Nutzererfahrungen gibt.

Gleichzeitig gibt es noch Nachholbedarf: 13 Prozent der Jugendlichen nutzen weder ein eigenes Konto noch andere Geldanlageformen. Das ist eine relevante Gruppe, die bisher keinen Zugang zum Finanzsystem hat.

Verbreitung von Finanzprodukten bei 14- bis 24-Jährigen in Deutschland (%)

0 20 40 60 80 100 85 % Sparbuch 82 % Girokonto 58 % Bankkarte 33 % Sparkonto 14 % Wertpapiere 13 % Kein Konto Anteil in %

Diese Zahlen zeigen: Der Großteil der Jugendlichen hat bereits früh Kontakt mit Bankprodukten. Trotzdem bleibt Luft nach oben – besonders beim Thema Wertpapiere und bei der Gruppe ohne jegliche Finanzprodukte.

Girokonto oder Sparkonto für Kinder: Ein direkter Vergleich

Die Frage „Girokonto oder Sparkonto?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt darauf an, was du mit dem Konto erreichen willst. Geht es darum, dass dein Kind lernt, mit Geld umzugehen? Dann ist das Girokonto die erste Wahl. Soll Geld für einen späteren Zweck angespart werden – etwa für den Führerschein oder das Studium? Dann bringt ein Tagesgeldkonto mehr Rendite.

Das Girokonto – auch Taschengeldkonto genannt – ist das Alltagswerkzeug. Taschengeld wird überwiesen, Einkäufe werden per Debitkarte oder Girocard bezahlt, und Überweisungen sind möglich. Die Zinsen sind beim Girokonto meist gering oder gleich null. Eine Ausnahme bildet das JuniorGiro der Comdirect, das 1,25 % Zinsen auf Guthaben bis 1.250 Euro zahlt. Das ist ordentlich für ein Girokonto, aber weit unter dem, was ein Tagesgeldkonto bringt. In der Vergangenheit waren sogar Negativzinsen auf dem Girokonto üblich, was bei Kinderkonten jedoch kaum eine Rolle spielte.

Das Sparkonto oder Tagesgeldkonto ist das Sparwerkzeug. Hier gibt es keine Karte, keine Überweisungen, keinen Zahlungsverkehr. Dafür sind die Zinsen deutlich attraktiver: Das Junior-Tagesgeldkonto der Comdirect zahlt aktuell 3,00 % pro Jahr, die Targobank bietet 2,10 % p.a. auf Guthaben bis 50.000 Euro. Die Sparkasse liegt mit dem KNAX-Konto bei 1,25 % p.a. Wer das Geld für eine feste Laufzeit anlegen kann, findet oft höhere Zinsen beim Festgeld im Zinsvergleich.

Ein konkretes Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar: Wer von Geburt an monatlich 25 Euro bei 1,25 % Zinsen anspart, hat bis zum 18. Geburtstag rund 5.900 Euro angesammelt – bei insgesamt 5.400 Euro Einzahlungen. Der Zinseffekt bringt also knapp 500 Euro zusätzlich. Bei 3,00 % Zinsen wäre der Zinsgewinn noch deutlich höher. Dieser Wertzuwachs entsteht durch den Effekt des Zinseszinses, bei dem auch Zinsen wieder Zinsen erwirtschaften.

Für die finanzielle Bildung ist das Girokonto wertvoller. Wer jeden Monat sieht, wie das Guthaben steigt und fällt, entwickelt ein Gefühl für Einnahmen und Ausgaben. Das Sparkonto fördert vor allem das Sparverhalten – wichtig, aber weniger interaktiv.

Die kluge Lösung: Beides kombinieren. Girokonto für den Alltag, Tagesgeldkonto für die Ersparnisse. Viele Banken bieten genau das als Paket an.

Girokonto vs. Sparkonto/Tagesgeld für Kinder im Vergleich
Kriterium Girokonto (Taschengeldkonto) Sparkonto / Tagesgeld
Hauptzweck Laufender Zahlungsverkehr, Taschengeld Vermögensaufbau, Sparen
Zinsen Gering oder keine (Ausnahme: 1,25 % bis 1.250 €) Höher (bis 3,00 % p.a.)
Zahlungsverkehr Ja (Überweisungen, Kartenzahlung) Nein
Debit-/Girokarte Ja (Girocard, Visa Debitkarte) Nein
Überziehung Nicht möglich (Guthabenbasis) Nicht relevant
Kontoführungsgebühr Kostenlos (bis 18 Jahre, teils länger) Kostenlos
Finanzielle Bildung Hoch (Umgang mit Einnahmen/Ausgaben) Mittel (Sparverhalten)
Elterliche Kontrolle Ja (Limits, Einsicht) Ja
Verfügbarkeit des Geldes Jederzeit Jederzeit (Tagesgeld) / eingeschränkt (Sparkonto)

💡 Tip

Eröffne für dein Kind am besten beides: ein Girokonto für das monatliche Taschengeld und ein Tagesgeldkonto für Geldgeschenke und Ersparnisse. Viele Banken bieten diese Kombination kostenlos an.

Die besten Kinderkonten im Anbietervergleich 2026

Der Markt für Kinderkonten ist 2026 gut aufgestellt. Fast alle großen Banken bieten kostenlose Konten für Minderjährige an – mit unterschiedlichen Stärken. Hier ein Überblick über die wichtigsten Anbieter.

Das ING Girokonto Junior richtet sich an Kinder von 7 bis 18 Jahren. Es kommt mit einer Visa Debitkarte und ist an rund 58.000 Geldautomaten kostenlos nutzbar. Ein Elternteil muss selbst ING-Kunde sein – das ist die einzige Bedingung. Nach dem 18. Geburtstag bleibt das Konto bis zum 28. Lebensjahr kostenlos, sofern monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen. Für Studierende oder Auszubildende ist das gut machbar.

Das Comdirect JuniorGiro ist besonders attraktiv, weil es automatisch mit einem Junior-Tagesgeldkonto kombiniert wird. Dieses zahlt aktuell 3,00 % Zinsen pro Jahr (Aktionszins für Neukunden bis 08.09.2026, max. 500 Euro; regulärer Zinssatz: 0,75 % p.a.) – der höchste Satz im Vergleich. Dazu gibt es eine Visa Debitkarte und eine Girocard. Drei Abhebungen pro Monat sind kostenlos, danach fallen 4,90 Euro plus 1,75 % an. Ab 18 Jahren wird das Konto als kostenloses Girokonto weitergeführt. Wer die Zinssätze verschiedener Anbieter vergleichen möchte, findest du in unserem Testbericht zu Barclays Tagesgeld weitere Details zu Konditionen und Zinsentwicklung.

Die DKB ist die einzige große Direktbank, die ein Girokonto bereits ab Geburt anbietet. Das Girokonto u18 kommt mit einer Visa Debitkarte. Bei Volljährigkeit wird es automatisch in ein reguläres DKB-Konto umgewandelt – der elterliche Zugriff endet dann.

Die Commerzbank bietet mit dem StartKonto eine solide Option ab 7 Jahren. Es gibt eine Girocard, und das Konto bleibt bis zum 28. Geburtstag kostenlos – für Schüler, Auszubildende und Studierende. Ab 14 Jahren ist zusätzlich eine Visa Prepaid Junior-Karte erhältlich. Für Volljährige gibt es zudem eine Auswahl an regulären Kreditkarten der Commerzbank.

Die Targobank punktet mit ihrem Junior-Tagesgeldkonto: 2,10 % Zinsen pro Jahr auf Guthaben bis 50.000 Euro. Das Starter-Konto läuft bis zum 28. Geburtstag kostenlos weiter – auch als Studentenkonto.

Die Sparkasse ist für viele Familien die naheliegendste Wahl, weil sie vor Ort präsent ist. Das KNAX-Konto für Kinder und das Jugendkonto bieten 1,25 % Guthabenzins und Zugang zu rund 20.000 kostenlosen Geldautomaten im Sparkassen-Netz. Die genauen Konditionen variieren je nach Region.

Wer einen digitalen Fokus bevorzugt, findet bei Revolut (Revolut <18, ab Geburt) eine moderne Alternative. Die GLS Bank bietet mit dem Konto U18 eine ethisch ausgerichtete Option, die nach dem 18. Geburtstag als GLS Konto für 18- bis 27-Jährige weitergeführt werden kann. Die Pax-Bank ermöglicht mit dem PaxJunior-Konto eine Eröffnung ab Geburt und hält das Konto bis zum 27. Lebensjahr kostenlos. Gerade bei digitalen Anbietern ist die Qualität der mobilen Anwendung entscheidend, wie ein Vergleich von Banking-Apps zeigt.

Anbietervergleich: Kostenlose Girokonten für Minderjährige 2026
Anbieter Produkt Altersbereich Karte Besonderheit
ING Girokonto Junior 7–18 Jahre Visa Debitkarte Kostenlos bis 28 J. bei ≥ 1.000 €/Monat; 58.000 Automaten
Comdirect JuniorGiro 7–18 Jahre Visa Debitkarte + Girocard Inkl. Tagesgeld 3,00 % p.a.; 3× kostenlos abheben/Monat
DKB Girokonto u18 Ab 0 Jahre Visa Debitkarte Ab Geburt; Umwandlung in reguläres Konto bei Volljährigkeit
Commerzbank StartKonto Ab 7 Jahre Girocard Kostenlos bis 28 J. (Schüler/Azubi/Student); Prepaid ab 14 J.
Targobank Starter-Konto 7–28 Jahre Junior-Tagesgeld 2,10 % p.a. bis 50.000 €; Studentenkonto
Sparkasse KNAX / Jugendkonto Kinder & Jugendliche Girocard 1,25 % Guthabenzins; 20.000 kostenlose Automaten
GLS Bank Konto U18 7–18 Jahre Fortführung als GLS Konto 18–27 möglich; ethische Bank
Revolut Revolut <18 0–17 Jahre Debitkarte Ab Geburt; digitaler Fokus; App-gesteuerte Elternkontrolle
Pax-Bank PaxJunior 0–27 Jahre Ab Geburt; kostenlos bis 27 Jahre; kirchliche Ausrichtung

Mögliche Kostenfallen solltest du im Blick behalten. Fremdwährungsabhebungen kosten bei manchen Anbietern extra – beim JuniorGiro der Comdirect etwa 4,90 Euro plus 1,75 % nach den ersten drei kostenlosen Abhebungen pro Monat. Auch Daueraufträge sind nicht überall kostenlos. Und bei der ING gilt nach dem 18. Geburtstag die 1.000-Euro-Bedingung für die kostenlose Kontoführung. Solche Gebühren lassen sich mit einem speziellen Devisenkonto umgehen, das direkt in der Fremdwährung geführt wird.

Zinsen auf Kinderkonten: Was bringt dein Geld wirklich?

Zinsen auf Kinderkonten sind kein Selbstläufer. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich – und die Bedingungen, unter denen die Zinsen gelten, verdienen genaue Aufmerksamkeit. Wer hier nicht hinschaut, lässt bares Geld liegen.

Den höchsten Zinssatz bietet aktuell das Junior-Tagesgeldkonto der Comdirect mit 3,00 % pro Jahr. Dieser Satz gilt für das Tagesgeldkonto, das automatisch zum JuniorGiro dazukommt. Das Guthaben auf dem Girokonto selbst wird mit 1,25 % verzinst – allerdings nur bis zu einem Guthaben von 1.250 Euro. Darüber gibt es keine Zinsen mehr. Das ist ein wichtiger Punkt: Wer mehr als 1.250 Euro auf dem Girokonto parkt, verschenkt Rendite.

Die Targobank zahlt auf ihr Junior-Tagesgeldkonto 2,10 % pro Jahr auf Guthaben bis 50.000 Euro. Für Guthaben darüber sinkt der Satz auf 1,30 %. Das ist für die meisten Kinder und Jugendlichen kein relevantes Limit – aber gut zu wissen.

Die Sparkasse bietet mit dem KNAX-Konto 1,25 % Zinsen pro Jahr. Das ist weniger als bei den Direktbanken, dafür gibt es ein flächendeckendes Filialnetz und rund 20.000 kostenlose Geldautomaten. Für Familien, die Wert auf persönliche Beratung legen, kann das der entscheidende Vorteil sein. Die Konditionen für Tagesgeld bei Filialbanken unterscheiden sich dabei je nach Institut und Region.

Alle Zinssätze sind variabel. Das bedeutet: Sie können sich jederzeit ändern – nach oben wie nach unten. Wer heute 3,00 % bekommt, muss nicht davon ausgehen, dass dieser Satz in fünf Jahren noch gilt. Trotzdem lohnt es sich, das Geld dort zu parken, wo es aktuell am meisten bringt.

Zinssätze auf Kinderkonten im Überblick (Stand 2026)
Produkt Anbieter Zinssatz p.a. Bedingungen
Junior-Tagesgeldkonto Comdirect 3,00 % Zum JuniorGiro; variabel
Junior-Tagesgeldkonto Targobank 2,10 % Guthaben bis 50.000 €
Junior-Tagesgeldkonto Targobank 1,30 % Guthaben über 50.000 €
KNAX-Konto / Kinderkonto Sparkasse 1,25 % Bis Maximalbetrag; regional unterschiedlich
JuniorGiro (Girokonto-Guthaben) Comdirect 1,25 % Nur bis 1.250 € Guthaben
Girokonto u18 DKB Variabel Tagesgeldanteil; aktuell prüfen

Ein wichtiger Hinweis zur Steuer: Zinserträge auf dem Kinderkonto sind bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro steuerfrei. Bei einem Zinssatz von 3,00 % müsste das Guthaben über 33.000 Euro liegen, bevor Steuern anfallen. Für die meisten Kinder ist das kein Problem – aber wer Geldgeschenke von Großeltern und anderen Verwandten sammelt, sollte den Freibetrag im Blick behalten.

Steuern & Sparerpauschbetrag: So nutzt du den Steuervorteil optimal

Das Kinderkonto bietet einen echten Steuervorteil, den viele Eltern nicht kennen oder nicht nutzen. Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro auf Kapitalerträge. Das gilt unabhängig vom Einkommen der Eltern. Zinsen, die auf dem Kinderkonto anfallen, bleiben bis zu diesem Betrag vollständig steuerfrei.

Damit die Bank keine Kapitalertragsteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag) einbehält, muss ein Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt werden. Das geht in der Regel direkt bei der Kontoeröffnung. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank automatisch Steuern ab – auch wenn der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Wer noch mehr herausholen möchte, kann beim zuständigen Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen. Diese Bescheinigung bestätigt, dass das Kind voraussichtlich nicht zur Einkommensteuer veranlagt wird. Mit ihr werden Zinsen auch dann ohne Steuerabzug gutgeschrieben, wenn der Sparerpauschbetrag überschritten wird – solange das Gesamteinkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag liegt. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro pro Jahr. Dieser Freibetrag ist auch relevant, um die Kosten für ein Studium oder eine Ausbildung steuerfrei zu finanzieren. Auch Einkünfte aus einem Nebenjob fallen unter diesen Freibetrag, was die aktuelle Minijob-Statistik für viele Schüler relevant macht.

Ein praktisches Beispiel: Ein Kind hat 20.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto mit 3,00 % Zinsen. Das ergibt 600 Euro Zinsen pro Jahr – vollständig steuerfrei dank Sparerpauschbetrag. Erst ab einem Guthaben von rund 33.333 Euro würde der Freibetrag überschritten.

Wichtig: Der Sparerpauschbetrag des Kindes ist vom Sparerpauschbetrag der Eltern getrennt. Eltern können also ihren eigenen Freibetrag voll ausschöpfen und gleichzeitig den des Kindes nutzen. Das ist besonders interessant, wenn Großeltern oder andere Verwandte größere Geldbeträge schenken.

Noch ein Hinweis zur Schenkungsteuer: Geldgeschenke an Kinder sind bis zu einem Betrag von 400.000 Euro alle zehn Jahre steuerfrei (Freibetrag je Elternteil). Für Schenkungen von Großeltern gilt ein Freibetrag von 200.000 Euro. Wer also regelmäßig Geld auf das Kinderkonto überweist, muss sich in der Regel keine Sorgen um Schenkungsteuer machen.

Wie viel Geld darf auf dem Kinderkonto liegen?

Eine gesetzliche Obergrenze für das Guthaben gibt es nicht. Ein Kind darf beliebig viel Geld auf dem eigenen Konto haben. Entscheidend ist nicht das Guthaben, sondern der Ertrag, den es abwirft – und dafür gibt es drei Schwellen, die nacheinander greifen.

Die erste Schwelle ist der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro nach § 20 Abs. 9 EStG. Bis dahin bleiben Zinsen steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag auf den Namen des Kindes vorliegt. Bei 2,5 % Zinsen ist diese Schwelle bei rund 40.000 Euro Guthaben erreicht.

Die zweite Schwelle ist die Einkommensgrenze der Familienversicherung – und die kennen die wenigsten Eltern. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V bleibt ein Kind nur dann beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung der Eltern mitversichert, wenn sein Gesamteinkommen ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nicht regelmäßig überschreitet. Die Bezugsgröße liegt 2026 bei 3.955 Euro im Monat, ein Siebtel davon sind 565 Euro monatlich oder 6.780 Euro im Jahr. Kapitalerträge zählen dabei mit. Wird die Grenze gerissen, fällt das Kind aus der Familienversicherung und muss eigenständig krankenversichert werden – ein Kostenblock, der jeden Zinsvorteil auffrisst.

Die dritte Schwelle ist der Grundfreibetrag von 12.348 Euro nach § 32a EStG. Bis dahin zahlt das Kind keine Einkommensteuer, weil es in der Regel kein weiteres Einkommen hat. Praktisch ist diese Schwelle nachrangig: Die Krankenversicherung greift schon bei 6.780 Euro, also deutlich früher.

Der Rechner zeigt, wo dein Guthaben in dieser Staffel steht – und bis zu welchem Betrag du sorglos sparen kannst.

Wie viel Geld darf auf dem Kinderkonto liegen?

Status
Zinsertrag im Jahr
Steuerfrei bis zu einem Guthaben von
Familienversicherung sicher bis

Dein Zinsertrag im Verhältnis zu den drei Grenzen
Und was wird daraus bis zum 18. Geburtstag?
Endkapital mit 18
davon eingezahlt
davon Zinsen

Die Sparprognose rechnet mit gleichbleibendem Zins und jährlicher Verzinsung. Sie ist eine Modellrechnung, keine Zusage: Der Zins auf Tagesgeld ist variabel.

Grenzen nach geltendem Recht, abgerufen am 8. September 2026: Sparerpauschbetrag 1.000 Euro nach § 20 Abs. 9 EStG. Grundfreibetrag 12.348 Euro nach § 32a Abs. 1 EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2026. Die Einkommensgrenze der Familienversicherung beträgt nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße; diese liegt 2026 laut § 1 der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung bei 3.955 Euro im Monat, ein Siebtel davon sind 565 Euro monatlich oder 6.780 Euro im Jahr. Der Rechner läuft in deinem Browser; es werden keine Eingaben übertragen.

📌 Good to know

Die Grenze der Familienversicherung wird bei reinen Tagesgeldkonten selten erreicht: Bei 2,5 % Zinsen wären dafür rund 271.000 Euro Guthaben nötig. Kritisch wird es, wenn zum Zinsertrag weiteres Einkommen des Kindes kommt – etwa aus einem Ferienjob, aus vermietetem Eigentum oder aus einer Halbwaisenrente. Alle Einkünfte werden zusammengerechnet.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter kann ein Kinderkonto eröffnet werden?

Rechtlich ist eine Kontoeröffnung ab 7 Jahren möglich, da Kinder dann beschränkt geschäftsfähig sind. Einige Banken wie DKB, Revolut und Pax-Bank bieten Konten bereits ab Geburt an. In allen Fällen ist die Zustimmung beider Erziehungsberechtigter erforderlich.

Kann ein Kinderkonto überzogen werden?

Nein. Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Ein Dispokredit ist gesetzlich nicht vorgesehen. Das Kind kann nur Geld ausgeben, das tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist – eine wichtige Schutzfunktion. Eine Alternative ohne Verschuldungsrisiko stellt eine Kreditkarte für Jugendliche auf Guthabenbasis dar.

Welche Unterlagen brauche ich für die Kontoeröffnung?

Du benötigst Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile, die Geburtsurkunde oder den Kinderausweis des Kindes sowie die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes. Manche Banken verlangen zusätzlich die Steuer-ID der Eltern.

Was passiert mit dem Kinderkonto, wenn das Kind 18 wird?

Je nach Anbieter wird das Konto automatisch in ein reguläres Girokonto umgewandelt (DKB), unter Bedingungen kostenlos weitergeführt (ING bis 28 Jahre bei ≥ 1.000 Euro Geldeingang) oder direkt als Erwachsenenkonto fortgeführt (Comdirect). Der elterliche Zugriff endet mit der Volljährigkeit.

Müssen Zinserträge auf dem Kinderkonto versteuert werden?

Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro. Zinsen bis zu diesem Betrag sind steuerfrei. Für darüber hinausgehende Erträge kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragt werden, sofern das Gesamteinkommen des Kindes gering ist.

Welche Bank zahlt die höchsten Zinsen auf Kinderkonten?

Aktuell bietet das Junior-Tagesgeldkonto der Comdirect mit 3,00 % pro Jahr den höchsten Zinssatz. Die Targobank folgt mit 2,10 % p.a. auf Guthaben bis 50.000 Euro. Die Sparkasse zahlt auf das KNAX-Konto 1,25 % pro Jahr. Alle Zinssätze sind variabel.

Haben Eltern Zugriff auf das Kinderkonto?

Ja, bis zur Volljährigkeit haben Eltern vollen Zugriff. Sie können Transaktionen einsehen, Limits für Abhebungen setzen und Überweisungen kontrollieren. Mit dem 18. Geburtstag endet der elterliche Zugriff automatisch – das Konto gehört dann vollständig dem Kind.

Q

Wie viel Geld darf ein Kind auf dem Konto haben?

Eine gesetzliche Obergrenze für das Guthaben gibt es nicht. Begrenzt ist nur der Ertrag: Bis 1.000 Euro Zinsen im Jahr bleibt alles steuerfrei (Sparerpauschbetrag, § 20 Abs. 9 EStG). Ab 6.780 Euro Jahreseinkommen fällt das Kind aus der beitragsfreien Familienversicherung, weil das Gesamteinkommen dann ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße überschreitet (565 Euro im Monat, § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V). Bei 2,5 % Zinsen entspricht das einem Guthaben von rund 271.000 Euro.

Q

Verliert mein Kind die Familienversicherung durch Zinsen auf dem Kinderkonto?

Nur, wenn das gesamte Einkommen des Kindes regelmäßig 565 Euro im Monat überschreitet. Zinsen zählen dabei als Einkommen mit. Bei üblichen Guthaben auf einem Kinderkonto passiert das nicht – dafür bräuchte es einen sechsstelligen Betrag. Aufpassen sollte man, wenn weitere Einkünfte dazukommen, etwa aus einer Halbwaisenrente oder aus vermietetem Eigentum. Diese Beträge werden mit den Kapitalerträgen zusammengerechnet.

Q

Ist ein Kinderkonto überhaupt sinnvoll?

Für zwei Zwecke ja. Erstens hat jedes Kind einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, der zusätzlich zu dem der Eltern gilt – wer größere Beträge für das Kind anlegt, spart damit real Steuern. Zweitens lernen Kinder am eigenen Konto den Umgang mit Geld, und zwar ohne Risiko: Ein Kinderkonto kann nicht überzogen werden. Zu bedenken ist, dass das Geld rechtlich dem Kind gehört. Mit 18 kann es frei darüber verfügen, und Eltern dürfen es auch vorher nicht für eigene Zwecke verwenden.