Themen in diesem Artikel:
- Was ist ein Kinderkonto?: Erfahre, welche zwei Kontoformen es gibt und warum Guthabenbasis für Kinder Pflicht ist.
- Rechtliche Grundlagen: Verstehe, ab welchem Alter ein Konto möglich ist und welche Unterlagen du brauchst.
- Verbreitung bei Jugendlichen: Überblick über aktuelle Zahlen – 82 % der 14- bis 24-Jährigen haben bereits ein Girokonto.
- Girokonto vs. Sparkonto: Vergleich beider Kontoformen mit Zinsen bis 3 % und Unterschieden bei Karte und Zahlungsverkehr.
- Anbietervergleich 2026: Finde heraus, welche Bank die besten Konditionen für Minderjährige bietet – von ING bis Comdirect.
- Zinsen im Detail: Vergleiche aktuelle Zinssätze von 1,25 % bis 3,00 % p.a. und lerne, welche Bedingungen gelten.
- Steuern & Sparerpauschbetrag: Erfahre, wie du den Sparerpauschbetrag von 1.000 € für dein Kind optimal nutzt.
- Häufige Fragen: Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Kontoeröffnung, Zugriff und Volljährigkeit.
Was ist ein Kinderkonto und welche Arten gibt es?
Ein Kinderkonto ist ein Bankkonto, das speziell für Minderjährige eingerichtet wird. Es gibt zwei grundlegende Varianten: das Girokonto – oft auch Taschengeldkonto oder Jugendkonto genannt – und das Sparkonto beziehungsweise Tagesgeldkonto. Beide Formen teilen ein zentrales Merkmal: Sie funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Ein Dispokredit ist bei Kinderkonten grundsätzlich nicht vorgesehen. Das Kind kann also nie mehr ausgeben, als tatsächlich auf dem Konto liegt.
Das Girokonto dient dem laufenden Zahlungsverkehr. Taschengeld wird überwiesen, Einkäufe werden per Debitkarte bezahlt, und das Kind lernt, mit einem festen Budget umzugehen. Genau das macht es pädagogisch wertvoll: Wer jeden Monat sieht, wie das Guthaben schrumpft, versteht Geld schneller als jedes Schulbuch es erklären könnte.
Das Sparkonto oder Tagesgeldkonto verfolgt einen anderen Zweck. Hier steht der Vermögensaufbau im Vordergrund. Die Zinsen sind deutlich höher als beim Girokonto – aktuell bis zu 3,00 % pro Jahr. Dafür gibt es keine Kartenfunktion und keinen Zahlungsverkehr. Das Geld liegt einfach da und wächst.
Viele Banken kombinieren heute beide Formen. Das Comdirect JuniorGiro etwa kommt automatisch mit einem Junior-Tagesgeldkonto. Das Girokonto übernimmt den Alltag, das Tagesgeldkonto sammelt die Ersparnisse. Diese Kombination ist für die meisten Familien die sinnvollste Lösung.
Ein weiterer Vorteil beider Kontoformen: Die Kontoführung ist in der Regel bis zur Volljährigkeit komplett kostenlos. Keine Grundgebühr, keine Eröffnungsgebühr. Eltern behalten bis zum 18. Geburtstag des Kindes vollen Zugriff und können oft Limits für Abhebungen und Überweisungen festlegen. Das gibt Sicherheit – ohne das Kind zu bevormunden.
Nach dem 18. Geburtstag wandeln die meisten Banken das Kinderkonto automatisch in ein reguläres Konto um. Manche Anbieter wie die ING führen das Konto sogar bis zum 28. Geburtstag kostenlos weiter – allerdings nur, wenn monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen. Es lohnt sich also, die Konditionen für die Zeit nach der Volljährigkeit im Blick zu behalten.
Rechtliche Grundlagen: Ab welchem Alter ist ein Kinderkonto möglich?
Die rechtliche Basis für Kinderkonten in Deutschland ist klar geregelt. Kinder ab 7 Jahren gelten laut § 106 BGB als beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet: Eine Kontoeröffnung ist ab diesem Alter möglich – aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung beider Erziehungsberechtigter. Beide Elternteile müssen sich legitimieren, unabhängig davon, ob sie zusammenleben oder getrennt sind. Auch bei Scheidung oder Trennung gilt: Beide müssen zustimmen.
Ergänzend dazu greift der sogenannte Taschengeldparagraph (§ 110 BGB). Er erlaubt Kindern, über kleinere Beträge selbst zu verfügen – also zum Beispiel Süßigkeiten oder ein Heft zu kaufen, ohne dass die Eltern jeden Kauf absegnen müssen. Für größere Transaktionen über das Konto bleibt die elterliche Kontrolle jedoch bestehen.
Einige Banken gehen noch weiter und bieten Konten bereits ab Geburt an. DKB, Revolut, Pax-Bank und die Hamburger Sparkasse (Haspa) ermöglichen es, direkt nach der Geburt ein Konto für das Kind zu eröffnen. In diesem Fall handeln die Eltern vollständig als gesetzliche Vertreter. Das Kind hat selbst keinerlei Zugriff, bis es das entsprechende Alter erreicht.
Vollständige Geschäftsfähigkeit und damit die Möglichkeit, eigenständig ein Konto zu eröffnen, besteht erst ab dem 18. Geburtstag.
Für die Kontoeröffnung brauchst du in der Regel folgende Unterlagen:
- Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile
- Geburtsurkunde oder Kinderausweis des Kindes
- Steuer-Identifikationsnummer des Kindes (und gegebenenfalls der Eltern)
Die Steuer-ID des Kindes ist besonders wichtig, wenn Zinserträge anfallen. Denn das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro auf Kapitalerträge. Bis zu diesem Betrag bleiben Zinsen steuerfrei. Darüber hinaus kann beim zuständigen Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragt werden. Mit dieser Bescheinigung werden Zinsen automatisch ohne Abzug von Kapitalertragsteuer gutgeschrieben – selbst wenn der Freibetrag überschritten wird, solange das Gesamteinkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag liegt.
Ein praktischer Hinweis: Wer das Konto online eröffnen möchte, muss bei vielen Banken trotzdem einmalig eine Identifizierung per Video-Ident oder PostIdent durchführen. Das gilt für beide Elternteile. Plane dafür etwas Zeit ein – der Prozess dauert meist 10 bis 15 Minuten.
📌 Good to know
Bei getrenntlebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht müssen beide Elternteile der Kontoeröffnung zustimmen und sich legitimieren. Eine einseitige Eröffnung durch nur einen Elternteil ist rechtlich nicht möglich.
Wie verbreitet sind Konten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland?
Die Zahlen sind eindeutig: Jugendliche in Deutschland sind finanziell gut aufgestellt – zumindest was den Zugang zu Bankkonten betrifft. 85 Prozent der 14- bis 24-Jährigen besitzen ein Sparbuch, 82 Prozent haben ein Girokonto. Das zeigen aktuelle Erhebungen des Bundesverbands deutscher Banken. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit vorne.
Besonders aufschlussreich ist das Alter bei der ersten Kontoeröffnung. Im Durchschnitt eröffnen Jugendliche ihr erstes Girokonto mit 13,8 Jahren. Das entspricht in etwa dem Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule – einem Zeitpunkt, an dem Taschengeld und erste kleine Ausgaben eine größere Rolle spielen.
Unter den 16- bis 18-Jährigen hat bereits jeder Zweite ein Girokonto im eigenen Namen. Das Online-Banking starten junge Bankkunden in der Regel ab 16 Jahren. Bis dahin laufen die meisten Transaktionen noch über die Eltern oder werden gemeinsam durchgeführt.
Interessant ist auch der Blick auf Sparprodukte: Ein Drittel der Jugendlichen verfügt über ein Spar- oder Festgeldkonto. 14 Prozent legen Geld in Wertpapieren oder Depots an – das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg zeigt, dass das Interesse an Kapitalmarktprodukten unter Jugendlichen wächst.
Gleichzeitig gibt es noch Nachholbedarf: 13 Prozent der Jugendlichen nutzen weder ein eigenes Konto noch andere Geldanlageformen. Das ist eine relevante Gruppe, die bisher keinen Zugang zum Finanzsystem hat.
Verbreitung von Finanzprodukten bei 14- bis 24-Jährigen in Deutschland (%)
Diese Zahlen zeigen: Der Großteil der Jugendlichen hat bereits früh Kontakt mit Bankprodukten. Trotzdem bleibt Luft nach oben – besonders beim Thema Wertpapiere und bei der Gruppe ohne jegliche Finanzprodukte.
Girokonto oder Sparkonto für Kinder: Ein direkter Vergleich
Die Frage „Girokonto oder Sparkonto?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt darauf an, was du mit dem Konto erreichen willst. Geht es darum, dass dein Kind lernt, mit Geld umzugehen? Dann ist das Girokonto die erste Wahl. Soll Geld für einen späteren Zweck angespart werden – etwa für den Führerschein oder das Studium? Dann bringt ein Tagesgeldkonto mehr Rendite.
Das Girokonto – auch Taschengeldkonto genannt – ist das Alltagswerkzeug. Taschengeld wird überwiesen, Einkäufe werden per Debitkarte oder Girocard bezahlt, und Überweisungen sind möglich. Die Zinsen sind beim Girokonto meist gering oder gleich null. Eine Ausnahme bildet das JuniorGiro der Comdirect, das 1,25 % Zinsen auf Guthaben bis 1.250 Euro zahlt. Das ist ordentlich für ein Girokonto, aber weit unter dem, was ein Tagesgeldkonto bringt.
Das Sparkonto oder Tagesgeldkonto ist das Sparwerkzeug. Hier gibt es keine Karte, keine Überweisungen, keinen Zahlungsverkehr. Dafür sind die Zinsen deutlich attraktiver: Das Junior-Tagesgeldkonto der Comdirect zahlt aktuell 3,00 % pro Jahr, die Targobank bietet 2,10 % p.a. auf Guthaben bis 50.000 Euro. Die Sparkasse liegt mit dem KNAX-Konto bei 1,25 % p.a.
Ein konkretes Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar: Wer von Geburt an monatlich 25 Euro bei 1,25 % Zinsen anspart, hat bis zum 18. Geburtstag rund 5.900 Euro angesammelt – bei insgesamt 5.400 Euro Einzahlungen. Der Zinseffekt bringt also knapp 500 Euro zusätzlich. Bei 3,00 % Zinsen wäre der Zinsgewinn noch deutlich höher.
Für die finanzielle Bildung ist das Girokonto wertvoller. Wer jeden Monat sieht, wie das Guthaben steigt und fällt, entwickelt ein Gefühl für Einnahmen und Ausgaben. Das Sparkonto fördert vor allem das Sparverhalten – wichtig, aber weniger interaktiv.
Die kluge Lösung: Beides kombinieren. Girokonto für den Alltag, Tagesgeldkonto für die Ersparnisse. Viele Banken bieten genau das als Paket an.
| Kriterium | Girokonto (Taschengeldkonto) | Sparkonto / Tagesgeld |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Laufender Zahlungsverkehr, Taschengeld | Vermögensaufbau, Sparen |
| Zinsen | Gering oder keine (Ausnahme: 1,25 % bis 1.250 €) | Höher (bis 3,00 % p.a.) |
| Zahlungsverkehr | Ja (Überweisungen, Kartenzahlung) | Nein |
| Debit-/Girokarte | Ja (Girocard, Visa Debitkarte) | Nein |
| Überziehung | Nicht möglich (Guthabenbasis) | Nicht relevant |
| Kontoführungsgebühr | Kostenlos (bis 18 Jahre, teils länger) | Kostenlos |
| Finanzielle Bildung | Hoch (Umgang mit Einnahmen/Ausgaben) | Mittel (Sparverhalten) |
| Elterliche Kontrolle | Ja (Limits, Einsicht) | Ja |
| Verfügbarkeit des Geldes | Jederzeit | Jederzeit (Tagesgeld) / eingeschränkt (Sparkonto) |
💡 Tip
Eröffne für dein Kind am besten beides: ein Girokonto für das monatliche Taschengeld und ein Tagesgeldkonto für Geldgeschenke und Ersparnisse. Viele Banken bieten diese Kombination kostenlos an.
Die besten Kinderkonten im Anbietervergleich 2026
Der Markt für Kinderkonten ist 2026 gut aufgestellt. Fast alle großen Banken bieten kostenlose Konten für Minderjährige an – mit unterschiedlichen Stärken. Hier ein Überblick über die wichtigsten Anbieter.
Das ING Girokonto Junior richtet sich an Kinder von 7 bis 18 Jahren. Es kommt mit einer Visa Debitkarte und ist an rund 58.000 Geldautomaten kostenlos nutzbar. Ein Elternteil muss selbst ING-Kunde sein – das ist die einzige Bedingung. Nach dem 18. Geburtstag bleibt das Konto bis zum 28. Lebensjahr kostenlos, sofern monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen. Für Studierende oder Auszubildende ist das gut machbar.
Das Comdirect JuniorGiro ist besonders attraktiv, weil es automatisch mit einem Junior-Tagesgeldkonto kombiniert wird. Dieses zahlt aktuell 3,00 % Zinsen pro Jahr – der höchste Satz im Vergleich. Dazu gibt es eine Visa Debitkarte und eine Girocard. Drei Abhebungen pro Monat sind kostenlos, danach fallen 4,90 Euro plus 1,75 % an. Ab 18 Jahren wird das Konto als kostenloses Girokonto weitergeführt.
Die DKB ist die einzige große Direktbank, die ein Girokonto bereits ab Geburt anbietet. Das Girokonto u18 kommt mit einer Visa Debitkarte. Bei Volljährigkeit wird es automatisch in ein reguläres DKB-Konto umgewandelt – der elterliche Zugriff endet dann.
Die Commerzbank bietet mit dem StartKonto eine solide Option ab 7 Jahren. Es gibt eine Girocard, und das Konto bleibt bis zum 28. Geburtstag kostenlos – für Schüler, Auszubildende und Studierende. Ab 14 Jahren ist zusätzlich eine Visa Prepaid Junior-Karte erhältlich.
Die Targobank punktet mit ihrem Junior-Tagesgeldkonto: 2,10 % Zinsen pro Jahr auf Guthaben bis 50.000 Euro. Das Starter-Konto läuft bis zum 28. Geburtstag kostenlos weiter – auch als Studentenkonto.
Die Sparkasse ist für viele Familien die naheliegendste Wahl, weil sie vor Ort präsent ist. Das KNAX-Konto für Kinder und das Jugendkonto bieten 1,25 % Guthabenzins und Zugang zu rund 20.000 kostenlosen Geldautomaten im Sparkassen-Netz. Die genauen Konditionen variieren je nach Region.
Wer einen digitalen Fokus bevorzugt, findet bei Revolut (Revolut <18, ab Geburt) eine moderne Alternative. Die GLS Bank bietet mit dem Konto U18 eine ethisch ausgerichtete Option, die nach dem 18. Geburtstag als GLS Konto für 18- bis 27-Jährige weitergeführt werden kann. Die Pax-Bank ermöglicht mit dem PaxJunior-Konto eine Eröffnung ab Geburt und hält das Konto bis zum 27. Lebensjahr kostenlos.
| Anbieter | Produkt | Altersbereich | Karte | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| ING | Girokonto Junior | 7–18 Jahre | Visa Debitkarte | Kostenlos bis 28 J. bei ≥ 1.000 €/Monat; 58.000 Automaten |
| Comdirect | JuniorGiro | 7–18 Jahre | Visa Debitkarte + Girocard | Inkl. Tagesgeld 3,00 % p.a.; 3× kostenlos abheben/Monat |
| DKB | Girokonto u18 | Ab 0 Jahre | Visa Debitkarte | Ab Geburt; Umwandlung in reguläres Konto bei Volljährigkeit |
| Commerzbank | StartKonto | Ab 7 Jahre | Girocard | Kostenlos bis 28 J. (Schüler/Azubi/Student); Prepaid ab 14 J. |
| Targobank | Starter-Konto | 7–28 Jahre | – | Junior-Tagesgeld 2,10 % p.a. bis 50.000 €; Studentenkonto |
| Sparkasse | KNAX / Jugendkonto | Kinder & Jugendliche | Girocard | 1,25 % Guthabenzins; 20.000 kostenlose Automaten |
| GLS Bank | Konto U18 | 7–18 Jahre | – | Fortführung als GLS Konto 18–27 möglich; ethische Bank |
| Revolut | Revolut <18 | 0–17 Jahre | Debitkarte | Ab Geburt; digitaler Fokus; App-gesteuerte Elternkontrolle |
| Pax-Bank | PaxJunior | 0–27 Jahre | – | Ab Geburt; kostenlos bis 27 Jahre; kirchliche Ausrichtung |
Mögliche Kostenfallen solltest du im Blick behalten. Fremdwährungsabhebungen kosten bei manchen Anbietern extra – beim JuniorGiro der Comdirect etwa 4,90 Euro plus 1,75 % nach den ersten drei kostenlosen Abhebungen pro Monat. Auch Daueraufträge sind nicht überall kostenlos. Und bei der ING gilt nach dem 18. Geburtstag die 1.000-Euro-Bedingung für die kostenlose Kontoführung.
Zinsen auf Kinderkonten: Was bringt dein Geld wirklich?
Zinsen auf Kinderkonten sind kein Selbstläufer. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich – und die Bedingungen, unter denen die Zinsen gelten, verdienen genaue Aufmerksamkeit. Wer hier nicht hinschaut, lässt bares Geld liegen.
Den höchsten Zinssatz bietet aktuell das Junior-Tagesgeldkonto der Comdirect mit 3,00 % pro Jahr. Dieser Satz gilt für das Tagesgeldkonto, das automatisch zum JuniorGiro dazukommt. Das Guthaben auf dem Girokonto selbst wird mit 1,25 % verzinst – allerdings nur bis zu einem Guthaben von 1.250 Euro. Darüber gibt es keine Zinsen mehr. Das ist ein wichtiger Punkt: Wer mehr als 1.250 Euro auf dem Girokonto parkt, verschenkt Rendite.
Die Targobank zahlt auf ihr Junior-Tagesgeldkonto 2,10 % pro Jahr auf Guthaben bis 50.000 Euro. Für Guthaben darüber sinkt der Satz auf 1,30 %. Das ist für die meisten Kinder und Jugendlichen kein relevantes Limit – aber gut zu wissen.
Die Sparkasse bietet mit dem KNAX-Konto 1,25 % Zinsen pro Jahr. Das ist weniger als bei den Direktbanken, dafür gibt es ein flächendeckendes Filialnetz und rund 20.000 kostenlose Geldautomaten. Für Familien, die Wert auf persönliche Beratung legen, kann das der entscheidende Vorteil sein.
Alle Zinssätze sind variabel. Das bedeutet: Sie können sich jederzeit ändern – nach oben wie nach unten. Wer heute 3,00 % bekommt, muss nicht davon ausgehen, dass dieser Satz in fünf Jahren noch gilt. Trotzdem lohnt es sich, das Geld dort zu parken, wo es aktuell am meisten bringt.
| Produkt | Anbieter | Zinssatz p.a. | Bedingungen |
|---|---|---|---|
| Junior-Tagesgeldkonto | Comdirect | 3,00 % | Zum JuniorGiro; variabel |
| Junior-Tagesgeldkonto | Targobank | 2,10 % | Guthaben bis 50.000 € |
| Junior-Tagesgeldkonto | Targobank | 1,30 % | Guthaben über 50.000 € |
| KNAX-Konto / Kinderkonto | Sparkasse | 1,25 % | Bis Maximalbetrag; regional unterschiedlich |
| JuniorGiro (Girokonto-Guthaben) | Comdirect | 1,25 % | Nur bis 1.250 € Guthaben |
| Girokonto u18 | DKB | Variabel | Tagesgeldanteil; aktuell prüfen |
Ein wichtiger Hinweis zur Steuer: Zinserträge auf dem Kinderkonto sind bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro steuerfrei. Bei einem Zinssatz von 3,00 % müsste das Guthaben über 33.000 Euro liegen, bevor Steuern anfallen. Für die meisten Kinder ist das kein Problem – aber wer Geldgeschenke von Großeltern und anderen Verwandten sammelt, sollte den Freibetrag im Blick behalten.
Steuern & Sparerpauschbetrag: So nutzt du den Steuervorteil optimal
Das Kinderkonto bietet einen echten Steuervorteil, den viele Eltern nicht kennen oder nicht nutzen. Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro auf Kapitalerträge. Das gilt unabhängig vom Einkommen der Eltern. Zinsen, die auf dem Kinderkonto anfallen, bleiben bis zu diesem Betrag vollständig steuerfrei.
Damit die Bank keine Kapitalertragsteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag) einbehält, muss ein Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt werden. Das geht in der Regel direkt bei der Kontoeröffnung. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank automatisch Steuern ab – auch wenn der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist.
Wer noch mehr herausholen möchte, kann beim zuständigen Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen. Diese Bescheinigung bestätigt, dass das Kind voraussichtlich nicht zur Einkommensteuer veranlagt wird. Mit ihr werden Zinsen auch dann ohne Steuerabzug gutgeschrieben, wenn der Sparerpauschbetrag überschritten wird – solange das Gesamteinkommen des Kindes unter dem Grundfreibetrag liegt. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.096 Euro pro Jahr.
Ein praktisches Beispiel: Ein Kind hat 20.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto mit 3,00 % Zinsen. Das ergibt 600 Euro Zinsen pro Jahr – vollständig steuerfrei dank Sparerpauschbetrag. Erst ab einem Guthaben von rund 33.333 Euro würde der Freibetrag überschritten.
Wichtig: Der Sparerpauschbetrag des Kindes ist vom Sparerpauschbetrag der Eltern getrennt. Eltern können also ihren eigenen Freibetrag voll ausschöpfen und gleichzeitig den des Kindes nutzen. Das ist besonders interessant, wenn Großeltern oder andere Verwandte größere Geldbeträge schenken.
Noch ein Hinweis zur Schenkungsteuer: Geldgeschenke an Kinder sind bis zu einem Betrag von 400.000 Euro alle zehn Jahre steuerfrei (Freibetrag je Elternteil). Für Schenkungen von Großeltern gilt ein Freibetrag von 200.000 Euro. Wer also regelmäßig Geld auf das Kinderkonto überweist, muss sich in der Regel keine Sorgen um Schenkungsteuer machen.
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter kann ein Kinderkonto eröffnet werden?
Rechtlich ist eine Kontoeröffnung ab 7 Jahren möglich, da Kinder dann beschränkt geschäftsfähig sind. Einige Banken wie DKB, Revolut und Pax-Bank bieten Konten bereits ab Geburt an. In allen Fällen ist die Zustimmung beider Erziehungsberechtigter erforderlich.
Kann ein Kinderkonto überzogen werden?
Nein. Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Ein Dispokredit ist gesetzlich nicht vorgesehen. Das Kind kann nur Geld ausgeben, das tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist – eine wichtige Schutzfunktion.
Welche Unterlagen brauche ich für die Kontoeröffnung?
Du benötigst Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile, die Geburtsurkunde oder den Kinderausweis des Kindes sowie die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes. Manche Banken verlangen zusätzlich die Steuer-ID der Eltern.
Was passiert mit dem Kinderkonto, wenn das Kind 18 wird?
Je nach Anbieter wird das Konto automatisch in ein reguläres Girokonto umgewandelt (DKB), unter Bedingungen kostenlos weitergeführt (ING bis 28 Jahre bei ≥ 1.000 Euro Geldeingang) oder direkt als Erwachsenenkonto fortgeführt (Comdirect). Der elterliche Zugriff endet mit der Volljährigkeit.
Müssen Zinserträge auf dem Kinderkonto versteuert werden?
Jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro. Zinsen bis zu diesem Betrag sind steuerfrei. Für darüber hinausgehende Erträge kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragt werden, sofern das Gesamteinkommen des Kindes gering ist.
Welche Bank zahlt die höchsten Zinsen auf Kinderkonten?
Aktuell bietet das Junior-Tagesgeldkonto der Comdirect mit 3,00 % pro Jahr den höchsten Zinssatz. Die Targobank folgt mit 2,10 % p.a. auf Guthaben bis 50.000 Euro. Die Sparkasse zahlt auf das KNAX-Konto 1,25 % pro Jahr. Alle Zinssätze sind variabel.
Haben Eltern Zugriff auf das Kinderkonto?
Ja, bis zur Volljährigkeit haben Eltern vollen Zugriff. Sie können Transaktionen einsehen, Limits für Abhebungen setzen und Überweisungen kontrollieren. Mit dem 18. Geburtstag endet der elterliche Zugriff automatisch – das Konto gehört dann vollständig dem Kind.



