Die Dürre hat seit Mitte Juni etwa drei Millionen Tonnen Getreide und Raps vernichtet. Der Deutsche Raiffeisenverband korrigiert seine Ernteprognose für 2025 von ursprünglich 45 Millionen Tonnen auf 40,6 Millionen Tonnen. Besonders betroffen sind die südlichen Bundesländer, wo Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad dem Winterweizen zusetzten.
Regionale Unterschiede bei Ernteverlusten
Marktexperte Guido Seedler vom Raiffeisenverband verweist auf erhebliche regionale Differenzen. Während Schleswig-Holstein nahezu Vorjahreserträge erreichen kann, drohen in Baden-Württemberg und Bayern Verluste von bis zu 20 Prozent. Körnermais ist in diesen Regionen besonders stark gefährdet. Günstige Wetterbedingungen im Frühjahr verhinderten größere Schäden, bevor ab Mitte Juni die Hitzewelle einsetzte.
Raps: Schädlingsbefall statt Trockenheit
Rapsbestände leiden trotz ihrer tiefen Wurzeln weniger unter der Trockenheit als unter Schädlingsbefall. Die Prognosen des Raiffeisenverbands basieren auf Schätzungen von 1.600 Genossenschaftsunternehmen im Bereich Agrarhandel und -verarbeitung.
Transportprobleme durch niedrige Wasserstände
Niedrige Wasserstände in mehreren Flüssen erschweren aktuell den Transport von Getreide per Binnenschiff erheblich. Dies verschärft die Situation für die Landwirtschaft zusätzlich, da alternative Transportwege höhere Kosten verursachen.
