Der französische Pharmakonzern Sanofi hat in Frankfurt den Bau einer neuen Insulinproduktionsanlage gestartet. Das Unternehmen investiert rund zwei Milliarden Euro in das Projekt, das die Versorgung von Diabetikern in Deutschland und Europa sicherstellen soll. Die Anlage ersetzt eine bestehende Produktionsstätte und wird nach ihrer Fertigstellung 2032 zu den größten Insulinproduktionsstätten Europas gehören.
Investitionsvolumen und staatliche Förderung
Sanofi erhielt im September von der EU-Kommission die Genehmigung für staatliche Beihilfen in Höhe von 400 Millionen Euro. Diese Unterstützung stammt vom Bund, dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt. Die neue Fabrik erstreckt sich über eine Fläche von etwa 36.000 Quadratmetern und wird mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet, um die Produktionseffizienz zu maximieren.
Produktionskapazität und Versorgungsauflagen
Die Anlage muss spezifische Anforderungen erfüllen:
- Jährliche Mindestproduktion von 1,1 Tonnen Insulin
- Ständige Vorratshaltung von einer Tonne Ausgangsstoffe
- Bevorzugte Belieferung europäischer Märkte bei Engpässen
Bedeutung für den Standort Frankfurt-Höchst
Mehr als 4.000 der insgesamt 6.500 Arbeitsplätze am Standort Frankfurt-Höchst hängen direkt von der Insulinproduktion ab. Von dort werden etwa 15 Millionen Patienten aus rund 80 Ländern beliefert. Sanofi deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Wirkstoffherstellung über Abfüllprozesse bis zur Fertigung von Pens und Autoinjektoren sowie Verpackungsprozessen. Der Standort ist derzeit die einzige Produktionsstätte für Humaninsuline innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes.
Globale Diabetes-Entwicklung
Weltweit sind mehr als 500 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Schätzungen zufolge könnte diese Zahl bis 2050 auf bis zu 800 Millionen steigen. Das Hormon Insulin ist für die Aufnahme von Glukose aus dem Blut unverzichtbar. Die neue Fabrik soll dazu beitragen, Abhängigkeiten gegenüber Drittstaaten zu reduzieren und die europäische Versorgungssouveränität zu stärken.
