Die Bundesbank erwartet nach einer Stagnation im Sommer einen merklichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal. Für das dritte Quartal prognostizieren die Volkswirte kein Wachstum, nachdem die deutsche Wirtschaft in den ersten beiden Vierteljahren um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent zugelegt hatte. Die wirtschaftliche Erholung hängt stark von den Entwicklungen im Nahen Osten ab.
Niedrigwasser im Rhein belastet Industrie und Außenhandel
Das Niedrigwasser im Rhein erschwert die Logistik und beeinträchtigt die Lieferketten der Industrie erheblich. Die niedrigen Wasserstände behindern den Binnenschiffsverkehr und führen dazu, dass auch über europäische Häfen weniger gehandelt werden kann. Diese temporären Belastungen tragen maßgeblich zum Stillstand der Wirtschaft im dritten Quartal bei.
Inflation und Energiepreise dämpfen privaten Konsum
Der private Konsum leidet unter der hohen Inflationsrate, die insbesondere durch gestiegene Energiepreise getrieben wird. Der zeitweise eingeführte Tankrabatt endete bereits Ende Juni und konnte nur kurzzeitig Entlastung schaffen. Die Bundesbank geht davon aus, dass vom privaten Konsum im dritten Quartal kaum positive Impulse ausgegangen sind.
Selbst mit einer befristeten Wiedereinführung des Tankrabatts von Oktober bis Dezember dürften sich die Energiekosten weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Die Teuerungsrate wird nach Einschätzung der Bundesbank anhaltend hoch bleiben.
Erste BIP-Schätzung für drittes Quartal am 30. Oktober
Das Statistische Bundesamt wird am 30. Oktober die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für den Zeitraum von Juli bis September veröffentlichen. Diese amtlichen Zahlen werden die Prognosen der Bundesbank zur Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal bestätigen oder korrigieren.
