Der schwedische Finanzinvestor EQT plant die Übernahme des DAX-Konzerns Qiagen. Für jede Aktie des Labordienstleisters und Diagnostikkonzerns bietet EQT 46,50 Euro in bar. Der Unternehmenswert inklusive Schulden beläuft sich auf rund 10,8 Milliarden Euro. An dem Investitionsvehikel sind der Staatsfonds von Abu Dhabi sowie der kanadische Pensionsfonds CPP Investments beteiligt. Aufsichtsrat und Vorstand von Qiagen unterstützen die Transaktion einstimmig und empfehlen die Annahme des Angebots.
Börsenrückzug nach erfolgreicher Transaktion
Bei erfolgreichem Abschluss würde die Qiagen-Aktie aus dem Handel an den Börsen in Frankfurt und New York genommen. Das in Hilden bei Düsseldorf ansässige Unternehmen sieht sich unter einer Beteiligungsgesellschaft besser positioniert als auf dem öffentlichen Markt. CEO Jonathan Pratt begründet den Schritt: Als privates Unternehmen könne Qiagen rascher agieren und Ressourcen dort einsetzen, wo sie langfristige Strategien am effektivsten unterstützen.
Unternehmensprofil und Marktposition
Qiagen beschäftigt weltweit rund 5.400 Mitarbeiter an 35 Standorten und bedient mehr als 500.000 Kunden. Die Kundenbasis umfasst:
- Akademische Forschung
- Pharmazeutische Entwicklung
- Forensik
- Klinische Gesundheitsversorgung
Der 1984 gegründete Diagnostikkonzern spielt mit seinem Testportfolio eine bedeutende Rolle im Diagnostikmarkt, bleibt jedoch kleiner als Wettbewerber wie Thermo Fisher oder Roche. Bereits seit längerer Zeit kursierten Gerüchte über einen möglichen Verkauf.
Bedingungen und Zeitplan der Übernahme
EQT muss mindestens 50 Prozent der Anteile sichern, damit die Übernahme erfolgreich abgeschlossen werden kann. Der Vollzug wird für Mitte 2027 erwartet. Die Qiagen-Aktie reagierte positiv auf die Nachricht und legte am Donnerstagmorgen um mehr als fünf Prozent auf gut 45 Euro zu. In den sechs Monaten zuvor hatte der Aktienkurs bereits um rund ein Drittel zugelegt. EQT verwaltete zuletzt ein Vermögen von 354 Milliarden Euro.
