Themen in diesem Artikel:
- Was ist der Unterschied?: Erfahre, warum Direktbanken strukturell höhere Zinsen zahlen als Filialbanken mit ihrem teuren Filialnetz.
- Zinsen im Vergleich: Vergleiche bis zu 4,0 % Tagesgeldzins mit dem Sparbuch-Mittelwert von 0,33 % – das sind bis zu 2.670 € Unterschied pro Jahr.
- Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch?: Finde heraus, welches Produkt zu deinem Anlagehorizont und Liquiditätsbedarf passt.
- Sicherheit & Einlagensicherung: Verstehe, warum 100.000 € gesetzlicher Schutz für Online- und Filialbanken gleichermaßen gilt.
- Zinsentwicklung 2024–2026: Überblick über den Rückgang vom Tagesgeldzins-Hoch bei 2,5 % auf 1,6 % und was das für dich bedeutet.
- Gebühren und versteckte Kosten: Entdecke, wo Filialbanken durch Zusatzgebühren bis zu 60 € jährlich kosten können.
- Wer profitiert von welchem Konto?: Finde heraus, ob Online-Sparkonto oder Sparbuch besser zu deiner Lebenssituation passt.
Was ist der Unterschied zwischen Online-Sparkonto und Filialsparkonto?
Online-Sparkonto oder Sparbuch – der Unterschied liegt nicht nur im Kanal, sondern direkt im Geldbeutel. Ein Online-Sparkonto ist ein digitales Konto bei einer Direktbank ohne Filialnetz. Du eröffnest es per VideoIdent oder PostIdent von zu Hause, verwaltest es über App oder Browser und erhältst dafür in der Regel deutlich höhere Zinsen.
Das klassische Filialsparkonto – oft als Sparbuch bekannt – existiert seit Generationen. Du gehst zur Sparkasse, Volksbank oder Geschäftsbank, sprichst mit einem Berater und bekommst ein physisches Sparbuch oder eine Kontonummer. Der persönliche Kontakt ist der klare Vorteil. Der Zinssatz ist es nicht.
Warum zahlen Direktbanken mehr Zinsen? Die Antwort ist simpel: Kein Filialnetz bedeutet keine Mietkosten, kein großes Beratungspersonal, keine teuren Schaltersysteme. Diese Einsparungen geben Online-Banken direkt als höhere Zinsen an ihre Kunden weiter. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern strukturelle Betriebswirtschaft.
Beim Sparbuch gibt es eine wichtige rechtliche Einschränkung, die viele unterschätzen: Die gesetzliche Kündigungsfrist. Willst du mehr als 2.000 € pro Quartal abheben, musst du das drei Monate im Voraus ankündigen. Brauchst du kurzfristig 10.000 € für eine Autoreparatur oder einen Notfall, kommst du an dein Geld beim klassischen Sparbuch nicht sofort heran – zumindest nicht ohne Verlust von Zinsen oder Verhandlungen mit der Bank.
Das Tagesgeldkonto als häufigstes Online-Sparprodukt funktioniert anders: Dein Geld ist täglich verfügbar. Du überweist es auf dein Referenzkonto – meist dein Girokonto – und hast es in ein bis zwei Werktagen. Kein Antrag, kein Beratungsgespräch, kein Warten.
Als dritte Option gibt es das Festgeldkonto. Hier bindest du dein Kapital für eine definierte Laufzeit – zum Beispiel 12 oder 24 Monate – und erhältst dafür einen festen, garantierten Zinssatz. Während der Laufzeit kommst du nicht an das Geld heran. Dafür weißt du von Anfang an genau, was du bekommst.
Die Akzeptanz für digitale Sparkonten wächst rasant. Inzwischen nutzen 81 % aller Deutschen Online-Banking – 2023 waren es noch 76 %. Sogar unter den über 65-Jährigen ist die Mehrheit angekommen: 54 % dieser Altersgruppe nutzen Online-Banking aktiv. Das zeigt: Die Hemmschwelle vor digitalen Finanzprodukten sinkt kontinuierlich.
Kurz zusammengefasst: Online-Sparkonto bedeutet höhere Zinsen, volle digitale Kontrolle und tägliche Verfügbarkeit beim Tagesgeld. Filialsparkonto bedeutet persönliche Beratung, aber strukturell niedrigere Zinsen und eingeschränkte Verfügbarkeit. Welches besser zu dir passt, hängt von deinen Prioritäten ab – und die klären wir in den folgenden Abschnitten.
Zinsen im Vergleich: Wie viel mehr bringt ein Online-Sparkonto?
Lass uns konkret werden. Der Zinsunterschied zwischen Online-Sparkonto und Sparbuch ist nicht marginal – er ist dramatisch. Beim Sparbuch liegt der bundesweite Mittelwert bei gerade einmal 0,33 % pro Jahr. Die besten Tagesgeldangebote bei Online-Banken erreichen aktuell bis zu 4,0 % p.a. Das ist ein Faktor von mehr als zehn.
Chase bietet Neukunden derzeit bis zu 4,0 % p.a. – allerdings für vier Monate garantiert, danach gilt ein variabler Marktzins. Advanzia garantiert 3,45 % für drei Monate. Die Consorsbank liegt bei 3,0 bis 3,40 % für fünf bis sechs Monate. Die ING startet mit 3,0 % für vier Monate, fällt danach auf 1,25 %. Wer Aktionszinsen nutzen will, muss also regelmäßig vergleichen und gegebenenfalls wechseln.
Stabiler, aber etwas niedriger: Renault Bank direkt zahlt 2,7 % p.a. ohne zeitliche Begrenzung. Das ist kein Aktionszins, sondern ein Dauerzins – für Sparer, die keine Lust auf regelmäßiges Umschichten haben, eine solide Option.
Auf der Filialseite gibt es vereinzelt Ausreißer nach oben. Die GEFA BANK bietet mit ihrem SparKonto 2,11 % p.a. – das ist für ein Filialprodukt bemerkenswert. Die akf sparkonto kommt auf 2,00 % p.a. mit monatlicher Zinsgutschrift. Aber das sind Spezialanbieter, keine Regel. Bei Sparkassen und Volksbanken liegt der Standardzins weiterhin zwischen 0,01 und 0,50 % p.a.
Was bedeutet das in Euro? Nehmen wir einen realistischen Vergleich: 10.000 € angelegt, Filialbank mit 0,33 % vs. Online-Bank mit 3,0 %. Die Differenz beträgt 267 € pro Jahr. Bei 25.000 € sind es bereits 667 €. Bei 50.000 € entgehen dir 1.335 € – jedes Jahr. Das ist kein kleiner Unterschied mehr, das ist eine spürbare Einbuße.
Auch der Inflationsschutz spielt eine Rolle. Im September 2024 lag die Inflationsrate bei 1,6 %. Das Sparbuch mit seinem Mittelwert von 0,33 bis 0,45 % lag damit real im negativen Bereich – dein Geld verlor an Kaufkraft. Top-Tagesgeldangebote mit 3,0 % oder mehr schützten dagegen nicht nur vor Inflation, sondern erzielten einen realen Gewinn.
Beim Festgeld sieht es ähnlich aus: Klarna Bank zahlt 3,55 % p.a. für 12 Monate und sogar 3,65 % für 24 Monate. Openbank kommt auf 3,45 % für 12 Monate. Über Plattformen wie Raisin sind Festgeldzinsen bis 3,42 % p.a. über verschiedene Partnerbanken zugänglich. Das Sparbuch kann da strukturell nicht mithalten.
Entgangene Zinsen pro Jahr: Filialbank (0,33 %) vs. Online-Bank (3,0 %)
Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch: Welches Produkt passt zu wem?
Nicht jeder Sparer hat dieselben Bedürfnisse. Wer seinen Notgroschen parken will, braucht etwas anderes als jemand, der für eine Renovierung in zwei Jahren spart. Deshalb lohnt es sich, die drei Hauptprodukte genau zu verstehen.
Das Tagesgeldkonto ist das flexibelste Online-Sparprodukt. Dein Geld ist täglich verfügbar, der Zinssatz ist variabel und passt sich dem Markt an. Steigen die Zinsen, profitierst du automatisch. Fallen sie, sinkt auch dein Ertrag. Für den Notgroschen – Faustregel: drei bis sechs Monatsgehälter – ist das Tagesgeldkonto die erste Wahl. Du hast jederzeit Zugriff und bekommst trotzdem deutlich mehr als auf dem Girokonto.
Das Festgeldkonto ist die Wahl für Sparer mit klarem Zeithorizont. Du legst einen Betrag für 12, 24 oder mehr Monate fest und erhältst dafür einen garantierten Zinssatz. Klarna Bank zahlt derzeit 3,55 % p.a. für 12 Monate und sogar 3,65 % für 24 Monate. Der Haken: Während der Laufzeit kommst du nicht an dein Geld heran. Wer also weiß, dass er das Kapital nicht braucht, fährt mit Festgeld oft besser als mit Tagesgeld – vor allem in einem Umfeld sinkender Zinsen, weil du den aktuellen Satz für die gesamte Laufzeit sicherst.
Das Sparbuch ist das älteste der drei Produkte – und strukturell das schwächste. Die Zinsen sind variabel und historisch niedrig. Die Verfügungsbeschränkung (3 Monate Kündigungsfrist für Beträge über 2.000 € pro Quartal) macht es weder so flexibel wie Tagesgeld noch so renditestark wie Festgeld. Es gibt kaum ein Szenario, in dem das klassische Sparbuch die beste Wahl ist – außer du schätzt den persönlichen Kontakt zur Filialbank über alles andere.
Für mittelfristige Rücklagen – zum Beispiel für eine geplante Anschaffung in 12 bis 24 Monaten – bietet sich Festgeld klar an. Für den laufenden Puffer empfiehlt sich Tagesgeld. Wer beides kombinieren will, kann einen Teil als Tagesgeld parken und den Rest in Festgeld anlegen. Plattformen wie Raisin machen das besonders einfach: Du erreichst über ein einziges Konto Festgeldangebote verschiedener Partnerbanken mit bis zu 3,42 % p.a.
Die Entscheidung hängt letztlich von drei Faktoren ab: Wie lange kannst du auf das Geld verzichten? Wie wichtig ist dir Zinssicherheit? Und wie digital-affin bist du? Wer alle drei Fragen ehrlich beantwortet, findet schnell das richtige Produkt.
| Kriterium | Tagesgeld (Online) | Festgeld (Online) | Sparbuch (Filial) |
|---|---|---|---|
| Zinsspanne aktuell | 0,3–4,0 % p.a. | bis 3,65 % p.a. | 0,01–0,75 % p.a. |
| Verfügbarkeit | täglich | erst nach Laufzeitende | bis 2.000 €/Quartal sofort |
| Zinssatztyp | variabel | fest | variabel, sehr niedrig |
| Inflationsausgleich (1,6 %) | bei Top-Angeboten ja | ja | nein |
| Kontoeröffnung | vollständig online | vollständig online | persönlich oder online |
| Gebühren | keine | keine | meist keine, ggf. Zusatzgebühren |
💡 Tip
Kombiniere Tagesgeld und Festgeld. Den Notgroschen (3–6 Monatsgehälter) auf dem Tagesgeldkonto lassen, den Rest in Festgeld mit 12 oder 24 Monaten Laufzeit anlegen. So hast du Liquidität und Zinssicherheit gleichzeitig.
Sicherheit: Ist mein Geld bei einer Online-Bank wirklich geschützt?
Die häufigste Sorge beim Wechsel zur Online-Bank: Ist mein Geld dort genauso sicher? Die kurze Antwort: Ja – zumindest bis zur gesetzlichen Grenze. Die längere Antwort ist differenzierter und lohnt sich zu verstehen.
Die gesetzliche Einlagensicherung gilt EU-weit für alle zugelassenen Kreditinstitute – egal ob Direktbank oder Filialbank. Pro Person und Bank sind 100.000 € gesetzlich geschützt. Bei einem Gemeinschaftskonto, zum Beispiel für Ehepaare, verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 €. Das ist EU-Recht, kein freiwilliges Versprechen der Bank.
Was passiert, wenn eine Bank pleitegeht? Der Einlagensicherungsfonds muss innerhalb von sieben Werktagen die geschützten Beträge auszahlen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Für Beträge über 100.000 € gibt es bei privaten Banken zusätzlich den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Dieser schützt ab 2025 bis zu 3 Millionen Euro pro Sparer – allerdings ohne Rechtsanspruch. Bis 2030 wird diese Obergrenze schrittweise auf 1 Million Euro gesenkt.
Sparkassen und Volksbanken funktionieren anders: Sie haben keine klassische Einlagensicherung, sondern eine Institutssicherung. Das bedeutet, der Verbund sorgt dafür, dass kein Mitgliedsinstitut insolvent wird. Bisher ist das in Deutschland noch nie passiert. Einen individuellen Rechtsanspruch auf Erstattung gibt es hier jedoch nicht im klassischen Sinne.
Wer mehr als 100.000 € anlegen will, sollte sein Geld auf mehrere Banken verteilen. Das ist die einfachste und wirksamste Strategie zur Risikostreuung. Bei 200.000 € einfach zwei Banken wählen – fertig.
Zur technischen Sicherheit: Online-Banking-Plattformen nutzen standardmäßig Zwei-Faktor-Authentifizierung und SSL-Verschlüsselung. Das ist heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern Pflicht. Und die Wahrnehmung in der Bevölkerung hat sich verändert: 82 % der Befragten halten Online-Banking inzwischen für sicher oder sehr sicher. Das war vor zehn Jahren noch anders.
Reale Risiken bestehen trotzdem – aber sie liegen weniger in der Bank als beim Nutzer selbst. Phishing-Mails, gefälschte Banking-Apps und Social Engineering sind die häufigsten Angriffsvektoren. Wer sichere Passwörter nutzt, keine Links in E-Mails anklickt und regelmäßig seine Kontobewegungen prüft, ist gut geschützt.
| Sicherungssystem | Anbietertyp | Schutzumfang | Rechtsanspruch |
|---|---|---|---|
| Gesetzliche Einlagensicherung | Alle EU-Banken | 100.000 € pro Person/Bank | Ja |
| Freiwilliger Einlagensicherungsfonds | Private Banken (BdB) | bis 3 Mio. € (2025), sinkend auf 1 Mio. € (2030) | Nein |
| Institutssicherung DSGV | Sparkassen | Institutsschutz, kein Einlagenanspruch | Nein (Institutsbasis) |
| Institutssicherung BVR | Volksbanken/Raiffeisenbanken | Institutsschutz, kein Einlagenanspruch | Nein (Institutsbasis) |
Zinsentwicklung 2024–2026: Was ist passiert und wohin geht die Reise?
2024 war ein Jahr der Kehrtwende beim Tagesgeldzins. Im März 2024 lag der Durchschnittszins für Tagesgeld noch bei rund 2,5 % p.a. – ein Niveau, das viele Sparer nach Jahren der Nullzinspolitik kaum kannten. Doch dann begannen die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank, und der Markt reagierte prompt.
Bis Dezember 2024 war der durchschnittliche Tagesgeldzins auf rund 1,6 % p.a. gesunken. Das ist ein Rückgang von fast einem Prozentpunkt innerhalb von neun Monaten. Für Sparer bedeutet das: Wer im März 2024 einen Aktionszins mit Laufzeitgarantie abgeschlossen hatte, war klar im Vorteil gegenüber jemandem, der auf den variablen Tageszins gesetzt hatte.
Das Sparbuch hat auf diese Marktbewegungen kaum reagiert. Der Mittelwert lag 2024 bei etwa 0,45 % p.a. – weit entfernt vom Tagesgeldzins, aber auch kaum verändert gegenüber den Vorjahren. Das zeigt ein strukturelles Problem des Sparbuchs: Es profitiert in Hochzinsphasen kaum, und in Niedrigzinsphasen liegt es ohnehin am Boden.
Die Inflationsrate spielte 2024 ebenfalls eine wichtige Rolle. Im September 2024 lag sie bei 1,6 %. Das Sparbuch mit seinem Mittelwert von 0,33 bis 0,45 % lag damit real im negativen Bereich – wer sein Geld auf dem Sparbuch parkte, verlor real an Kaufkraft. Tagesgeld mit 1,6 % oder mehr hielt zumindest die Kaufkraft, Top-Angebote über 3 % erzielten einen realen Gewinn.
Was bedeutet das für 2026? Die EZB hat ihren Leitzins in mehreren Schritten gesenkt. Das drückt die variablen Tagesgeldzinsen weiter nach unten. Wer jetzt noch Festgeld mit 3,0 % oder mehr für 24 Monate abschließt, sichert sich diesen Zins für die gesamte Laufzeit – unabhängig davon, was die EZB in der Zwischenzeit entscheidet. Das macht Festgeld in einem Umfeld sinkender Zinsen besonders attraktiv.
Gleichzeitig bleibt der Abstand zwischen Online-Bank und Filialbank strukturell bestehen. Selbst wenn die Tagesgeldzinsen weiter sinken, werden Direktbanken aufgrund ihrer niedrigeren Kostenstruktur immer mehr zahlen als Filialbanken. Der Wettbewerbsvorteil der Online-Banken ist kein temporäres Phänomen – er ist systemisch.
Für Sparer bedeutet das: Regelmäßig vergleichen lohnt sich. Aktionszinsen laufen aus, neue Angebote kommen. Wer einmal im Quartal fünf Minuten investiert und seinen Tagesgeldzins prüft, kann über Jahre hinweg deutlich mehr herausholen als jemand, der sein Geld einmal anlegt und nie wieder hinschaut.
📌 Good to know
Aktionszinsen bei Tagesgeldkonten gelten oft nur für Neukunden und für einen begrenzten Zeitraum (3–6 Monate). Nach Ablauf fällt der Zins auf den regulären Satz. Notiere dir das Ablaufdatum und vergleiche dann erneut – ein Wechsel ist in der Regel kostenlos und dauert wenige Minuten.
Gebühren und versteckte Kosten: Was kostet dich welches Konto wirklich?
Auf den ersten Blick scheinen beide Kontomodelle kostenlos zu sein. Und für die reine Kontoführung stimmt das auch: Weder Online-Sparkonten noch klassische Sparbücher verlangen in der Regel eine monatliche Grundgebühr. Aber der Teufel steckt im Detail.
Bei Online-Sparkonten ist die Kostenstruktur tatsächlich sehr transparent. Kontoführung kostenlos, Eröffnung kostenlos, Zinsgutschrift kostenlos. Es gibt keine Gebühren für Überweisungen auf das Referenzkonto, keine Kosten für Kontoauszüge und keine versteckten Posten. Was du siehst, ist was du bekommst.
Bei Filialbanken sieht das etwas anders aus. Das Sparbuch selbst ist zwar kostenlos. Aber wenn du am Schalter eine beleghafte Überweisung durchführst, kann das je nach Bank 1,50 bis 3,00 € pro Vorgang kosten. Einen Kontoauszug am Schalter ausdrucken lassen? Ebenfalls oft kostenpflichtig. Wenn du regelmäßig die Filiale nutzt, summieren sich diese Kosten schnell auf 20 bis 60 € pro Jahr – Geld, das direkt von deiner Rendite abgeht.
Dazu kommen die Opportunitätskosten – also das Geld, das du nicht verdienst, weil du einen schlechteren Zinssatz hast. Diese Kosten sind unsichtbar, aber real. Bei 10.000 € und einem Zinsunterschied von 2,67 Prozentpunkten (3,0 % vs. 0,33 %) entgehen dir 267 € pro Jahr. Das ist kein Gebührenposten in deiner Abrechnung, aber es fehlt trotzdem in deiner Tasche.
Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird: die Abgeltungsteuer. Zinserträge über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € für Ehepaare) werden mit 25 % plus Solidaritätszuschlag besteuert. Das gilt für Online- und Filialbanken gleichermaßen. Wer einen Freistellungsauftrag einrichten will, kann das bei Online-Banken genauso einfach wie bei Filialbanken – meist direkt in der App oder im Online-Portal.
Fazit zur Kostenseite: Online-Sparkonten sind in der Regel günstiger im Betrieb und rentabler durch höhere Zinsen. Filialbanken haben keine expliziten Grundgebühren für das Sparbuch, aber Zusatzkosten durch Schalterleistungen und vor allem durch entgangene Zinsen. Wer die Gesamtrechnung aufmacht, liegt mit einem Online-Sparkonto fast immer vorn.
Wer profitiert von welchem Konto? Eine ehrliche Einschätzung
Es gibt keine universell richtige Antwort. Aber es gibt klare Profile, die zu einem der beiden Kontomodelle besser passen. Lass uns das ehrlich durchgehen.
Das Online-Sparkonto ist die bessere Wahl für dich, wenn du digital-affin bist, höhere Zinsen willst und auf persönliche Beratung verzichten kannst. Das trifft auf die meisten Menschen unter 60 zu – und zunehmend auch auf ältere Sparer. 54 % der über 65-Jährigen nutzen Online-Banking bereits aktiv. Die technische Hürde ist geringer als viele denken: Einmal eingerichtet, läuft ein Tagesgeldkonto fast von selbst.
Besonders lohnt sich das Online-Sparkonto für Sparer mit größeren Beträgen. Wer 50.000 € anlegt und statt 0,33 % nun 3,0 % erhält, hat am Jahresende 1.335 € mehr auf dem Konto. Das ist kein Kleingeld. Für diesen Betrag lohnt es sich, einmal 30 Minuten in die Kontoeröffnung zu investieren.
Das Filialsparkonto bleibt sinnvoll für Menschen, die persönliche Beratung wirklich brauchen und schätzen. Wer komplexe Finanzfragen hat – Erbschaft, Immobilienfinanzierung, Altersvorsorge – ist bei einem Filialberater oft besser aufgehoben als bei einem Chatbot. Das Sparbuch selbst ist dabei aber nur ein Nebenprodukt der Bankbeziehung, nicht das eigentliche Argument.
Für ältere Menschen, die Sicherheitsbedenken gegenüber Online-Banking haben, ist das Filialsparkonto eine verständliche Wahl. Aber es lohnt sich, die Bedenken zu hinterfragen: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt für beide Banktypen gleichermaßen. Und 82 % der Befragten halten Online-Banking für sicher. Wer einen vertrauenswürdigen Angehörigen hat, der beim ersten Einrichten hilft, kann auch als Einsteiger schnell von höheren Zinsen profitieren.
Für Eltern, die für ihre Kinder sparen, sind Online-Sparkonten ebenfalls interessant. Viele Direktbanken bieten Konten für Minderjährige an. Die höheren Zinsen wirken über lange Zeiträume durch den Zinseszinseffekt besonders stark.
Ein hybrides Modell ist für viele die pragmatischste Lösung: Das Girokonto bleibt bei der Hausbank, das Tagesgeldkonto läuft bei einer Direktbank. So behältst du den persönlichen Kontakt für komplexe Fragen und holst gleichzeitig das Maximum aus deinen Ersparnissen heraus. Beide Konten lassen sich problemlos verknüpfen – Überweisungen zwischen Referenzkonto und Tagesgeldkonto sind in der Regel kostenlos und dauern ein bis zwei Werktage.
Die Entscheidung ist letztlich keine Frage von Vertrauen oder Sicherheit – die sind auf beiden Seiten gegeben. Es ist eine Frage der Prioritäten: Willst du maximale Rendite oder maximalen persönlichen Service? Oder beides – dann kombiniere einfach.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel mehr Zinsen bekomme ich bei einem Online-Sparkonto im Vergleich zum Sparbuch?
Aktuell bis zu zehnmal mehr. Top-Tagesgeldangebote erreichen 4,0 % p.a., während der Sparbuch-Mittelwert bei Sparkassen und Volksbanken zwischen 0,01 und 0,50 % liegt. Bei 10.000 € Anlage sind das bis zu 267 € Unterschied pro Jahr.
Ist mein Geld bei einer Online-Bank genauso sicher wie bei einer Filialbank?
Ja. Die gesetzliche Einlagensicherung gilt EU-weit für beide Banktypen gleichermaßen: 100.000 € pro Person und Bank sind gesetzlich geschützt. Für Gemeinschaftskonten verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 €.
Was passiert mit meinem Geld, wenn eine Online-Bank pleitegeht?
Bis 100.000 € bist du gesetzlich abgesichert und bekommst dein Geld innerhalb von sieben Werktagen zurück. Darüber hinaus schützt der freiwillige Einlagensicherungsfonds privater Banken bis zu 3 Millionen Euro – allerdings ohne Rechtsanspruch.
Lohnt sich ein Festgeldkonto gegenüber einem Tagesgeldkonto?
In einem Umfeld sinkender Zinsen ja. Festgeld sichert dir den aktuellen Zinssatz für die gesamte Laufzeit – aktuell bis zu 3,65 % p.a. für 24 Monate. Dafür kommst du während der Laufzeit nicht an dein Kapital heran.
Fallen bei Online-Sparkonten Gebühren an?
In der Regel nein. Kontoführung, Eröffnung und Zinsgutschrift sind bei den meisten Direktbanken kostenlos. Es gibt keine versteckten Gebühren für Überweisungen auf das Referenzkonto oder für digitale Kontoauszüge.
Wie schnell komme ich an mein Geld beim Tagesgeldkonto?
Das Tagesgeldkonto ist täglich verfügbar. Eine Überweisung auf dein Referenzkonto dauert in der Regel ein bis zwei Werktage. Beim klassischen Sparbuch gilt dagegen eine dreimonatige Kündigungsfrist für Beträge über 2.000 € pro Quartal.
Können ältere Menschen Online-Sparkonten problemlos nutzen?
Ja, technisch ist es gut möglich. Inzwischen nutzen 54 % der über 65-Jährigen Online-Banking aktiv. Herausforderungen sind digitale Kompetenz und Sicherheitsbedenken – beides lässt sich mit einmaliger Einrichtungshilfe durch Angehörige gut lösen.



