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Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Schwerbehinderten

2. September 2026, 15:51 Uhr122 AufrufeZuletzt geprüft: 07.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

In der Wirtschaftskrise ist die Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen alarmierend gestiegen. Eine Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigt, dass ihre Arbeitslosenquote 2025 doppelt so hoch war wie die allgemeine Quote. Trotz gesetzlicher Vorgaben werden viele Unternehmen ihrer Beschäftigungspflicht nicht gerecht.

Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen lag im Jahr 2025 bei zwölf Prozent und damit nahezu doppelt so hoch wie die allgemeine Quote aller zivilen Erwerbspersonen. Im Juli 2026 waren rund 192.000 schwerbehinderte Personen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die allgemeine Arbeitslosigkeit stieg im selben Zeitraum lediglich um 0,9 Prozent.

Qualifikationsniveau schwerbehinderter Arbeitsloser

Eine Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass unter den schwerbehinderten arbeitslosen Personen 48 Prozent ohne Ausbildung sind, verglichen mit 55 Prozent in anderen Gruppen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel betont, dass der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt für schwerbehinderte Menschen oft schwieriger sei als für andere Arbeitssuchende, selbst bei guten Qualifikationen.

Barrieren am Arbeitsmarkt

Mehrere Faktoren erschweren den Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten:

  • Unzugängliche Gebäude oder Transportmittel
  • Komplizierte Antragsverfahren für Unterstützungsleistungen
  • Vorbehalte innerhalb von Unternehmen gegenüber der Einstellung von Schwerbehinderten

Beschäftigungsquoten und Ausgleichsabgabe

Private Arbeitgeber erreichten eine Beschäftigungsquote von 4,2 Prozent, der öffentliche Dienst lag bei 6,1 Prozent. Der Gesamtdurchschnitt betrug 4,7 Prozent. Arbeitgeber mit mindestens zwanzig Angestellten sind gesetzlich verpflichtet, Menschen mit Schwerbehinderung zu beschäftigen. Erfüllen Betriebe die Quoten nicht, wird eine Ausgleichsabgabe fällig, die für das Jahr 2024 von 320 Euro auf 815 Euro pro Monat anstieg.

Forderungen nach höheren Quoten

Michaela Engelmeier vom Sozialverband Deutschland kritisiert die Entwicklung scharf und fordert eine verpflichtende Quote von mindestens sechs Prozent. Viele gut ausgebildete behinderte Arbeitnehmer stünden bereit, erhielten aber aufgrund bestehender Vorurteile sowie infrastruktureller Mängel keine Chance.