Themen in diesem Artikel:
- Was „kostenlos“ wirklich heißt: Erfahre, welche vier Kriterien ein echtes kostenloses Girokonto erfüllen muss und warum nur 14 Konten diesen Standard erreichen.
- Bedingungslose Konten im Überblick: Vergleiche C24 Bank, Trade Republic, N26 und weitere Anbieter mit 0 € Kontoführung und ohne Mindestgeldeingang.
- Mindestgeldeingang und Fallback-Gebühren: Verstehe den Unterschied zwischen Mindestgeldeingang und Mindestgehaltseingang – und was dich 3,90–4,90 € pro Monat kostet.
- Versteckte Kosten im Detail: Finde heraus, wo Kartengebühren, Abhebungskosten und Fremdwährungsgebühren bis zu 80 € pro Jahr kosten können.
- Dispozinsen im Vergleich: Vergleiche Überziehungszinsen von 7,49 % bis 17 % p. a. und erkenne die teuerste versteckte Kostenfalle.
- Direktbank vs. Filialbank: Überblick über die realen Jahreskosten – von 0–50 € bei Direktbanken bis 250 € bei Filialbanken.
- Häufige Fragen: Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Bedingungen, Kosten und Anbieterwahl.
Was bedeutet „kostenloses Girokonto“ wirklich?
Ein kostenloses Girokonto ist nicht automatisch ein gebührenfreies Konto. Das klingt widersprüchlich, ist aber der Kern des Problems. Der Begriff „kostenlos“ bezieht sich in der Bankenwerbung fast immer nur auf eine einzige Sache: keine monatliche Kontoführungsgebühr. Alles andere – Karten, Abhebungen, Überziehungen, Auslandsnutzung – kann trotzdem Geld kosten.
Verbraucherschützer haben deshalb vier klare Kriterien definiert, die ein wirklich kostenloses Girokonto erfüllen muss:
- Keine monatliche Grundgebühr
- Kein Mindestgeldeingang erforderlich
- Girocard (früher EC-Karte) ist kostenlos inklusive
- Keine Gebühren für Überweisungen
Nur wer alle vier Punkte erfüllt, darf sich nach diesem Standard wirklich „kostenlos“ nennen. Stand Juni 2026 schaffen das gerade einmal 14 Konten auf dem deutschen Markt. Weitere 21 Konten sind zwar ohne Grundgebühr, aber an Bedingungen geknüpft.
Bedingungslos vs. bedingt kostenlos
Der wichtigste Unterschied ist der zwischen bedingungslos kostenlos und bedingt kostenlos. Ein bedingungslos kostenloses Konto verlangt keinen Mindestgeldeingang, keine Transaktionspflicht und keine Altersgrenze. Das Konto bleibt dauerhaft gebührenfrei – unabhängig davon, wie du es nutzt.
Das bedingt kostenlose Konto – oft als Gehaltskonto vermarktet – ist dagegen nur unter bestimmten Voraussetzungen gratis. Die häufigste Bedingung: ein monatlicher Mindestgeldeingang zwischen 500 und 1.500 Euro netto. Weitere typische Bedingungen sind eine Altersgrenze (z. B. unter 28 oder unter 31 Jahren), eine Transaktionspflicht (mindestens drei Zahlungen pro Monat per Apple Pay oder Google Pay) oder die Nutzung als Hauptgehaltskonto.
Mindestgeldeingang ist nicht gleich Mindestgehaltseingang
Hier lauert eine besonders häufige Verwechslung. Manche Banken akzeptieren jeden Geldeingang – also auch eine Eigenüberweisung von einem anderen Konto. Andere verlangen ausdrücklich einen Gehaltseingang: Nur Lohn, Gehalt oder Rente werden angerechnet. Mieteinnahmen, Freelancer-Honorare oder Überweisungen vom eigenen Sparkonto zählen dort nicht. Überträge vom Tagesgeldkonto oder von einem Zweitkonto bei derselben Bank werden fast überall abgelehnt.
Das ist kein Kleingedrucktes, das du ignorieren kannst. Wer die Bedingung nicht erfüllt, zahlt plötzlich Kontoführungsgebühren – oft ohne es sofort zu merken.
Der Markt schrumpft
Kostenlose Girokonten ohne Mindestgeldeingang werden zunehmend seltener. Viele Banken haben in den vergangenen Jahren bisher kostenlose Konten auf Gebührenmodelle umgestellt oder neue Bedingungen eingeführt. Wer heute ein wirklich bedingungsloses Konto sucht, hat deutlich weniger Auswahl als noch vor fünf Jahren. Die 14 verbliebenen Angebote sind deshalb umso genauer unter die Lupe zu nehmen.
📌 Good to know
Auch bei bedingungslos kostenlosen Konten können Zusatzleistungen wie eine Kreditkarte, Schalterservice oder Abhebungen an Fremdautomaten Geld kosten. „Kostenlos“ bedeutet nie „komplett ohne jede Gebühr“.
Bedingungslos kostenlose Girokonten im Überblick
Stand Juni 2026 gibt es auf dem deutschen Markt 14 Girokonten, die wirklich ohne Mindestgeldeingang, ohne Altersgrenze und ohne Transaktionspflicht auskommen. Die bekanntesten Anbieter im Überblick:
C24 Bank Smart ist eines der attraktivsten Angebote. Die Kontoführung kostet 0 Euro, die Girocard ist kostenlos inklusive, und du bekommst eine Mastercard Debitkarte gratis dazu. Vier kostenlose Bargeldabhebungen pro Monat sind möglich – danach werden Gebühren fällig. Dazu gibt es 0,50 % Zinsen pro Jahr auf das Guthaben, was für ein kostenloses Girokonto ungewöhnlich großzügig ist.
Trade Republic positioniert sich als Kombination aus Girokonto und Investmentplattform. Die Visa Debitkarte ist kostenlos, weltweit gebührenfrei einsetzbar, und Abhebungen ab 100 Euro sind ohne Gebühr möglich. Das Guthaben wird mit 2,00 % pro Jahr verzinst – der höchste Wert unter den hier verglichenen Anbietern. Eine klassische Girocard gibt es nicht.
N26 Standard bietet eine kostenlose digitale Mastercard. Die physische Karte kostet einmalig 10 Euro. In der Eurozone sind drei Bargeldabhebungen pro Monat kostenlos, danach fallen Gebühren an. N26 hat keine Girocard im Angebot – wer an Automaten abheben will, die nur Girocard akzeptieren, hat ein Problem.
Santander BestGiro Online ist ein Sonderfall: Das Konto ist zwar ohne Mindestgeldeingang, aber die Girocard kostet 12 Euro pro Jahr. Damit erfüllt es streng genommen nicht alle vier Kriterien der Verbraucherschützer. Die Visa Debitkarte ist dagegen kostenlos, und Bargeldeinzahlungen in Santander-Filialen sind möglich – ein Vorteil gegenüber reinen Digitalbanken.
BBVA lockt mit einem Aktionszins von 3,00 % pro Jahr für die ersten sechs Monate auf das Kontoguthaben. Danach gelten Standardkonditionen. Das Konto selbst ist bedingungslos kostenlos.
Weitere Anbieter ohne Mindestgeldeingang sind Revolut, bunq Free, Openbank und Vivid Money. Bei Revolut und bunq sind die Leistungen im kostenlosen Tarif jedoch eingeschränkt – wer mehr will, zahlt für Premium-Pakete.
| Anbieter | Kontoführung | Girocard | Debitkarte | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| C24 Bank (Smart) | 0 € | kostenlos | Mastercard kostenlos | 4 kostenlose Abhebungen/Monat; 0,50 % Zinsen p. a. |
| Trade Republic | 0 € | — | Visa kostenlos | Weltweit gebührenfrei bezahlen; ab 100 € kostenlos abheben; 2,00 % Zinsen p. a. |
| Santander BestGiro Online | 0 € | 12 €/Jahr | Visa kostenlos | Kreditkarte inklusive; Bargeldeinzahlung in Filialen möglich |
| N26 Standard | 0 € | — | Mastercard kostenlos (physisch 10 € einmalig) | 3 kostenlose Abhebungen/Monat in Eurozone |
| BBVA | 0 € | — | — | Aktionszins 3,00 % p. a. für 6 Monate |
| Revolut | 0 € | — | — | Eingeschränkte Leistungen im Gratis-Tarif |
| bunq Free | 0 € | — | — | — |
| Openbank | 0 € | — | — | — |
Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Selbst unter den bedingungslos kostenlosen Konten gibt es erhebliche Unterschiede. Wer Wert auf eine klassische Girocard legt, ist bei C24 Bank am besten aufgehoben. Wer viel im Ausland unterwegs ist und Guthaben verzinst haben möchte, findet bei Trade Republic das attraktivste Paket. N26 eignet sich gut für reine Smartphone-Nutzer, die selten Bargeld abheben.
Bedingt kostenlose Konten: Mindestgeldeingang und Fallback-Gebühren
Das Gehaltskonto-Modell ist das am weitesten verbreitete Modell für scheinbar kostenlose Girokonten. Die Logik dahinter ist simpel: Die Bank verzichtet auf Kontoführungsgebühren, solange du regelmäßig Geld einzahlst – und hofft, dass du das Konto als Hauptkonto nutzt. Für die Bank lohnt sich das, weil sie dein Geld anlegen und mit Zusatzprodukten wie Krediten oder Versicherungen Geld verdienen kann.
Für dich als Kunde lauert die Falle genau dann, wenn du die Bedingung nicht erfüllst. Dann wird das Konto kostenpflichtig – oft ohne explizite Warnung. Die typischen Fallback-Gebühren liegen zwischen 3,90 und 4,90 Euro pro Monat, also bis zu 58,80 Euro pro Jahr.
Der entscheidende Unterschied: Geldeingang vs. Gehaltseingang
Nicht alle Banken meinen dasselbe, wenn sie von „Mindestgeldeingang“ sprechen. Bei der DKB reicht eine Eigenüberweisung von einem anderen Konto – du kannst also Geld von deinem Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank überweisen und die Bedingung erfüllen. Das ist ein echter Vorteil für Selbstständige, Rentner mit unregelmäßigen Einkünften oder Menschen mit mehreren Konten.
Die Targobank dagegen verlangt ausdrücklich einen Gehalts– oder Renteneingang. Mieteinnahmen, Honorare oder Überweisungen von anderen Konten zählen dort nicht. Wer das übersieht und monatlich 590 Euro Mieteinnahmen einbucht, zahlt trotzdem 3,95 Euro Kontoführungsgebühr.
Überträge vom eigenen Spar- oder Tagesgeldkonto bei derselben Bank werden fast überall abgelehnt. Das ist eine häufige Falle: Wer sein DKB-Tagesgeld auf sein DKB-Girokonto überweist, erfüllt die Bedingung nicht.
Altersausnahmen und Sonderregelungen
Für junge Menschen gibt es oft günstigere Konditionen. Die DKB und die ING bieten ihr Girokonto für Kunden unter 28 Jahren kostenlos an – ohne Mindestgeldeingang. Die Consorsbank zieht die Grenze bei 31 Jahren. Die Postbank Giro pur ist für Studierende und Auszubildende kostenlos, unabhängig vom Geldeingang.
Diese Altersausnahmen sind attraktiv, haben aber ein Ablaufdatum. Wer mit 27 ein kostenloses Konto eröffnet und mit 28 plötzlich 700 Euro monatlich einzahlen muss, sollte rechtzeitig planen.
| Bank | Mindesteingang | Fallback-Gebühr/Monat | Eigenüberweisung anerkannt? | Altersausnahme |
|---|---|---|---|---|
| Norisbank Top-Girokonto | 500 € | 3,90 € | k. A. | Nein |
| Consorsbank | 700 € | 4,00 € | k. A. | Ja, unter 31 Jahren |
| DKB Girokonto | 700 € | 4,50 € | Ja | Ja, unter 28 Jahren |
| ING Girokonto | 1.000 € | 4,90 € | k. A. | Ja, unter 28 Jahren |
| Targobank | 600 € (nur Gehalt/Rente) | 3,95 € | Nein | k. A. |
| Postbank Giro pur | 900 € | k. A. | k. A. | Ja (Studium/Ausbildung) |
Ein wichtiger Hinweis: Banken können ihre Bedingungen jederzeit ändern. Mindestgeldeingänge wurden in der Vergangenheit mehrfach erhöht, neue Gebühren eingeführt oder kostenlose Leistungen gestrichen. Wer ein bedingt kostenloses Konto nutzt, sollte AGB-Änderungen aufmerksam verfolgen – und im Zweifel wechseln.
💡 Tip
Wenn du dir unsicher bist, ob dein Geldeingang als Mindestgeldeingang zählt, frag direkt bei der Bank nach – am besten schriftlich. So hast du im Streitfall einen Nachweis.
Versteckte Kosten: Wo das kostenlose Konto doch Geld kostet
„Keine Kontoführungsgebühr“ ist das lauteste Versprechen im Bankmarketing. Was dabei gerne verschwiegen wird: Es gibt viele andere Kostenpunkte, die sich im Laufe eines Jahres zu einer beachtlichen Summe addieren können. Rund 25 % aller Bankkunden zahlen laut einer Umfrage vom April 2026 mindestens 100 Euro pro Jahr für ihr Girokonto – obwohl viele davon glauben, ein kostenloses Konto zu haben.
Kartengebühren
Die Girocard ist bei vielen Direktbanken kostenlos, bei Filialbanken aber oft nicht. Typische Jahresgebühren liegen zwischen 12 und 24 Euro. Dazu kommt die Kreditkarte: Bei Direktbanken zwischen 0 und 20 Euro pro Jahr, bei Filialbanken zwischen 20 und 40 Euro. Wer eine Partnerkarte für den Ehepartner oder eine weitere Person möchte, zahlt nochmals 5 bis 29 Euro jährlich. Allein durch Karten können so bis zu 80 Euro pro Jahr zusammenkommen.
Konkrete Beispiele: Bei Santander BestGiro Online ist die Visa Debitkarte kostenlos, aber die Girocard kostet 12 Euro pro Jahr. Bei der ING ist die Visa Debitkarte gratis, die optionale Girocard schlägt mit 1,49 Euro pro Monat – also 17,88 Euro pro Jahr – zu Buche. N26 berechnet für die physische Mastercard einmalig 10 Euro.
Bargeldabhebungsgebühren
Wer an einem Fremdautomaten Geld abhebt, zahlt in der Regel zwischen 1,95 und 5,95 Euro pro Abhebung. Schalterabhebungen in einer Filiale kosten sogar 5 bis 15 Euro pro Vorgang. Die Targobank berechnet im Ausland mindestens 5,95 Euro pro Abhebung, an Fremdbanken im Inland mindestens 3,95 Euro.
Wer zweimal pro Woche Bargeld abhebt und dabei auf Fremdautomaten angewiesen ist, kann schnell 100 Euro oder mehr pro Jahr allein für Abhebungen ausgeben. Die Lösung: Konten mit kostenlosen Abhebungen im Verbund wählen. C24 Bank bietet vier kostenlose Abhebungen pro Monat, N26 drei in der Eurozone, Trade Republic ab 100 Euro weltweit kostenlos.
Beleghafte Überweisungen und Kontoauszüge
Online-Überweisungen sind bei nahezu allen Banken kostenlos. Wer aber ein Papierformular ausfüllt und eine beleghafte Überweisung einreicht, zahlt bei vielen Banken eine Gebühr. Kontoauszüge am Drucker oder Schalter kosten oft 1 Euro pro Stück. Echtzeit-Überweisungen können ebenfalls einen Aufpreis kosten – das ist besonders relevant, seit Echtzeit-Überweisungen in der EU stärker verbreitet sind. Rücklastschriften, also zurückgebuchte Lastschriften wegen fehlender Deckung, sind ebenfalls kostenpflichtig.
Fremdwährungsgebühren
Wer im Urlaub oder auf Geschäftsreisen im Ausland mit der Karte bezahlt oder Geld abhebt, zahlt bei den meisten Banken eine Fremdwährungsgebühr. N26 berechnet 1,70 % des Umsatzes, die ING 2,20 %, die Targobank und Santander je 1,85 %. Die DKB berechnet für Aktivkunden keine Auslandseinsatzgebühren – das ist ein echter Vorteil für Vielreisende. Bei einem Auslandsaufenthalt mit 2.000 Euro Kartenumsatz macht der Unterschied zwischen 0 % und 2,20 % immerhin 44 Euro aus.
Zusammengenommen können diese versteckten Kosten ein scheinbar kostenloses Konto schnell auf 80 bis 150 Euro pro Jahr treiben – ohne dass du es bewusst wahrnimmst.
Dispozinsen im Vergleich: Die teuerste versteckte Kostenfalle
Überziehungszinsen sind die teuerste und am meisten unterschätzte Kostenfalle bei Girokonten – auch bei kostenlosen. Wer sein Konto überzieht, zahlt Zinsen auf den negativen Saldo. Der Marktdurchschnitt liegt bei rund 12 % pro Jahr, das Maximum bei etwa 17 %. Das ist mehr als das Dreifache eines typischen Ratenkredits.
Unter den verglichenen Anbietern ist die C24 Bank mit 7,49 % pro Jahr am günstigsten. Die DKB liegt bei 7,91 %, die ING bei 9,14 %. Tomorrow Now berechnet 15,00 % – das ist fast doppelt so viel wie bei C24 Bank.
Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar: Wer sein Konto um 500 Euro für 30 Tage überzieht, zahlt bei 7,49 % rund 3,07 Euro Zinsen. Bei 15,00 % sind es bereits 6,16 Euro. Klingt wenig – aber wer regelmäßig am Monatsende ins Minus rutscht, summiert das schnell auf 50 bis 100 Euro pro Jahr.
Die Empfehlung ist klar: Dispo nur im echten Notfall nutzen. Wer absieht, dass er regelmäßig überziehen wird, sollte einen Ratenkredit mit deutlich niedrigerem Zinssatz prüfen. Und vor der Kontoeröffnung lohnt es sich, den Dispozins explizit zu vergleichen – er steht im Preis- und Leistungsverzeichnis jeder Bank.
Das folgende Diagramm zeigt die Dispozinsen der wichtigsten Anbieter im Vergleich:
Dispozinsen im Vergleich
Das Diagramm zeigt deutlich: Zwischen dem günstigsten Anbieter (C24 Bank, 7,49 %) und dem Marktmaximum (17,00 %) liegen mehr als neun Prozentpunkte. Bei regelmäßiger Kontoüberziehung ist die Wahl des Anbieters deshalb genauso wichtig wie die Frage nach der Kontoführungsgebühr.
Direktbank vs. Filialbank: Was kostet ein Girokonto wirklich pro Jahr?
Der Vergleich zwischen Direktbank und Filialbank ist einer der wichtigsten, den du beim Thema Girokonto anstellen kannst. Die Unterschiede sind erheblich – und sie betreffen nicht nur die Kontoführungsgebühr.
Bei Direktbanken liegen die Gesamtkosten pro Jahr typischerweise zwischen 0 und 50 Euro. Das schließt alle Gebühren ein: Kontoführung, Karten, Abhebungen im Verbund, Online-Überweisungen. Wer ein bedingungslos kostenloses Konto bei einer Direktbank wählt und die kostenlosen Abhebungskontingente nutzt, zahlt oft tatsächlich nichts.
Bei Filialbanken sieht das Bild ganz anders aus. Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangen häufig monatliche Grundgebühren von 5 bis 15 Euro. Dazu kommen Kartengebühren, Gebühren für Schalterleistungen und oft höhere Kosten für Abhebungen außerhalb des eigenen Verbunds. Die Gesamtkosten liegen hier zwischen 80 und 250 Euro pro Jahr.
Eine Umfrage vom April 2026 zeigt, wie stark die Kosten nach Bankentyp variieren: Bei Sparkassen zahlen rund 34 % der Kunden mehr als 100 Euro pro Jahr für ihr Girokonto. Bei Genossenschaftsbanken sind es 26 %, bei privaten Filialbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank rund 15 %. Bei Direktbanken und Smartphone-Banken ist der Anteil deutlich geringer.
Gleichzeitig bieten Filialbanken echte Vorteile: persönliche Beratung, Schalterservice, Bargeldeinzahlung und ein dichtes Filialnetz. Für Menschen, die regelmäßig Bargeld einzahlen oder komplexe Bankgeschäfte persönlich erledigen wollen, kann eine Filialbank trotz höherer Kosten sinnvoll sein.
| Leistung | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|
| Kontoführung | 0 € | 5–15 €/Monat |
| Girocard | 0–12 €/Jahr | 12–24 €/Jahr |
| Kreditkarte | 0–20 €/Jahr | 20–40 €/Jahr |
| Bargeld abheben (Verbund) | kostenlos | meist 3–5 € außerhalb |
| Online-Überweisung | 0 € | 0 € |
| Gesamtkosten/Jahr | 0–50 € | 80–250 € |
Der Unterschied von bis zu 250 Euro pro Jahr ist kein Pappenstiel. Wer 20 Jahre lang ein teures Filialbankkonto führt, zahlt bis zu 5.000 Euro mehr als nötig. Für die meisten Menschen, die ihre Bankgeschäfte online erledigen können, ist eine Direktbank die wirtschaftlich sinnvollere Wahl.
Wichtig: Auch bei Direktbanken gibt es Qualitätsunterschiede. Nicht jede günstige Bank bietet guten Kundenservice, stabile Apps oder schnelle Reaktionszeiten bei Problemen. Vor der Entscheidung lohnt sich ein Blick auf Erfahrungsberichte und Testergebnisse unabhängiger Verbraucherorganisationen.
Wer den Wechsel zu einer Direktbank scheut, weil er befürchtet, auf persönliche Beratung verzichten zu müssen: Viele Direktbanken bieten telefonischen und Chat-Support an, der für Standardfragen vollkommen ausreicht. Für komplexe Finanzthemen wie Baufinanzierungen oder Erbschaftsfragen kann ein Beratungsgespräch bei einer Filialbank trotzdem sinnvoll sein – auch wenn du dein Girokonto woanders führst.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „kostenloses Girokonto“ wirklich?
„Kostenlos“ bedeutet meist nur: keine monatliche Kontoführungsgebühr. Kartengebühren, Abhebungskosten, Überziehungszinsen und Fremdwährungsgebühren können trotzdem anfallen. Ein wirklich kostenloses Konto erfüllt vier Kriterien: keine Grundgebühr, kein Mindestgeldeingang, kostenlose Girocard und kostenlose Überweisungen.
Was passiert, wenn ich den Mindestgeldeingang nicht erreiche?
Das Konto wird kostenpflichtig. Typische Fallback-Gebühren liegen zwischen 3,90 und 4,90 Euro pro Monat, also bis zu 58,80 Euro pro Jahr. Bei manchen Banken reichen Eigenüberweisungen aus, bei anderen zählen nur Gehalts- oder Renteneingänge.
Zählen Eigenüberweisungen als Mindestgeldeingang?
Das hängt von der Bank ab. Die DKB akzeptiert Eigenüberweisungen von einem anderen Institut. Die Targobank verlangt ausdrücklich Gehalts- oder Renteneingänge. Überträge vom eigenen Spar- oder Tagesgeldkonto bei derselben Bank werden fast überall abgelehnt.
Wie hoch sind die Dispozinsen bei kostenlosen Girokonten?
Die Dispozinsen variieren stark: C24 Bank berechnet 7,49 % pro Jahr, Tomorrow Now 15,00 %. Der Marktdurchschnitt liegt bei rund 12 %, das Maximum bei etwa 17 %. Überziehungszinsen fallen auch bei kostenlosen Konten an und sollten vor der Kontoeröffnung verglichen werden.
Gibt es kostenlose Girokonten für Studenten und junge Leute?
Ja. DKB und ING bieten ihr Girokonto für Kunden unter 28 Jahren kostenlos an, die Consorsbank für Kunden unter 31 Jahren. Die Postbank Giro pur ist für Studierende und Auszubildende ohne Mindestgeldeingang kostenlos. Nach Ablauf der Altersgrenze gelten die regulären Bedingungen.
Kann ein kostenloses Konto plötzlich kostenpflichtig werden?
Ja. Banken können Bedingungen jederzeit ändern, Mindestgeldeingänge erhöhen oder neue Gebühren einführen. Kunden müssen AGB-Änderungen aufmerksam verfolgen. Wer eine Änderung nicht akzeptiert, hat in der Regel ein Sonderkündigungsrecht.
Welche Kosten entstehen beim Bezahlen im Ausland?
Die meisten Banken berechnen Fremdwährungsgebühren von 1,70 % bis 2,20 % des Umsatzes. N26 berechnet 1,70 %, die ING 2,20 %. Die DKB erhebt für Aktivkunden keine Auslandseinsatzgebühren. Zusätzlich können Automatengebühren im Ausland anfallen.



