Sicherer Browser fürs Online-Banking: Worauf es wirklich ankommt

Das Wichtigste in Kürze:

Welcher Browser schützt dich wirklich beim Online-Banking? Dieser Artikel zeigt, worauf es ankommt: von TLS-Verschlüsselung über Sandboxing bis zu den versteckten Risiken durch Browser-Erweiterungen. Mit einem aktuellen Browser-Vergleich, konkreten Zahlen zur Bedrohungslage in Deutschland und klaren Handlungsempfehlungen.

Browser Online-Banking

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Zuletzt von der Redaktion geprüft: 28.06.2026

Themen in diesem Artikel:

Online-Banking-Betrug in Deutschland: Die unterschätzte Bedrohung

Sicheres Online-Banking beginnt damit, die Bedrohungslage realistisch einzuschätzen. Die Zahlen sind eindeutig: Das Bundeskriminalamt registrierte 2023 rund 90.000 Fälle von Betrug im Zusammenhang mit Online-Banking – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt, weil viele Betroffene den Vorfall nicht melden oder gar nicht bemerken, dass ihre Daten kompromittiert wurden.

Der wirtschaftliche Gesamtschaden durch Cyberkriminalität in Deutschland belief sich 2024 auf 267 Milliarden Euro. Das betrifft nicht nur Privatpersonen, sondern Unternehmen jeder Größe. Deutschland belegt damit europaweit Platz 4 bei der Anzahl der Betrugsfälle im Online-Banking – eine zweifelhafte Spitzenposition. Noch alarmierender: 14 Prozent aller weltweit versendeten Phishing-Mails wurden 2024 aus Deutschland heraus generiert. Damit war Deutschland das Land mit den zweitmeisten Phishing-Angriffen weltweit.

Was bedeutet das für dich persönlich? Laut dem BSI-Cybersicherheitsmonitor wurden 13 Prozent der Internetnutzer in Deutschland Opfer von Online-Banking-Betrug oder dem Missbrauch ihrer Kontodaten. Ein Drittel dieser Opfer erlitt dabei tatsächliche finanzielle Verluste. Der finanzielle Schaden pro Phishing-Fall kann erheblich sein – bei Unternehmensangriffen reichen Einzelfälle schnell in sechsstellige Bereiche.

Bitkom-Daten zeigen: 7 von 10 Internetnutzern in Deutschland waren 2023 von irgendeiner Form der Cyberkriminalität betroffen. Das reicht von Phishing-Mails über Datenlecks bis zu direktem Kontobetrug. Online-Banking ist dabei eines der attraktivsten Ziele für Kriminelle – der direkte Zugang zu Geld macht es lukrativer als etwa das Stehlen von Social-Media-Zugangsdaten.

Die gute Nachricht: Die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen keine hochkomplexen Zero-Day-Exploits. Sie setzen auf veraltete Browser, unvorsichtige Nutzer und schlecht konfigurierte Systeme. Das bedeutet: Du kannst mit den richtigen Maßnahmen einen Großteil der Risiken selbst eliminieren. Der Browser ist dabei dein erster und wichtigster Schutzwall.

Von Cyberkriminalität betroffene Internetnutzer in Deutschland 2023

70% 13% 4% 70% Von Cyberkriminalität betroffen (Bitkom) 13% Opfer Online-Banking- Betrug (BSI) 4% Opfer mit finanziellem Verlust (BSI)
Anteil betroffener Internetnutzer in Deutschland 2023, in Prozent. Quellen: Bitkom, BSI-Cybersicherheitsmonitor.

Was einen Browser für Online-Banking sicher macht: Die 6 Kernmerkmale

Nicht jeder Browser ist gleich. Aber was genau macht einen Browser sicher genug für Finanztransaktionen? Es gibt sechs technische Eigenschaften, die du verstehen und aktiv prüfen solltest.

1. TLS/HTTPS-Verschlüsselung

Das ist die Grundvoraussetzung. Jede Verbindung zwischen deinem Browser und dem Bankserver muss über HTTPS laufen. Erkennbar am „https://“ am Anfang der Adresszeile und einem Schloss-Symbol. Das dahinterliegende Protokoll heißt TLS – Transport Layer Security. Der Mindeststandard ist TLS 1.2, empfohlen wird heute TLS 1.3. Letzteres ist schneller und sicherer, weil es veraltete Verschlüsselungsalgorithmen komplett ausschließt. Das Zertifikat hinter dem Schloss-Symbol bestätigt, dass eine unabhängige Stelle die Identität des Servers geprüft hat. Fehlt das Schloss oder zeigt der Browser eine Warnung, brich die Verbindung sofort ab.

2. Sandboxing

Sandboxing bedeutet: Jeder Browser-Tab und jeder Prozess läuft in einer isolierten Umgebung. Wenn eine Webseite Schadcode enthält, kann dieser nicht auf andere Tabs oder das restliche Betriebssystem zugreifen. Chrome und Edge setzen diese Technologie besonders konsequent ein. Auf mobilen Geräten kommt noch das App-Sandboxing des Betriebssystems hinzu – ein zusätzlicher Schutzwall, der erklärt, warum Banking-Apps auf Smartphones oft als sicherer gelten als der Desktop-Browser.

3. Regelmäßige Sicherheitsupdates

Das ist das kritischste Einzelmerkmal. Bekannte Sicherheitslücken müssen so schnell wie möglich geschlossen werden. Chrome liefert Updates etwa alle 4 Wochen (ab September 2026: alle 2 Wochen). Firefox, Edge und Safari folgen ähnlichen Zyklen. Ein Browser, der seit Monaten nicht aktualisiert wurde, ist ein offenes Scheunentor – egal wie gut er ursprünglich war. Aktiviere automatische Updates und prüfe regelmäßig manuell, ob dein Browser auf dem neuesten Stand ist.

4. Anti-Phishing-Schutz

Alle großen Browser haben integrierte Mechanismen, die gefälschte Webseiten erkennen und blockieren. Microsoft Edge erkannte in einem unabhängigen Labortest 99 Prozent aller Malware- und Phishing-Seiten – mehr als Chrome und Firefox im selben Test. Chrome nutzt Googles Safe-Browsing-Datenbank, die in Echtzeit aktualisiert wird. Firefox setzt auf ähnliche Technologien. Diese Schutzmechanismen sind standardmäßig aktiviert – deaktiviere sie nie.

5. Nativer Tracking-Blocker

Firefox und Edge bieten eingebauten Tracking-Schutz, den du in den Einstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ konfigurieren kannst. Chrome-Nutzer sind hier auf Erweiterungen angewiesen. Tracking-Skripte sind nicht nur ein Datenschutzproblem – sie können auch als Einfallstor für Angreifer dienen, die legitime Tracking-Dienste kompromittieren.

6. Pop-up- und Weiterleitungsblockierung

Ungewollte Pop-ups und automatische Weiterleitungen sind klassische Vektoren für Phishing-Angriffe. Alle modernen Browser blockieren diese standardmäßig. Stelle sicher, dass diese Funktion in deinen Browser-Einstellungen aktiv ist. Wenn eine Seite dich auffordert, Pop-up-Blockierung zu deaktivieren, ist das ein deutliches Warnsignal.

📌 Good to know

Die Aktivierung automatischer Updates ist wichtiger als die Wahl des „richtigen“ Browsers. Ein veralteter Firefox ist unsicherer als ein aktueller Chrome – und umgekehrt.

Browser-Vergleich: Welcher ist am sichersten fürs Online-Banking?

Die ehrliche Antwort lautet: Alle großen, aktuell gehaltenen Browser sind sicher genug fürs Online-Banking. Aber es gibt Unterschiede – in Datenschutz, Phishing-Erkennung und Angriffsfläche. Hier ist der aktuelle Stand. Neben dem Browser entscheidet auch die Anmeldemethode über die Sicherheit, weshalb sich ein genauer Blick auf Face ID für Banking-Apps und die tatsächliche Verlässlichkeit der Gesichtserkennung lohnt.

Google Chrome

Chrome ist der meistgenutzte Browser der Welt – und das aus gutem Grund. Sandboxing, Safe Browsing und Updates alle 14 Tage machen ihn zu einer soliden Wahl. Der Schwachpunkt: Datenschutz. Chrome ist tief in Googles Ökosystem eingebettet und sammelt Nutzerdaten. Für reines Banking ist das kein direktes Sicherheitsproblem, aber wer Wert auf Datensparsamkeit legt, sollte das im Hinterkopf behalten.

Mozilla Firefox

Firefox ist Open-Source – jeder kann den Quellcode prüfen. Das schafft Transparenz und Vertrauen. Die Enhanced Tracking Protection blockiert standardmäßig bekannte Tracker. Firefox erhält in unabhängigen Bewertungen regelmäßig die höchsten Datenschutznoten. Für sicherheitsbewusste Nutzer ist Firefox eine ausgezeichnete Wahl.

Apple Safari

Safari ist auf Apple-Geräten vorinstalliert und eng mit dem Betriebssystem verzahnt. Das restriktive Anti-Tracking und die Integration in Apples Sicherheitsarchitektur machen Safari zu einer sehr guten Wahl – allerdings nur für macOS- und iOS-Nutzer. Ein Nachteil: Der Quellcode ist nicht öffentlich einsehbar.

Microsoft Edge

Edge hat eine bemerkenswerte Eigenschaft: Im NSS-Lab-Test erkannte er 99 Prozent aller Phishing-Seiten. Das ist der beste Wert unter den getesteten Browsern. Gleichzeitig war Edge bei professionellen Hacker-Events am häufigsten kompromittiert. Das ist ein Widerspruch, der zeigt: Gute Phishing-Erkennung schützt vor Social Engineering, aber nicht vor technischen Exploits.

Brave

Brave blockiert Tracker und Werbung standardmäßig und erzwingt HTTPS-Verbindungen. Für Nutzer, die maximalen Datenschutz ohne aufwändige Konfiguration wollen, ist Brave eine interessante Option. Die Nutzerbasis ist kleiner, was bedeutet, dass Angreifer weniger Anreiz haben, Brave-spezifische Exploits zu entwickeln.

Tor Browser

Tor leitet deinen Datenverkehr über mehrere Server weltweit und bietet maximale Anonymität. Für Online-Banking ist er jedoch unpraktisch: Die Verbindung ist langsam, und viele Banken blockieren Tor-Exit-Nodes aktiv, weil sie als Sicherheitsrisiko gelten.

Browser-Sicherheitsvergleich für Online-Banking 2026
Browser Sicherheit Datenschutz Plattformen Besonderheiten fürs Banking
Google Chrome Gut Mittelmäßig Windows, macOS, Linux, iOS, Android Sandboxing, ~4-Wochen-Updates (ab Sept. 2026: 2-Wochen), Safe Browsing
Mozilla Firefox Sehr gut Sehr gut Windows, macOS, Linux, iOS, Android Open-Source, Enhanced Tracking Protection
Apple Safari Sehr gut Sehr gut macOS, iOS Restriktives Anti-Tracking, Apple-Ökosystem
Microsoft Edge Mittelmäßig Mittelmäßig Windows, Android, iOS, Xbox 99 % Phishing-Erkennung (NSS Lab), bei Hacker-Events anfällig
Brave Gut Gut Windows, macOS, Linux, iOS, Android Blockiert Tracker/Werbung standardmäßig, erzwingt HTTPS
Tor Browser Sehr gut Sehr gut Windows, macOS, Linux Höchste Anonymität, für Banking unpraktisch
Abelssoft Banking Browser Spezialisiert k. A. Windows Virtuelle Tastatur, Phishing-Check, isolierte Umgebung

Das Fazit aus dem Vergleich: Firefox und Safari erhalten in unabhängigen Bewertungen die besten Noten für die Kombination aus Sicherheit und Datenschutz. Chrome punktet mit Update-Geschwindigkeit und Sandboxing. Edge überrascht mit starker Phishing-Erkennung, hat aber technische Schwachstellen. Entscheidend ist letztlich weniger, welchen Browser du wählst, als dass du ihn konsequent aktuell hältst und richtig konfigurierst.

Normaler Browser vs. spezieller Banking-Browser: Was ist besser?

Immer wieder taucht die Frage auf: Brauche ich einen speziellen Banking-Browser? Die kurze Antwort: Nein – aber es kommt auf den Kontext an.

Was normale Browser leisten

Chrome, Firefox, Edge und Safari gelten – in aktuellen Versionen – als ausreichend sicher fürs Online-Banking. Das BSI und die meisten deutschen Banken empfehlen ausdrücklich aktuelle Mainstream-Browser mit aktivierten Sicherheitsfunktionen. Die Banken selbst sichern ihre Online-Angebote zusätzlich mit eigenen Maßnahmen ab: verschlüsselte Verbindungen, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Transaktionslimits und Betrugserkennung auf Serverseite. Ein normaler Browser, der täglich aktualisiert wird und keine fragwürdigen Erweiterungen hat, ist für die meisten Nutzer vollkommen ausreichend.

Spezialisierte Banking-Browser im Überblick

Spezialisierte Tools bieten eine zusätzliche Sicherheitsebene – aber mit Einschränkungen.

Der Sparkasse S-Protect ist ein gutes Beispiel für einen institutionellen Ansatz. Er kontrolliert Browser- und Windows-Funktionen, beschränkt die Navigation auf vertrauenswürdige Sparkassen-Seiten und schützt aktiv vor Datendiebstahl, Phishing und gefälschten Websites. Wer ausschließlich bei der Sparkasse bankt und maximale Sicherheit will, kann ihn als ergänzende Schutzschicht nutzen.

Der Abelssoft Banking Browser bietet eine virtuelle Tastatur – das schützt vor Keyloggern, die Tastatureingaben aufzeichnen. Dazu kommen ein Phishing-Check und eine isolierte Umgebung. Ähnlich funktioniert der CHIP Banking Browser.

Der Avast Secure Browser enthält einen dedizierten „Bankmodus“, der eine gesicherte Umgebung für Transaktionen schafft und andere Browser-Aktivitäten während der Banking-Sitzung isoliert.

Der kritische Nachteil spezialisierter Browser

Hier liegt das Problem: Spezialisierte Banking-Browser erhalten Updates oft verzögert. Während Chrome alle 14 Tage Sicherheitspatches liefert, können bei kleineren Anbietern Wochen oder Monate vergehen. Eine bekannte Sicherheitslücke, die in Chrome längst geschlossen ist, kann in einem spezialisierten Browser noch wochenlang offen stehen. Das ist kein theoretisches Risiko – es ist ein strukturelles Problem kleiner Softwareanbieter ohne die Ressourcen eines Google oder Mozilla.

Banking-Apps: Oft die sicherste Option

Deutsche Banken empfehlen ihre offiziellen Apps ausdrücklich – und das aus gutem Grund. Banking-Apps profitieren vom App-Sandboxing des Betriebssystems, unterstützen biometrische Authentifizierung (Fingerabdruck, Gesichtserkennung) und sind speziell für Finanztransaktionen gehärtet. Auf einem aktuellen Smartphone mit aktivierter Bildschirmsperre und aktuellem Betriebssystem ist die offizielle Banking-App oft die sicherste Variante überhaupt.

💡 Tip

Nutze für Banking-Sitzungen einen dedizierten Browser-Profil ohne Erweiterungen. In Chrome und Firefox kannst du ein separates Profil anlegen, das du ausschließlich fürs Banking verwendest – sauber, ohne Add-ons, ohne gespeicherte Passwörter aus anderen Kontexten.

Browser-Erweiterungen: Das unterschätzte Sicherheitsrisiko beim Online-Banking

Browser-Erweiterungen sind praktisch. Werbeblocker, Passwort-Manager, Übersetzungstools – sie machen den Alltag einfacher. Aber beim Online-Banking sind sie das größte unterschätzte Sicherheitsrisiko, das die meisten Nutzer ignorieren.

Warum Erweiterungen so gefährlich sind

Wenn du eine Chrome-Erweiterung installierst, fordert sie standardmäßig die Berechtigung an, alle Daten von besuchten Websites zu lesen und zu ändern. Das klingt abstrakt, bedeutet aber konkret: Die Erweiterung kann alles sehen, was du auf deiner Banking-Seite eingibst – Benutzername, Passwort, TAN, Kontonummer, Überweisungsbetrag. Alles.

Die Angriffsvektoren sind vielfältig:

  • Keylogging: Die Erweiterung zeichnet alle Tastatureingaben auf und sendet sie an externe Server.
  • Screen-Overlay-Angriffe: Eine gefälschte Bankseite wird über die echte gelegt – du gibst deine Daten ein, ohne es zu merken.
  • Man-in-the-Middle: Der Datenverkehr wird über Proxy-Server der Angreifer umgeleitet, bevor er die Bank erreicht.
  • Seitenmanipulation: Überweisungsdaten werden im Hintergrund geändert – du siehst die richtige IBAN, aber die Bank empfängt eine andere.
  • Datenexfiltration: Sitzungscookies werden gestohlen, mit denen Angreifer deine Banking-Sitzung übernehmen können.

Aktuelle Zahlen: Das Ausmaß des Problems

Das ist kein theoretisches Szenario. Im Juli 2025 wurden in Browser-Erweiterungen für Chrome und Edge Malware entdeckt, die zusammen auf 2,3 Millionen Downloads kamen. Gleichzeitig waren über 40 Firefox-Add-ons betroffen, die Krypto-Wallets imitierten und dabei Zugangsdaten abfischten.

Besonders erschreckend: die Erweiterung „Finance Simplified“ hatte über 100.000 Installationen, bevor sie als Malware identifiziert wurde. Sie stahl Nutzerdaten und verwendete sie für Erpressungen. Eine Studie der Georgia Tech aus dem Jahr 2024 dokumentierte diesen Fall detailliert.

Schadhafte Browser-Erweiterungen: Betroffene Downloads (in Millionen)

2,3 Mio. 1,7 Mio. 1,1 Mio. 0,1 Mio. 2,3 Mio. Chrome/Edge Malware (2025) 100.000+ „Finance Simplified“ Installationen
Betroffene Downloads durch schadhafte Browser-Erweiterungen. Quellen: Sicherheitsforschung 2024/2025.

Das Trojanische-Pferd-Problem

Selbst Erweiterungen, die heute vertrauenswürdig sind, können morgen gefährlich werden. Wenn ein Entwickler seine Erweiterung an einen Dritten verkauft – was regelmäßig passiert –, kann der neue Eigentümer per Update Schadcode einschleusen. Dein Browser installiert das Update automatisch. Du merkst nichts. Die Erweiterung hat weiterhin vollen Zugriff auf deine Banking-Sitzungen.

Empfehlenswerte Schutz-Erweiterungen

Nicht alle Erweiterungen sind gefährlich. Diese gelten als vertrauenswürdig und erhöhen die Sicherheit:

  • uBlock Origin: Blockiert Werbung und potenziell schädliche Inhalte. Einer der meistgenutzten und am besten geprüften Adblocker.
  • Privacy Badger: Blockiert Tracking-Skripte automatisch, ohne manuelle Konfiguration.
  • HTTPS Everywhere: Erzwingt HTTPS-Verbindungen, wo immer möglich.
  • AVG Online Security: Prüft die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten und warnt vor Phishing.

Die Regel für alle anderen Erweiterungen: Nur aus offiziellen Stores (Chrome Web Store, Firefox Add-ons) installieren. Auf hohe Downloadzahlen und aktuelle Bewertungen achten. Regelmäßig ausmisten. Und vor Banking-Sitzungen alle nicht benötigten Erweiterungen deaktivieren.

Checkliste: So machst du deinen Browser fit fürs Online-Banking

Theorie ist gut, Praxis ist besser. Hier sind die konkreten Maßnahmen, die du sofort umsetzen kannst – sortiert nach Wichtigkeit.

Sofortmaßnahmen (heute erledigen)

  • Browser aktualisieren: Öffne die Einstellungen und prüfe, ob du die neueste Version verwendest. Aktiviere automatische Updates.
  • Erweiterungen prüfen: Gehe durch alle installierten Erweiterungen. Deinstalliere alles, was du nicht aktiv nutzt oder nicht kennst.
  • HTTPS prüfen: Stelle sicher, dass deine Banking-Seite immer mit „https://“ beginnt. Lesezeichen mit der korrekten URL anlegen – nie über Suchmaschinen zur Banking-Seite navigieren.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Falls noch nicht geschehen, aktiviere 2FA bei deiner Bank. TAN-Generator, Banking-App oder biometrische Verfahren sind alle besser als kein zweiter Faktor.

Mittelfristige Maßnahmen

  • Separates Browser-Profil anlegen: Erstelle ein Profil ausschließlich fürs Banking – ohne Erweiterungen, ohne gespeicherte Passwörter aus anderen Kontexten.
  • Passwort-Manager nutzen: Banking-Passwörter nicht im Browser speichern. Stattdessen einen dedizierten Passwort-Manager verwenden.
  • Öffentliches WLAN meiden: Führe Banking-Transaktionen nie über öffentliche Netzwerke durch. Falls unvermeidbar: VPN nutzen.
  • Betriebssystem aktuell halten: Browser-Sicherheit nützt wenig, wenn das Betriebssystem veraltet ist. Windows-, macOS- und Android-Updates regelmäßig einspielen.

Was Banken selbst absichern

Es ist wichtig zu verstehen, dass du nicht allein für die Sicherheit verantwortlich bist. Banken sichern ihre Online-Angebote mit eigenen Maßnahmen ab: verschlüsselte Verbindungen auf Serverseite, Transaktionslimits, automatische Betrugserkennung und Browser-Erkennung. Manche Banken erkennen deinen Browser anhand gespeicherter Cookies – ein neuer Browser oder gelöschte Cookies gelten als neues Gerät und erfordern eine zusätzliche TAN-Eingabe. Das ist kein Bug, sondern ein Sicherheitsmerkmal.

Quishing – Phishing über gefälschte QR-Codes – ist eine neuere Angriffsmethode, die auch den Browser betrifft. Scanne QR-Codes aus unbekannten Quellen nie direkt. Prüfe nach dem Scannen immer die aufgerufene URL, bevor du Daten eingibst.

📌 Good to know

Banking-Passwörter gehören nicht in den Browser-Passwort-Manager. Nutze stattdessen einen dedizierten Passwort-Manager mit starker Verschlüsselung. Das gilt auch für die PIN deiner Kreditkarte oder EC-Karte.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Browser ist der sicherste für Online-Banking?

Firefox und Safari erhalten in unabhängigen Bewertungen die besten Noten für Sicherheit und Datenschutz. Edge erkannte im NSS-Lab-Test 99 Prozent aller Phishing-Seiten. Entscheidend ist weniger die Browser-Wahl als das konsequente Aktualisieren – ein veralteter Browser ist immer unsicher.

Sind Browser-Erweiterungen beim Online-Banking gefährlich?

Ja, potenziell. Erweiterungen haben vollen Zugriff auf alle Browser-Aktivitäten inklusive Banking-Sitzungen. Im Juli 2025 wurden verseuchte Erweiterungen mit 2,3 Millionen Downloads entdeckt. Empfehlung: Nur wenige, vertrauenswürdige Add-ons nutzen und vor Banking-Sitzungen deaktivieren.

Brauche ich einen speziellen Banking-Browser?

Nein. Ein aktueller Mainstream-Browser mit aktivierten Sicherheitsfunktionen reicht aus. Spezielle Browser wie S-Protect oder Abelssoft bieten eine zusätzliche Schutzschicht, erhalten aber oft verzögerte Updates – was neue Sicherheitslücken länger offen lässt.

Ist Online-Banking über öffentliches WLAN sicher?

Nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen. Öffentliche Netzwerke erhöhen das Risiko von Man-in-the-Middle-Angriffen erheblich. Nutze im öffentlichen WLAN immer ein VPN oder warte mit Banking-Transaktionen bis du in einem sicheren Netzwerk bist.

Sollte ich Banking-Passwörter im Browser speichern?

Nein. Sicherheitsexperten empfehlen, Banking-Passwörter nicht im Browser-Passwort-Manager zu speichern. Nutze stattdessen einen dedizierten Passwort-Manager mit starker Verschlüsselung, der unabhängig vom Browser funktioniert.

Woran erkenne ich eine sichere Banking-Verbindung?

An „https://“ am Anfang der URL und dem Schloss-Symbol in der Adressleiste. Das Zertifikat dahinter bestätigt, dass eine unabhängige Stelle die Serveridentität geprüft hat. Fehlt das Schloss oder erscheint eine Sicherheitswarnung, brich die Verbindung sofort ab.

Ist die Banking-App sicherer als der Browser?

Oft ja. Banking-Apps profitieren vom App-Sandboxing des Betriebssystems, unterstützen biometrische Authentifizierung und sind speziell für Finanztransaktionen gehärtet. Deutsche Banken empfehlen ihre offiziellen Apps ausdrücklich als bevorzugten Zugangsweg.


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