Risikohinweis: Wertpapiere können an Wert verlieren, ein Verlust des eingesetzten Geldes ist möglich. Die Übersicht vergleicht Kosten und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung.
Zuerst zeigen wir die Angebote unserer Partner (Werbung*). Mit „Alle Angebote“ oder einem Filter siehst du den gesamten Vergleich.
Neobroker. Order: bis 499,99 €: 1 €; darüber: 0 €.
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Multi-Asset-App. Kosten auf der Website des Anbieters nicht belegt.
Stand: 11.10.2026 · Konditionen von den Websites der Anbieter, geprüft am 11.10.2026.
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So sortieren wir
Standard sind die Kosten pro Jahr für dein Profil: Zahl der Orders × Ordergebühr für dein Ordervolumen, dazu zwölf Sparplanausführungen deiner Sparrate und die Depotführung. Gerechnet wird mit dem Ordermodell am Handelsplatz, den der Anbieter für seine Standardkosten nennt. Spreads, Fremdspesen, Börsenentgelte, Aktionen und Prämien sind nicht enthalten.
Bietet ein Anbieter keinen Sparplan an, steht er bei einer Sparrate über 0 € hinter den Anbietern, die dein Profil abdecken. Hängt die kostenlose Depotführung an Bedingungen, die dein Profil nicht erfüllt, steht „ab“ vor dem Betrag. Fehlen Kosten auf der Website des Anbieters, steht „–“ und der Anbieter am Ende.
Angebote mit und ohne Partnervertrag werden nach denselben Werten sortiert. Bei gleichen Kosten entscheidet der Name.
8 Angebote von 8 geprüften Anbietern. Kein vollständiger Marktüberblick. Auswahlkriterien: Neobroker mit Depot für Privatkunden in Deutschland, deren Preise im Preis- und Leistungsverzeichnis öffentlich stehen.
Werbehinweis: Mit * markierte Links sind Werbelinks. Kommt darüber ein Abschluss zustande, erhält Finalarm eine Provision. Links „Zum Anbieter“ sind keine Werbelinks. So finanzieren wir uns
Das Wichtigste in Kürze
Neobroker-Vergleich Oktober 2026: Sieben geprüfte Neobroker und eToro nach Jahreskosten für dein Profil, dazu Ordergebühren, Sparpläne und Zinsen aufs Guthaben, Stand 11.10.2026. Außerdem: wie Neobroker seit dem PFOF-Verbot vom 1. Juli 2026 abrechnen und wie Depot und Guthaben geschützt sind.
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Das Wichtigste in Kürze
- Markt 2026: Was ein Neobroker ist und wie viel Deutsche in Aktien und Fonds halten.
- Ordergebühren: Pauschale, Fremdkosten und Spread, gerechnet für ein Jahr.
- ETF-Sparpläne: Auswahl, Mindestrate und was bei Bruchstücken gilt.
- Guthabenzins: Zins auf dem Verrechnungskonto oder Geldmarktfonds, und was das für die Sicherung heißt.
- Sicherheit: Was bei einer Pleite mit Depot und Guthaben passiert.
- Nutzungsprofile: Welche Merkmale bei welchem Anlageverhalten den Ausschlag geben.
- Steuern: Freistellungsauftrag, Vorabpauschale 2026 und Broker im Ausland.
- Eröffnen und wechseln: Übertrag, Kinder- und Gemeinschaftsdepot.
- So vergleichen wir: Wie wir vergleichen, wer drin ist und wann wir zuletzt geprüft haben.
- Weitere Inhalte: Beiträge zu angrenzenden Themen.
Consorsbank – Wertpapierdepot

Consorsbank – Wertpapierdepot
Vorteile
- Alle ETF-Sparpläne ohne Sparplangebühr
- Aktien-Sparpläne 12 Monate gebührenfrei
- 0,95 € je Order über Tradegate im 1. Jahr
- Kostenlose Depot- und Kontoführung
Nachteile
- Jeweils zzgl. marktüblicher Spreads
- Ab 2. Jahr: 4,95 € + 0,25 %, mind. 9,95 €
- Aktien-Sparpläne ab Monat 13 kostenpflichtig
- Angebot nur für volljährige Neukunden
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Maßgeblich sind die Bedingungen des Anbieters.
justTRADE – Wertpapierdepot

justTRADE – Wertpapierdepot
Vorteile
- Depotführung ohne Gebühr
- Aktien/ETFs an LS und Tradegate je 1,00 €
- ETF-Sparpläne ohne Orderprovision
- Über 10.000 Aktien, 1.800 ETFs/ETPs
Nachteile
- Quotrix-Orders 2,90 € je Order
- Zzgl. Spread des Handelsplatzes
- Zertifikate: Mindestorder 500 €
- 0,40 % FX-Marge bei Erträgen in Fremdwährung
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Neobroker 2026: Der Markt im Überblick
Ein Neobroker ist ein Wertpapierdepot, das du fast nur per App bedienst: keine Filiale, keine Beratung, keine Depotgebühr und Orders für höchstens rund einen Euro. Die Anbieter sparen Filialen und Beratung und arbeiten mit wenigen Handelsplätzen. Hinter jedem Neobroker steht eine Bank oder ein Wertpapierinstitut mit Erlaubnis der Aufsicht, manchmal als Partner im Hintergrund.
Neobroker haben das Investieren in Deutschland verändert: Aktien, ETFs und Sparpläne lassen sich per App und schon mit kleinen Beträgen handeln, etwa bei Trade Republic oder Scalable Capital. Der erste Schritt für neue Anleger ist dabei stets, ein Depot zu eröffnen 2026, was heute meist rein digital abläuft.
Die Anbieter unterscheiden sich in Größe und Aufbau. Trade Republic und Scalable Capital sind Banken mit Sitz in Deutschland, eToro ist international ausgerichtet, während finanzen.net zero und justTRADE als kleinere deutsche Anbieter vor allem über den Preis punkten.
Das Jahr 2026 markiert dabei eine Zäsur: Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Deutschland das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF). Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr von Handelsplätzen oder Market Makern für weitergeleitete Kundenorders annehmen — genau jenes Modell, das die 1-Euro-Trades und kostenlosen Sparpläne überhaupt erst möglich gemacht hatte.
Der Aufstieg der Neobroker ist auch eine Geschichte sinkender Eintrittshürden. Als Trade Republic 2019 mit dem 1-Euro-Trade startete, verlangten Filialbanken für dieselbe Order häufig ein Vielfaches. Die Folge war ein Generationenwechsel an der Börse; wie stark die Bestände privater Haushalte an Aktien und Fonds seitdem gewachsen sind, zeigt die amtliche Statistik im nächsten Abschnitt.
Was private Haushalte in Aktien und Fonds halten
Wie stark Aktien und Fonds bei Privatanlegern zugelegt haben, zeigt die amtliche Statistik in Euro. Laut Finanzierungsrechnung der Bundesbank hielten private Haushalte in Deutschland Ende 2025 börsennotierte Aktien für 702,6 Mrd. € und Anteile an Investmentfonds für 1.435,5 Mrd. €. Ende 2015 waren es 279,2 und 563,5 Mrd. €, beide Posten sind also auf rund das Zweieinhalbfache gewachsen. Am gesamten Geldvermögen kamen Aktien und Fonds zuletzt auf 21,6 %, zehn Jahre zuvor auf 15,2 %. Der größte Posten bleiben Bargeld und Einlagen mit 3.612 Mrd. €.
Ein Teil des Zuwachses sind Kursgewinne. Was tatsächlich gekauft wurde, zeigen die Transaktionen: 2024 flossen netto 96,4 Mrd. € in Fondsanteile, 2025 waren es 97,8 Mrd. €. Bei börsennotierten Aktien hielten sich Käufe und Verkäufe von 2023 bis 2025 fast die Waage, mit −2,4, −0,6 und +0,2 Mrd. €. Der Sparplan-Boom ist in diesen Zahlen vor allem ein Fonds-Boom. Die Statistik trennt ETFs nicht von klassischen Investmentfonds.
Quelle: Deutsche Bundesbank, Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung, über das EZB-Datenportal (QSA, Sektor private Haushalte einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck, Bestände zum Jahresende, Transaktionen als Summe der Quartale). Stand: 1. Quartal 2026.
Was das PFOF-Verbot für dich bedeutet
Die befürchtete Preiswelle ist bislang ausgeblieben (Vergleich der Preisverzeichnisse Juli und Oktober 2026). Die großen Anbieter haben sich vorbereitet: Scalable Capital betreibt gemeinsam mit der Börse Hannover die hauseigene Börse EIX, Trade Republic führt Orders seit 2. Juli 2026 zum Bestpreis gegen sich selbst aus, statt sie an eine feste Partnerbörse zu leiten. Den Spread, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, zahlst du weiter an den Market Maker am Handelsplatz; was der Broker selbst noch verdienen darf, steht im Abschnitt Wie Neobroker seit Juli 2026 Geld verdienen.
Für dich heißt das: Der reine Gebührenvergleich bleibt wichtig, aber die Ausführungsqualität rückt stärker in den Fokus. Alle Konditionen in diesem Vergleich gelten mit Stand: Juli 2026 und können sich ändern — bei Sparplan-Angeboten und Zinsen hilft der Blick in das aktuelle Preisverzeichnis des Anbieters. Mehr Analysen rund um Aktien und ETFs findest du in unserer Rubrik Börse.
Das Verbot steht in Artikel 39a der europäischen Finanzmarktverordnung MiFIR, eingefügt durch die Verordnung (EU) 2024/791. Wertpapierfirmen dürfen danach kein Geld und keine anderen Vorteile von Dritten annehmen, wenn sie deine Order an einen bestimmten Handelsplatz weiterleiten oder dort ausführen. Länder, in denen das Modell vor dem 28. März 2024 üblich war, durften es bis 30. Juni 2026 weiter zulassen; Deutschland nutzte diese Frist, deshalb gilt das Verbot hier seit 1. Juli 2026. Erlaubt bleiben Rabatte auf die Entgelte eines Handelsplatzes, wenn sie laut dessen öffentlicher Preisliste ausschließlich dir zugutekommen und dem Broker nichts einbringen (ESMA, Art. 39a MiFIR). Wo sich Preise seit Juli 2026 geändert haben, steht im Text unten ein Update; der Neobroker-Vergleich oben und die Tabelle im Abschnitt Zinsen zeigen den geprüften Stand vom 11.10.2026.
Wie Neobroker seit Juli 2026 Geld verdienen
Ohne Zahlungen von Handelsplätzen und Market Makern bleiben einem Neobroker fünf Einnahmequellen, und alle stehen in den Unterlagen, die er dir geben muss. Vor jeder Order muss er alle Kosten und Nebenkosten nennen (§ 63 Abs. 7 WpHG), Zuwendungen von Dritten muss er offenlegen (§ 70 WpHG).
- Ordergebühr oder Fremdkostenpauschale. Der sichtbare Preis je Trade. Er steht im Preis- und Leistungsverzeichnis und ist der Wert, mit dem unser Neobroker-Vergleich rechnet.
- Abo-Tarif. Ein fester Monatspreis, dafür entfallen Einzelgebühren, meist ab einem Mindestvolumen je Order.
- Zinsmarge auf Guthaben. Der Broker legt Kundengeld bei der Zentralbank oder bei Banken an und gibt einen Teil des Zinses weiter. Die Obergrenze dessen, was er risikofrei bekommt, ist der EZB-Einlagesatz, seit 16. September 2026 2,50 %.
- Zuwendungen von Produktanbietern. Vertriebsvergütungen von Fondsgesellschaften oder Emittenten sind weiter erlaubt, wenn sie die Qualität der Dienstleistung verbessern und dir vorher offengelegt werden.
- Zusatzgeschäft. Krypto-Handel, Derivate, Karten oder Wertpapierkredite, jeweils mit eigenen Gebühren oder Spreads.
Den Spread selbst bekommt nicht der Broker, sondern der Market Maker oder Spezialist am Handelsplatz. Seit dem Verbot darf davon nichts mehr als Zahlung für deine Order beim Broker ankommen. Ob deine Order dort gut ausgeführt wird, regeln die Ausführungsgrundsätze, die jeder Broker festlegen und regelmäßig prüfen muss (§ 82 WpHG). Welches Abrechnungsmodell ein Anbieter heute nutzt, steht in seinem Preis- und Leistungsverzeichnis und in der Kosteninformation vor jeder Order.
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Maßgeblich sind die Bedingungen des Anbieters.
Ordergebühren im Vergleich: Von 0 bis 1 Euro pro Trade
Eine Aktien- oder ETF-Order kostet bei Neobrokern im Basistarif zwischen null und einem Euro, wenn du über den Standard-Handelsplatz kaufst. Für eine Order über 1.000 € lagen die niedrigsten Kosten bei den sieben Anbietern, die wir am 11.10.2026 geprüft haben, bei 0,00 € (über gettex). Teurer wird es an anderen Börsen, unter einem Mindestvolumen oder in Fremdwährung. Für dein Jahr zählt die Summe.
Bei den Orderkosten liegen alle fünf Anbieter weit unter klassischen Filialbanken, die Modelle unterscheiden sich aber deutlich. Trade Republic verlangt eine Abwicklungskostenpauschale von 1 Euro pro Order. Neu seit Juli 2026: Orders werden automatisch zum günstigsten verfügbaren Kurs unter den angebundenen Börsen ausgeführt. Wer den Handelsplatz selbst wählen will — etwa Xetra oder Nasdaq aus rund 30 Börsen — zahlt 2 Euro. Kostenstruktur und Handelsabwicklung ordnet unser Testbericht zu Trade Republic im Detail ein. Die Wahl des Handelsplatzes hat direkten Einfluss auf die Gesamtkosten, wie der Vergleich zwischen Xetra, gettex und Tradegate zeigt.
Scalable Capital* fährt ein Zwei-Tarif-Modell: Im Free Broker kostet jeder Trade 0,99 Euro, Käufe von PRIME-ETFs (unter anderem Amundi, iShares, Vanguard, Xtrackers) ab 250 Euro Ordervolumen sind kostenlos. Der Prime+ Broker bietet für 4,99 Euro im Monat unbegrenzt gebührenfreie Trades ab 250 Euro Ordervolumen — wer oft handelt, kann damit günstiger fahren; die Schwelle steht in der Jahreskosten-Rechnung unten. Die 0,99 Euro und die gebührenfreien Trades gelten an der European Investor Exchange (EIX); über gettex und Xetra kostet eine Order bis zu 1,99 Euro (Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand 11.10.2026).
finanzen.net zero ist ab 500 Euro Ordervolumen komplett gebührenfrei, darunter fällt 1 Euro pro Order an. justTRADE berechnet laut Preis- und Leistungsverzeichnis 2,90 Euro Orderprovision, abzüglich einer Ausgleichszahlung des Handelspartners von 1,90 Euro; an LS Exchange und Tradegate kostet eine Aktien- oder ETF-Order damit insgesamt 1 Euro, an Quotrix 2,90 Euro (Stand 11.10.2026). eToro* handelte bei unserer Prüfung im Juli 2026 Aktien und ETFs ohne Kommission, verdiente am Spread und berechnete eine Auszahlungsgebühr. Korrektur Oktober 2026: Laut Gebührenübersicht (geprüft am 11.10.2026) berechnet eToro Kunden in Deutschland seit 02.03.2025 je Kauf und je Verkauf einer Aktie 1 US-Dollar Provision, ETFs bleiben provisionsfrei. Auszahlungen vom USD-Konto kosten 5 US-Dollar, vom Euro-Konto nichts; die Umrechnung zwischen Euro- und USD-Konto kostet 0,75 %. Die unterschiedlichen Gebührenmodelle prägen den eToro vs. Scalable Capital 2026: Broker-Vergleich, bei dem Spread-Kosten gegen Pauschalgebühren stehen.
Die Ordergebühren aller Neobroker in unserem Vergleich, gerechnet auf ein Jahr für dein Profil, zeigt der Neobroker-Vergleich oben.
Konditionen Stand: 11.10.2026 (zuvor Juli 2026), je nach Tarif und Ordervolumen variabel. Wichtig für die Einordnung: Bei allen Anbietern kommen marktübliche Spreads hinzu — der nominale Orderpreis ist nie die ganze Wahrheit.
Gegenüber Juli 2026 haben Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero und justTRADE ihre Grundpreise je Order nicht geändert (Vergleich der Preisverzeichnisse, Stand 11.10.2026). Die Preise von eToro haben wir am 11.10.2026 auf der Website des Anbieters nachgeprüft; sie stehen in der Tabelle unten.
Jahreskosten statt Einzelpreis: So rechnest du dein Profil
Ob ein Euro pro Order viel ist, entscheidet erst dein Jahr. Die Rechnung: Zahl der Einzelorders mal Preis je Order, Zahl der Sparplan-Ausführungen mal Preis je Ausführung, dazu eine Depot- oder Abogebühr. Zwei angenommene Tarife zeigen, wie stark das Ergebnis vom Verhalten abhängt. Tarif A kostet 1 € je Order, Tarif B 5 € im Monat ohne Ordergebühr. Sparpläne sind in beiden kostenlos.
Wer monatlich per Sparplan anlegt und viermal im Jahr eine Einzelaktie kauft, zahlt mit Tarif A 4 € im Jahr und mit Tarif B 60 €. Wer achtmal im Monat handelt, kommt auf 96 Orders: Tarif A kostet dann 96 €, Tarif B weiter 60 €. Die Grenze liegt bei 60 Orders im Jahr, also fünf im Monat. Darüber ist das Abo günstiger, darunter die Einzelgebühr.
Was der Spread in Euro kostet
Der Spread ist die Spanne zwischen dem Kurs, zu dem du kaufst (Brief), und dem, zu dem du verkaufst (Geld). Bei einer Spanne von 0,20 % zahlst du beim Kauf rund 0,10 % über dem Mittelkurs und bekommst beim Verkauf rund 0,10 % weniger. Bei 1.000 € sind das etwa 1 € je Richtung, so viel wie eine Ordergebühr. Bei 10.000 € sind es 10 €.
Weil der Spread je Wertpapier und Uhrzeit schwankt, nennt ihn kein Preisverzeichnis als festen Wert, und auch unser Vergleich enthält ihn nicht. Prüfen kannst du ihn vor jeder Order: Die App zeigt Geld- und Briefkurs, die Differenz geteilt durch den Briefkurs ergibt die Spanne in Prozent. Ein Limit legt fest, zu welchem Kurs du höchstens kaufst.
Krypto und Derivate: Hier trennen sich die Kostenmodelle
Beim Kryptohandel wird es differenzierter. Hier verlangen die Anbieter eine prozentuale Provision, einen Spread oder beides; die Sätze stehen im Preisverzeichnis des jeweiligen Anbieters und schwanken beim Spread je nach Marktlage. Trade Republic und Scalable Capital preisen den Kryptohandel ebenfalls über den Spread ein; die effektiven Kosten hängen dort stark vom Handelszeitpunkt ab. Wie sich diese Spreads im Alltag konkret auswirken, zeigt unser Testbericht zu Capital.com, in dem die Kostenmechanik beim Kryptohandel näher betrachtet wird.
Rechenbeispiel für die Praxis: Wer monatlich eine Order über 1.000 Euro aufgibt, zahlt bei Trade Republic 12 Euro Ordergebühren im Jahr, bei Scalable im Free-Tarif knapp 12 Euro und bei finanzen.net zero 0 Euro. Erst bei deutlich höherer Handelsfrequenz — etwa ab fünf Trades über 250 Euro pro Monat — schlägt die Prime+-Flatrate von Scalable die Einzelabrechnung. Für reine Buy-and-Hold-Anleger ist der Gebührenunterschied zwischen den fünf Anbietern damit fast bedeutungslos.
💡 Tip
Vergleiche bei kleinen Orders nicht nur die Pauschale, sondern auch die Handelszeiten: Außerhalb der Xetra-Kernzeit (9 bis 17:30 Uhr) weiten sich Spreads an vielen Handelsplätzen spürbar aus. Wer mittags statt abends ordert, spart oft mehr als die Ordergebühr. Zur Absicherung gegen solche Preisschwankungen ist die Wahl der richtigen Ordertypen an der Börse: Market, Limit und Stop richtig einsetzen entscheidend.
Ordergebühren der fünf Neobroker im Vergleich (Standard-Order)
ETF-Sparpläne: Wo dein Dauerauftrag am weitesten kommt
Bei den sieben Anbietern, die wir am 11.10.2026 geprüft haben, kostet die Ausführung eines ETF-Sparplans derzeit nichts, bei einigen allerdings nur für ETFs bestimmter Partner-Fondsgesellschaften oder im Rahmen einer Aktion. Die niedrigste Mindestrate liegt bei 1 €. Unterschiede gibt es bei der Auswahl, den Ausführungstagen und bei Bruchstücken. Die laufenden Kosten des ETF selbst fallen bei jedem Broker gleich an, weil die Fondsgesellschaft sie aus dem Fondsvermögen entnimmt.
Bei Sparplänen sind die deutschen Neobroker 2026 fast durchweg kostenlos — die Unterschiede liegen in Auswahl und Mindestrate. Scalable Capital führt das Feld mit über 2.700 kostenlosen ETF-Sparplänen und rund 4.500 Aktien-Sparplänen an. Trade Republic bietet ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr, dazu Aktien- und Krypto-Sparpläne; eine Zahl nennt der Anbieter auf seiner Website nicht.
Die Sparplan-Zahlen in diesem Abschnitt haben wir am 11.10.2026 auf den Websites der Anbieter geprüft und angepasst; Trade Republic nennt dort keine Zahl. Die größte Auswahl bei den sieben Anbietern, die wir am 11.10.2026 geprüft haben, hat Scalable Capital mit über 2.700 ETFs. Zahl und Mindestrate je Anbieter stehen in der Tabelle im Abschnitt Zinsen auf Guthaben.
finanzen.net zero bietet über 1.000 kostenlose ETF-Sparpläne und über 8.000 sparplanfähige Aktien — Ausführung ab 1 Euro Rate. justTRADE verlangt für Sparpläne mindestens 25 Euro pro Ausführung, ebenfalls ohne Gebühr, und bietet 177 ETF-Sparpläne. eToro hat mit "Recurring Investments" nachgezogen: automatisierte Käufe in ETFs und Aktien ohne zusätzliche Kommission — funktional ein Sparplan, technisch aber in US-Dollar geführt (Stand unserer Prüfung im Juli 2026). eToro nennt als Mindestrate 25 US-Dollar im Monat, bezahlt per Karte; die Ausführung ist provisionsfrei, beim Verkauf einer Aktienposition können 1 bis 2 US-Dollar anfallen. Die rechtliche Frage, wem bei Teilaktien im Sparplan das Bruchstück gehört, ist dabei für alle Anbieter einheitlich gelöst.
Die Mindestrate entscheidet über den Einstieg
Für Einsteiger ist die Mindestrate oft wichtiger als die Katalogtiefe. Trade Republic, Scalable Capital und finanzen.net zero lassen dich bereits ab 1 Euro pro Ausführung sparen. Damit lässt sich ein Sparplan mit kleinen Beträgen ausprobieren, bevor größere Beträge fließen. Rechenbeispiel zur Wirkung der Kosten: Bei 200 Euro Monatsrate und einer klassischen Bankgebühr von 1,5 Prozent pro Ausführung würden über 10 Jahre rund 360 Euro allein an Ausführungskosten anfallen — bei Neobrokern mit kostenlosem Sparplan: 0 Euro.
Ein zweiter Blick gilt den Ausführungsmodalitäten. Trade Republic und Scalable Capital führen Sparpläne an festen Terminen aus, die du in gewissem Rahmen wählen kannst; finanzen.net zero und justTRADE arbeiten mit festen monatlichen Stichtagen. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist der genaue Ausführungstag statistisch nahezu irrelevant — wichtiger ist, dass die Ausführung zuverlässig innerhalb der liquiden Handelszeiten stattfindet, damit der Spread nicht unnötig an der Rendite knabbert.
Beachte allerdings die Fußnoten: Kostenlos ist stets die Ausführung, nicht der ETF selbst. Die laufenden Produktkosten (TER) fallen bei jedem Broker identisch an, weil die Fondsgesellschaft sie aus dem Fondsvermögen entnimmt. Und Aktions-Sparpläne können nach Ablauf der Aktion gebührenpflichtig werden — ein Blick ins Preisverzeichnis pro Jahr ist Pflicht. Bevor du dich auf eine vermeintlich kostenlose Sparplan-Aktion verlässt, hilft dir unser Testbericht zu flatex, die Preisstruktur nach Ablauf solcher Aktionen einzuordnen.
📌 Good to know
Private Haushalte in Deutschland haben 2025 netto 97,8 Mrd. € in Investmentfonds angelegt, Ende 2025 hielten sie Fondsanteile für 1.435,5 Mrd. €. Der Dauerauftrag ins Depot ist vom Nischenprodukt zu einem verbreiteten Weg des Vermögensaufbaus geworden. Die genauen Konditionen und die Auswahl an ETFs unterscheiden sich je nach Depot, wie ein Kostenvergleich der Broker für ETF-Sparplan-Anbieter 2026 verdeutlicht.
Zinsen auf Guthaben: Bis zu rund 2,5 Prozent für geparktes Geld
Drei von den sieben Anbietern, die wir am 11.10.2026 geprüft haben, verzinsen Geld, das nicht investiert ist: Trade Republic mit 2,5 % direkt auf das Guthaben, Scalable Capital mit 2,60 % auf einem separaten Tagesgeldkonto und Smartbroker+ mit 2,25 % auf einem separaten Zinskonto. Wie sicher das Geld ist, hängt davon ab, ob es als Einlage bei einer Bank liegt oder in einen Geldmarktfonds fließt. Die Sätze folgen dem Einlagesatz der EZB, der seit 16. September 2026 bei 2,50 % liegt.
Nicht investiertes Geld muss 2026 nicht brachliegen. Nachdem die EZB im Juni 2026 die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben hat, liegt der Einlagensatz bei 2,25 Prozent — und die Neobroker reichen davon unterschiedlich viel weiter.
Die EZB hat am 10. September 2026 erneut erhöht, seit 16. September liegt der Einlagesatz bei 2,50 % (EZB). Die Anbieterzinsen in den folgenden Absätzen und in der Tabelle haben wir am 11.10.2026 geprüft und angepasst.
Trade Republic ist hier am konsequentesten: Der Broker verzinst das gesamte nicht investierte Guthaben mit 2,5 Prozent pro Jahr (Stand 11.10.2026, im Juli 2,25 Prozent) — ohne Obergrenze, nach Aktivierung in der App, mit monatlicher Gutschrift. Beträge über einem individuellen Partnerbetrag legt Trade Republic in Geldmarktfonds an. Scalable Capital hat sein Zinsmodell im Frühjahr 2026 umgebaut: Auf dem Verrechnungskonto des Brokers gibt es keine Zinsen, dafür bietet die Scalable-Bank ein separates Tagesgeldkonto mit 2,60 Prozent variabel (seit 1. September 2026) für alle Kunden, ohne Betragsgrenze.
finanzen.net zero und justTRADE verzinsen das Verrechnungskonto laut Preisverzeichnis dagegen nicht und verweisen stattdessen auf Geldmarkt-ETFs. eToro zahlte bei unserer Prüfung im Juli 2026 Zinsen auf nicht investiertes Kapital nur in ausgewählten Programmen und führte Konten in US-Dollar — für Euro-Anleger kommt hier das Währungsrisiko samt Umrechnungsgebühren hinzu. Am 11.10.2026 nannte eToro für Kunden in der EU 3 % Zinsen auf USD-Guthaben bei einem Gesamtguthaben bis 50.000 US-Dollar und 3,80 % darüber, nach Aktivierung im Club-Bereich. Verzinst wird nur das USD-Konto. Guthaben auf dem Euro-Konto ist E-Geld der eToro Money Malta Ltd und laut eToro nicht durch eine Einlagensicherung geschützt.
| Anbieter | Guthabenzins (Stand: 11.10.2026) | Kostenlose ETF-Sparpläne | Mindestrate Sparplan |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 2,5 % p.a. auf das gesamte Guthaben, ohne Limit (nach Aktivierung) | keine Zahl genannt | Ab 1 € |
| Scalable Capital | 2,60 % p.a. auf separatem Tagesgeldkonto; 0 % auf dem Verrechnungskonto | über 2.700 | Ab 1 € |
| eToro | 3 % p.a. auf USD-Guthaben bis 50.000 US-Dollar Gesamtguthaben, 3,80 % darüber; nur USD-Konto, nach Aktivierung (Stand 11.10.2026) | keine Zahl genannt | 25 US-Dollar im Monat, Zahlung per Karte |
| finanzen.net zero | Keine Verzinsung (0 % laut Preisverzeichnis) | über 1.000 | Ab 1 € |
| justTRADE | Keine Verzinsung (0 % laut Preisverzeichnis) | 177 | Ab 25 € |
Ein Wort zur Einordnung der Zinshöhe: Da der EZB-Einlagensatz die Obergrenze dessen markiert, was Banken risikofrei am Markt verdienen, liegen Angebote in der Nähe dieses Satzes, seit 16. September 2026 also um 2,5 Prozent, im Rahmen des Marktes — deutlich höhere Dauerzinsen wären ein Warnsignal, deutlich niedrigere ein Abschlag gegenüber dem Einlagesatz. Anbieter können ihre Sätze jederzeit anpassen.
Rechne den Zinsunterschied ruhig einmal durch: Bei 10.000 Euro geparktem Guthaben bringt ein Satz von 2,25 Prozent rund 225 Euro Zinsen im Jahr — ein unverzinstes Verrechnungskonto entsprechend null. Wer regelmäßig größere Cash-Bestände hält, für den wiegt dieser Posten oft mehr als die Ordergebühr.
Zinsen sind variabel — und folgen der EZB
Ein Blick auf die Mechanik dahinter hilft beim Einordnen. Die Neobroker refinanzieren ihre Guthabenzinsen im Wesentlichen über die Einlagefazilität der EZB oder über Partnerbanken. Steigt oder fällt der EZB-Einlagensatz, ziehen die Broker-Zinsen typischerweise binnen weniger Wochen nach — so geschehen nach der Zinserhöhung vom Juni 2026, als die EZB erstmals seit Langem wieder anhob. Verlass dich also nicht auf den heutigen Satz: Die nächste zinsrelevante EZB-Sitzung steht bereits Ende Juli 2026 an, und jede Änderung schlägt auf dein Broker-Guthaben durch.
Im Juli 2026 ließ die EZB die Sätze unverändert, im September hob sie den Einlagesatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 % an.
Beachte außerdem die Struktur: Bei Trade Republic liegt der Zins direkt auf dem Verrechnungskonto — investierbereites Geld verzinst sich automatisch. Bei Scalable musst du Guthaben aktiv auf das Tagesgeldkonto umbuchen, sonst liegt es unverzinst im Broker. Wer beides vergisst, verschenkt bei vierstelligen Beträgen schnell einen dreistelligen Eurobetrag pro Jahr.
Guthabenzins-Vergleich: So viel bringt geparktes Geld (p.a.)
Geldmarktfonds statt Einlage: Was das für die Sicherung heißt
Manche Broker legen Guthaben auf Wunsch oder automatisch in Geldmarktfonds an, statt es als Einlage zu führen. Ob das bei deinem Anbieter so ist, steht in den Bedingungen des Zinsangebots. Für dich ändert sich dadurch dreierlei.
Die Einlagensicherung von 100.000 € greift nicht, denn ein Fondsanteil ist keine Einlage. Geschützt ist das Geld auf andere Weise: Das Fondsvermögen ist Sondervermögen, getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft (§ 92 KAGB), und eine Verwahrstelle hält es (§ 68 KAGB). Der Anteilswert kann schwanken, eine feste Verzinsung gibt es nicht. Und steuerlich bekommst du keine Zinsen, sondern Investmenterträge: Für Geldmarktfonds gilt keine Teilfreistellung, bei thesaurierenden Fonds fällt die Vorabpauschale an.
Wie schnell sich diese Form verbreitet hat, zeigt die Bundesbank-Statistik. Private Haushalte in Deutschland hielten Ende 2021 Geldmarktfondsanteile für 2,6 Mrd. €, im ersten Quartal 2026 für 58,2 Mrd. €. Der größte Sprung fiel ins zweite Halbjahr 2024, von 11,8 auf 42,3 Mrd. €.
Quelle: Deutsche Bundesbank, Finanzierungsrechnung, über das EZB-Datenportal (QSA, Geldmarktfondsanteile, private Haushalte einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck); EZB-Einlagesatz: EZB. Stand: 1. Quartal 2026.
Sicherheit und Regulierung: Wer steht hinter deinem Depot?
Deine Wertpapiere gehören dir und fallen bei einer Pleite des Brokers nicht in die Insolvenzmasse. Für Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt bei Banken die Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Bank, bei Wertpapierinstituten die Anlegerentschädigung mit 90 % bis höchstens 20.000 €. Welche Konstruktion dein Anbieter hat, steht in seinen Kundeninformationen.
Die fünf Anbieter unterscheiden sich strukturell stärker, als die Apps vermuten lassen. Trade Republic ist eine Bank (Trade Republic Bank GmbH, Berlin) unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank. Scalable Capital ist ebenfalls eine Bank (Scalable Capital Bank GmbH, München, Erlaubnis nach § 32 KWG) und führt die Depots selbst.
finanzen.net zero und justTRADE arbeiten dagegen mit Partnerbanken: Bei finanzen.net zero liegen Verrechnungskonto und Depot bei der Baader Bank in Unterschleißheim, bei justTRADE übernimmt die Hamburger Sutor Bank Konto, Depot und Steuerabführung. Für dich ändert das wenig am Schutzniveau, wohl aber am Ansprechpartner im Ernstfall.
Die Lizenzfrage ist mehr als Formalie. Eine eigene Banklizenz bedeutet eigene Kapitalanforderungen und volle Kontrolle über Verwahrung und Abwicklung — Trade Republic und Scalable Capital haben damit strukturell zu etablierten Direktbanken aufgeschlossen. Das Partnerbank-Modell von finanzen.net zero und justTRADE ist nicht unsicherer, verteilt die Verantwortung aber auf mehrere Häuser: App und Oberfläche beim Broker, Konto und Depot bei der Bank.
Einlagensicherung: 100.000 Euro sind der Standard
Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bei Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero (über die Baader Bank) und justTRADE (über die Sutor Bank) durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt; die Baader Bank ist laut finanzen.net zero zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands. Deine Wertpapiere selbst sind Sondervermögen — sie gehören dir und fallen bei einer Broker-Pleite nicht in die Insolvenzmasse.
Korrektur Oktober 2026: Der Absatz oben gilt nur für Guthaben, das als Einlage bei einer Bank liegt. Bei Wertpapierinstituten greift stattdessen die Anlegerentschädigung, und Anteile an Geldmarktfonds sind keine Einlage. Auch der Begriff „Sondervermögen“ passt für Aktien im Depot nicht: Sie sind dein Eigentum und werden in der Insolvenz ausgesondert. Bei Trade Republic liegt Guthaben laut Kundenvereinbarung auf Treuhandkonten bei Partnerbanken, Beträge über einem individuellen Partnerbetrag fließen in Geldmarktfonds. Scalable Capital verteilt Guthaben auf die eigene Bank, Partnerbanken und, ohne PRIME+, Geldmarktfonds (Stand 11.10.2026). Wie die einzelnen Schichten greifen, steht im folgenden Abschnitt.
Drei Schutzschichten: Depot, Fonds und Guthaben
Wertpapiere im Depot. Aktien und ETF-Anteile verwahrt der Broker für dich, sie bleiben dein Eigentum. Geht er insolvent, kannst du sie aus der Insolvenzmasse aussondern lassen (§ 47 InsO), praktisch werden sie auf ein anderes Depot übertragen. Bis dahin kann Zeit vergehen. Gegen Kursverluste schützt keine dieser Regeln.
Fonds und ETFs. Bei Fonds kommt eine zweite Trennung hinzu. Das Fondsvermögen gehört nicht der Fondsgesellschaft, sondern ist Sondervermögen (§ 92 KAGB), verwahrt bei einer Bank als Verwahrstelle (§ 68 KAGB). Eine Pleite der Fondsgesellschaft trifft die Aktien im ETF deshalb nicht.
Guthaben bei einer Bank. Ist dein Broker eine Bank, sind Guthaben bis 100.000 € je Kunde gesetzlich gesichert (§ 8 EinSiG). Geldansprüche aus Wertpapiergeschäften zählen dabei als Einlage (§ 2 Abs. 3 EinSiG). Die Grenze gilt für alle Konten bei derselben Bank zusammen (§ 7 Abs. 3 EinSiG): Tagesgeld, Girokonto und Verrechnungskonto beim selben Institut teilen sich die 100.000 €.
Guthaben bei einem Wertpapierinstitut. Ist der Anbieter keine Bank, sondern ein Wertpapierinstitut, greift die Anlegerentschädigung. Sie zahlt 90 % deiner Ansprüche, höchstens 20.000 €, und nur für Beträge in Euro oder der Währung eines EU-Staats (§ 4 AnlEntG). Zuständig ist in Deutschland die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen bei der KfW. Einlagen annehmen dürfen nur Banken; Kundengeld eines Wertpapierinstituts liegt deshalb auf Treuhand- oder Sammelkonten bei Banken. Bei welcher Bank und wie es dort gesichert ist, steht in den Kundeninformationen des Anbieters.
Anbieter mit Sitz im Ausland. Hier gilt das Sicherungssystem des Sitzlandes, mit eigenen Grenzen und Verfahren. Schon nach deutschem Recht wären Gelder in Nicht-EU-Währungen wie US-Dollar von der Anlegerentschädigung ausgenommen (§ 4 Abs. 1 AnlEntG).
Anders bei eToro: Europäische Kunden werden über die eToro (Europe) Ltd. mit Sitz in Zypern betreut, reguliert durch die dortige Aufsicht CySEC, ergänzt um FCA- und ASIC-Lizenzen für andere Märkte sowie eine MiCA-Lizenz für Kryptodienste in der EU. Statt deutscher Einlagensicherung greift für Forderungen aus Wertpapiergeschäften der zyprische Anlegerentschädigungsfonds (ICF): Er zahlt 90 % der Forderung, höchstens 20.000 Euro. Die deutsche Entschädigungseinrichtung ist für eToro nicht zuständig, und Guthaben auf dem Euro-Konto ist E-Geld, für das keine Einlagensicherung gilt — ein relevanter Unterschied für alle, die größere Cash-Bestände halten. Diese Regulierungsstruktur ist bei international ausgerichteten Brokern verbreitet, wie der Libertex vs. eToro: Broker-Vergleich 2026 zeigt.
📌 Good to know
Deine Aktien und ETF-Anteile gehören dir, nicht dem Broker. Geht er insolvent, werden sie ausgesondert und auf ein anderes Depot übertragen. Die Einlagensicherung betrifft nur Bargeld, das als Einlage bei einer Bank liegt, nicht deine Wertpapiere und nicht Anteile an Geldmarktfonds.
Welcher Neobroker passt zu dir? Merkmale nach Nutzungsprofil
Welcher Anbieter zu dir passt, hängt an drei Zahlen aus deinem Alltag: wie oft du handelst, wie hoch deine Sparrate ist und wie viel Geld auf dem Verrechnungskonto liegt. Mit der Rechnung im Abschnitt Ordergebühren überschlägst du die Jahreskosten selbst. Eine Empfehlung für einen bestimmten Broker sprechen wir nicht aus.
Wer nur per Sparplan anlegt, zahlt bei den sieben Anbietern, die wir am 11.10.2026 geprüft haben, derzeit nichts für die Ausführung, bei einigen nur für ETFs bestimmter Fondsgesellschaften. Die Unterschiede liegen dann in der Auswahl sparplanfähiger ETFs, in den Ausführungstagen und darin, ob Bruchstücke beim Wechsel übertragbar sind.
Wer ein paar Mal im Jahr Einzelaktien kauft, achtet auf die Ordergebühr bei seiner typischen Ordergröße. Manche Tarife sind erst ab einem Mindestvolumen kostenlos, darunter fällt eine Pauschale an. Ab etwa fünf Orders im Monat kann ein Abo-Tarif günstiger sein als die Einzelgebühr; die Schwelle hängt vom Monatspreis ab und steht in der Rechnung im Abschnitt Ordergebühren.
Wer Xetra oder ausländische Börsen nutzen will, prüft, welche Handelsplätze ein Anbieter anbindet und was dort zusätzlich anfällt. Wer größere Beträge auf dem Verrechnungskonto hält, vergleicht Zins und Konstruktion: Einlage bei einer Bank mit Einlagensicherung oder Geldmarktfonds ohne sie. Bei Anbietern mit Sitz außerhalb Deutschlands kommen Konten in Fremdwährung, das ausländische Sicherungssystem und die eigene Steuererklärung dazu.
Worauf du unabhängig vom Anbieter achten solltest
Drei Punkte gelten überall. Erstens: Konditionen sind Momentaufnahmen — ob die 1-Euro-Modelle ohne Zahlungen der Handelsplätze dauerhaft tragen, ist offen. Zweitens: Ein Depotübertrag läuft ohne Verkauf; ob die abgebende Bank ein Entgelt verlangt, steht in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis. Du bist keinem Anbieter ausgeliefert. Drittens: Für einen langfristigen Sparplan sind die Kostenunterschiede zwischen den großen Anbietern gering; stärker wirken die laufenden Fondskosten und die Höhe der Sparrate.
📌 Good to know
Keine Anlage- oder Steuerberatung: Finalarm vergleicht Kosten und Merkmale und spricht keine Empfehlung für einen Anbieter oder ein Wertpapier aus. Ob und wie du anlegst, entscheidest du selbst. Aktien und ETFs können an Wert verlieren, einzelne Aktien bis zum Totalverlust; frühere Kursgewinne sagen nichts über künftige.
Steuern beim Neobroker: Freistellungsauftrag, Vorabpauschale und Auslandsbroker
Ein Neobroker mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland zieht Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag, auf Wunsch auch Kirchensteuer, automatisch ab und führt sie ans Finanzamt ab. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben bis zu 1.000 € Kapitalerträge im Jahr steuerfrei, für zusammen veranlagte Paare 2.000 €. Bei Brokern ohne deutsche Niederlassung erklärst du die Erträge selbst.
Freistellungsauftrag und Verlustverrechnung
Die Abgeltungsteuer beträgt 25 % (§ 32d EStG), mit Solidaritätszuschlag 26,375 %. Den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG) kannst du per Freistellungsauftrag auf mehrere Banken und Broker verteilen (§ 44a EStG), in Summe aber nicht mehr als den Pauschbetrag. In der App reicht dafür meist deine Steuer-Identifikationsnummer.
Verluste verrechnet der Broker innerhalb eines Jahres mit Gewinnen. Verluste aus dem Verkauf von Aktien dürfen dabei nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 EStG). Hast du zwei Depots, gleicht keiner der beiden Broker die Verluste des anderen aus. Das geht nur über die Steuererklärung, mit einer Verlustbescheinigung, die du bis zum 15. Dezember beim Broker beantragen musst (§ 43a Abs. 3 EStG).
Vorabpauschale 2026: Warum im Januar Geld abgebucht wird
Bei thesaurierenden ETFs, die Erträge nicht ausschütten, besteuert der Staat jedes Jahr vorab einen fiktiven Mindestertrag, die Vorabpauschale (§ 18 InvStG). Sie gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen; der Broker bucht die Steuer dann vom Verrechnungskonto ab. Für 2026 hat das Bundesfinanzministerium den Basiszins auf 3,20 % festgelegt (BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026).
Ein Beispiel: Ein Aktien-ETF ist am 1. Januar 2026 10.000 € wert und steigt im Jahr um mehr als 224 €. Der Basisertrag beträgt 10.000 € × 3,20 % × 70 % = 224 €. Davon sind 30 % steuerfrei, weil für Aktienfonds die Teilfreistellung gilt (§ 20 InvStG). Auf die übrigen 156,80 € fallen 26,375 % an, also 41,36 € ohne Kirchensteuer. Steigt der ETF weniger, ist die Pauschale auf den Wertzuwachs begrenzt; fällt er, entfällt sie. Für Anteile, die du erst im Lauf des Jahres kaufst, sinkt sie um ein Zwölftel je vollem Monat vor dem Kauf.
Hast du einen Freistellungsauftrag mit freiem Betrag, fällt keine Steuer an, der Pauschbetrag wird aber verbraucht. Beim späteren Verkauf mindern die angesetzten Vorabpauschalen den Gewinn (§ 19 Abs. 1 InvStG), du zahlst also nicht doppelt. Halte zum Jahreswechsel etwas Guthaben auf dem Verrechnungskonto, damit die Abbuchung gedeckt ist.
Broker mit Sitz im Ausland
Hat ein Broker keine Niederlassung in Deutschland, zieht er keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Du trägst Dividenden, Zinsen und Veräußerungsgewinne dann selbst in die Anlage KAP der Steuererklärung ein, auch die Vorabpauschale deiner ETFs musst du selbst berechnen. Ausländische Quellensteuer lässt sich unter Bedingungen anrechnen (§ 32d Abs. 5 EStG). Ob ein Anbieter in Deutschland Steuern abführt, steht in seinen Kundeninformationen.
Rechtsgrundlagen: EStG §§ 20, 32d, 43a, 44a; InvStG §§ 18, 20; BMF-Schreiben vom 13.01.2026 zum Basiszins. Keine Steuerberatung; Sonderfälle wie Kirchensteuer oder Günstigerprüfung klärst du mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung. BZSt: Kapitalerträge
Depot eröffnen und wechseln: Übertrag, Kinder- und Gemeinschaftsdepot
Ein Neobroker-Depot eröffnest du in der App mit Ausweis, Steuer-Identifikationsnummer und einem Referenzkonto. Für einen Wechsel musst du nichts verkaufen: Der neue Broker holt die Wertpapiere per Übertrag, die Anschaffungsdaten gehen mit. Kinder- und Gemeinschaftsdepots bietet nicht jeder Anbieter an.
Depotübertrag ohne Verkauf
Den Übertrag beauftragst du beim neuen Broker. Die abgebende Bank muss ihm die Anschaffungsdaten mitteilen (§ 43a Abs. 2 EStG), damit beim späteren Verkauf der richtige Gewinn versteuert wird. Fehlen diese Daten, setzt der neue Broker beim Verkauf pauschal 30 % des Erlöses als Gewinn an. Prüfe nach dem Übertrag deshalb, ob die Einstandskurse angekommen sind. Überträgst du das ganze Depot, kann die alte Bank auch einen nicht verrechneten Verlust an die neue melden.
Bruchstücke aus Sparplänen lassen sich nicht bei jedem Anbieter übertragen. Was mit ihnen geschieht, regeln die Bedingungen der abgebenden Bank; ein Verkauf wäre steuerlich ein normaler Verkauf. Ob die abgebende Bank für den Übertrag ein Entgelt nennt, steht in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis.
Kinderdepot und Gemeinschaftsdepot
Ein Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes, die Eltern verwalten es bis zur Volljährigkeit. Das Geld gehört dann dem Kind, auch steuerlich: Es hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €.
Ein Gemeinschaftsdepot führen zwei Personen, meist Paare. Den gemeinsamen Freistellungsauftrag über 2.000 € gibt es nur für Ehe- und Lebenspartner, die zusammen veranlagt werden. Nicht jeder Neobroker führt Gemeinschaftsdepots; frag vor der Eröffnung beim Anbieter nach.
Wie Neobroker und Filialbanken bei den Kosten insgesamt abschneiden, rechnet unser Beitrag Neobroker oder Filialbank: der Kostenvergleich durch.
So vergleichen wir: Methodik des Neobroker-Vergleichs
Unser Neobroker-Vergleich stellt die Anbieter mit ihren Preisen aus den Preis- und Leistungsverzeichnissen nebeneinander: Ordergebühr im Basistarif, Depotführung, Sparpläne und Zins aufs Guthaben. Der Vergleich sortiert nach den Jahreskosten für dein Profil, bei gleichen Kosten nach dem Namen; eine Wertung ist das nicht. Provisionen beeinflussen weder Auswahl noch Reihenfolge, Anbieter ohne Partnervertrag stehen gleichberechtigt in der Liste.
Wer aufgenommen wird
Als Neobroker gilt bei uns ein App- oder Online-Broker ohne Filialnetz, dessen Depot im Basistarif keine Depotgebühr kostet, der Aktien und ETFs an mindestens einem Handelsplatz für höchstens 1 € je Order handelt und der sich vollständig online eröffnen lässt. Die Wertpapiere müssen im Eigentum des Kunden verwahrt werden, und Ordergebühr und Depotführung müssen im Preis- und Leistungsverzeichnis stehen. Am 11.10.2026 erfüllten das sieben Anbieter, deren Konditionen wir geprüft haben: Bitpanda, finanzen.net zero, Joe Broker, justTRADE, Scalable Capital, Smartbroker+ und Trade Republic. Der Neobroker-Vergleich oben zeigt diese sieben und eToro, dessen Konditionen wir am 11.10.2026 nachgeprüft haben; die Tabelle zu den Zinsen zeigt fünf bekannte Anbieter. Depots von Direktbanken stehen im Depot-Vergleich. Das ist kein vollständiger Marktüberblick.
Woher die Zahlen kommen
Zu jedem Preis notieren wir die Quelle beim Anbieter und das Prüfdatum. Zuletzt geprüft haben wir alle Konditionen am 11.10.2026. Marktzahlen stammen von Bundesbank, EZB und Bundesfinanzministerium, Rechtsangaben aus den Gesetzestexten. Den Spread nennen die Anbieter nicht als festen Preis; er kommt bei jedem Kauf und Verkauf hinzu.
Fehler und Korrekturen
Findest du einen Preis, der nicht mehr stimmt, schreib uns über die im Impressum genannte Adresse. Wir prüfen die Meldung gegen das Preisverzeichnis des Anbieters.
Fachlich geprüft von Chanel Chokdee, Content & Marketing Managerin bei Finalarm, nach Studium und Stationen im Wirtschaftsjournalismus. Zuletzt geprüft am 11.10.2026.
Quellen und Methodik
Konditionen der Anbieter stammen aus deren Preis- und Leistungsverzeichnissen, zuletzt geprüft am 11.10.2026. Marktdaten stammen von Bundesbank und EZB, Rechtsangaben aus den Gesetzestexten. Konditionen können sich kurzfristig ändern; maßgeblich ist das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters. Wie wir sortieren, steht im Abschnitt So vergleichen wir.
- ESMA: MiFIR Artikel 39a, Verbot der Annahme von Zahlungen für Orderfluss
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/791 zur Änderung der MiFIR
- Europäische Zentralbank: Leitzinsen, Einlagesatz
- Deutsche Bundesbank: Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung und EZB-Datenportal (QSA)
- Bundesfinanzministerium: Basiszins zur Berechnung der Vorabpauschale 2026
- BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung
- Gesetze: EinSiG, AnlEntG, KAGB, WpHG, EStG, InvStG
- Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter, geprüft am 11.10.2026: Trade Republic (Preisübersicht), Scalable Capital (Kundendokumente), finanzen.net zero, justTRADE, Smartbroker+, Joe Broker, Bitpanda
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Häufig gestellte Fragen
Welcher Neobroker ist 2026 der günstigste?
finanzen.net zero handelt ab 500 Euro Ordervolumen komplett gebührenfrei, Trade Republic und justTRADE verlangen 1 Euro pauschal pro Order. Bei allen Anbietern kommen marktübliche Spreads hinzu — für Sparplan-Anleger sind praktisch alle fünf Broker kostenlos. Neben der reinen Ordergebühr spielt für dich auch die Handelsplattform selbst eine Rolle, weshalb unser Testbericht zu Smartbroker einen ergänzenden Blick auf einen weiteren Anbieter mit ähnlichem Preismodell bietet. Für eine Order über 1.000 € lagen die niedrigsten Kosten bei den sieben Anbietern, die wir am 11.10.2026 geprüft haben, bei 0,00 € (finanzen.net zero und Smartbroker+ über gettex); dazu kommt bei jedem Anbieter der Spread. Was für dich am wenigsten kostet, hängt davon ab, wie oft du handelst und wie viel du anlegst.
Ist mein Geld bei Neobrokern sicher?
Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben auch bei einer Broker-Insolvenz dein Eigentum. Guthaben ist bei den deutschen Anbietern gesetzlich bis 100.000 Euro geschützt; bei eToro greift der zyprische Entschädigungsfonds mit bis zu 20.000 Euro. Korrektur Oktober 2026: Wertpapiere im Depot sind kein Sondervermögen, sondern dein Eigentum; sie werden in der Insolvenz ausgesondert. Die 100.000 € gelten nur für Guthaben, das als Einlage bei einer Bank liegt, und für alle Konten bei dieser Bank zusammen. Bei Wertpapierinstituten gilt die Anlegerentschädigung mit 90 % bis 20.000 €, Geldmarktfonds sind keine Einlage. Bei eToro ist das der zyprische Anlegerentschädigungsfonds (ICF), ebenfalls mit 90 % bis höchstens 20.000 €; die deutsche Entschädigungseinrichtung ist dort nicht zuständig.
Was ändert das PFOF-Verbot seit Juli 2026 für Anleger?
Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr für weitergeleitete Orders annehmen. Größere Preiserhöhungen blieben bislang aus, weil Anbieter wie Scalable Capital (eigene Börse EIX) und Trade Republic (eigenes Handelssystem) ihr Geschäftsmodell umgestellt haben. Achte künftig stärker auf Spreads. Erlaubt bleiben nur Rabatte auf Handelsplatzentgelte, die ausschließlich dir zugutekommen (Art. 39a MiFIR). Was ein Anbieter heute berechnet, steht in seinem Preis- und Leistungsverzeichnis.
Welcher Broker zahlt die höchsten Zinsen auf Guthaben?
Scalable Capital bietet rund 2,5 Prozent auf dem separaten Tagesgeldkonto, Trade Republic rund 2,25 Prozent direkt auf dem Verrechnungskonto ohne Limit (Stand: Juli 2026). finanzen.net zero und justTRADE verzinsen Guthaben derzeit nicht laufend. Am 11.10.2026 zahlte Scalable Capital 2,60 % auf dem separaten Tagesgeld (Verrechnungskonto 0 %), Trade Republic 2,5 % direkt auf das Guthaben und Smartbroker+ 2,25 % auf einem separaten Zinskonto bis 100.000 €. Prüfe, ob das Geld als Einlage bei einer Bank oder in einem Geldmarktfonds liegt. Der EZB-Einlagesatz liegt seit 16.09.2026 bei 2,50 %.
Kann ich mein Depot einfach zu einem anderen Neobroker umziehen?
Ein Depotübertrag innerhalb Deutschlands läuft ohne Verkauf, die Anschaffungsdaten gehen mit (§ 43a Abs. 2 EStG); ob die abgebende Bank ein Entgelt verlangt, steht in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis. Der neue Broker übernimmt die Abwicklung. Nur bei Auslandsanbietern wie eToro ist ein direkter Übertrag oft nicht möglich — dort bleibt meist nur Verkauf und Neukauf. Für Anleger ist entscheidend, dass der Depotwechsel ohne Verkauf der Wertpapiere erfolgt, um keine Steuern auszulösen.
Was ist ein Neobroker?
Ein Neobroker ist ein Wertpapierdepot, das du per App eröffnest und bedienst, ohne Filiale und ohne Beratung. Typisch sind ein kostenloses Depot, Orders für höchstens rund einen Euro auf dem Standard-Handelsplatz und Sparpläne ab kleinen Raten. Dahinter steht immer eine Bank oder ein Wertpapierinstitut mit Erlaubnis der Aufsicht, manchmal als Partnerbank im Hintergrund.
Wie verdienen Neobroker seit dem PFOF-Verbot Geld?
Seit 1. Juli 2026 dürfen Broker in Deutschland kein Geld mehr von Handelsplätzen oder Market Makern für die Weiterleitung deiner Orders annehmen (Art. 39a MiFIR). Es bleiben Ordergebühren und Fremdkostenpauschalen, Abo-Tarife, die Marge auf Zinsen für Kundenguthaben, offengelegte Zuwendungen von Fondsgesellschaften oder Emittenten und Zusatzgeschäfte wie Krypto oder Derivate. Alle Kosten muss der Broker dir vor der Order nennen.
Wie viel Geld sollte man maximal bei einem Neobroker liegen lassen?
Für Wertpapiere gibt es keine Obergrenze: Sie bleiben dein Eigentum und werden bei einer Pleite des Brokers ausgesondert. Für Bargeld gilt bei einer Bank die Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde, zusammengerechnet über alle Konten bei diesem Institut. Bei einem Wertpapierinstitut greift die Anlegerentschädigung mit 90 % und höchstens 20.000 €. Anteile an Geldmarktfonds sind keine Einlage.
Was ist der Haken bei Neobrokern?
Neobroker arbeiten mit wenigen Handelsplätzen, oft außerhalb der großen Börsen; dort zahlst du neben der Pauschale den Spread. Andere Börsen, Fremdwährungen oder kleine Orders unter einem Mindestvolumen kosten extra. Service läuft meist per App oder Chat, und nicht jeder Anbieter führt Kinder- oder Gemeinschaftsdepots. Welche Bedingungen gelten, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.
Muss ich beim Neobroker selbst Steuern zahlen?
Nein, wenn der Broker seinen Sitz oder eine Niederlassung in Deutschland hat: Er zieht Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, automatisch ab. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben bis zu 1.000 € Kapitalerträge im Jahr frei, bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 €. Bei Brokern ohne deutsche Niederlassung trägst du die Erträge selbst in die Anlage KAP ein.
Warum bucht mein Broker im Januar Steuern für meinen ETF ab?
Das ist die Vorabpauschale auf thesaurierende Fonds. Sie gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen. Für 2026 liegt der Basiszins bei 3,20 %: Bei einem Aktien-ETF mit 10.000 € Wert zu Jahresbeginn sind das höchstens 224 € Basisertrag, nach 30 % Teilfreistellung 156,80 € steuerpflichtig und 41,36 € Steuer. Ein freier Freistellungsauftrag fängt den Betrag auf.
Sind Geldmarktfonds beim Neobroker durch die Einlagensicherung geschützt?
Nein. Ein Anteil an einem Geldmarktfonds ist keine Einlage, die 100.000-€-Sicherung gilt dafür nicht. Das Fondsvermögen ist aber Sondervermögen, getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und bei einer Verwahrstelle hinterlegt. Der Anteilswert kann schwanken, und steuerlich fallen Investmenterträge ohne Teilfreistellung an. Private Haushalte in Deutschland hielten im ersten Quartal 2026 Geldmarktfonds für 58,2 Mrd. €.
Kann ich bei einem Neobroker ein Kinder- oder Gemeinschaftsdepot eröffnen?
Bei einigen ja, nicht bei allen. Ein Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes, die Eltern verwalten es; das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €. Ein Gemeinschaftsdepot führen zwei Personen, den gemeinsamen Freistellungsauftrag über 2.000 € gibt es nur bei Zusammenveranlagung. Welche Variante ein Anbieter führt, steht in seinen Produktinformationen.


















