Die Bundesregierung stockt die Förderung des Einzelwagenverkehrs auf der Schiene im laufenden Jahr um bis zu 84 Millionen Euro auf. Damit stehen insgesamt bis zu 384 Millionen Euro Fördermittel bereit. Die Aufstockung erfolgt durch nicht genutzte Ausgabenreste und wurde zwischen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vereinbart.
Einzelwagenverkehr: Anbindung für Industriekunden
Der Einzelwagenverkehr ermöglicht den Transport kleinerer Warenmengen über das Schienennetz. Dabei werden einzelne Waggons direkt bei Industriekunden abgeholt und an Rangierbahnhöfen zu längeren Zügen zusammengestellt. Am Zielort erfolgt die Aufteilung der Züge. Diese Transportform bindet Unternehmen flächendeckend an das Schienennetz an und bleibt trotz hoher Komplexität und Kosten ein essenzieller Bestandteil logistischer Ketten.
Verlagerung von Straße auf Schiene
Die Initiative zielt darauf ab, Anreize für die Sicherstellung des Einzelwagenverkehrs in ländlichen Gebieten zu schaffen und weitere Verkehrsverlagerungen von der Straße auf die Schiene zu fördern. Dies soll zur Umweltentlastung und Effizienzsteigerung im Gütertransport beitragen.
Verband fordert Rücknahme geplanter Kürzungen
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, wertet die Aufstockung als entscheidendes Signal für deutsche Güterbahnen und verladende Industriezweige. Er appelliert an den Bundestag, die für das Haushaltsjahr 2027 geplanten Kürzungen bei der Förderung des Einzelwagenverkehrs in Höhe von 26 Millionen Euro rückgängig zu machen und den Betrag auf die aktuelle Größenordnung anzuheben.
