BIC und SWIFT-Code: Aufbau und Funktion im Zahlungsverkehr 2026

Das Wichtigste in Kürze:

BIC und SWIFT-Code bezeichnen dasselbe: den internationalen Bankidentifikationscode nach ISO 9362. Dieser Artikel erklärt den genauen Aufbau der vier Segmente, wann du den BIC heute noch brauchst, wie sich SEPA und SWIFT unterscheiden und warum täglich über 53 Millionen Nachrichten durch das SWIFT-Netzwerk laufen.

BIC und SWIFT

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Themen in diesem Artikel:

  • BIC vs. SWIFT-Code: Erfahre, warum beide Begriffe dasselbe Format nach ISO 9362 beschreiben und worin der einzige Unterschied liegt.
  • Aufbau der vier Segmente: Verstehe, wie Bankcode, Ländercode, Ortscode und optionaler Filialcode einen 8- oder 11-stelligen BIC ergeben.
  • BIC und IBAN im Zusammenspiel: Finde heraus, seit wann die IBAN allein reicht und wann du den BIC trotzdem noch angeben musst.
  • SWIFT-Netzwerk in Zahlen: Überblick über 11.500 Institute, 224 Länder und den Rekord von 59,5 Mio. Nachrichten an einem einzigen Tag.
  • SEPA vs. SWIFT – Kosten und Dauer: Vergleiche Gebühren von 0 bis 50 Euro und Laufzeiten von Sekunden bis zu sieben Werktagen.
  • OUR, SHA und BEN erklärt: Lerne, wer bei SWIFT-Überweisungen welche Gebühren trägt und welche Regelung für dich sinnvoll ist.

Was ist der BIC – und warum heißt er auch SWIFT-Code?

Der BIC ist der internationale Identifikationscode für Banken und Finanzinstitute. Wenn du eine Überweisung ins Ausland tätigst, sorgt genau dieser Code dafür, dass dein Geld bei der richtigen Bank landet – und nirgendwo sonst.

Die Abkürzung BIC steht für Business Identifier Code. Das ist der offizielle Begriff gemäß ISO-Norm 9362. Daneben kursiert der Begriff SWIFT-Code – benannt nach der Organisation SWIFT, die den Code vergibt und das zugrundeliegende Netzwerk betreibt. Beide Begriffe bezeichnen exakt dasselbe Format. Es gibt keinen funktionalen Unterschied. In Europa ist BIC der gebräuchlichere Fachbegriff, international dominiert SWIFT-Code im Alltag.

SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Die Organisation wurde 1973 in Belgien gegründet und betreibt seitdem das sichere Telekommunikationsnetzwerk SWIFTNet. Über dieses Netzwerk tauschen Banken weltweit standardisierte Finanznachrichten aus – von der einfachen Überweisung bis zum komplexen Devisengeschäft.

Eine wichtige Nuance: Jeder SWIFT-Code ist ein BIC, aber nicht jeder BIC wird aktiv im SWIFT-Netz genutzt. Manche Institute haben einen BIC registriert, ohne am SWIFT-Nachrichtenverkehr teilzunehmen. Für den Alltag spielt diese Unterscheidung kaum eine Rolle – du wirst in der Praxis immer den Begriff verwenden, den deine Bank oder dein Online-Banking-Portal dir anzeigt.

Die Kernfunktion des BIC ist klar: Er identifiziert eine Bank weltweit eindeutig. Das gilt für internationale Überweisungen, Kontoauszüge, Devisengeschäfte und Avisen von Akkreditiveröffnungen. Ohne diesen Code wüsste das internationale Bankensystem nicht, wohin eine Zahlung geroutet werden soll.

Merkmal BIC SWIFT-Code
Vollständiger Name Business Identifier Code Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication Code
Norm ISO 9362 Kein eigener ISO-Standard; nutzt BIC-Format
Vergabe Durch SWIFT Durch SWIFT
Format Identisch Identisch
Verwendung Offizieller Begriff, v. a. in Europa Alltagsbegriff, global gebräuchlich
Verhältnis Jeder SWIFT-Code ist ein BIC Nicht jeder BIC wird aktiv im SWIFT-Netz genutzt

Aufbau des BIC: Die vier Segmente erklärt

Ein BIC besteht aus 8 oder 11 alphanumerischen Zeichen. Diese Zeichen sind nicht zufällig aneinandergereiht – sie folgen einer strengen Struktur aus vier Segmenten, die jeweils eine bestimmte Information kodieren. Wenn du den Aufbau einmal verstanden hast, kannst du jeden BIC auf Anhieb lesen.

Segment 1: Bankcode (Zeichen 1–4)

Die ersten vier Zeichen sind immer Buchstaben. Sie stehen für den Namen des Finanzinstituts – frei gewählt vom Institut selbst, meist als Abkürzung des Banknamens. Die Deutsche Bank nutzt DEUT, die Sparkassen verwenden SOLA. Volksbanken und Raiffeisenbanken beginnen stets mit GENO – das steht für „Genossenschaft“. Wichtig: Das vierte Zeichen ist dabei der Buchstabe „O“, keine Null. Ein häufiger Lesefehler.

Segment 2: Ländercode (Zeichen 5–6)

Die Zeichen fünf und sechs sind ebenfalls Buchstaben. Sie folgen dem internationalen Standard ISO 3166-1 Alpha-2 – denselben Ländercodes, die du auch von Internetdomains kennst. Deutschland ist DE, Österreich AT, die Schweiz CH, Großbritannien GB. Dieser Code macht den BIC weltweit eindeutig, weil derselbe Bankcode in verschiedenen Ländern vorkommen kann.

Segment 3: Ortscode (Zeichen 7–8)

Die Zeichen sieben und acht können Buchstaben oder Ziffern sein. Sie kodieren den Standort oder Hauptsitz der Bank. Eine Einschränkung gilt: Das erste Zeichen dieses Segments darf weder „0″ noch „1″ sein – diese Werte sind für spezielle Zwecke reserviert. Bei der Deutschen Bank in Frankfurt steht hier FF, bei der Bayerischen Landesbank in München M1.

Segment 4: Filialcode (Zeichen 9–11)

Die letzten drei Zeichen sind optional. Sie identifizieren eine spezifische Filiale oder Abteilung innerhalb der Bank. Fehlt dieser Code, ist der BIC achtstellig. Manchmal wird ein achtstelliger BIC auf elf Stellen aufgefüllt – dann erscheinen am Ende die drei Buchstaben XXX. Das kennzeichnet die Hauptstelle der Bank. Für normale Überweisungen reicht der achtstellige BIC in aller Regel aus.

Praxisbeispiele zum Nachvollziehen

Nehmen wir SOLADES1HSW: SOLA steht für die Sparkasse, DE für Deutschland, S1 ist der Ortscode, HSW verweist auf die Sparkasse Hochschwarzwald. Oder DEUTDEFF500: DEUT für Deutsche Bank, DE für Deutschland, FF für Frankfurt, 500 für eine spezifische Filiale. Das Muster ist immer gleich – einmal verstanden, liest du jeden BIC sofort.

📌 Good to know

Den BIC deiner Bank findest du auf dem Kontoauszug (meist im Kopfbereich), im Online-Banking unter Kontodetails, auf der Rückseite deiner Debitkarte oder im Impressum der Bank-Website. Auf Kreditkarten ist der BIC hingegen nicht aufgedruckt – Kreditkarten nutzen andere Identifikationsmerkmale wie Kartennummer und CVC.

Der Unterschied zwischen 8- und 11-stelligem BIC ist im Alltag überschaubar. Bei Banken mit mehreren Filialen in einer Stadt kann der 11-stellige Code sinnvoll sein, um die richtige Abteilung zu adressieren. Für die meisten Standardüberweisungen an Hauptstellen genügt der 8-stellige BIC vollständig.

BIC und IBAN: Zusammenspiel im modernen Zahlungsverkehr

BIC und IBAN werden oft in einem Atemzug genannt – aber sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die IBAN (International Bank Account Number) identifiziert ein konkretes Bankkonto. Der BIC identifiziert die Bank, bei der dieses Konto geführt wird. Zusammen ergeben sie die vollständige Adresse einer Bankverbindung im internationalen Zahlungsverkehr.

Die deutsche IBAN ist 22 Zeichen lang und enthält bereits die frühere Bankleitzahl – verschlüsselt in den Zeichen 5 bis 12. Genau das ist der Grund, warum der BIC im SEPA-Raum heute weitgehend überflüssig geworden ist: Zahlungsdienstleister können die empfangende Bank direkt aus der IBAN ableiten.

Das IBANonly-Verfahren seit Februar 2016

Seit dem 1. Februar 2016 ist der BIC für Überweisungen innerhalb Deutschlands und des gesamten SEPA-Raums unter EWR-Mitgliedern nicht mehr zwingend erforderlich. Das sogenannte IBANonly-Verfahren gilt: Die IBAN allein genügt. Das vereinfacht den Zahlungsverkehr erheblich – du musst dir für Überweisungen an deutsche oder europäische Konten keine BIC-Codes mehr merken oder heraussuchen.

Der SEPA-Raum umfasst derzeit 36 Länder: alle EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco, San Marino, Andorra, den Vatikan und Großbritannien. Das klingt nach vollständiger BIC-Freiheit – aber es gibt eine wichtige Ausnahme.

Ausnahmen: Nicht alle SEPA-Länder sind EWR-Mitglieder

Die Schweiz, Monaco und San Marino gehören zwar zum SEPA-Raum, aber nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Bei Überweisungen in diese drei Länder ist der BIC weiterhin zusätzlich zur IBAN anzugeben. Das ist ein häufiger Fallstrick: Wer eine Überweisung in die Schweiz tätigt und davon ausgeht, die IBAN reiche aus, riskiert eine fehlerhafte oder verzögerte Zahlung.

Für alle Länder außerhalb des SEPA-Raums – also USA, Kanada, Japan, Australien und alle anderen – gilt ohnehin: BIC ist Pflicht, zusätzlich zur IBAN. Ohne BIC kann die Zahlung nicht korrekt geroutet werden.

Merkmal IBAN BIC
Vollständiger Name International Bank Account Number Business Identifier Code
Identifiziert Konkretes Bankkonto Die Bank selbst
Länge Länderspezifisch (DE: 22 Zeichen) 8 oder 11 Zeichen
SEPA-Pflicht (EWR) Ja, zwingend Seit Feb. 2016 nicht mehr zwingend
SEPA außerhalb EWR (CH, MC, SM) Erforderlich Zusätzlich erforderlich
Außerhalb SEPA (USA, JP, CA …) Erforderlich Zusätzlich erforderlich

Für den Alltag bedeutet das: Bei Überweisungen innerhalb Deutschlands oder in EU-Länder brauchst du nur die IBAN. Sobald du Geld in die Schweiz oder außerhalb Europas schickst, solltest du immer auch den BIC parat haben.

Das SWIFT-Netzwerk: Zahlen, Fakten und globale Reichweite

SWIFT ist keine kleine Nischenorganisation. Das Netzwerk ist die unsichtbare Infrastruktur hinter einem Großteil des globalen Finanzverkehrs – und die Zahlen sprechen für sich.

Mehr als 11.500 Institutionen sind ans SWIFT-Netzwerk angeschlossen: Banken, Wertpapierfirmen, Marktinfrastrukturen und Unternehmen. Diese Institute verteilen sich auf über 200 Länder und Territorien – präzise sind es 224. Allein in Deutschland nahmen im Dezember 2021 593 Institute an SWIFT teil.

Die globale Abdeckung ist beeindruckend: Im ersten Quartal 2023 hatten 92,4 % aller Länder und Territorien weltweit mindestens drei Finanzinstitute, die Zahlungen über SWIFT tätigten. Das Netzwerk hat damit eine nahezu universelle Reichweite erreicht.

Nachrichtenvolumen: Wachstum auf Rekordniveau

Das Volumen der über SWIFT übermittelten Nachrichten ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Im Jahr 2017 wurden täglich durchschnittlich 26,71 Millionen FIN-Nachrichten übermittelt. Bis 2024 hat sich dieser Wert auf durchschnittlich 53,3 Millionen Nachrichten pro Tag nahezu verdoppelt. Den absoluten Tagesrekord setzte das Netzwerk am 20. Dezember 2024 mit 59,5 Millionen Nachrichten an einem einzigen Tag.

Durchschnittliche tägliche SWIFT FIN-Nachrichten nach Jahr

0 10 20 30 40 50 60 Mio. Nachrichten/Tag 26,71 2017 50,3 2021 (Rekordtag) 53,3 2024 (Ø) 59,5 20.12.2024 (Rekord)
Tägliche FIN-Nachrichten im SWIFT-Netzwerk – Wachstum von 26,71 Mio. (2017) auf 59,5 Mio. am Rekordtag im Dezember 2024.

Geschwindigkeit: Schneller als viele denken

Ein verbreitetes Vorurteil ist, dass internationale Überweisungen tagelang dauern. Die Realität sieht heute anders aus. Laut Daten vom Oktober 2024 treffen 90 % der grenzüberschreitenden SWIFT-Zahlungen innerhalb einer Stunde bei der Empfängerbank ein. Bei Großhandelszahlungen werden 54 % vom Ursprungsland bis zur Gutschrift auf dem Endkundenkonto innerhalb einer Stunde abgewickelt, 93 % innerhalb eines Tages.

Das tägliche Geldvolumen, das über SWIFT fließt, ist kaum vorstellbar: Im Jahr 2018 wurden täglich rund 35,62 Billionen Euro übertragen. Diese Zahl verdeutlicht, warum SWIFT als kritische Finanzinfrastruktur gilt.

SEPA vs. SWIFT: Kosten, Dauer und Unterschiede auf einen Blick

Wenn du Geld überweist, entscheidest du dich – bewusst oder unbewusst – für eines von zwei Systemen: SEPA oder SWIFT. Die Unterschiede sind erheblich, sowohl bei den Kosten als auch bei der Geschwindigkeit.

SEPA-Überweisungen: günstig und schnell

SEPA-Überweisungen sind das Standardverfahren innerhalb der 36 SEPA-Länder. Sie sind auf Euro beschränkt und laufen über das europäische Zahlungsverkehrssystem. Die Kosten sind minimal: Viele Banken bieten SEPA-Überweisungen kostenlos an. Manche Schweizer Banken verlangen bis zu 1 Franken pro Transaktion – das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Bei der Geschwindigkeit hat sich in den letzten Jahren viel getan. Normale SEPA-Überweisungen werden innerhalb eines Bankarbeitstages gutgeschrieben. SEPA-Echtzeitüberweisungen (SEPA Instant Credit Transfer) sind in Sekunden beim Empfänger. Ab Januar 2026 gilt zudem eine neue EU-Regelung: SEPA-Echtzeitüberweisungen ins Ausland dürfen nicht mehr kosten als Inlandsüberweisungen. Das macht grenzüberschreitende Euro-Zahlungen noch günstiger.

SWIFT-Überweisungen: global, aber teurer

SWIFT-Überweisungen funktionieren weltweit und in allen Währungen. Das ist ihr großer Vorteil. Aber dieser Vorteil hat seinen Preis: Typische Gebühren liegen zwischen 15 und 50 Euro, abhängig von Bank und Zielland. Hinzu kommen Wechselkurskosten, wenn Währungen konvertiert werden müssen. Manche Banken erheben zusätzlich eine Fremdkostenpauschale von rund 20 Franken, wenn der Auftraggeber alle Kosten übernimmt.

Die Bearbeitungsdauer bei SWIFT beträgt typischerweise 3 bis 7 Werktage, innerhalb der EU oft 1 bis 2 Tage. Zwar erreichen 90 % der Zahlungen die Empfängerbank innerhalb einer Stunde – aber bis das Geld tatsächlich auf dem Endkundenkonto gutgeschrieben ist, können mehrere Tage vergehen, weil Zwischenbanken (Korrespondenzbanken) involviert sind.

💡 Tip

Bei SWIFT-Überweisungen in Nicht-Euro-Währungen lohnt sich ein Vergleich der Wechselkurse. Banken rechnen oft mit einem ungünstigeren Kurs als dem Marktmittelkurs. Spezialisierte Zahlungsdienstleister bieten hier häufig bessere Konditionen.

Merkmal SEPA-Überweisung SWIFT-Überweisung
Gebühren Oft kostenlos bis ~1 € 15–50 €
Dauer 1 Bankarbeitstag / Echtzeit in Sekunden 3–7 Werktage
Währung Nur Euro Alle Währungen
BIC erforderlich Nein (seit Feb. 2016, im EWR) Ja
Geografische Reichweite 36 SEPA-Länder Weltweit (>200 Länder)

Die Faustregel ist einfach: Innerhalb Europas in Euro zahlst du mit SEPA – günstig und schnell. Für alles andere, besonders außerhalb Europas oder in Fremdwährungen, brauchst du SWIFT – leistungsfähig, aber mit höheren Kosten und längeren Laufzeiten.

OUR, SHA und BEN: Wer zahlt die Gebühren bei SWIFT?

Bei einer SWIFT-Überweisung ins Ausland musst du eine Entscheidung treffen, die viele unterschätzen: Wer trägt die Gebühren? Dafür gibt es drei standardisierte Regelungen, die du bei deiner Bank angibst. Jede hat andere Konsequenzen – für dich und für den Empfänger.

OUR: Auftraggeber trägt alles

Bei der OUR-Regelung übernimmst du als Auftraggeber sämtliche Kosten – sowohl die Gebühren deiner eigenen Bank als auch die Gebühren der Empfängerbank und aller beteiligten Korrespondenzbanken. Der Empfänger erhält den vollen Überweisungsbetrag ohne Abzüge. Das ist die fairste Lösung, wenn du sicherstellen willst, dass beim Empfänger exakt der vereinbarte Betrag ankommt – etwa bei Rechnungszahlungen, bei denen ein bestimmter Betrag fällig ist.

Der Nachteil: Die Kosten für dich sind am höchsten. Manche Banken erheben bei OUR zusätzlich eine Fremdkostenpauschale von rund 20 Franken, weil die genauen Gebühren der Zwischenbanken im Voraus nicht bekannt sind. Diese Pauschale wird manchmal nachträglich abgerechnet.

SHA: Kosten werden geteilt

Die SHA-Regelung (Shared) ist die am häufigsten verwendete Option. Du zahlst die Gebühren deiner eigenen Bank, der Empfänger zahlt die Gebühren seiner Bank und aller Korrespondenzbanken. Das klingt fair, hat aber einen Haken: Der Empfänger weiß im Voraus nicht genau, welche Kosten auf ihn zukommen. Bei Überweisungen durch mehrere Korrespondenzbanken können die Abzüge auf Empfängerseite spürbar sein.

SHA ist die Standardeinstellung bei den meisten Banken und für viele alltägliche Auslandsüberweisungen die pragmatische Wahl.

BEN: Empfänger trägt alles

Bei der BEN-Regelung (Beneficiary) trägt der Empfänger alle Gebühren – auch die deiner Bank. Du zahlst nichts, der Empfänger bekommt den Betrag abzüglich aller angefallenen Kosten. Diese Option ist selten sinnvoll, weil sie für den Empfänger schwer kalkulierbar ist und in manchen Ländern von Banken gar nicht akzeptiert wird.

Für Geschäftsüberweisungen gilt fast immer: OUR oder SHA verwenden. BEN ist eher ein Exotenstatus, der in der Praxis kaum vorkommt.

Die Wahl der Spesenregelung hat also direkte Auswirkungen auf den tatsächlich überwiesenen Betrag. Wer eine Rechnung über genau 1.000 Euro begleichen muss, sollte OUR wählen – sonst kommen beim Empfänger möglicherweise nur 960 Euro an, und die Rechnung gilt als nicht vollständig bezahlt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen BIC und SWIFT-Code?

Es gibt keinen funktionalen Unterschied. BIC ist der offizielle Begriff nach ISO 9362, SWIFT-Code der gebräuchlichere Alltagsausdruck. Beide bezeichnen dasselbe Format mit 8 oder 11 Zeichen, vergeben durch die Organisation SWIFT.

Brauche ich den BIC noch für Überweisungen?

Innerhalb Deutschlands und des SEPA-Raums (EWR) reicht seit dem 1. Februar 2016 die IBAN allein. Für Überweisungen in die Schweiz, Monaco oder San Marino sowie in alle Länder außerhalb des SEPA-Raums ist der BIC weiterhin Pflicht.

Wie ist ein BIC aufgebaut?

Ein BIC hat 8 oder 11 Zeichen: 4-stelliger Bankcode, 2-stelliger Ländercode nach ISO 3166-1, 2-stelliger Ortscode und optionaler 3-stelliger Filialcode. Beispiel: DEUTDEFF500 steht für Deutsche Bank, Deutschland, Frankfurt, Filiale 500.

Was kostet eine SWIFT-Überweisung?

Typischerweise zwischen 15 und 50 Euro, abhängig von Bank und Zielland. Hinzu kommen Wechselkurskosten bei Fremdwährungen. Die Bearbeitungsdauer beträgt meist 3 bis 7 Werktage, innerhalb der EU oft 1 bis 2 Tage.

Was bedeuten OUR, SHA und BEN bei SWIFT-Überweisungen?

OUR: Auftraggeber trägt alle Gebühren, Empfänger erhält den vollen Betrag. SHA: Kosten werden geteilt. BEN: Empfänger trägt alle Kosten. Für Rechnungszahlungen mit festem Betrag empfiehlt sich OUR.

Wie viele Banken nutzen SWIFT weltweit?

Mehr als 11.500 Institutionen in über 200 Ländern und Territorien sind angeschlossen. Im Jahr 2024 wurden täglich durchschnittlich 53,3 Millionen Nachrichten übermittelt. Den Tagesrekord setzte das Netzwerk am 20. Dezember 2024 mit 59,5 Millionen Nachrichten.

Was bedeutet „XXX“ am Ende eines BIC?

Fehlt der optionale 3-stellige Filialcode, wird ein 8-stelliger BIC manchmal mit „XXX“ auf 11 Stellen aufgefüllt. Das kennzeichnet die Hauptstelle der Bank. Für normale Überweisungen ist der 8-stellige BIC ohne XXX ausreichend.


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