Das Wichtigste in Kürze
- Die wichtigsten Zahlen: Bargeld 2026 im Überblick.
- Wie oft wir bar zahlen: Anteil an allen Transaktionen.
- Bargeld im Portemonnaie: Was wir durchschnittlich tragen.
- Bargeldhortung: Wie viel als Reserve liegt.
- Das Automatennetz: Warum Automaten verschwinden.
- Wer noch bar zahlt: Unterschiede nach Alter.
- Weitere Inhalte: Beiträge zu angrenzenden Themen.
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Bargeld in Deutschland 2026: die wichtigsten Zahlen
Bargeld bleibt in Deutschland das meistgenutzte Zahlungsmittel im Alltag – aber sein Vorsprung schmilzt. Nach der aktuellen Bundesbank-Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland“ wurden zuletzt 45 % aller Bezahlvorgänge bar abgewickelt. Das sind 6 Prozentpunkte weniger als in der Erhebung zuvor, als es noch rund 51 % waren.
Bezogen auf den Umsatz spielt Bargeld eine kleinere Rolle: Nur 23 % des ausgegebenen Geldwerts wechselten bar den Besitzer. Der Grund ist einfach – kleine Beträge zahlen viele weiter bar, große Rechnungen laufen fast immer über Karte oder Überweisung. Wie sich der Zahlungsmix insgesamt verschiebt, zeigen die Kreditkarten-Statistiken.
Gleichzeitig ist die schiere Menge an Bargeld so hoch wie nie. Der Banknotenumlauf im gesamten Eurosystem lag Ende 2024 bei knapp 1,6 Billionen Euro. Allein die Deutsche Bundesbank brachte Ende 2025 Scheine im Wert von rund 990 Mrd. Euro in Umlauf – das entspricht etwa 61 % des gesamten Banknotenumlaufs im Eurosystem.
Zur gleichzeitigen Einordnung: Die Zahl der Geldautomaten ist erstmals unter 50.000 gefallen, die der Bankfilialen sinkt noch schneller. Bargeld wird also seltener genutzt, aber intensiver gehortet – und der Zugang dazu wird spürbar dünner. Diese vier Bewegungen ergeben zusammen das Bild des Bargeldlands Deutschland im Jahr 2026. Für den Kontext rund ums Girokonto lohnt der Blick in unseren Konto-Ratgeber. Dabei besteht für jeden ein gesetzlicher Anspruch auf ein Girokonto, das sogenannte Basiskonto.
Bemerkenswert ist der Kontrast: In kaum einem anderen Land des Euroraums ist die emotionale Bindung ans Bargeld so stark, während die tatsächliche Nutzung zugleich rasch zurückgeht. Deutschland gilt seit Jahren als „Bargeldnation“ – die Statistik zeigt inzwischen aber ein differenzierteres Bild. Die zentralen Kennzahlen im Überblick sind der Nutzungsanteil (45 % nach Anzahl), der Portemonnaie-Bestand (98 Euro), die Hortung (rund 390 Mrd. Euro im Inland) und die Infrastruktur (unter 50.000 Automaten).
Die folgenden Abschnitte gehen jede dieser Größen einzeln durch – jeweils mit den amtlichen Werten, dem Trend über die Zeit und der Einordnung, was das für dich im Alltag bedeutet.
📌 Good to know
Alle Nutzungszahlen in diesem Report stammen aus der Bundesbank-Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland“ und der Zahlungsverkehrsstatistik der EZB. Stand der jüngsten Werte: Erhebung 2025, Bankstellen- und Umlaufdaten zum Jahresende 2024 bzw. 2025. Parallel dazu treiben Zentralbanken die Entwicklung von digitalem Zentralbankgeld voran, wie der große Zentralbank-Atlas zu CBDCs zeigt.
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Wie oft wir noch bar zahlen
Bargeld ist nach Anzahl der Vorgänge weiterhin die Nummer eins, verliert aber Jahr für Jahr an Boden. In der ersten Bundesbank-Erhebung von 2017 wurden noch rund drei Viertel aller Alltagszahlungen bar beglichen. Bis 2023 fiel dieser Anteil auf 51 %, zuletzt auf 45 %. Karten und mobile Verfahren gewinnen also stetig hinzu.
Beim Umsatz hat die Karte Bargeld längst überholt. Die Debitkarte kam zuletzt auf den höchsten Umsatzanteil, während Bargeld hier nur noch bei rund einem Viertel liegt. Dieser Unterschied zwischen Nutzungshäufigkeit und Wert ist typisch: Ein Kaffee oder ein Brötchen wird bar gezahlt, die Möbel oder die Urlaubsreise nicht. Dabei ist der Unterschied zwischen Debitkarte und Kreditkarte für die Abrechnung entscheidend.
Interessant ist die Kluft zwischen Gewohnheit und Wunsch. Nach Zahlen der Bundesbank bevorzugen inzwischen 44 % der Menschen in Deutschland ausdrücklich unbare Zahlungsmittel, nur noch 28 % zahlen am liebsten bar, weitere 28 % sind unentschieden. Die tatsächliche Bargeldnutzung liegt also höher als die erklärte Vorliebe – viele zücken den Schein aus Routine, nicht aus Überzeugung.
Zugleich wollen die wenigsten das Bargeld ganz abschaffen: 69 % der Befragten halten es für wichtig oder sehr wichtig, auch künftig bar zahlen zu können. Bargeld ist damit für viele weniger das erste Zahlungsmittel als eine geschätzte Rückfallebene. Wie sich das Zahlungsverhalten speziell auf Reisen verschiebt, zeigt unsere Urlaubs-Statistik.
Der deutsche Trend passt in ein europäisches Muster, ist aber ausgeprägter. Im gesamten Euroraum sank der Bargeldanteil an der Ladenkasse nach Anzahl von 72 % im Jahr 2019 über 59 % (2022) auf 52 % im Jahr 2024. Nach Wert liegt Bargeld euroraumweit nur noch bei 39 % und wurde damit von der Karte als wertmäßig wichtigstem Zahlungsmittel überholt.
Auffällig ist die Beständigkeit der Präferenzen im Euroraum: Der Anteil derer, die Bargeld ausdrücklich bevorzugen, verharrt seit Jahren bei rund 22 %, während gut die Hälfte klar unbare Zahlungen vorzieht. Die Nutzung verschiebt sich also schneller als die Einstellung – ein Hinweis darauf, dass praktische Faktoren wie Kartenakzeptanz, kontaktloses Bezahlen und Smartphone-Wallets den Wandel treiben, nicht ein plötzlicher Sinneswandel der Verbraucher. Eine aktuelle Statistik zum kontaktlos Bezahlen für Deutschland unterstreicht die wachsende Dominanz dieser Technologien.
| Jahr / Raum | Bargeldanteil nach Anzahl | Bargeldanteil nach Umsatz |
|---|---|---|
| Deutschland 2017 | rund 75 % | keine vergleichbare Angabe |
| Deutschland 2023 | 51 % | 26 % |
| Deutschland 2025 | 45 % | 23 % |
| Euroraum 2024 | 52 % | 39 % |
Bargeldanteil im Zeitverlauf: Deutschland im Rückgang, Euroraum als Vergleich
Wie viel Bargeld wir im Portemonnaie tragen
Im Geldbeutel der Deutschen stecken im Schnitt 98 Euro in bar. Das ergab die jüngste Bundesbank-Erhebung, bei der die Teilnehmer den Inhalt ihres Portemonnaies angaben. Trotz Karte und Smartphone ist der leere Geldbeutel die Ausnahme: Nur 4 % der Befragten hatten überhaupt kein Bargeld bei sich.
Diese knapp hundert Euro sind das griffbereite Alltagsbargeld – für den Bäcker, das Trinkgeld, den Wochenmarkt oder den Automaten, der nur Münzen nimmt. Es ist damit nur ein winziger Ausschnitt des Bargelds, das insgesamt existiert. Der weitaus größere Teil liegt nicht im Portemonnaie, sondern als Reserve zu Hause oder im Schließfach, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Bargeld erfüllt im Alltag mehrere Rollen zugleich. Es macht Ausgaben unmittelbar sichtbar und hilft beim Überblick über das eigene Budget – wer nur den Schein im Portemonnaie ausgibt, spürt die Grenze direkt. Genau dieser psychologische Effekt ist einer der Gründe, warum viele bewusst einen festen Bargeldbetrag mit sich führen.
Für die Haushaltsplanung ist das durchaus relevant: Wer regelmäßig kleine Beträge bar zahlt, verliert diese Ausgaben leichter aus dem Blick als bei der Kartenzahlung, die jede Buchung dokumentiert. Ein bewusster Umgang mit dem Bargeldbestand im Portemonnaie ist deshalb ein einfacher, oft unterschätzter Baustein der eigenen Finanzübersicht.
Bargeld wird vor allem für kleine Alltagsbeträge genutzt – Bäckerei, Kiosk, Markt, Trinkgeld. Genau deshalb ist die Diskrepanz zwischen Nutzungshäufigkeit und Umsatzanteil so groß: Viele Vorgänge, wenig Volumen. Sobald es um höhere Summen geht, greifen die meisten zur Karte oder zur Überweisung, was den Bargeldanteil am Umsatz auf unter ein Viertel drückt.
Der durchschnittliche Bestand von 98 Euro ist über die vergangenen Erhebungen bemerkenswert stabil geblieben. Trotz des klaren Rückgangs bei der Nutzung tragen die Menschen also nicht weniger Bargeld mit sich – sie setzen es nur seltener ein. Das unterstreicht die Funktion des Portemonnaie-Bargelds als Sicherheitspuffer: Es ist da, falls Karte oder Netz einmal nicht funktionieren, kommt aber im Alltag zunehmend seltener zum Einsatz.
💡 Tip
Wer den Überblick behalten will, kann ein festes wöchentliches Bargeld-Budget abheben und ausschließlich daraus bar zahlen. Ist der Schein weg, ist die Woche budgetiert – ein simpler Effekt, den die Kartenzahlung so nicht bietet. Eine umfassende Übersicht über alle Einnahmen und Ausgaben ermöglicht ein digitaler Haushaltsbudget-Rechner.
Bargeldhortung: der Schatz, der nie zirkuliert
Der größte Teil des ausgegebenen Bargelds wird gar nicht zum Bezahlen genutzt, sondern gehortet. Von den Banknoten, die die Deutsche Bundesbank in Umlauf gebracht hat, entfielen zum Stichtag Ende 2023 nur rund 10 % auf den inländischen Zahlungsverkehr. Etwa 40 % – im Wert von rund 390 Mrd. Euro – dienen im Inland ausdrücklich der Wertaufbewahrung. Im Gegensatz zur zinslosen Bargeldhortung bieten Anlageformen wie das Festgeld 2026 Zinsen im Vergleich und gelten ebenfalls als sicher. Allerdings verliert das gehortete Bargeld durch die Inflation stetig an Kaufkraft, was ein Inflationsrechner konkret beziffert. Die Zinserträge einer flexiblen Alternative wie Tagesgeld lassen sich mit einem Tagesgeldrechner kalkulieren.
Der Rest verlässt Deutschland: Rund 20 % zirkulieren im übrigen Euroraum, weitere 30 % außerhalb des Euroraums. Der Euro ist damit auch eine internationale Reservewährung in bar. Für den heimischen Alltag heißt das aber vor allem: Nur ein kleiner Teil der Scheine ist tatsächlich "in Bewegung".
Warum horten Menschen Bargeld? Es dient als krisenfeste Reserve, ist unabhängig von Strom, Netz und Bankensystem und wirft in Niedrigzinsphasen keine schlechtere Rendite ab als das unverzinste Konto. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt die Nachfrage nach großen Scheinen regelmäßig – ein Muster, das die Bundesbank über Jahre beobachtet.
Der gesamte Banknotenumlauf wächst entsprechend seit Langem, im Eurosystem im Schnitt um mehrere Prozent pro Jahr. Bargeld verliert also als Zahlungsmittel an Bedeutung, gewinnt aber als Wertspeicher hinzu. Diese Doppelrolle ist der eigentliche Kern der Bargeld-Geschichte in Deutschland.
Auch innerhalb des Eurosystems ist die Rolle der Bundesbank besonders groß. Während der Banknotenumlauf der übrigen nationalen Notenbanken zuletzt eher zurückging, stieg der Umlauf der Bundesbank seit Anfang 2023 wieder an – auf rund 990 Mrd. Euro Ende 2025. Deutschland ist damit nicht nur beim Zahlungsverhalten, sondern auch bei der Ausgabe von Euro-Scheinen der mit Abstand größte Akteur.
Die Hortung erklärt ein scheinbares Paradox: Bargeld wird im Handel immer seltener eingesetzt, der Gesamtbestand steigt trotzdem. Solange Scheine als Reserve zurückgelegt statt ausgegeben werden, koppelt sich der Umlauf von der tatsächlichen Nutzung ab. Für die Geldpolitik ist das relevant, für den Alltag der Verbraucher weniger – dort zählt vor allem, ob Bargeld akzeptiert wird und leicht verfügbar bleibt. In manchen Ländern wird die Akzeptanz sogar gesetzlich geregelt, so müssen in Schweden Geschäfte Bargeld annehmen.
Auch die Struktur des gehorteten Bargelds ist aufschlussreich: Wertaufbewahrung findet überproportional in großen Stückelungen statt, während kleine Scheine und Münzen den Zahlungsverkehr dominieren. Der 500-Euro-Schein wird zwar nicht mehr ausgegeben, bleibt aber gültig und ist ein klassisches Hortungsmedium. Bargeld als Reserve ist damit weniger eine Frage der Menge an Scheinen als des dahinterstehenden Werts.
Interessant ist die Bewegung der jüngeren Zeit: Nach einer Phase der Zurückhaltung steigt der Banknotenumlauf der Bundesbank seit Anfang 2023 wieder an, während er im übrigen Eurosystem eher sinkt. Ende 2025 entfielen mit rund 990 Mrd. Euro etwa 61 % des gesamten Eurosystem-Umlaufs auf die Bundesbank. Deutschland bleibt damit der zentrale Anker der Bargeldnachfrage im Euroraum – ein weiterer Beleg für die tief verankerte Rolle des Bargelds als Wertspeicher.
| Verwendung der Bundesbank-Banknoten | Anteil | Wert (rund) |
|---|---|---|
| Transaktionen im Inland | rund 10 % | 70 Mrd. Euro |
| Wertaufbewahrung im Inland | rund 40 % | 390 Mrd. Euro |
| Umlauf im übrigen Euroraum | rund 20 % | 170 Mrd. Euro |
| Umlauf außerhalb des Euroraums | rund 30 % | 290 Mrd. Euro |
📌 Good to know
Die Verteilung bezieht sich auf die von der Deutschen Bundesbank ausgegebenen Banknoten (Stand 31.12.2023). Sie erklärt, warum der Banknotenumlauf trotz sinkender Bargeldnutzung im Handel weiter wächst: Der Löwenanteil dient als Reserve, nicht dem täglichen Bezahlen.
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Das schrumpfende Automaten- und Filialnetz
Der Zugang zu Bargeld wird sichtbar dünner. Ende 2024 gab es in Deutschland erstmals weniger als 50.000 Geldautomaten – konkret 49.752. Ein Jahr zuvor waren es noch 51.224, das ist ein Rückgang um rund 3 % innerhalb eines Jahres. Über die längere Sicht ist der Schwund noch deutlicher.
Noch schneller verschwinden die Bankfilialen. Die Zahl der Zweigstellen sank von 19.501 Ende 2023 auf 17.870 Ende 2024 – ein Minus von 1.631 Filialen oder 8,4 % in nur einem Jahr. Kostendruck und die Verlagerung ins Online-Banking treiben diese Entwicklung. Vor gut zwei Jahrzehnten gab es in Deutschland noch rund doppelt so viele Bankstellen. Diese Digitalisierung erfasst auch die Geldanlage, wo ein Robo-Advisor-Vergleich digitale Vermögensverwalter als Alternative zur Filialberatung zeigt. Diese Entwicklung zeigt sich auch bei Sparprodukten, wie der Vergleich von Online-Sparkonto vs. Filialsparkonto zeigt.
Trotzdem ist der Zugang zu Bargeld nach Einschätzung der Bundesbank flächendeckend gesichert. Bundesweit können Verbraucher an rund 64.000 unterschiedlichen Orten Bargeld beziehen – neben Bankautomaten zählen dazu auch Auszahlungen an Supermarktkassen und bei Einzelhändlern. Der Geldautomat bleibt trotzdem zentral: Etwa 96 % der Menschen nutzen ihn für Abhebungen, und rund 78 % der abgehobenen Bargeldsumme werden dort bezogen. Allerdings ist die Abhebung nicht immer kostenfrei, was ein Blick auf die Gebühren beim Bargeld abheben mit Kreditkarte zeigt.
Für dich als Kontoinhaber heißt das: Das Netz wird enger, aber Alternativen zum klassischen Automaten gewinnen an Bedeutung. Wer viel bar zahlt, sollte beim Girokonto auf ein dichtes, kostenfreies Abhebenetz achten – ein Kriterium, das im Konto-Vergleich zunehmend wichtiger wird. Gerade auf Reisen kann es entscheidend sein, weltweit kostenlos Bargeld mit einer Kreditkarte abheben zu können.
Der Rückgang folgt einem klaren Kostenmuster. Automaten und Filialen sind teuer im Betrieb, während immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte digital erledigen. Zusätzlich bündeln Institute ihre Automaten in Verbünden und bauen Doppelstandorte ab. Die Bundesbank verweist ausdrücklich auf Kosteneinsparung und Rationalisierung im Kreditgewerbe als Treiber der Entwicklung.
Langfristig ist der Schwund dramatisch: Zählte Deutschland 2002 noch rund 53.000 Bankstellen, waren es 2023 nur noch etwa 21.000 – eine Mehr-als-Halbierung in gut zwei Jahrzehnten. Beim Bargeldzugang gleicht der Einzelhandel dies teilweise aus: Auszahlungen an der Supermarktkasse ("Cash im Shop") sind zu einer festen Größe geworden und erklären, warum die Zahl der Abhebeorte trotz Automatenschwund hoch bleibt. Rund 30 % der Automaten im Euroraum akzeptieren inzwischen kontaktlose Transaktionen.
| Jahresende | Geldautomaten | Zweigstellen (Filialen) |
|---|---|---|
| 2021 | 55.136 | – |
| 2022 | 52.652 | – |
| 2023 | 51.224 | 19.501 |
| 2024 | 49.752 | 17.870 |
Das Automatennetz schrumpft: Geldautomaten in Deutschland
Wer noch bar zahlt – und warum
Bargeldnutzung hängt stark vom Alter ab. Die Bundesbank-Auswertungen zeigen einen klaren Gradienten: Ältere Menschen zahlen deutlich häufiger bar und bevorzugen Bargeld stärker als jüngere. Jüngere Altersgruppen greifen dagegen überdurchschnittlich oft zur Karte oder zum Smartphone, ihr Bargeldanteil liegt spürbar unter dem Durchschnitt.
Dieser Unterschied erklärt einen Teil des allgemeinen Rückgangs. Mit jeder Generation, die selbstverständlich kontaktlos und mobil bezahlt, sinkt der Bargeldanteil weiter – auch ohne dass jemand seine Gewohnheiten aktiv umstellt. Der Wandel läuft also teils schlicht über den Generationenwechsel.
Gleichzeitig bleibt Bargeld quer durch alle Altersgruppen als Option gefragt. Dass 69 % der Menschen die Möglichkeit, bar zu zahlen, für wichtig halten, zeigt: Die Debatte um eine mögliche Abschaffung geht an der Bevölkerung vorbei. Bargeld gilt als Garant für Unabhängigkeit, Datenschutz und Krisensicherheit – Eigenschaften, die viele auch dann schätzen, wenn sie im Alltag längst überwiegend mit Karte zahlen.
Neben dem Alter spielen weitere Faktoren eine Rolle. Bargeld wird häufiger für kleine Beträge, an Wochenmärkten, in ländlichen Regionen und bei spontanen Ausgaben genutzt. Karte und mobile Verfahren dominieren dagegen bei größeren Summen, im Onlinehandel und in Ballungsräumen mit hoher Kartenakzeptanz. Der Rückgang der Bargeldnutzung ist damit kein gleichmäßiger, sondern ein ungleich verteilter Prozess.
Für die kommenden Jahre zeichnet sich damit ein stabiles Muster ab: Der Bargeldanteil an den Zahlungen dürfte weiter sinken, während der gehortete Bestand hoch bleibt und das Automatennetz schrumpft. Bargeld verwandelt sich schrittweise vom Alltagszahlungsmittel zur Reserve – wichtig, aber immer seltener im Einsatz. Wie sich das im gesamten Zahlungsmix niederschlägt, vertiefen die Statistiken zum Bezahlverhalten.
Klar ist: Vom bargeldlosen Deutschland ist das Land 2026 weit entfernt. Fast jede zweite Zahlung läuft bar, fast jeder trägt Scheine bei sich, und Hunderte Milliarden Euro liegen als Reserve bereit. Was sich verändert, ist die Funktion – weg vom selbstverständlichen ersten Griff, hin zur bewussten Wahl und zur Absicherung. Diese Verschiebung, nicht die Abschaffung, prägt die Bargeld-Zukunft. Diese Entwicklung unterstreicht die duale Rolle von physischem Bargeld und dem digitalen Buchgeld auf unseren Konten.
💡 Tip
Für den Notfall empfehlen Fachleute traditionell eine kleine Bargeldreserve zu Hause, um bei Strom- oder Netzausfall zahlungsfähig zu bleiben. Wichtig ist, diese Reserve getrennt vom Alltagsbargeld und sicher aufzubewahren. Diese Bargeldreserve ist Teil des gesamten Notgroschens, dessen empfohlene Höhe ein Notgroschen-Rechner ermittelt.
Quellen und Methodik
Alle Zahlen in diesem Report stammen ausschließlich aus amtlichen Primärquellen der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank. Stand: Nutzungsdaten aus der Erhebung 2025 (Vergleichswert 2023), Bankstellen- und Umlaufdaten zum Jahresende 2024 bzw. 2025. Abgeleitete Anteile und Veränderungen wurden aus den veröffentlichten Werten nachgerechnet.
- Deutsche Bundesbank: Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (Pressenotiz)
- Deutsche Bundesbank: Studie zum Zahlungsverhalten (Ergebnisse 2023)
- Deutsche Bundesbank: Zahlen und Fakten rund ums Bargeld (Banknotenumlauf und Verwendung)
- Deutsche Bundesbank: Bankstellenentwicklung im Jahr 2024 (Pressenotiz)
- Deutsche Bundesbank: Bankstellenbericht 2024 (Geldautomaten und Filialen)
- Deutsche Bundesbank: Kartenzahlungen wachsen stetig (Geldautomaten 2024)
- Deutsche Bundesbank: Bargeld in der deutschen Gesellschaft (Monatsbericht April 2025)
- Europäische Zentralbank: Studie zum Zahlungsverhalten im Euroraum (SPACE 2024)
Weitere interessante Inhalte
Diese Beiträge behandeln angrenzende Themen und gehören nicht unmittelbar zum Text oben:
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent der Zahlungen laufen in Deutschland noch bar?
Nach der aktuellen Bundesbank-Studie werden rund 45 % aller Bezahlvorgänge bar abgewickelt. Nach Umsatz liegt Bargeld nur noch bei 23 %. Zwei Jahre zuvor waren es 51 % beziehungsweise 26 %.
Wie viel Bargeld haben die Deutschen durchschnittlich im Portemonnaie?
Im Schnitt tragen die Menschen in Deutschland rund 98 Euro in bar bei sich. Nur etwa 4 % der Befragten haben gar kein Bargeld dabei – der leere Geldbeutel bleibt also die Ausnahme.
Wie viel Bargeld wird in Deutschland gehortet?
Von den Banknoten der Deutschen Bundesbank dienen rund 40 % – etwa 390 Mrd. Euro – der Wertaufbewahrung im Inland. Nur rund 10 % fließen in den inländischen Zahlungsverkehr, der Rest zirkuliert im Ausland.
Wie viele Geldautomaten gibt es noch in Deutschland?
Ende 2024 gab es erstmals weniger als 50.000 Geldautomaten, genau 49.752. Das ist ein Rückgang um rund 3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Bankfilialen sank sogar um 8,4 %.
Wollen die Deutschen das Bargeld abschaffen?
Nein. Rund 69 % der Menschen in Deutschland halten es für wichtig, auch künftig bar zahlen zu können. Zwar bevorzugen 44 % im Alltag unbare Zahlungsmittel, doch Bargeld gilt als geschätzte und krisensichere Rückfallebene.


















