Themen in diesem Artikel:
- Was ist Bonussparen: Erfahre, wie Grundzins und gestaffelter Bonus zusammenwirken und warum Volksbanken der Hauptanbieter sind.
- Zinsmodell im Detail: Verstehe die drei Berechnungsmodelle für den Bonus – auf Jahressparrate, Zinserträge oder Gesamteinzahlungssumme.
- Die Bonusstaffel: Vergleiche konkrete Staffeln von fünf Anbietern – von 0 % im ersten Jahr bis zu 19 % im 25. Sparjahr.
- Vergleich mit Alternativen: Vergleiche Bonussparen mit Tagesgeld (bis 4,06 % p.a.) und klassischem Sparkonto anhand einer Übersichtstabelle.
- Verfügbarkeit und Kündigung: Finde heraus, wann du ans Geld kommst, was bei Stilllegung passiert und wie du Bonusansprüche sicherst.
- Steuern und Nachzahlungsansprüche: Lerne, wie Abgeltungssteuer greift und warum ältere Prämiensparverträge Nachzahlungen bringen können.
- Häufige Fragen: Überblick über die wichtigsten Fragen zu Bonus, Kündigung, Steuer und Vertragsdetails.
Was ist Bonussparen? Definition und Grundprinzip
Bonussparen ist eine Sparvertragsform, bei der du neben einem variablen Grundzins einen zusätzlichen, jährlich steigenden Bonus erhältst. Je länger du sparst, desto höher fällt dieser Bonus aus. Das Prinzip ist einfach: Disziplin wird belohnt.
Die Begriffe Bonussparen und Prämiensparen meinen dasselbe. Verschiedene Banken nennen ihr Produkt unterschiedlich, die Funktionsweise ist aber nahezu identisch. Du schließt einen Vertrag ab, legst eine monatliche Sparrate fest und zahlst diese über viele Jahre regelmäßig ein. Dafür bekommst du am Ende jedes Jahres nicht nur Zinsen, sondern auch einen Bonus obendrauf.
Angeboten wird Bonussparen vor allem von Volksbanken, Raiffeisenbanken und Sparkassen. Das Produkt ist tief in der genossenschaftlichen Bankenlandschaft verwurzelt. Wer ein Konto bei einer Volksbank hat, kennt es oft schon aus dem Beratungsgespräch.
Die monatliche Sparrate wird bei der ersten Einzahlung festgelegt. Wichtig: Du kannst sie danach in der Regel nicht mehr erhöhen. Manche Anbieter erlauben eine Kürzung oder vorübergehende Aussetzung, aber das kann den Bonusanspruch gefährden. Die Mindestrate liegt häufig bei 25 Euro monatlich, für Minderjährige teils schon ab 10 Euro.
Die Laufzeit wird ebenfalls zu Vertragsbeginn vereinbart. Typisch sind 3 bis 25 Jahre. Das klingt lang, ist aber der Kern des Modells: Der Bonus entfaltet seine volle Wirkung erst nach vielen Jahren. Wer nach drei Jahren kündigt, hat kaum etwas vom Staffelsystem.
Die Zinsgutschrift erfolgt in der Regel einmal jährlich, zum Kalenderjahresende. Das gilt sowohl für den Grundzins als auch für den Bonus. Du siehst also einmal im Jahr, was dein Vertrag tatsächlich abgeworfen hat.
Kurz zusammengefasst: Bonussparen ist kein Produkt für den Notgroschen. Es ist ein langfristiges Sparinstrument für Menschen, die Monat für Monat einen festen Betrag beiseitelegen wollen und dafür eine wachsende Prämie erwarten.
📌 Good to know
Bonussparen und Prämiensparen sind keine geschützten Begriffe. Jede Bank kann ihr Produkt anders nennen. Entscheidend ist immer der Blick ins Kleingedruckte: Worauf wird der Bonus berechnet, und ab welchem Jahr startet er?
Das Zinsmodell: Grundzins und Bonus im Zusammenspiel
Das Herzstück des Bonussparens ist eine Zwei-Komponenten-Struktur. Auf der einen Seite steht der Grundzins, auf der anderen der Bonus. Beide zusammen ergeben die Gesamtrendite – aber nur eine davon ist bei Vertragsabschluss wirklich planbar.
Der Grundzins ist variabel. Die Bank kann ihn anpassen, typischerweise monatlich. Als Orientierung dient häufig ein Referenzzinssatz der Bundesbank – konkret die Zeitreihe SUD106, die Effektivzinssätze für Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Kündigungsfrist von über drei Monaten abbildet. Das bedeutet: Steigen die Marktzinsen, kann dein Grundzins steigen. Fallen sie, kann er sinken. Du hast darauf keinen Einfluss.
Der Bonus hingegen ist bei Vertragsabschluss fest vereinbart. Die Bonusstaffel steht schwarz auf weiß im Vertrag und ändert sich nicht. Das ist die einzige wirklich planungssichere Komponente des Modells. Genau deshalb ist es so wichtig, die Staffel vor Vertragsabschluss genau zu lesen.
Jetzt wird es technisch: Es gibt drei verschiedene Modelle, auf welche Basis der Bonus berechnet wird. Das klingt nach einem Detail, macht aber in der Praxis einen erheblichen Unterschied.
Modell 1 – Bonus auf die Jahressparrate: Der Bonus wird auf die zwölf Monatsraten berechnet, die du im jeweiligen Jahr eingezahlt hast. Zahlst du 50 Euro monatlich, sind das 600 Euro Jahressparrate. Bei einem Bonus von 10 % erhältst du 60 Euro extra. Dieses Modell ist das transparenteste, weil es direkt an deine Einzahlungen gekoppelt ist. Es ist das gängigste Modell bei Volksbanken und Sparkassen.
Modell 2 – Bonus auf die Zinserträge: Hier wird der Bonus nicht auf deine Einzahlungen, sondern auf die Zinsen berechnet, die du im jeweiligen Jahr erzielt hast. Bei einem Grundzins von 0,75 % und einem Guthaben von 5.000 Euro wären das 37,50 Euro Zinsen. Ein Bonus von 10 % darauf ergibt 3,75 Euro extra. Das klingt wenig – und ist es auch, solange der Grundzins niedrig ist. Dieses Modell findet sich zum Beispiel bei der Raiffeisenbank Flachsmeer.
Modell 3 – Bonus auf die Gesamteinzahlungssumme am Laufzeitende: Bei einigen Spezialprodukten wird der Bonus erst am Ende der gesamten Laufzeit auf alle geleisteten Einzahlungen ausgezahlt. Zwischen Ansparphase und Bonusgutschrift kann eine sogenannte Festlegungsfrist liegen, in der keine weiteren Raten eingezahlt werden, das Kapital aber weiter verzinst wird.
Die Gesamtrendite ist bei keinem dieser Modelle exakt im Voraus kalkulierbar, weil der Grundzins variabel bleibt. Du kannst aber mit dem aktuellen Grundzins und der festen Bonusstaffel eine realistische Schätzung erstellen.
| Modell | Berechnungsgrundlage | Typische Anbieter | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Bonus auf Jahressparrate | 12 Monatsraten des jeweiligen Jahres | Volksbanken, Sparkassen (klassisch) | Transparent, direkt an Einzahlungen gekoppelt |
| Bonus auf Zinserträge | Erzielte Zinsen des jeweiligen Jahres | Raiffeisenbank Flachsmeer, ältere VR-Modelle | Bei niedrigem Grundzins geringerer Bonusabsolutbetrag |
| Bonus auf Gesamteinzahlungssumme | Alle Einzahlungen über gesamte Laufzeit | Einige Spezialprodukte | Einmalige Auszahlung am Laufzeitende; ggf. Festlegungsfrist |
Welches Modell für dich besser ist, hängt von deiner Sparrate und dem aktuellen Zinsniveau ab. Bei niedrigen Grundzinsen ist Modell 1 fast immer vorteilhafter, weil die Berechnungsbasis größer ist.
Die Bonusstaffel: So wächst der Bonus mit den Sparjahren
Die Bonusstaffel ist das Herzstück jedes Bonussparvertrags. Sie legt verbindlich fest, wie viel Prozent Bonus du in jedem einzelnen Sparjahr erhältst. Sie steht im Vertrag und ändert sich nicht – egal, was am Markt passiert.
Das typische Muster ist überall ähnlich: In den ersten ein bis drei Jahren gibt es keinen oder kaum Bonus. Danach steigt er jährlich an. Wer früh kündigt, verlässt das Modell genau dann, wenn es anfängt, interessant zu werden.
Ein konkretes Beispiel zeigt das Volksbank-Modell besonders deutlich. Dort gilt: Jahre 1 bis 3 = 0 %, ab Jahr 4 steigt der Bonus jährlich um einen Prozentpunkt. Im 8. Jahr sind es 2 %, im 10. Jahr 4 %, im 15. Jahr 9 %, im 20. Jahr 14 % und im 25. Jahr schließlich 19 % auf die Jahressparrate. Wer 25 Jahre lang 100 Euro monatlich spart, bekommt im letzten Jahr also 228 Euro Bonus allein auf seine Einzahlungen.
Die VR Bank Bayreuth-Hof wählt einen anderen Ansatz: Sie zahlt einen Bonus von 25 % auf die zwölf Raten des letzten Ansparjahres bei einem variablen Grundzins von 0,50 % p.a. Das ist ein einmaliger, hoher Bonus am Ende – statt einer jährlich wachsenden Staffel.
Die VR Bayern Mitte bietet eine kurze Laufzeit mit schnellem Einstieg: Im ersten Jahr 0 %, im zweiten Jahr bereits 3 %, im dritten Jahr 4 %. Der angegebene Effektivzins liegt bei 2,75 %. Das ist für kürzere Laufzeiten interessant.
Die Raiffeisenbank Flachsmeer berechnet den Bonus auf die Zinserträge – ein anderes Modell. Dort startet der Bonus bei 1 % im ersten Jahr, erreicht 5 % im fünften Jahr, 10 % im zehnten Jahr und 25 % im 25. Jahr. Der variable Grundzins lag zuletzt bei 0,75 %. Bei diesem Modell hängt der absolute Bonusbetrag stark vom Grundzins ab.
Die Volksbank Odenwald (VR-ZielsparenPlus) arbeitet mit Blöcken: In den Jahren 1 bis 4 gibt es 0 %, in den Jahren 5 bis 9 jeweils 5 %, in den Jahren 10 bis 14 jeweils 10 % und im 15. Jahr 15 % auf den Jahressparbetrag. Die Mindestrate beträgt 25 Euro, für Minderjährige ab 10 Euro, die maximale Monatsrate liegt bei 1.000 Euro.
Die VR Bank Isar-Vils bietet eine maximale Laufzeit von zehn Jahren. Der variable Grundzins liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 1,048 %. Die Staffel startet bei 0 % im ersten Jahr, erreicht 0,50 % im zweiten, 3 % im fünften und 10 % im zehnten Jahr.
Am Markt sind Boni von bis zu 50 % der jährlich eingezahlten Sparraten bei sehr langen Laufzeiten möglich. Im zehnten Jahr sind je nach Bank bis zu 15 % auf den Jahressparbetrag üblich. Das zeigt: Die Staffel lohnt sich erst richtig, wenn du lange dabei bleibst.
Bonusentwicklung über die Laufzeit – Volksbank-Modell (Bonus auf Jahressparrate in %)
Das Diagramm macht deutlich: Der Großteil des Bonuspotenzials liegt in der zweiten Hälfte der Laufzeit. Wer nach zehn Jahren aussteigt, hat erst 4 % Bonus erreicht. Wer 25 Jahre durchhält, bekommt fast das Fünffache.
Bonussparen im Vergleich: Sparkonto und Tagesgeld
Bonussparen klingt gut – aber lohnt es sich wirklich? Um das zu beurteilen, musst du es mit den Alternativen vergleichen. Die wichtigsten sind das klassische Sparkonto und das Tagesgeldkonto.
Das klassische Sparkonto ist historisch gesehen kaum eine Anlage. Jahrelang lagen die Zinsen bei 0,01 bis 0,05 % p.a. – weit unter der Inflationsrate. Wer dort spart, verliert real Geld. Das Sparkonto taugt als Vergleichsmaßstab also nur, um zu zeigen, wie niedrig die Messlatte liegt.
Das Tagesgeldkonto ist aktuell deutlich attraktiver. Stand Juni 2026 sind Zinsen von bis zu 4,06 % p.a. möglich. Das ist kurzfristig mehr als jeder Bonussparvertrag bieten kann – vor allem in den ersten Jahren, wenn der Bonus noch bei 0 % liegt. Tagesgeld ist außerdem täglich verfügbar. Du kannst jederzeit zugreifen, ohne Fristen oder Bonusverlust.
Der entscheidende Unterschied liegt aber in der Planungssicherheit. Der Tagesgeldszins ist variabel. Was heute 4,06 % sind, kann morgen 1,5 % sein. Bonussparen bietet dir dagegen eine feste Bonusstaffel. Du weißt genau, welchen Bonus du in Jahr 15 oder Jahr 20 bekommst – auch wenn der Grundzins schwankt.
Für langfristig orientierte Sparer, die monatlich einen festen Betrag anlegen wollen und auf Flexibilität verzichten können, kann Bonussparen über die gesamte Laufzeit attraktiver sein als Tagesgeld. Wer aber Flexibilität braucht oder nicht sicher ist, ob er 15 oder 20 Jahre durchhält, ist mit Tagesgeld besser bedient.
Die steuerliche Behandlung ist bei allen drei Produkten identisch: Zinsen und Bonus gelten als Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Ehepaare) kann bei allen Produkten angerechnet werden.
| Merkmal | Bonussparen | Klassisches Sparkonto | Tagesgeld |
|---|---|---|---|
| Grundzins | Variabel, 0,50–1,05 % | Sehr niedrig (0,01–0,05 %) | Variabel, bis 4,06 % (Juni 2026) |
| Bonus/Prämie | Ja, gestaffelt bis 50 % auf Jahresrate | Nein | Nein |
| Gesamtrendite | Bei langer Laufzeit potenziell deutlich höher | Gering, oft unter Inflationsrate | Aktuell attraktiv, aber nicht planbar |
| Laufzeit | Fest (3–25 Jahre) | Unbegrenzt, flexibel | Unbegrenzt, flexibel |
| Verfügbarkeit | 3 Monate Kündigungsfrist, teils erst ab Jahr 3 | Gesetzl. Kündigungsfrist | Jederzeit verfügbar |
| Planungssicherheit | Hoch (feste Bonusstaffel) | Mittel | Gering (variabler Zins) |
| Geeignet für | Langfristige, disziplinierte Sparer | Kurzfristige Rücklagen | Notgroschen, kurzfristige Ziele |
| Steuer | Abgeltungssteuer 25 % + SolZ + ggf. KiSt | Abgeltungssteuer 25 % + SolZ + ggf. KiSt | Abgeltungssteuer 25 % + SolZ + ggf. KiSt |
Fazit: Bonussparen ist kein Tagesgeld-Ersatz. Es ist ein eigenständiges Instrument für einen bestimmten Sparertyp. Wer beides kombiniert – Tagesgeld für den Notgroschen, Bonussparen für den langfristigen Aufbau – fährt oft am besten.
Verfügbarkeit, Kündigung und Stilllegung
Bonussparen ist kein flexibles Produkt. Das musst du von Anfang an wissen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit ist der Preis für den Bonus – und gleichzeitig der Grund, warum viele Sparer das Modell unterschätzen.
Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt bei den meisten Bonussparverträgen drei Monate. Das bedeutet: Wenn du heute kündigst, bekommst du dein Geld frühestens in drei Monaten. Bei einigen Verträgen sind Verfügungen sogar erst nach dem dritten Sparjahr möglich. Wer kurzfristig Geld braucht, ist mit Bonussparen schlecht beraten.
Wichtig zu wissen: Bereits erhaltene Boni gehen bei einer regulären Kündigung mit dreimonatiger Frist nicht verloren. Das gilt zumindest für das VR-Vertragsmodell. Du nimmst also mit, was du bisher angesammelt hast. Anders sieht es bei einer vorzeitigen Kündigung ohne Einhaltung der Frist aus – dort kann der gesamte Bonusanspruch entfallen.
Was passiert, wenn du die monatlichen Raten nicht mehr zahlen kannst? Einige Anbieter bieten eine Stilllegung des Vertrags an. Das Modell der Degussa Bank zeigt, wie das funktioniert: Die Stilllegung ist entgeltpflichtig. Nach der Stilllegung werden keine weiteren Boni mehr gezahlt. Das bereits angesparte Guthaben wird mit dem Spareinlagenzins für dreimonatige Kündigungsfrist weitergeführt. Nachzahlungen auf stillgelegte Verträge sind nicht zulässig. Für Raten, die im laufenden Vertragsjahr bereits eingezahlt wurden, bleibt der Bonusanspruch aber bestehen.
Noch strenger ist das Modell mancher Volksbanken: Dort ist das Aussetzen einzelner Raten vertraglich ausgeschlossen. Wer eine Rate verpasst, riskiert den Bonusanspruch für das gesamte Jahr. Das ist ein harter Einschnitt, der vor Vertragsabschluss bekannt sein sollte.
Die Ratenhöhe ist ebenfalls fix. Du kannst sie nach Vertragsabschluss nicht erhöhen. Wer also mit 50 Euro monatlich startet und später 100 Euro sparen möchte, muss einen zweiten Vertrag abschließen – sofern die Bank das anbietet.
💡 Tip
Prüfe vor Vertragsabschluss genau, ob dein Anbieter eine Stilllegungsoption anbietet und was sie kostet. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du die Rate 15 oder 20 Jahre durchhalten kannst, wähle eine niedrige Mindestrate. Du kannst parallel immer noch anderweitig sparen.
Zusammengefasst: Bonussparen funktioniert nur, wenn du die Regeln einhältst. Wer die Laufzeit durchhält und keine Raten aussetzt, wird mit einem wachsenden Bonus belohnt. Wer zwischendurch aussteigt, verliert einen Teil des Vorteils.
Steuern und Nachzahlungsansprüche bei alten Verträgen
Bonussparen ist steuerlich unkompliziert – aber nicht kostenlos. Alle Erträge aus Bonussparen, also Zinsen und Bonus, gelten als Kapitalerträge. Sie unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Der Sparerpauschbetrag schützt einen Teil der Erträge. Er beträgt 1.000 Euro pro Person und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare. Wer also im Jahr weniger als 1.000 Euro Kapitalerträge erzielt, zahlt darauf keine Steuer. Bei kleinen Sparraten und niedrigem Grundzins bleibt man oft unter dieser Grenze.
Wichtig: Der Bonus wird in dem Jahr versteuert, in dem er gutgeschrieben wird. Bei Modell 1 (Bonus auf Jahressparrate) passiert das jährlich zum Jahresende. Bei Modell 3 (Bonus auf Gesamteinzahlungssumme am Laufzeitende) fällt die Steuerlast auf einen Schlag am Ende der Laufzeit an. Das kann in einem Jahr zu einem unerwarteten Steueraufwand führen.
Ein ganz anderes Thema sind Nachzahlungsansprüche aus alten Prämiensparverträgen. Viele Sparer, die in den 1990er und 2000er Jahren Verträge bei Sparkassen oder Volksbanken abgeschlossen haben, haben möglicherweise Anspruch auf Nachzahlungen. Der Grund: Einige Banken haben den variablen Basiszins in der Vergangenheit zu niedrig angesetzt – und damit gegen die Vertragsbedingungen verstoßen.
Gerichte haben in mehreren Fällen entschieden, dass die Zinsanpassungsklauseln dieser alten Verträge unwirksam waren. Die Banken mussten nachzahlen. Für Betroffene gilt: Spätestens drei Jahre nach Vertragsende müssen sie aktiv werden, sonst verjähren die Ansprüche.
Wer seinen Vertrag noch hat oder hatte, sollte prüfen, ob eine Nachzahlung möglich ist. Musteranschreiben für solche Fälle gibt es bei Verbraucherzentralen. Wenn die Bank den Vertrag einseitig gekündigt hat, sollte umgehend Widerspruch eingelegt werden. Wichtig dabei: Sparraten weiter einzahlen und kein Guthaben abheben, bis die Situation geklärt ist.
Diese Nachzahlungsfälle betreffen vor allem ältere Verträge. Neue Verträge, die ab 2010 abgeschlossen wurden, haben in der Regel klarere Zinsanpassungsklauseln. Trotzdem lohnt es sich, auch aktuelle Verträge auf die Formulierung der Zinsanpassungsregelung zu prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bonussparen und Prämiensparen?
Die Begriffe sind synonym. Beide bezeichnen Sparverträge mit variablem Grundzins und gestaffeltem Bonus auf Einzahlungen oder Zinserträge. Der Unterschied liegt nur im Namen – verschiedene Banken nennen ihr Produkt unterschiedlich, die Funktionsweise ist identisch.
Worauf wird der Bonus beim Bonussparen berechnet?
Je nach Anbieter entweder auf die zwölf Monatsraten des jeweiligen Jahres (häufigstes Modell), auf die erzielten Zinserträge des Jahres oder auf die Gesamteinzahlungssumme am Laufzeitende. Nicht auf das gesamte angesparte Guthaben.
Ist der Grundzins beim Bonussparen fest oder variabel?
Der Grundzins ist variabel und kann von der Bank monatlich angepasst werden. Er orientiert sich an einem Referenzzinssatz. Nur der Bonus ist bei Vertragsabschluss fest vereinbart. Die Gesamtrendite lässt sich daher nicht exakt im Voraus berechnen.
Was passiert, wenn ich eine Sparrate auslasse oder den Vertrag kündige?
Das Aussetzen von Raten kann den Bonusanspruch gefährden. Bei manchen Anbietern ist es vertraglich ausgeschlossen. Eine Stilllegung ist teils möglich, aber entgeltpflichtig – danach entfallen zukünftige Boni. Bereits erhaltene Boni bleiben bei regulärer Kündigung mit Frist erhalten.
Lohnt sich Bonussparen noch gegenüber Tagesgeld?
Tagesgeld bietet aktuell bis zu 4,06 % p.a. (Stand: Juni 2026) und ist kurzfristig attraktiver. Bonussparen lohnt sich vor allem für langfristig orientierte Sparer, die die volle Bonusstaffel ausschöpfen und auf tägliche Verfügbarkeit verzichten können.
Kann ich Ansprüche aus alten Prämiensparverträgen noch geltend machen?
Ja, sofern die Verjährungsfrist nicht abgelaufen ist. Du musst spätestens drei Jahre nach Vertragsende aktiv werden. Bei einseitiger Kündigung durch die Bank sofort Widerspruch einlegen, Raten weiter einzahlen und kein Guthaben abheben.
Wie hoch kann der Bonus beim Bonussparen maximal werden?
Je nach Anbieter und Laufzeit bis zu 50 % der jährlich eingezahlten Sparraten bei sehr langen Laufzeiten. Im zehnten Sparjahr sind je nach Bank bis zu 15 % auf den Jahressparbetrag üblich. Der Volksbanker zahlt im 25. Jahr 19 %.



